
Das Haus der Treppen - Gefangen im endlosen Labyrinth
Fünf Jugendliche werden entführt und in einem surrealen, endlosen Treppenraum eingesperrt. Sie sind völlig einer Maschine ausgeliefert, die sie durch Futterentzug zu bestimmten Verhaltensweisen erzieht. Die psychologische Dynamik, wie Angst und Hunger die Jugendlichen an ihre moralischen Grenzen treiben und die Gruppe tief spalten, ist intensiv und glaubwürdig geschildert. Das sterile, klaustrophobische Setting erzeugt von Beginn an eine dichte, bedrohliche Atmosphäre. Dass die Bewertung dennoch nicht höher ausfällt, liegt an der Umsetzung auf der Zielgeraden. Das Buch ist schlicht zu kurz geraten. Die drastische Entwicklung der Dynamik untereinander erfolgt dadurch viel zu abrupt. Zudem enttäuscht das Ende: Die plötzliche Auflösung der Situation wirkt überstürzt, und das finale Schicksal der Figuren wird quasi im Zeitraffer abgehandelt. Hier wurde viel Potenzial für eine tiefgründigere Charakterstudie verschenkt. Ein starkes, zeitloses Konzept, dem es letztlich an erzählerischem Atem fehlt. Von mir daher 6 von 10 P. (Ein bereits rezensierter Titel aus meinem Bestand)




