Ein solides und konsequentes Ende der Reihe.
SPOILER ALERT Nachdem Ende von Teil zwei, war ich sehr gespannt, wie sich die Veränderungen von Sel und Ingrid zeigen würden. Wie ich befürchtet hatte, führte die Mutation des Virus zu zusätzlich Fähigkeiten, aber auch zu anscheinend unkontrolliebaren Verwandlungen. Dies wird zum immer wiederkehrenden Streitpunkt zwischen den beiden Freunden. Sel genießt die Veränderungen und erhofft sich dadurch Möglichkeiten seinen Ruf wieder herzustellen. Ingrid bekommt nach und nach Angst vor diesen Fähigkeiten und möchte lieber ein Gegenmittel gegen den Virus haben, als sich so zu verändern. Als klar wird, dass die Unwandelbaren, allen voran Sherman, die Kontrolle über Tremorglade übernehmen wollen und Bens Vater immer weniger zurechnungsfähig ist, fliehen Sel und seine Freunde aus der Stadt. Doch ein alter Feind erhebt sich und die Lage spitzt sich immer weiter zu. Sel ist in dieser Geschichte der tragische Held. Am Anfang wird er von allen gefeiert, da er die Machenschaften von Sequest aufdeckt. Doch sein Ruhm fällt ihm im zweiten Band der Geschichte sprichwörtlich vor die Füße. Seine Geschichte wird durch die Ereignisse im zweiten Band im falschen Licht gesehen und die Verschwörungstgeorien der Unwandelbaren und bestärkt durch Sherman Fanatismus, wird Sel zum Bauernopfer. All der Hass und die Angst vor den Rippern, wird auf ihn gelenkt. Ihm wird die Schuld in die Schuhe geschoben. Das ist ja auch so viel einfacher. Sel kann sich mit dieser Rolle nur schwer abfinden. Und das macht ihm im dritten Teil, wie ich finde, nicht gerade sympathisch. Er agiert zunächst egoistisch und will unbedingt seinen guten Ruf wieder herstellen, dabei verliert er den Blick für das Wesentliche aus den Augen. Er vertraut den falschen Leuten, weil er so unbedingt wieder als Held darstehen möchte. Er bekommt zwar zum Schluss die Kurve, aber es ist fast schon zu spät. Das Ende hätte ich mir für Sel anders gewünscht, doch ich finde es gut, dass der Autor kein Friede-Freude-Eierkuchen-Finale geschrieben hat. Die Ernsthaftigkeit und die Dramatik nimmt von Band zu Band zu. Was im ersten Buch zum Teil noch humorvoll begann, endet im Grunde im letzten Band tragisch. Doch hätte es wirklich ein harmloseres Ende geben können, bei all dem Fanatismus? Der Spaltung unter den Menschen, der Machenschaften der Wissenschaftler und der Darstellungen in den Medien. Ich finde das Ende glaubwürdig, doch bleibt ein Nachgeschmack. Der dritte Band hat mich nicht so abgeholt, wie die anderen beiden. Ich hätte mir bei Sel eine andere Charakterentwicklung gewünscht und bei Ingrid etwas mehr Vertrauen und Verständnis. Die Dynamik der Freundesgruppe hat mir hier echt gefehlt. Sherman ist für mich eine hassenswerte Person. Ich werde es nie verstehen, wie Menschen sich so blenden lassen können und eher den Lügen glauben als der Wahrheit. Alles in allem ist Bite Risk eine lesenswerte Trilogie mit spannenden Ideen und interessanten Charakteren. Ich hatte eine gute Zeit in Tremorglade.



