2. Mai
Rating:5

5 Sterne – Wenn die rosarote Brille zerbricht ​Dieses Buch ist kein klassisches „Wow-Erlebnis“, das einen glücklich zurücklässt. Es bekommt von mir die volle Punktzahl, weil es mich gnadenlos auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt hat. ​Als jemand, der eigentlich immer an das Gute im Menschen glaubt, hat Paul Bradley Carr mir hier die rosarote Brille abgenommen. Er zeigt eine Welt, in der Moral nichts zählt und am Ende nur drei Dinge regieren: Macht, Geld und das Geschlecht. ​Handwerklich sehr gut und mit einem Sog, dem man sich nicht entziehen kann – auch wenn man das, was man sieht, am liebsten gar nicht wissen wollte. Ein wichtiges, unbequemes Buch über die hässliche Realität hinter der glänzenden Tech-Fassade.

1414°
1414°by Paul Bradley CarrGoldmann
2. Juni
Rating:3.5

Spannend, mit Längen zwischendrin

Das Buch geht spannend los und hört spannend auf. In der Mitte gibt es hier und da einige Längen, durch die die Geschichte zu sehr ins Stocken gerät und zu zerfasern droht. Zum Ende hin zieht der Spannungsbogen wieder gut an, sodass es insgesamt ein empfehlenswertes Buch ist. Ein kleines Manko für mich ist auch die Protagonistin, die etwas blutleer wirkt, wie auch eigentlich alle anderen Figuren (ob es daran liegt, dass ein Mann eine Frauenfigur geschrieben hat, weiß ich nicht. Vielleicht soll es auch zum allgemeinen unterkühlten Klima der Tech-Bro-Umgebung beitragen). Insgesamt also: Geschichte stark, mit einigen Längen, die Figuren allesamt wenig eindrucksvoll.

1414°
1414°by Paul Bradley CarrGoldmann