Top!
Bin ein großer Freund von Krimis mit historischem Bezug. Der Autor schafft es einen spannenden Fall mit Fakten aus der schlimmsten Zeit darzustellen.
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Bin ein großer Freund von Krimis mit historischem Bezug. Der Autor schafft es einen spannenden Fall mit Fakten aus der schlimmsten Zeit darzustellen.
Faszinierender Krimi in der Endphase des 2. Weltkrieges
Wieder spannend und atmosphärisch, aber für mich mit mannsgroßem Plothole.
Der 2. Band der Oppenheimer-Reihe beeindruckt wieder durch die beklemmenden Beschreibungen der Stadt im Bombenkrieg und der großen Gefahr, in der die Protagonisten leben. Der Krimi ist - für mich - insofern ein bisschen enttäuschend, weil Hilde - Achtung, Spoiler! - die Finte nicht durchschaut. Und das müsste sie, als Ehefrau des ermordeten Herrn Hausers. Sie müsste es an der Physiognomie erkennen, an Leberflecken, an alten Narben, an der frischen Narbe, die nicht ihre Arbeit ist. Und vor allem an den Händen. Ja, das sind Männerhände, aber nicht die ihres Mannes. Punkt. Den Rest hätte ich als Ehefrau nicht mal sehen müssen, um zu wissen: Nee, das isser nicht. Und das macht mir dann den Krimi ein bisschen madig. Für mich ein Plothole. Aber der Rest außenrum ist wieder hervorragend. Empfehlung auf jeden Fall - beim Krimiplot muss man halt das Ehefrauenauge zudrücken.
Kurzbeschreibung: Kommissar Oppenheimer ist untergetaucht und muss sich mit Schwarzmarktgeschäften über Wasser halten. Als dabei ein brutaler Mord geschieht, wird seine Unterstützerin Hilde verhaftet, denn der Tote ist ihr Ehemann, SS-Hauptsturmführer Erich Hauser. Zwar sind die beiden seit Jahren getrennt, doch Hilde als Regimegegnerin hätte ein Motiv: Der skrupellose Mediziner Hauser war KZ-Lagerarzt im Osten und hat dort Versuche an Menschen durchgeführt. Oppenheimer muss alles riskieren, um Hilde aus den Fängen der NS-Justiz zu retten. Schon bald findet er Hinweise darauf, dass ein mysteriöser Kult in den Mordfall verstrickt ist... *Quelle* Zum Autor: Harald Gilbers, geboren 1969, studierte Anglistik und Geschichte in Augsburg und München. Anschließend arbeitete er zunächst als Feuilleton-Redakteur beim Fernsehen, bevor er als freier Theaterregisseur tätig wurde. Er lebt in Erding. Germania, sein Debüt, wurde 2014 auf Anhieb mit dem angesehenen Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet. Meinung: Odins Söhne ist der 2. Band der Richard Oppenheimer-Reihe, daher besteht beim Weiterlesen Spoilergefahr! Berlin Anfang 1945: Der ehemalige jüdische Kommissar Richard Oppenheimer lebt seit seinem letzten gelösten Fall im Untergrund und getrennt von Ehefrau Lisa. Mithilfe seiner guten Freundin Hildegard von Strachwitz lebt er mit neuen Papieren unter dem Namen Herrmann Meier und geht einer Arbeit als Nachtwächter in einer Bank nach. Doch bald muss er wieder ermitteln, denn Hilde wird von der Gestapo verhaftet. Sie steht unter dem Verdacht, ihren Ehemann Erich Hauser, der als Arzt u.a. im KZ Auschwitz tätig war und nun nach Berlin zurückgekehrt ist, ermordet zu haben. Unter erschwerten Umständen nimmt Oppenheimer zusammen mit Hildes Verteidiger Kuhn und dessen Mitarbeitern die Ermittlungen in diesem brisanten Fall auf. Die Zeit eilt, denn Hilde steht eine Hinrichtung bevor, denn der Volksgerichtshof unter dem Vorsitz von Roland Freisler kennt keine Gnade. Mit Odins Söhne liegt nun die Fortsetzung des von mir sehr geschätzten Romans Germania vor, der mir allerdings nicht ganz so gut gefallen hat. Wie in seinem Vorgängerband kann Harald Gilbers wieder durch seinen anschaulichen Schreibstil und die akribische Recherchearbeit brillieren. Er bringt dem Leser die letzten Tage von Hitler-Deutschland unheimlich nah, die Angst, die täglichen Bombenangriffe und der Kampf ums Überleben werden sehr detailreich und lebensnah geschildert. Richard Oppenheimer bleibt ein sympathischer Protagonist, der nun zwangsweise unter anderem Namen sein Leben bestreitet und von seiner Ehefrau Lisa getrennt lebt. Sie können sich nur am Wochenende kurz sehen, immer in der Gefahr, entdeckt zu werden, da sie Deutsche und er Jude ist. Trotzdem hat er mittlerweile seine Pervitin-Abhängigkeit im Griff und wirkt stärker als noch im Vorgängerband. Seine gute Freundin Hilde, die in Germania eher eine Nebenfigur war, wird zu einer zweiten Protagonistin, die ein schwerer Schlag trifft, denn sie wird beschuldigt, ihren zurückgekehrten Ehemann Erich umgebracht zu haben. Deshalb wird sie von der Gestapo verhaftet, verhört und landet im Gefängnis, wo ihr nicht mehr viel Zeit bis zur Gerichtsverhandlung vor dem Volksgerichtshof unter der Führung des berüchtigten Roland Freisler bleiben wird. Die Handlung war spannend von Beginn an, auch wenn es sich diesmal "nur" um einen zentralen Mordfall dreht. Doch durch verschiedenste Verstrickungen gestaltet sich die Geschichte recht abwechslungsreich und bietet einige Themen, wie z.B. die berüchtigten medizinischen Versuche an den Insassen im KZ Auschwitz sowie der Hang zu Okkultismus, der damals einen gewissen Nährboden fand. Einzig mit dem Ende war ich nicht sehr glücklich, da zwar der Mordfall aufgeklärt wird, aber einiges andere im Argen bleibt. Daher kann man nur auf eine hoffentlich baldige Fortsetzung der Reihe um Richard Oppenheimer gespannt sein. Fazit: Wie bereits sein Vorgänger Germania ist Odins Söhne ein sehr gut recherchierter historischer Krimi, der von Anfang bis Ende spannend bleibt und mit einem sympathischen Protagonisten aufwartet. Vor allem die zeitgeschichtlichen Aspekte und die dazugehörige Umsetzung im Roman konnten mich wieder vollends begeistern, auch wenn mir das Ende diesmal zu offen war.
Ein spannendes Wiedersehen mit Kommissar Oppenheimer!
Nach dem ersten Band “Germania”, freute ich mich sehr darauf, wieder in Oppenheimers Welt einzutauchen. Dieser außergewöhnliche Ermittler ist mir richtig ans Herz gewachsen - mit seiner klugen, vorsichtigen Art und seinem feinen Gespür für Menschen und Situationen. Die Geschichte spielt im Berlin des Jahres 1945, und ich war sofort wieder mittendrin in dieser düsteren Zeit. Oppenheimer, der sich als untergetauchter Jude durchschlagen muss, wird in einen mysteriösen Mordfall verwickelt. Seine Unterstützerin Hilde wird verhaftet, weil ihr Ex-Mann, ein SS-Hauptsturmführer und KZ-Arzt, ermordet aufgefunden wurde. Die Atmosphäre des zerstörten Berlins ist wieder unglaublich eindringlich beschrieben. Ich konnte die Verzweiflung der letzten Kriegsmonate beim Lesen förmlich spüren. Besonders faszinierend finde ich, wie Oppenheimer trotz seiner gefährlichen Situation seinen moralischen Kompass nicht verliert. Seine Entwicklung als Charakter macht die Geschichte für mich besonders wertvoll. Bei aller Sympathie für Oppenheimer und die spannende Geschichte: Die relative Bewegungsfreiheit eines untergetauchten Juden im Berlin der letzten Kriegsmonate erscheint mir manchmal etwas zu optimistisch dargestellt. Das hat mich gelegentlich aus der sonst so überzeugenden Atmosphäre gerissen. Trotzdem hat Gilbers wieder einen atmosphärisch dichten Roman geschaffen, der von der faszinierenden Hauptfigur Oppenheimer getragen wird. Auch wenn die Handlung manchmal etwas konstruiert wirkt, macht die Entwicklung des Charakters und die packende Atmosphäre das Buch zu einer fesselnden Lektüre. Ein solider zweiter Teil, der mich vor allem durch seinen sympathischen Protagonisten überzeugt. Ich freue mich schon darauf ihn weiter bei seinen Ermittlungen zu begleiten.
Das Dritte Reich schlägt, in den letzten Zügen liegend, nochmal wild um sich und droht Oppenheimers Freundin Hilde mit in den Abgrund zu reißen. Ich konnte auf dem Büchertrödel nur Teil 2 und 3 der Reihe finden, aber man kann Teil 2 auch lesen, ohne Teil 1 zu kennen. Wenige Wochen vor der Kapitulation wird Berlin täglich heftig bombardiert, Leben findet praktisch zwischen diesen Bombardements statt. Und Oppenheimer versucht Hilde zu retten, ohne selbst unterzugehen. Unerschütterliche Nazis, Opportunisten, Ganoven mit Herz und Menschen, die auch in der ausweglosesten Situation nicht nur an sich denken, dazu immer heftigere Bombenangriffe und Zerstörung. Harald Gilbers gelingt es, das alles mit einem interessanten Kriminalfall zu verbinden. Am Schluss leben alle noch, doch ich werde gleich mit Teil 3 beginnen, denn sicher ist in diesen Tagen nichts und niemand.
Spannender Krimi
Willkürjustiz und der pure Überlebenswille
Auch der 2. Band der Kommisar Oppenheimer Reihe gefiel mir sehr. Diesmal wird seine Unterstützerin Hilde des Mordes angeklagt. Er will ihre Unschuld beweisen und kommt dort einer Sekte auf dem Spur. Das Buch ist ein Krimi und vorallem auch ein anschauliches Dokument der Zeitgeschichte. Für mich als Leser gehörten die täglichen Bombenangriffe auch bald zur Routine. In den Wirren der letzten Kriegstage versuchte jeder sein Leben zu retten . Interessant fand ich auch die Ansichten zu den Alliierten. Ein sehr gut und kurzweilig geschriebener historischer Krimi.