Dieses Buch hat sämtliche Euphorie verdient. Es ist in mehrfacher Hinsicht ein Zeitzeugnis und dann noch aus der fabelhaften Feder der Mascha Kaléko. 1956 ist sie nach Europa gereist und beschreibt sehr ehrlich und schonungslos, wie sie Nachkriegs-Deutschland erlebt, gefüttert mit vielen warmherzigen Erinnerungen. Grade Berlin geht ihr, biographisch bedingt, sehr nah, und mir als Wahlberlinerin natürlich auch. Auch wahnsinnig gut am Buch: Kaléko trifft Erich Kästner (der sehr gut wegkommt) und Erich Maria Remarque (der weniger gut wegkommt). Man lernt nebenher viel über das alte Verlagswesen, sowie über die Liebe und gute deutsche Hausmannskost. Sehr unterhaltsam, berührend, nachdenklich, ganz im Stile der großen Mascha Kaléko.
"Liebst du mich eigentlich?"by Mascha Kalékodtv Verlagsgesellschaft
