Zu wenig Tiefe und zu klischeehaft. "Birthday" war emotional greifbarer als das Erstlingswerk "Als ich Amanda wurde"
In einem Buchladen bin ich auf "Birthday" von Meredith Russo gestoßen. Vorher war mir die Autorin unbekannt gewesen. Nachdem mir "Birthday" sehr gefallen hatte, war ich neugierig auf das Erstlingswerk von Meredith Russo, vor allem nachdem ich erfahren hatte, dass sie selbst die Erfahrung gemacht hat, vom Jungen zum Mädchen zu werden. "Birthday" hat mich auf allen Ebenen sehr berührt und bewegt. Das Buch hatte ich innerhalb weniger Tage durch gelesen. "Als ich Amanda wurde" hat mich nicht ganz so abgeholt. In einem Nachwort beschreibt die Autorin, warum sie "Als ich Amanda wurde" so geschrieben hatte, wie sie es geschrieben hatte. Es mag Sinn machen, vor allem für die cis-Leser:innen. Für mich als Transperson war es nicht ganz so stimmig. Da ich bereits seit meiner Jugend auch viele Liebesgeschichten gelesen hatte, die nicht queer sind und das High School Teenie Movie "Genre" bis heute eines meiner Guilty Pleasures ist, fand ich "Als ich Amanda wurde" viel zu Klischee behaftet. Also im Gegensatz zu "Birthday", das sich sehr mit dem Emotionen von Morgan befasst, die als Junge zur Welt kam und ein Mädchen sein möchte, empfand ich "Als ich Amanda wurde" weniger emotional und tiefgreifend. Amanda ist bereits nicht mehr Andrew und kommt in eine neue Stadt und eine neue Schule. Hierbei fiel mir auf, dass Amanda als überdurchschnittlich schön beschrieben wurde und viele vor allem wegen ihrem Aussehen was vor ihr wollten. Ich empfand das etwas befremdlich, vielleicht war es aber auch nötig. Natürlich erfährt man in Rückblicken die Veränderung von Amanda und auch wie ihre Eltern zu ihr waren. Diese Stellen haben mich berührt, denn ich konnte mich hineinfühlen. Alles andere, das ganze High School Dasein, war für mich irgendwie zu platt, zu stereotypisch. Auch Grant fand ich nett aber im Gegensatz zu zu Eric aus "Birthday" weniger greifbar. Klar war Eric mit Morgan seit Kindertagen befreundet, dennoch fehlte mir allgemein die Tiefe der Charaktere. Als Erstlingswerk durchaus nicht schlecht, dennoch hätte ich mir gerne mehr Emotionen und Tiefgang gewünscht. Zusätzlich weniger Stereotypische Erzählungen und mehr die Veränderung an sich im Fokus.











