Wie ein Italienurlaub… mit dem Großvater
Kirchhoffs Romane sind für mich stark geprägt von Atmosphäre, vom Eintauchen in Situationen und einem untrüglichen Gefühl für szenische Feinheiten. So ist auch das vorliegende Buch wieder großartig und detailreich erzählt. Die Geschichte spielt vorrangig in einem kleinen italienischen Dorf, in dem sich der pensionierte Schauspieler Arthur Schongauer mit seiner Hündin nach einer eher mittelmäßigen Hollywoodkarriere als Quoten-Deutscher zur Ruhe gesetzt hat. Unterbrochen werden Witwer und Tier von diversen Nebencharakteren, die nach und nach in die Handlung und sein Haus eintreten — alle jünger und alle ausnahmslos weiblich. Und hier beginnt das Problem für mich. Warum muss ein älterer Mann über einen älteren Mann schreiben, der mit einer deutlich jüngeren Journalistin anbandelt und zusätzlich ein gerade dem Teenageralter entwachsenes Mädchen auf Auslandsreise beherbergt bzw in sein Leben lässt. Dass die titelgebende Hündin, die angeblich einzige noch notwendige Beziehung, in Schongauers Leben, über weite Strecken nur als Tier bezeichnet wird, zeugt für mich ebenfalls vom mangelnden Verständnis, eine liebevolle Beziehung zu führen.










