Nach langer Zeit habe ich mal wieder zu einem Buch von Iny Lorentz gegriffen und wurde sofort daran erinnert, warum ich ihre historischen Romane früher so geliebt habe. „Die Ketzerbraut“ führt tief hinein in die Zeit rund um Martin Luther, das Evangelium und die damals herrschenden Machtstrukturen. Ich habe unglaublich viel über diese Epoche gelernt – sehr vieles, von dem ich vorher keine Ahnung hatte. Genoveva ist auf dem Weg zu ihrem Verlobten, als sie überfallen und entführt wird. Ihr Bruder stirbt, und für eine unverheiratete Frau bedeutete das damals nichts Gutes. Ernst, der Mann, den sie schließlich heiraten soll, hat selbst einen zweifelhaften Ruf und sorgt für einige Enthüllungen gegenüber der Kirche. Wir begleiten die beiden über Jahre hinweg – getrennt und verheiratet – und erleben nicht nur ihre Entwicklung, sondern auch die vieler Nebenfiguren. Die Geschichte ist fesselnd, wenn auch mit ein paar Längen, aber dafür voller historischer Details, die mich neugierig gemacht haben und die ich später sogar weiter recherchiert habe. Ein spannender, lehrreicher Roman im typischen Stil des Autorenduos.

Wieder ein guter Iny Lorentz!
⭐ 4,5/5 "Die Ketzerbraut" von Iny Lorentz ist der erste alleinstehende Roman neben "Die Wanderhure", den ich von der Autorin gelesen habe. Habe ich anfangs doch etwas gebraucht, um reinzukommen, hat mich die Geschichte um die fromme, doch selbstbewusste Veva Leibert und ihre unfreiwillige Heirat mit dem hübschen, aber verrufenen Kaufmannssohn Ernst Rickinger schnell in ihren Bann gezogen. Lorentz zieht uns diesmal ins Bayern des 16. Jahrhunderts, wo zu Beginn dieses neuen Jahrhunderts Martin Luthers 95 Thesen gegen den Ablasshandel vor allem bei den Klerikern des katholischen Glaubens auf tiefste Abscheu stößt. Vor diesem Hintergrund bildet Lorentz die Geschichte um Veva und Ernst aus und schafft es nebenbei auch noch, kleine andere Nebengeschichten für ihre Charaktere zu weben, die unterhaltsam, erstaunlich und nicht zuletzt auch gefährlich mörderisch werden. Auch zeigt sie oft auf, dass Menschen sich immer ändern können, auch wenn sie früher möglicherweise kein so braves oder verantwortungsbewusstes Leben geführt haben. Wie immer ist der Schreibstil flüssig und gut lesbar und es hat Spaß gemacht, in diese Story des Spätmittelalters einzutauchen. Oft habe ich mich aufgeregt und geärgert und war wieder mal teilweise entsetzt, wie leichtfertig und selbstverständlich doch damals Gewalt angewendet wurde. Ich konnte mich aber genau so gut mit den Protagonisten freuen und gute Bindungen aufbauen, die mich dann durchs Buch begleitet haben. Ein guter historischer Roman, bei dem Martin Luther eine Gastrolle spielt, bei dem aber trotz den wilden geschichtlichen Ereignissen aus dieser Zeit nicht vergessen wird, dass der Leser unterhalten werden möchte. 😌
Eine leichte unterhaltsame Lektüre von Iny Lorentz, die mich wieder begeistert hat.
Top! Liebe zu historischen Romanen wurde wieder entdeckt ! Nur die Geschichte um luther wurde mir am Ende irgendwie zu wenig ‚beendet‘.




