Zuerst: Es ist das dritte Buch, das ich von Doron gelesen habe. Man merkt, dass ein anderer Übersetzer am Werk ist, aber da Mirjam Pressler verstorben ist, bringt es nichts, darüber zu meckern, zumal der neue Übersetzer durchaus seine Arbeit beherrscht. Dann; Triggerwarnungen: Das Buch enthält die Themen Krieg, PTBS, Shoah und Folter, Hospiz und Tod. Meine Meinung: Ich liebe Dorons Erzählstil mit Rückblicken in die Vergangenheit, doch dieses Buch war mir zu viel, weshalb ich nur vier Sterne geben kann. Die Rückblenden sind nicht chronologisch, was zwar realistisch ist, aber nicht gut für den Lesefluss. Das Motiv der Mutter kennt man aus anderen Geschichten von ihr, Yigals Geschichte ist auch nicht neu, aber sie berührt. Ich musste mir beim Lesen mehrmals die Tränen verkneifen. Besonders hat mir gefallen, dass das Buch zwar aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, die Hauptfigur aber jemand anders ist. Wie die Geschichte der beiden miteinander verwoben ist, fand ich beim Lesen sehr spannend, mitzuerleben. Die Analogien sind wie immer grandios, Dorons Sprache ist bildhaft ohne kitschig zu sein. Das Buch packt einen – wie jedes Buch von Doron – nicht gerade in Watte, ist aber aufgrund seiner Kürze durchaus zum Durchlesen geeignet. SPOILER-Warnung ab hier! Yigal hat den Glauben an den Staat Israel verloren, Lizzies Mutter hatte ihn nie. Am Ende stehen beide gewissermaßen auf derselben Seite. Die Parallelen zwischen beiden Geschichten und beiden psychischen Zuständen sind enorm und wichtig, um zu verstehen, worum es in dem Buch geht.
17. Feb.Feb 17, 2023
Was wäre wennby Lizzie Dorondtv Verlagsgesellschaft
