Neues Lieblingsbuch
Ein großartiges Buch mit Suchtfaktor. Die Schreibweise ist anders was man kennt und macht es dadurch so besonders. Das ganz eigene Miroloi.
Neues Lieblingsbuch
Ein großartiges Buch mit Suchtfaktor. Die Schreibweise ist anders was man kennt und macht es dadurch so besonders. Das ganz eigene Miroloi.
Ein kraftvolles und schmerzendes Buch
Ich fand das Buch wirklich sehr gut zu lesen, sehr kraftvoll und schmerzhaft zugleich. Viel Mitgefühl der Protagonistin sowie allen anderen Frauen in diesem Dorf. Kurze Momente an Schwesternschaft, die immer wieder von der Angst und Unwissenheit/Abhängigkeit unterbrochen wird. Aber zum Glück auch ein Aufschrei an Wut zum Schluss. Ich finde es empfehlenswert!

Wunderschöne Sprache, ganz besonders!
Es hat etwas gedauert, bis ich das Buch durch hatte. Ich habe jedes einzelne Wort genossen und die schöne Sprache auf mich wirken lassen. Eine schöne und zu gleich traurige Geschichte über ein Mädchen ohne Namen, die um Freiheit kämpft. Das Buch macht auch stellenweise sehr wütend und zeigt, dass nicht nur ein paar über ganze viele zu entscheiden haben. Absurde Gesetze gegen die Frauen, bösartige Männer in Freiheit und nur eine versucht sich zu befreien. Ein tolles Buch, das bestimmt lange im Gedächtnis bleibt. Und die schöne Schreibweise 😍 hab ich das schon erwähnt? 😁 Absolute Leseempfehlung 💯!
Sprachgewalt.
Zieht sich, aber war sehr gut!

Unerwartet wundervoll
Ich hatte an das Buch von Karen Köhler keinerlei Erwartungen und war nach den ersten 40 Seiten eher skeptisch. Der ungewohnte Erzählstil und das zunächst schwer greifbare Setting – eine abgeschottete Inselgesellschaft, in der Frauen kaum Rechte haben und strenge religiöse Regeln das Leben bestimmen – ließen mich vermuten, dass Miroloi eine mühsame Lektüre werden könnte. Doch bereits nach kurzer Zeit wurde meine Skepsis von Faszination abgelöst. Die namenlose Erzählerin, ein Findelkind, das langsam zu sich selbst findet und den Mut aufbringt, die Regeln ihrer Welt zu hinterfragen, hat mich tief berührt. Karen Köhler schafft es, die Enge und Härte dieser Gesellschaft eindringlich zu vermitteln und hat mich damit in den Bann dieser Geschichte gezogen. Aus meiner anfänglicher Skepsis wurde Begeisterung – für diese schreckliche, zugleich wunderschöne Insel und für die starke, mutige Protagonistin. Der poetische Stil hat mich gefesselt und am Ende habe ich das Buch in nur zwei Tagen verschlungen. Miroloi ist kein leichtes Buch, aber eines, das im Kopf bleibt – rau, zärtlich, wütend und von großer sprachlicher Kraft.
„Wie wir leben, entscheidet der Ältestenrat, das sind die dreizehn Ältestenmänner im Dorf, die noch richtig denken können.“
„Miroloi“ von Karen Köhler hat mich sehr beeindruckt und berührt. Langsam und detailreich entsteht eine glaubwürdige Lebensrealität: die Insel, ihre Landschaft, ihre Regeln, ihre Kultur und ihre Enge. Man wird Schritt für Schritt in diese Welt hineingezogen und spürt ihre Schönheit ebenso wie ihre Grausamkeit. Zwar erinnern Setting und Thema an andere Romane über abgeschottete Gesellschaften und Unterdrückung, doch die besondere Sprache und die eigenwillige Kultur wirken erfrischend anders und verleihen der Geschichte eine eigene Stimme. Die scheinbar naive, ruhige Sprache ist zugleich oft erschreckend brutal. So werden Misogynie, strukturelle Unterdrückung und Ausgrenzung eindringlich und aktuell dargestellt – teils so schockierend, dass man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Auch die Figuren sind sehr gelungen. Mit der Protagonistin, Mariah, Sofia und den anderen fühlt und leidet man mit, hofft mit ihnen und sie wachsen einem schnell ans Herz. Ein eindringlicher, kluger und literarisch starker Roman. Klare Empfehlung.
Sprachgewaltig, ungewöhnlich und beeindruckend
Miroloi ist mehr oder weniger eine Dystopie, aber ganz sicher keine gewöhnliche. Im Mittelpunkt steht ein namenloses Mädchen, das als Findelkind in einem abgeschotteten Inselstaat mit extrem strengen, patriarchalen Strukturen aufwächst. Frauen dürfen nicht lesen, haben keine politische Stimme, keinen Einfluss auf das öffentliche Leben, alles ist durch harte Regeln und Traditionen festgelegt. Das Buch erzählt, wie das Mädchen in diesem System groß wird, es hinterfragt und sich dagegen auflehnt. Das absolut Herausragende an Miroloi ist definitiv die Sprache. Karen Köhler hat hier ein unglaublich sprachgewaltiges Werk geschaffen. Die Art, wie das namenlose Mädchen heimlich lesen lernt, wie Sprache für sie zu Freiheit, Widerstand und Identität wird, ist einfach großartig. Auch formal ist das Buch etwas Besonderes: der Aufbau der Kapitel, die Wortwahl, der Rhythmus der Sätze, all das zeigt, wie bewusst und kreativ mit der deutschen Sprache gearbeitet wird. Man merkt auf jeder Seite, wie viel Bedeutung Sprache in dieser Geschichte hat. Miroloi ist kein leichtes Buch, aber ein extrem lohnendes. Es fordert, es berührt und es bleibt im Kopf. Für mich ein ganz besonderes Leseerlebnis und ein Buch, das sich deutlich abhebt.
Nach fast einem Jahr voller Fantasie- und Liebesromanen hab ich jetzt doch mal was fürs Gehirn gebraucht. Miroloi ist zwar ein zeitgenössischer Roman, hat mich aber vom Aufbau dann doch wieder an ein Fantasy Roman erinnert. Der Roman ist ein sprachliches Meisterwerk, ich habe es sehr genossen und werde dieses Jahr auch mal wieder mehr zeitgenössische Romane lesen.
Starkes Buch mit starken Persönlichkeiten
Miroloi von Karen Köhler ist ein eindringlicher, poetischer Roman über Unterdrückung, Selbstermächtigung und Freiheit. In einer streng patriarchalen Inselgesellschaft erzählt eine namenlose Frau von ihrem Aufwachsen und ihrem stillen Widerstand gegen festgefügte Regeln.
wollte es anfangs abbrechen aber ahhhh was für ein buch!! 12/10
Ich kann mich der Begeisterung so vieler leider nicht anschließen
Ich verstehe, warum es so viele begeisterte Stimmen zu diesem Buch gibt. Das zentrale Thema Selbstbestimmung und die weibliche Wut, die auf massiver Unterdrückung basiert ist sehr gut in einer ergreifenden Geschichte umgesetzt. Ich kann aber mit dem Schreibstil selbst einfach nicht warm werden. Dadurch verpufft viel vom Inhalt für mich. Auch das Ende konnte mich nicht überzeugen.
Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes.

Ein Dorf eine Insel eine ganze Welt der Ronan katapultiert einen in das Leben einer jungen Frau die sich auflehnt gegen die Strukturen ihrer Gesellschaft.
Eine gutes Buch gut und kurzweilig geschrieben.
Eine Insel und eine seltsame Gesellschaft Die Ich-Erzählerin, wird im Dorf beschimpft, drangsaliert und ausgeschlossen. Sie wurde in einer Bananenkiste ausgesetzt und keiner kennt ihre Eltern. Sie wurde vom Bethaus - Vater aufgenommen und aufgezogen, auch beschützt. Maria die im Bethaus lange den Haushalt gemacht und sich um das Mädchen gekümmert und wurde eine enge Bezugsperson. Das Mädchen hinkt, da sie einmal versucht hat zu fliehen. Ihre Strafe war es am Pfahl zu stehen, allen Leuten ausgeliefert. Bei der Strafe würde auch beim verletzt. Das Mädchen hat keinen Namen, keine Familie, kein Namen. Frauen dürfen nicht lesen und schreiben lernen, müssen aber alles machen. Die Männer versorgen, die Feldarbeit machen usw. usw. Ehen werden arrangiert. Wie zu erwarten gibt es Ehen die gut laufen, aber auch brutale und schlagende Männer. Niemand kann von der Insel. Es kommt regelmäßig ein Schiff, ein Händler bringt Waren von "drüben". Es gibt große Diskussionen zum Thema Strom und sogar Feuerzeugen. Es gibt eine Siedelei, dort werden die Söhne hingebracht, die Drittgeborenen. Das Mädchen ist auf dem Weg dort hin und wird von Yael gesehen. Sie verliebt sich und bekommt eine Nachricht von ihm. Sie treffen sich regelmäßig und haben Sex. Ihr Zieh-Vater bringt ihr heimlich lesen bei uns sie darf in einem alten Lexikon lernen. Das Mädchen schließt noch weitere Kontakte im Dorf und wird sogar zum monatlichen Brotbacken eingeladen. Sie reden miteinander, aus einer Naivität heraus stellt sie "Warum-Fragen" und scheint damit etwas wachzurütteln. Bei der nächsten Versammlung lehnen sich die Frauen auf. Der Bethaus-Vater stirbt überraschend und mit seinem Nachfolger kommen neue Regeln. Die Frauen sollen ihre Haare und Münder bedecken. Sie dürfen sobald es dunkel ist, nicht mehr draußen sein. Alkohol wird verboten, somit sind die Männer auch unzufriedener. Das Mädchen ist von Yael schwanger. Sie möchte jetzt nur noch fliehen... Ein aufwühlendes Buch und leider Recht aktuell. Da Frauenrechte weiterhin bzw. wieder beschnitten werden und zwar von Männern. Die Entwicklung des Mädchens wird sehr gut dargestellt, es passiert langsam, aber stetig. Sie wird dadurch mutiger und hat mehr Unterstützer, als sie denkt.

Dieses Buch stand schon länger auf meiner Wunschliste und es hat mich nicht enttäuscht. Auch wenn man am Anfang vielleicht etwas braucht, um sich einzulesen, da die Sprache und Art des Erzählens eine besondere ist - spätestens nach dem ersten Drittel zieht einen das Buch in seinen Bann. Und man durchlebt mit der Protagonistin eine wichtige Entwicklung: von einer namenlosen Figur hin zu einer wissbegierigen und kritisch hinterfragenden jungen Frau, die sogar das Glück der Liebe erfahren darf. Es wäre schön, wenn es mehr Menschen mit solchen Mut geben würde...
Mir fehlen noch die Worte für dieses Buch. So hat mich ein Buch schon lange nicht mehr mitgenommen. Ich habe geschmunzelt, geweint und hatte einfach nur Gänsehaut. Die Geschichte über ein Mädchen bzw. jungen Frau, die in einer von Männern und Religion dominierten Gemeinschaft aufwächst. Durch das Lesen- und Schreibenlernen öffnet sich ihr ein Türspalt, der sich nicht mehr schließen lässt und eine unbändige Neugier entfesselt. Das Setting ist bewusst zeit-und ortlos und könnte dadurch überall sein. Diese Geschichte ist roh und schonungslos, ehrlich, zärtlich und liebevoll. Sie erzählt von so vielen Gegensätzen: Einsamkeit und Gemeinschaft, Feindseligkeit und Freundschaft, Neugier und Resignation. Sprachlich so voller Wucht. Die Entwicklung von Naivität zu einer unbändigen Wut ist so mitreißend. Ich musste erst reinkommen aber bin so froh, dass ich dran geblieben bin. Ein Leseerlebnis, das ich nicht missen möchte.
Die Protagonistin kämpft für ihre Würde und Freiheit auf einer abgelegenen Mittelmeerinsel, wo man ihr nichtmal einen Namen gestattet. Ein wunderbar schönes, wunderbar trauriges Buch. In einer liebevollen, poetischen, mal alltäglich-gewöhnlichen, mal außerirdisch-gewaltigen Sprache.
Ich brauchte ein bisschen Zeit um reinzukommen, aber dann hat es mir seeeehr gut gefallen. Diese seltsame Welt durch die Augen der wunderlichen Protagonistin zu erleben, ist was ganz besonderes. Roh, nah an einem Leben, das ganz anders ist, als wir es kennen und trotzdem nicht so fern, wie wir vielleicht meinen.
Dieses Buch hat mich absolut überrascht! Es gibt ja einige Bücher über Frauen, die nicht so recht in die Gesellschaft passen, aber dieses ist etwas Besonderes. Wir lernen ein Mädchen ohne Namen kennen, was auf einer abgeschotteten Insel beim Betvater lebt. Sie bekam nie einen Namen, weil man nicht weiß, wer ihre Eltern sind. Deswegen darf sie auch keinen Besitz haben und eine Familie gründen. Doch als sie heimlich lesen lernt, kommt der Stein ins Rollen. Sie beginnt die Gesellschaft, in der sie lebt, zu hinterfragen und reift zur Frau, die die Insel für ein besseres Leben verlassen möchte. In diesem Buch geht es um so viele Dinge: die Macht über Bildung, den Missbrauch von Religion, die Unterdrückung der Frau, Gewalt an Frauen, Ausgrenzung von Andersartigkeit… an so vielen Stellen wird man wütend, was auf dieser Insel vor sich geht. Aber so weit weg von der Realität in unserer Welt ist es nicht und umso dankbarer bin ich, in einem Land zu leben, wo man nicht aufgrund seines Geschlechts von der schulischen Bildung ausgeschlossen wird. Besonders an diesem Buch ist auch der Schreibstil. Ich finde, durch das Hörbuch kommt er gut zu Geltung. Ich kann das Buch sehr empfehlen!
Eine starke Protagonistin, die sich gegen das System auflehnt. Ich habe das Buch sehr gern gelesen.
Ein namenloses Mädchen, ein Findelkind, wächst in einem abgeschotteten Dorf auf einer Insel auf. Dieses Dorf lebt isoliert von der Außenwelt und folgt einem Lebensstandard, den wir so heute nicht mehr kennen. Die Männer haben viele Rechte, die Frauen hingegen kaum welche: Sie dürfen weder lesen noch schreiben, ihre Aufgaben beschränken sich auf Nähen, Ernten, Kochen und die Versorgung von Mann und Kind(ern). Strafen für Männer sind selten, egal, ob sie vergewaltigen oder sonstige Gewalt gegenüber Frauen ausüben. Das Dorf richtet sich nach seiner Religion, und alles, was in der Khorabel steht, wird befolgt. Das namenlose Mädchen wächst beim Betvater auf. Da es keinen Namen hat, darf es nichts besitzen und hat noch weniger Rechte als die anderen Frauen im Dorf. Die DorfbewohnerInnen ächten sie, weil niemand weiß, woher sie kommt. Der Betvater nimmt eine ambivalente Rolle ein. Einerseits ist er den Gesetzen und Traditionen verpflichtet, andererseits ist er wie ein Vater für sein „Findling“. Er bringt dem Mädchen Dinge bei, die es eigentlich nicht wissen darf und schenkt ihr Gegenstände, obwohl sie nichts besitzen darf. Im Laufe der Geschichte setzt sich das Mädchen von den anderen Frauen ab, hinterfragt die Regeln und rebelliert gegen sie. Der Roman zeigt, wie eine Frau aus einem unterdrückenden System ausbricht und für ihre Rechte einsteht. Ich muss sagen, dass ich zu Beginn Sorgen hatte, weil ich nicht damit gerechnet hatte, dass das Buch so stark religiös geprägt ist. Doch schnell wurde mir klar, dass Miroloi viel mehr ist. Nämlich ein kraftvoller Roman über Unterdrückung, Frauenrechte und Feminismus. Die Protagonistin ist stark und selbstbewusst, sie hinterfragt das System und zeigt, wie wichtig es ist, die eigenen Rechte einzufordern und gesellschaftliche Strukturen kritisch zu betrachten.
Was für ein mitreißendes Buch.... Unbedingte Leseempfehlung.
Was für ein kraftvolles Buch, in dem eine Frau um Selbstbestimmung kämpft. Zu Beginn kam ich überhaupt nicht ins Buch, alles wirkte so „kryptisch“. Aber ab Seite 50 ca konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen.
Für mich gehört dieses Buch in mein Schmuckkästchen, fein behütet und für besondere Momente. Es geht um ein Findelmädchen auf einer Insel , die von einem patriarchalen Ältestenrat beherrscht wird. Es geht um Erwachsenwerden, die Finesse Regeln zu umgehen, um Verliebt sein, und vor allem um Freiheit. Ganz besonders verzaubert hat mich die Sprachgewalt und das Tempo des Erzählens. Ein außergewöhnliches Buch mit einer ganz feinen Sprache! Absolute Empfehlung:)
Einer meiner Lieblinge des Jahres
Mit Miroloi hat Karen Köhler so ein kraftvolles Buch geschrieben! Die Protagonistin wächst in einem alten Dorf, gewissermaßen in einer Enklave, auf, wo die Zeit still zu stehen scheint. Die Geschlechterrollen sowie die gesellschaftlichen Normen sind in Stein gemeißelt, alles läuft nach dem wiederkehrenden Muster der letzten Jahrzehnte ab. Das Mädchen, als Waisenkind beim Gläubigen der Gemeinde aufgewachsen und gemeinhin gemieden und diskriminiert, beißt sich in dieser Gemeinschaft durch und wächst so sehr über sich hinaus. Richtig bewundernswert. Dabei erhält sie Unterstützung von einzelnen Menschen (überwiegend Frauen) der Gemeinschaft und schließt tiefgehende Verbindungen. Ein Roman über Diskriminierung, Stärke, Willenskraft, Emanzipation und Selbstwirksamkeit. Ich bin sehr berührt und total begeistert von diesem tollen Werk. Eins meiner Lieblinge des Jahres!

Habe das Buch innerhalb eines Tages verschlungen. Wurde ab der ersten Seite reingezogene in die Geschichte von Karen Köhler. Ihre Worte haben es geschafft, das geschriebene zu fühlen und zu durchleben als wäre man selber Protagonistin in dem Buch. Man fiebert mit Alina mit und möchte sich mit jeder Seite so sehr gegen das Dorf und seine Gesetze auflehnen. Eins der besten Bücher die ich je gelesen habe !
Das Buch ist auf jeden Fall sprachlich besonders. Es geht um die Unterdrückung der Frauen und tiefe Religiosität.
An sich eine sehr gute Geschichte. Und auch wenn der Schreibstil sehr ungewöhnlich war, passte er doch extrem gut zur Story. Für mich fehlte es aber etwas an Tiefgang und plätscherte lange Zeit dahin.
Ich habe das Hörbuch gehört, das von der Autorin selbst gesprochen wird und kann dies nur empfehlen. Auch inhaltlich und vor allem sprachlich konnte mich die Geschichte überzeugen. Das "Schöne Dorf ", welches mit seinen Bewohnern in tiefster Tradition gefangen ist und es keinen Wunsch nach Fortschritt oder Ausbruch gibt bzw. dieser durch Androhung von Strafen im Keim erstickt wird, ist das Zentrum der Handlung. Niemand hat die Insel je verlassen und es gibt kaum Kontakt zur Außenwelt. Dadurch wird ein Mikrokosmos gezeichnet, der das gesellschaftliche Zusammenleben mit starren Gesetzen und in Isolation abbildet. Das kommt den machthabenden Männern zu Gute. Der Wunsch nach Fortschritt wird unmittelbar unterbunden, weil das fragile gesellschaftliche Gefüge dadurch bröckeln und einstürzen könnte. Und sei es nur eine Waschmaschine, die den Frauen verweigert wird. Das Mädchen ohne Namen, eine Außenseiterin, sucht ihren Platz in der Gemeinschaft. Sie hat bei den meisten Bewohnern einen schweren Stand und wird bestenfalls geduldet. Nur sehr wenige Menschen stehen ihr zur Seite. Sie ist sehr naiv, was aufgrund ihrer mangelnden Bildung jedoch gut nachvollziehbar ist. Sie ist aber dennoch sehr neugierig und wissbebierig. So entwickelt sie sich auch im Laufe der Zeit. Die Geschichte ist in weiten Teilen sehr deprimierend. Nur an wenigen Stellen keimt etwas Hoffnung und Zuversicht auf. Diese Lichtblicke geben auch dem Mädchen Kraft sich nicht aufzugeben und trotz ihres Schicksals ihr Leben zu leben. Die Sprache in diesem Buch ist ganz besonders. Das Mädchen erzählt die Geschichte mit ihren Worten und Gedanken. Für Dinge, die sie nicht benennen kann, denkt sie sich eigene Wörter aus. Somit ist die Geschichte gespickt von Wortneuschöpfungen. Mir hat die Sprache in ihrer Besonderheit sehr gefallen und ich empfand es weder als nervig noch als kitschig. Ich kann das Buch auf jeden Fall sowohl jugendlichen Lesern als auch Erwachsenen weiterempfehlen. Für mich war es ein Jahreshighlight.
Der Versuch mittels Lesen und Selbstbestimmung aus einer rückwärtsgerichteten, männerdominierten Parallelwelt auszubrechen, guter Plot…
Fühlte sich wie eine emanzipiertere, weitergedachte Form von „Die Farbe von Milch“ an. Dementsprechend fand ich das Buch sehr gut und es gibt schöne lyrische Eigenheiten. Im positiven Sinn entwickelt Köhler ihre Charaktere durchaus etwas stereotyp bzw. stilisiert, das hat die Geschichte beim Lesen auf eine symbolhafte, allegorische Ebene gehoben. „Zikaden zersägen alle weiteren Gedanken. Du willst etwas fassen, aber sie sägen dir alles zu Brei. Das ist der Gesang des Sommers.“
Meinen ersten Buddyread überhaupt hatte ich im Januar mit der lieben Elvira und nun endlich habe ich geschafft es zu rezensieren. Über den Titel „Miroloi“ bin ich zunächst gestolpert und habe erst nach meiner Lektüre nachgeschaut, was er eigentlich bedeutet: Ein von Frauen gesungenes und gedichtetes Klagelied für einen Verstorbenen (was vor allem in der griechisch-orthodoxen Kirche gesungen wird). Ein Miroloi, ein Totenlied, singt die Protagonistin in diesem Buch in 128 Strophen, vielleicht für sich selbst oder vielleicht doch auch für ihr nächstes Leben, dass für sie hoffentlich lebenswerter wird als das Gegenwärtige. Denn diese Geschichte fängt ausgesprochen düster an. Die (vorerst namenlose) Protagonistin wird als Baby mitten im Regen in einem Karton vor die Tür eines Priesters gelegt. Kein Mensch weiß, wo sie herkommt oder wer ihre Eltern sind und sie ist von Anfang an ein Nichts, daher bekommt sie auch keinen Namen - höchstens Schimpfnamen wie Eselshure oder Nachgeburt der Hölle. Die Dorfbewohner, in dem Dorf wo sie wohnt sind fest überzeugt: Sie wird Unglück bringen. Das kleine Mädchen wächst dann bei diesem Priester auf, der sie liebevoll wie eine Tochter erzieht, aber alles daran setzt, dass die Dorfbewohner die Nähe, die zwischen ihm und dem Mädchen herrscht, nicht mitkriegen. Das könnte sowohl ihm, als auch ihr schaden, denn schließlich bringt er ihr auch das Lesen und Schreiben bei, was für Frauen in diesem Dorf strengstens verboten ist. Das Dorf heißt zwar „Schönes Dorf“ - aber nichts ist schön in diesem Dorf, wenn man mal von der traumhaften Lage absieht auf einer einsamen Insel, irgendwo im Mittelmeer, angeschnitten von der Zivilisation. Kein Strom, kein fließend Wasser, kein Radio, kein Fernsehen - ziemlich weit weg von unserer eigenen Realität. Die Männer haben das Sagen, die Frauen fügen sich. Ein Ältestenrat bestimmt alle Angelegenheiten der Menschen und wer dagegen verstößt oder sich ihnen widersetzt, wird an einen Pfahl gebunden auf dem Dorfplatz. Einmal hat sich das Mädchen einem Jungen widersetzt, der sie sexuell belästigt hat und hat ihn geohrfeigt - zur Strafe wurde sie einen ganzen Tag und eine Nacht an diesen Pfahl gebunden. Danach, auch das gehört zur Strafe, wird ihr mit einem dicken Olivenast das Bein zertrümmert. Fortan hinkt sie - eine von vielen körperlichen und seelischen Narben, die das Leben in der barbarischen Dorfgemeinschaft bei ihr hinterlassen wird. Dieses Mädchen wird irgendwann Alina heißen, ein Name, den ihr ein junger Priester gibt. Die beiden verlieben sich ineinander, was natürlich keiner erfahren darf. Und dass das nicht gut ausgehen kann, wird schnell klar. Das war die Stelle, an der ich überlegt habe, das Buch abzubrechen, da ich mich der Brutalität der Vorkommnisse ausgeliefert gefühlt habe. Aber meine liebe Buddyreadpartnerin Elvira war schon weiter als ich und hat mich motiviert, es doch zu tun (allein deswegen sind Buddyreads Gold wert!). Ich hatte so viel Mitgefühl für Alina und Bewunderung für das, was sie alles erreicht hatte und wie sich den Gepflogenheiten widersetzt hat, dass ich einfach nicht wollte, dass ihr noch etwas schlimmes zustößt. Was sie alles hingenommen hat, war schier unglaublich - ich habe fast schon mitgelitten. Und es wäre sowas von schade gewesen, hätte ich es an dieser Stelle abgebrochen, denn es lohnt sich das ganze Buch von der ersten bis zur letzten Seite zu lesen. Vor allem das Ende lohnt sich, trotz aller Grausamkeit und Düsternis. Ein Buch, das von Mut erzählt, mit dem eine Frau es schafft, ihre Ängste zu überwinden. Sie findet Hoffnung, trotz all der Zweifel, die ihr innewohnen. Karen Köhler erzählt von den wertvollen Menschen im Leben, die sich um uns sorgen, sich kümmern - einfach für uns da sind. Und sie erzählt auch von Menschen, die sich gegen das Unrecht stellen und damit andere beschützen. Ein paar Menschen gibt es in „Miroloi“, die sich auflehnen gegen diese herrische, barbarische Dorfgemeinschaft, Menschen die dem Mädchen Alina helfen. Wie zum Beispiel der Müller, der in kurzen Passagen auftaucht, die mir unglaublich viel Trost und Hoffnung für Alina gegeben haben, denn wenn alle Stricke reißen, kann sie auf den Müller zählen. Wir alle brauchen einen Menschen wie den Müller in unserem Leben. „Miroloi“ ist keine leichte Lektüre, aufgrund all der Düsternis, die das Buch bereithält, aber ich habe es für die hellen Momente gelesen, den immer wieder aufblitzenden Lichtern in all der Finsternis. Ich brauchte zunächst etwas, um mich an den Ton des Buches und Karen Köhlers Erzählstimme zu gewöhnen, aber als ich den roten Faden erstmal gefunden hatte, habe ich ihn nicht mehr losgelassen und (bis auf meinen Mitgefühl-Fast-Abbruch). Karen Köhler hat eine ganz besondere Art und Weise mit Sprache umzugehen. Ich habe selten ein Buch gelesen mit so vielen mir unbekannten Begriffen (die ich sogar nachschlagen musste). Sie führt uns anhand einer naiven 16Jährigen in ebensolcher naiven Sprache durch den Text. Sie nennt zum Beispiel den Priester, der sie gefunden hat, ihren „Finder“ - was für ein schöner Ausdruck! Auf eine smarte Weise (durch Sprache in z.B. einem Kapitel, das nur aus einzelnen Worten besteht) ordnet sie das zeitliche Geschehen ein, ohne konkret zu werden. Sie trifft mit „Miroloi“ den Nerv unserer Zeit, indem sie viele Probleme, wie Feminismus, Patriarchat, Ausgrenzung, Religion, Glaube oder Revolution anspricht und sie auf diese Insel verfrachtet, eine abgeschiedene Welt für sich mit ihren eigenen Regeln. Karen Köhler hat mit „Miroloi“ ein literarisches Puzzle erschaffen, dass sich - Teil für Teil - in unseren Köpfen zu einem Gesamtbild zusammensetzt. Wir erfahren nicht, wo und wann die Geschichte spielt, aber es gibt zahlreiche Indizien. „Das Dorf ist ein Ort, der nur in der Literatur existiert und dennoch allgegenwärtig ist.“ Ich habe zahlreiche Verrisse des Buches gelesen (viele von Männern) und kann keinen einzigen davon nachvollziehen. Lest es, denn ich würde mich über Eure Gedanken dazu und einen Austausch sehr freuen!
Highlight
Ich muss noch etwas verarbeiten, bevor ich weiter ausführe. Aber ganz klare Lese- und Hörbuch Empfehlung!!!
Tw: assault, sexual assault, (attempted) rape, death of an animal, torture In den letzten Jahren wurden meine Ausflüge in die deutschsprachige Literatur immer seltener. Die Bücher, die ich lese, waren immer sperrig, so intelligent und wortgewandt, sodass ich vieles davon einfach nicht verstand oder nachvollziehen konnte, so voller zitierbarer Stellen aber ohne Handlung. Viele Bücher haben mich gelangweilt, und noch mehr war einfach so weiß, männlich und naja, auch hetero. Es gab für mich keine Diversität, sondern immer nur die gleiche Story im gleichen Gewändern. Irgendwann reicht es mir auch mit den Pärchen, die warum auch immer, eine Scheidung wollen oder mit den Männern, die doch so nett sind, weil sie eine Frau in ihre Reihen aufnehmen. Ich hatte das Gefühl, dass im Literaturbetrieb alles gleich ist. Und ein bisschen lässt mich dieses Gefühl auch nicht los. Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich zumeist nur die Bestsellerlisten durchgegangen bin. Selten habe ich mich aktiv hingesetzt und nach mehr gesucht. Mein Fehler! In diesem Jahr wollte ich mich aber wieder in die Gefilde warten. Was ist da auch besser als die Longlist des deutschen Buchpreises? Auf der Liste gab es einige Bücher, die mir zumindest von der Synopsis her lesenswert erscheinen und Miroloi von Karen Köhler sprang mir nicht nur wegen dem schönen und simplen Cover direkt ins Auge. Auf einer Insel in einem Meer herrscht ein strenges Patriarchat. Die Männer bestimmen das Leben der Frauen, sie haben Regeln festgelegt, sie verwehren ihnen das Lesen und schreiben, auf der Insel gibt es keinen Strom und die Menschen leben dort wie vor Hunderten von Jahren. Die anfangs noch namenlose Protagonistin nimmt uns mit in das Dorf und erzählt uns in kleinen Abschnitten ihre Alltäglichkeit. Sie hat es noch schwerer als die anderen Frauen im Dorf weil sie ein Findelkind ist, aufgewachsen ohne Mutter, ohne Familie und ohne Namen. Andersartig ist sie und diese Andersartigkeit wird von den Bewohnern des Dorfes mit verbalen und physischen Angriffen gestraft. Nur der Bethausvater und eine alte Frau im Dorf schützen sie. Von ihnen lernt sie das Lesen, das Schreiben und die Eigenständigkeit. Die namenlose Protagonistin widersetzt sich oft und als sie sich schließlich verliebt, obwohl sie das nicht darf, stellt sie noch viel mehr von den Regeln in Frage als ohnehin schon. Ein Vergleich mit [b:The Handmaid's Tale|38447|The Handmaid's Tale|Margaret Atwood|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1546031886l/38447._SY75_.jpg|1119185] lässt sich nicht vermeiden, wie ich finde. Spätestens seit der Serie wurde ja ein richtiger Hype um "Feminist Fiction" ausgelöst. Seit dem habe ich schon einige Favoriten kennengelernt, wie zum Beispiel [b:The Power|29751398|The Power|Naomi Alderman|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1462814013l/29751398._SY75_.jpg|50108451] von [a:Naomi Alderman|118226|Naomi Alderman|https://images.gr-assets.com/authors/1272068831p2/118226.jpg] oder [b:Red Clocks|40881738|Red Clocks|Leni Zumas|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1532092617l/40881738._SY75_.jpg|56404277] von [a:Leni Zumas|803005|Leni Zumas|https://images.gr-assets.com/authors/1502684088p2/803005.jpg]. Manchmal werden diese Bücher auch zum Desaster ([b:Vox|37796866|Vox|Christina Dalcher|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1521051148l/37796866._SY75_.jpg|59461956] von d[a:Christina Dalcher|17319381|Christina Dalcher|https://images.gr-assets.com/authors/1564491265p2/17319381.jpg]) oder waren in einem anderen Medium besser aufgehoben, wie [b:The Water Cure|39335566|The Water Cure|Sophie Mackintosh|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1521604165l/39335566._SY75_.jpg|56832986] von [a:Sophie Mackintosh|6152025|Sophie Mackintosh|https://images.gr-assets.com/authors/1536937022p2/6152025.jpg], dass sich eher wie das Drehbuch eines sehr visuellen Films las. Insbesondere zum letzteren kann ich eine Bogen spannen, nicht nur das Setting und die Grundgeschichte sind vergleichbar, auch die Geschichte konnte ich mir als Film oder Theaterstück viel besser vorstellen. Im Buch fehlte mir einfach etwas und ich musste es beiseite legen weil mich nichts zum Lesen ansporrnte. Pluspunkte gibt es daher auch für das Hörbuch, gelesen von der Autorin selber. Ihre Erzählstimme ist wunderbar und man merkt, dass Karen Köhler ursprünglich aus dem Schauspiel kommt. Das Buch hätte ich nicht beendet, hätte ich ihre angenehme Stimme nicht im Ohr gehabt. Ich persönlich fand das Buch aber nicht besonders spannend, neuartig oder oh so feministisch. Nach dem Lesen des Klappentextes und vieler Rezensionen habe ich mir einfach mehr erhofft und vielleicht war das mein Fehler. Vielleicht gibt es nur so viele Geschichten, die man in diesem Genre erzählen kann und ich habe sie alle gelesen. Vielleicht kann ich mit eindrucksvoller und manchmal kindlicher Sprache nichts anfangen. Vielleicht sollte ich mich auf “einfache” Unterhaltungsliteratur beschränken. Ein Urteil, ob dieses Buch einen Platz auf der Longlist verdient hat, mag ich mir gar nicht bilden. Sprachlich gesehen und die Geschichte im Vergleich mit anderen Romanen dieser Art aus dem deutschsprachigen Bereich - Warum nicht! Ich habe Karen Köhler mit dem Buch hier kennen gelernt und würde gerne bald noch etwas von ihr lesen. Für mich persönlich ging der Kern der Geschichte am Ziel vorbei. Es war nichts neues, nichts spannendes, nichts, was ich weiter empfehlen könnte. Leser, die bisher noch selten oder keine Bücher aus diesem Genre gelesen haben, könnten einiges aus dem Roman ziehen, denke ich. Auch bei junge Menschen, die sich vielleicht noch selten über Feminismus sowie der Beziehung Mann/Frau in der Gesellschaft gemacht haben, kann dieser Roman die ersten Tore zu einer konstruktiven Diskussion öffnen. Aber mir persönlich hat das Buch nichts gebracht. Ich werde es vergessen und nicht mehr lange über die Handlung nachdenken.
Was für ein Buch!
Miroloi ist ein ganz besonderes Buch und tendenziell schwere Kost, wenn man sich darauf einlässt. Es erzählt die außergewöhnliche Geschichte einer außergewöhnlichen Protagonistin aus ihrer Sicht und in ihrer Sprache. Ich musste mich etwas an den Stil gewöhnen, der wie alles an diesem Buch außergewöhnlich ist. Ich habe gelacht und geweint, war schockiert und angeekelt und letztendlich aber vor allem eins: tief berührt.
Als würde ich noch mehr Gründe brauchen, Männer zu hassen. Innovativ, aufrüttelnd, erschreckend.
Die Autorin hat eine Welt erschaffen, die sich auf eine einzige Insel bezieht. Man weiß nicht, wo sie liegt. Aber man weiß durch Händler, dass es außerhalb der Insel fortschrittlicher und moderner zugeht. Die Erschaffung dieser Welt wirkte auf mich sehr abstrus. Die Autorin hat sich an (uns in der Realität bekannten) verschiedenen (teils vergangenen) Gesellschaften, Kulturen und Subkulturen bedient, um ihre eigene Welt zu schaffen. Es entstand ein strenges Patriarchat, das von allen hingenommen wird. Alles wird vorgegeben, freie Entscheidungen gibt es nicht, Unterdrückung ist an der Tagesordnung. Es gibt auch keine Anflüge von Feminismus oder Emanzipation. Es gibt eine Religion, die ein Mix aus unseren Weltreligionen und einigen Sekten zu sein scheint. Usw. Im Prinzip eine gute Idee. Aber die Welt wird gefühlt nur anhand von Aufzählungen und Aneinanderreihungen beschrieben. Wie eine betriebliche Anleitung, weniger wie eine Geschichte, die erzählt wird. Es wirkte alles zu konstruiert, die Leichtigkeit hat mir gefehlt. Dadurch konnte ich keine Beziehung zu der Protagonistin oder anderen Figuren aufbauen. Der Schreibstil wirkte auf mich teilweise zu plump, zu salopp, oder auch zu gewollt in Bezug auf Unschuld und Naivität. Und es war mir zu gegensätzlich: Manchmal war es kindlich naiv und dann wieder rotzig vulgär. Passte im Verhältnis nicht zueinander. Schlichtweg mochte ich den Ausdruck nicht. Zudem wurde etliches wiederholt. Vieles hat für mich nicht funktioniert oder war unlogisch. Das war einfach nicht mein Buch.
Ich würde 10 Sterne geben, wenn ich könnte. Tief bewegend und mit einzigartiger Sprache erzählt Köhler eine Geschichte von einem Mädchen, von einem Dorf. Mich hat das Buch tief bewegt.

>Ich lese beim lesen. < Genau dies schafft Karen Köhler. Ein Sog in die Geschichte, ein Gefühl von Teilhabe und Mitgefühl. Ein anderes Buch über Ausgrenzung, Willensstärke und weibliche Kraft. Dieses Buch leuchtet.
"Im schönen Dorf haben Männer das Sagen, dürfen Frauen nicht lesen, lasten Tradition und heilige Gesetze auf allem. Was passiert an einem solchen Ort, wenn sich eine Außenseiterin gegen alle Regeln stellt? Wenn sie heimlich lesen lernt, den Konjunktiv versteht, Freundschaften und Allianzen schließt, sich verliebt und endlich, endlich einen Namen bekommt?" - Dieses Buch ist voller Empathie, auch wenn diese im schönen Dorf häufig vergeblich gesucht wird. Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet, sodass eine Verbindung mit ihnen absolut möglich wird. "Das schöne Dorf" ist "nur" ein Fantasiegebilde und doch hat es es vermutlich jeder von uns schon einmal besucht, oder lebt -leider- mittendrin. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, weil es sich unterscheidet, in Erzählstruktur, Geschwindigkeit und Wortwärme. Es wird aufgenommen in die Riege meiner Lieblingsbücher. Wer sich zu Anfang an den etwas -zunächst- außergewöhnlichen Schreibstil gewöhnen kann, wird in jedem Fall mit einer herausragenden Geschichte belohnt werden. "Mein Miroloi muss ich mir selber singen damit kann ich nicht warten, bis ich gestorben bin, sonst wird es mich nicht gegeben haben.”
Das Buch wurde mir von vielen Seiten empfohlen, aber ich musste mich durchkämpfen. Die Geschichte an sich über ein abgeschiedenes Dorf, die patriarchalische Kultur und die Entwicklung der Protagonistin sind interessant. Allerdings konnte ich keine Beziehung zu den Charakteren herstellen. An vielen Stellen ist mir die Geschichte zu langatmig. Im letzten Drittel gewinnt das Buch etwas an Dynamik.
Zäher Einstieg, imposantes Ende
Ich muss zugeben, dass ich bis zur Hälfte des Buches zwar die Geschichte durchaus interessant fand, mir aber eine größere Spannungskurve gewünscht habe. Es war wichtig, in alle Informationen und Gegebenheiten der Gesellschaft, des schönen Dorfes, eingeführt zu werden, aber für mich war es etwas zu langatmig. Der empowernde Moment hätte für mich aber noch etwas stärker ausfallen dürfen, die Frauen waren für mich noch viel zu sehr Mitläuferinnen, z.T. sogar Mittäterinnen. Vielleicht ist aber auch die Realität so. Ich habe mir das Hörbuch angehört, was ich durchaus weiterempfehlen kann, da es sehr angenehm gelesen wurde.
Ein wirklich gutes Buch!
Die Welt, die Karen Köhler erschaffen hat ist gleichzeitig faszinierend und erschreckend. Das Leben auf der ‘schönen Insel’ ist durch die Worte der Ich-Erzählerin so bildhaft dargestellt, dass man die Menschen des Dorfes förmlich vor sich sehen kann. Eine indirekte Kritik am orthodoxen Glauben und der Rolle der Frau. Große Empfehlung!!!!
wollte es anfangs abbrechen aber ahhhh was für ein buch!! 12/10
Wegen des Covers gekauft – wegen der Story und des Schreibstils geliebt!
Unfassbar gut geschriebener Roman voller Tragik, Charakter und Mut trotz aller Widrigkeiten. Ich brauchte zwar etwas um reinzukommen, aber konnte es dafür dann nach kurzer Zeit kaum noch weglegen.

Highlight!
Eine Außenseiterin, die Gerechtigkeit sucht, wo es keine gibt. Abgrenzung, Unterdrückung, Gewalt - aber auch Zusammenhalt, Freundschaft und die niemals endende Hoffnung. Dieses Buch hat mich so so positiv überrascht. Jede Seite habe ich genossen. Ich habe mitgefühlt, mitgeweint, mich mitgeärgert und dabei so sehr auf ein gutes Ende gehofft, dass ich das Gefühl hatte, ich war selbst die Protagonistin. Gesellschaftskritisch, grausam, aber auch stark und mutig - Das ist genau das, was es für mich zu einem wirklich richtig Buch gemacht hat.

Wow 👏🏻
Vor einer gefühlten Ewigkeit wanderte "Miroloi" von Karen Köhler auf meinen SuB, weil mein Freund meinte, dass ich dieses Buch unbedingt lesen müsse, da es einfach unglaublich beeindruckend sei. Lange habe ich mich davor gedrückt, weil mein Freund meistens eher Bücher liest, die mir zu anspruchsvoll für mich scheinen 😂 Ich habe "Miroloi" also im Zuge meiner "12 für 2024" Challenge endlich angepackt und ich ärgere mich, dass ich das Buch nicht schon früher gelesen habe. Ich hatte es in 2 Tagen fertig und bin immer noch schwer beeindruckt von dem Aufbau, der Geschichte und dem Schreibstil. Der Klappentext sagt inhaltlich alles, was man vor dem Lesen wissen "darf" ohne zu viel vorwegzunehmen. Eine patriarchalische, grausame Gesellschaft, die in der heutigen Zeit ohne jeglichen Fortschritt auf einer abgeschiedenen Insel lebt ohne Rechte für Menschen, die von der Norm abweichen und eine ausgegrenzte Protagonistin, die nach und nach alles Bekannte in Frage stellt. Karen Köhler schafft es jegliche Emotionen auf eine besondere Art und Weise uu erzeugen. Ich war durchwegs gefesselt von dem Schreibstil und der Entwicklung der Geschichte. Mich hinterlässt das Buch insgesamt ziemlich sprachlos, aber im positiven Sinne, wenn auch zu einem unglaublich negativen, aufwühlenden und leider immer noch sehr aktuellen Thema. Das Einzige, was ich sagen kann: LEST DAS BUCH! Es ist einzigartig, beeindruckend und regt so sehr zum Nachdenken an. Ich würde es gerne nochmals zum ersten Mal lesen wollen. Ein Jahreshighlight und ein Buch, das man wirklich gelesen haben sollte 👏🏻
Berührend, mitreißend aber vor allem Anders. Ein Buch das lange nachhallt…
Man braucht Zeit um reinzukommen - aber wow!
Das Buch war eher ein Zufallsfund - bin ich froh, es gelesen zu haben! Ich habe etwas Zeit gebraucht, um mich auf den Schreibstil einzulassen, aber das war es wert. Durch die Erzählweise konnte ich wirklich mitfühlen und den Verlauf der Geschichte fand ich tragisch, spannend und es hat mich mitgenommen.
gar nicht so einfach zu bewerten, vor allem, wenn man davor viele rezensionen von mittelalten männern gelesen hat, die sich über den literaturbetrieb aufregen. und darüber, dass feminismus anscheinend jetzt ein trend-thema ist und das buch nur deswegen überhaupt so viel aufmerksamkeit bekommen hat :) ändert aber nichts; miroloi ist ein gutes buch. nicht alles hat mir gefallen, vieles hat mich aber nachdenken lassen und fragen aufgeworfen, und mich vielleicht auch verwirrt. auf den ersten blick scheint alles einfach, erzählt in einfacher sprache. aber so einfach ist es dann gar nicht, und die sprache ist ganz besonders. es war mitreißend und wird mir noch lange im gedächtnis bleiben, sagt viel über kultur, sprache und geschichte, über religion und klar auch über feminismus. und wer sagt eigentlich, dass anspruchsvolle literatur nicht auch angenehm zu lesen sein darf?
Tolle fiktive Geschichte
Eine Insel ist die ganze Welt. Eine junge Frau die als Findelkind dort aufwächst und sich als einzige Frau das lesen beibringt, was nur den Männern erlaubt ist. Wo nur die Männer das sagen haben… Das Buch hat mich sehr berührt und nachdenklich gemacht, weil er schmerzlich erkennen lässt, dass es in manchen Ländern diese Zustände in ähnlicher Form immer noch gibt. Auch wenn es eine fiktive Welt ist hält uns Karen Köhler dennoch den Spiegel für unsere Gesellschaft vor die Augen. Dieses Buch ist sehr gut aufgebaut und durchaus lesenswert.
Das Buch lässt nicht los.
Das Buch macht neugierig, lässt nicht los und legt ein Finger in die Wunde. Es wird wieder mal klar gezeigt, wie wichtig Bildung ist. Viele Themen werden an die Oberfläche gebracht und auf einer eindrucksvollen Art beschrieben. Absolute Empfehlung meinerseits.