27. Juli
Rating:4

Ruheoase für Wissbegierige

Ich bin hungrig. Punkt. Lebenshungrig und wissbegierig. Ich liebe gutes Essen. Genüsse aller Art erfreuen mich. Sei es das, was wir täglich auf unsere Teller bekommen oder sei es das, was uns diese Welt, die Natur an unglaublichen Wundern bereithält. Bill François hat mich bereits vor ein paar Jahren mit seinem Buch „Die Eloquenz der Sardine“ und dieser wunderbaren Erzählkunst beeindruckt und er tut es auch hier ein weiteres Mal. In „Die unwahrscheinliche Süße der Erdbeeren“ nimmt er uns mit ins Restaurant und wir durchlaufen die verschiedenen Gänge vom Aperitif bis zum Dessert. Dabei geht es zurück zu den Ursprüngen, in die Vergangenheit und oft auch in die Weiten des Ozeans. Pistazien- und Feigenbäume finden hier Platz, so wie auch die Nutztierhaltung, Frank Buckland und Fische. Zudem habe ich auch endlich erfahren, was es mit diesen komischen Geruch bei Regen auf sich hat, den ich gar nicht leiden mag. Dieses Sachbuch war für mich eine Ruheoase und hat mich zum richtigen Zeitpunkt begleitet. Manchmal ist die Welt laut und unberechenbar und dann ist dieses Buch hier genau das Richtige.

Die unwahrscheinliche Süße der Erdbeeren
Die unwahrscheinliche Süße der Erdbeerenby Bill FrançoisC.H.Beck
24. Juli
Rating:5

Sternebewertung fiktiv

Wie viel Geschichte steckt eigentlich in einem Löffel Suppe? Und warum kann ein Gericht ganze Kontinente verbinden oder spalten? Bill François Biophysiker, Naturforscher und spätestens seit „Die Eloquenz der Sardine“ ein gefeierter Erzähler wissenschaftlicher Kuriositäten, legt mit „Die unwahrscheinliche Süße der Erdbeeren“ ein weiteres Buch vor, das Sachwissen mit Faszination verbindet. Diesmal führt er uns nicht in die Tiefen des Ozeans, sondern direkt in unsere Küchen, Supermärkte und auf die Gewürzmärkte dieser Welt. In einer sprachlich lebendigen Mischung aus Essay, Anekdote und Reportage entfaltet François eine kulinarische Weltgeschichte. Was zunächst wie ein charmantes Foodie-Buch beginnt, entpuppt sich schnell als hochintelligente Erzählung über die sozialen, kulturellen und politischen Dimensionen unserer Ernährung. Vom Hühnerfrikassee (das ich liebe, auch wenn es laut Autor verpönt ist – shame on me!) über die versteckte Geschichte der Gewürzwege bis hin zur Symbolkraft von Erdbeeren, dieses Buch ist ein wildes Menü voller Überraschungen. Bill François verbindet Wissen mit Witz, Fakten mit Gefühl und das auf eine Weise, die selbst LeserInnen ohne Küchenerfahrung in den Bann zieht. Seine Beobachtungen sind scharfsinnig, seine Details oft verblüffend. Und für Menschen wie mich, die kochen nicht nur als Notwendigkeit, sondern als Leidenschaft sehen, ist dieses Buch eine wahre Fundgrube. Ein tolles Geschenk für Genussmenschen, Küchenphilosophen und alle, die beim Essen mehr schmecken wollen als nur Aromen. Was wäre, wenn in jedem unserer Lieblingsgerichte nicht nur ein Geschmack, sondern auch eine Geschichte verborgen läge, eine, die vielleicht unsere eigene Esskultur hinterfragt?

Die unwahrscheinliche Süße der Erdbeeren
Die unwahrscheinliche Süße der Erdbeerenby Bill FrançoisC.H.Beck