
Wer sich auf eigenwillige Erzählungen einlassen möchte, wird hier durchaus fündig. Die Sammlung ist jedoch nicht durchgängig stark – einige Highlights lohnen sich, andere lassen eher kalt. Eine Lektüre für alle, die das Unfertige und Rätselhafte nicht scheuen.
📚 𝘛𝘳𝘰𝘵𝘻 𝘪𝘩𝘳𝘦𝘴 𝘨𝘦𝘮𝘦𝘪𝘯𝘴𝘢𝘮𝘦𝘯 𝘩𝘪𝘭𝘧𝘭𝘰𝘴𝘦𝘯 𝘒𝘶𝘮𝘮𝘦𝘳𝘴 𝘶𝘯𝘥 𝘵𝘳𝘰𝘵𝘻 𝘥𝘪𝘦𝘴𝘦𝘳 𝘨𝘢𝘯𝘻𝘦𝘯 𝘷𝘦𝘳𝘭𝘰𝘳𝘦𝘯𝘦𝘯 𝘶𝘯𝘥 𝘷𝘦𝘳𝘸𝘪𝘳𝘳𝘦𝘯𝘥𝘦𝘯 𝘑𝘢𝘩𝘳𝘦, 𝘥𝘪𝘦 𝘯𝘰𝘤𝘩 𝘷𝘰𝘳 𝘪𝘩𝘯𝘦𝘯 𝘭𝘢̈𝘨𝘦𝘯, 𝘴𝘦𝘪 𝘥𝘪𝘦 𝘌𝘳𝘥𝘦 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘸𝘦𝘯𝘪𝘨𝘦𝘳 𝘴𝘤𝘩𝘰̈𝘯. ⁽ᵁᴺᴮᴱᶻᴬᴴᴸᵀᴱ ᵂᴱᴿᴮᵁᴺᴳ ⁻ ᴿᴱᶻᴱᴺˢᴵᴼᴺˢᴱˣᴱᴹᴾᴸᴬᴿ⁾ 💭 Die Kurzgeschichtensammlung 𝘚𝘵𝘰𝘳𝘪𝘦𝘴 von Joy Williams hinterlässt bei mir ein gemischtes Gefühl – irgendwo zwischen Faszination, leiser Irritation und gelegentlicher Leere. Williams schreibt stilistisch und einige ihrer Geschichten habe eine besondere Tiefe. Dennoch: Nicht jede der Erzählungen konnte mich gleichermaßen überzeugen. Einige Geschichten wie „Rost“, „Lu-Lu“, „Die Mutterzelle“ oder „Kongress“ stechen deutlich heraus. Sie sind atmosphärisch dicht, sprachlich stark und inhaltlich so vielschichtig, aber auch interpretativ, dass sie lange nachwirken. In diesen Momenten zeigt sich die literarische Kraft von Williams' Erzählkunst. Andere Geschichten hingegen, wie „Im Zug“, „Barmherzigkeit“ oder „Der Geliebte“, blieben für mich eher blass und konnten emotional oder gedanklich nicht richtig andocken. Es fehlte hier oft an einem greifbaren Kern, der mich mitgezogen hätte. Manches wirkte skizzenhaft oder zu offen, ohne dass sich ein erzählerischer Sog entfaltet. Insgesamt bleibt 𝘚𝘵𝘰𝘳𝘪𝘦𝘴 eine Sammlung, die in ihrer Gesamtheit interessant, aber auch ungleich ist. Joy Williams beweist, dass sie das literarische Handwerk beherrscht. Doch bei einer Sammlung von 13 Geschichten sind es eben nicht alle, die bei mir haften bleiben. Wer sich auf eigenwillige Erzählungen einlassen möchte, wird hier durchaus fündig. Die Sammlung ist jedoch nicht durchgängig stark – einige Highlights lohnen sich, andere lassen eher kalt. Eine Lektüre für alle, die das Unfertige und Rätselhafte nicht scheuen. ⭐️⭐️⭐️☆☆




