Taten sagen mehr als Worte.
Richard David Precht kritisiert in »Das Jahrhundert der Toleranz« die Doppelmoral westlicher Wertepolitik, die oft missionarisch auftritt und dabei universelle Menschenrechte zur politischen Waffe degradiert. Er warnt davor, dass westliche Staaten im Namen der Moral handeln, ohne sich selbst an internationale Standards wie den Internationalen Strafgerichtshof zu halten. Die einseitige Betonung „westlicher“ Werte schwächt deren universellen Anspruch und liefert autoritären Regimen eine willkommene Angriffsfläche. Precht fordert mehr Selbstkritik, echte Toleranz und eine Wertepolitik, die nicht auf Machtinteressen, sondern auf glaubwürdigem Vorleben basiert. Nur so könne das 21. Jahrhundert tatsächlich ein Jahrhundert der Toleranz werden, oder das letzte sein, in dem menschliche Geschichte geschrieben wird. Das Buch regt stark zum Nachdenken an und zeigt, dass Precht zu einem der universellsten und unabhängigsten Denkern unserer Zeit zählt und sich nicht scheut, Unbequemes, das unseren Zeitgeist in Frage stellt, anzusprechen.





