
Ein unscheinbares Leben, wie es so oft vorkommt. Machen, was ansteht. Im Kleinen das Glück finden.

Ein unscheinbares Leben, wie es so oft vorkommt. Machen, was ansteht. Im Kleinen das Glück finden.
Eine Lebensgeschichte. Es ist wirklich kein einfaches Leben, das Hanna Krause führt. Aber sie ist eine ausgesprochen starke Frau die so schnell nichts umhaut. Aber sie hat auch eine zarte Seele. Anders ist der Spagat zwischen der Floristin Hanna und der Lastkranführerin Hanna wohl auch nicht zu erklären. Ihre Geschichte führt von den 20ern über den 2. Weltkrieg, durch das Leben in der DDR bis zu deren Ende, in eindrucksvollen, manchmal kaum ertragbaren Bildern. Leseempfehlung!

Annett Gröschner erzählt detail- und bildreich und gibt mir das Gefühl, direkt dabei zu sein.
Annett Gröschners Roman "Schwebende Lasten" hat mir die Begegnung mit einer besonderen Frau ermöglicht: Hanna Krause, Blumenladenbesitzerin und Kranfahrerin, Waise, Schwester, Ehefrau, Mutter von sechs Kindern und Überlebensspezialistin, deren Leben durch die historischen Ereignisse des letzten Jahrhunderts geprägt war. Der Roman hat mir auch die Begegnung mit einer Stadt ermöglicht: Magdeburg, das gar nicht so weit von meinem Heimatort entfernt ist und über dessen Geschichte ich bisher wenig wusste. Ausserdem hat mich der Roman mit einem Blumenstrauss beschenkt: Anemonen, Narzissen, Ringelblumen, Schwertlinien, Tulpen und vielen anderen. Blumen, die Annett Gröschner zu Beginn jedes Kapitels mit einer Auswahl von Eigenschaften vorstellt und die das Buch auf besondere Art und Weise strukturieren. Hanna muss oft in ihrem Leben pragmatisch handeln, wenn es darum geht, ihre Familie durchzubringen, auch wenn sie selbst gerade grosse Enttäuschungen oder Verluste verarbeitet. Trotzdem gibt es eine starke Poesie in ihrem Leben, die eng mit ihrer Liebe zu Blumen verbunden ist. Aus dieser Poesie wird eine besondere Leidenschaft, als sie 1938 den Auftrag bekommt, einen Strauss nach einem Blumengemälde zu binden. Eine fast unerfüllbare Aufgabe, weil es keine Zeit im Jahr gibt, zu der alle Blumen des Gebindes - die identisch sind mit den Blumen zu Beginn der Kapitel - auf einmal blühen. Trotzdem begleitet sie die Idee dieses Strausses über viele Jahre. Stark berührt hat mich Annett Gröschners Schilderung der Kriegszeit, besonders der Bombenangriffe auf Magdeburg, die Hannas Familie grosse Verluste erleiden lassen. Die Autorin stellt Hannas Erleben dieser Zeit mit einer Mischung aus Intensität und Nüchternheit dar, die grosse Betroffenheit mit dem unbedingtem Überlebenswillen einer Mutter, die für ihre Kinder sorgen muss, verbindet. Aber auch die späteren Kapitel über Hannas Leben nach dem Krieg fand ich sehr lesenswert, weil sie zeigen, wie Hanna ihre persönliche Nische im sozialistischen System findet und weiterentwickelt. Annett Gröschner erzählt detail- und bildreich und gibt mir das Gefühl, direkt dabei zu sein, wenn Hanna durch das Knattergebirge, das einstige Armenviertel der Stadt, läuft und Blumen verkauft, auf den Kran steigt und während der Wartezeiten Thomas Mann liest oder als Rentnerin ins Städtische Gewächshaus geht und sich dort über Nacht einschliessen lässt.
Wir begleiten Hanna durch ihr gesamtes Leben immer entlang ihrer Liebe zu den Blumen🌺
Schon früh zeigt sich, dass Hanna ein Händchen für Floristik hat. So begleiten wir sie durch ihr ganzes Leben in dem immer die Blumen einen besonderen Platz in ihrem Leben haben und ihr Kraft und Freude geben, um all die schrecklichen Schicksale in ihrem Leben besser ertragen zu können. Hanna ist eine tapfere Frau und wir durchleben mit ihr Armut, eine schreckliche Ehe mit Karl, der ein Bein verliert. Ständige Schwangerschaften bringen sie an den Rand ihrer Kräfte. Sie muss nachdem sie verschüttet wurden den grausamen Tod ihres ältesten Sohnes mitansehen . Die Familiengeschichte spannt einen weiten Bogen, bis über die Nachkriegszeit hinaus zur Wende, in der Hanna als Kranführerin arbeitet. Jedes Kapitel beginnt mit der Beschreibung einer Blume und ihrer botanischen Einordnung, das hat etwas poetisches und bildet einen wunderschönen Kontrast zu all dem Leid. Mir hat’s gefallen 🌷🌸🌻💐

Tolles Hörbuch und die Handlung des Buches ist auch sehr spannend.
Das Buch gefällt mir sehr. Ich wusste vorher schon, dass die Kapitel immer mit Blumen anfangen, das kann ich mir also gut vorstellen. Hanna ist eine so starke Frau, die irgendwie versucht ihre Familie durch das schwere, teilweise Kriegsleben zu bringen. Der Ehemann ist keine große Hilfe und bereitet ihr eher noch mehr Probleme. Ein sehr tolles, besonderes Buch. Die Lebensgeschichte von Hanna Krause hat mir sehr gut gefallen.Die Blumenhändlerin die zur Krahnfahrerin wurde. Das Hörbuch fand ich auch sehr gut eingesprochen. Mit etwas Abstand muss ich allerdings feststellen, dass nicht so viel in meinem Gedächtnis hängen geblieben ist. Möglicherweise muss ich irgendwann das Buch nochmal lesen.
Eine beeindruckende Lebensgeschichte, interessant aber irgendwie emotionslos erzählt. Das kann aber auch an der Leserin liegen und ist in den furchtbaren Momenten auch angenehm.

Magdeburg. 20. Jahrhundert. Hanna Krause ist Blumenbinderin & mit ihren Mann Karl zusammen. Sie besitzt einen kleinen Blumenladen. Ein eleganter Mann betritt den Laden & bestellt ein Blumenbouquet nach einem Gemälde von Bosschaert. Der Kunde wird das Gesteck nicht abholen & Hanna wird daraufhin ein Foto anfertigen lassen. Dies wird sie das Leben begleiten. *********************** Das Leben von Hanna kann eine von Tausenden sein. Geboren im Kaiserreich, ein Blumenladen im Nationalsozialismus, Kranführerin in der DDR. Was macht das Buch besonders? Die Beschreibung um & in Magdeburg? Die emanzipierte Hanna? Es ist der Mix aus allen. Ist es wichtig, dass es ein ostdeutscher Lebenslauf ist? Es spielt im Unterbewusstsein mit, aber im Vordergrund geht es um eine starke Frau! Eine Frau die das Leben gearbeitet, viele Schicksalsschläge erlitten hat. 6 Kinder wird Hanna im Laufe ihres Lebens bekommen. 2 Kinder werden vor ihr sterben. Zeit zum Trauern gab es nicht, Gegenstände wurden zu Erinnerungsstücken. Stillstand war Tabu. Das Leben kann sich rasant verändern, gezwungen immer wieder von vorn anfangen zu müssen. In 24 Kapiteln tauchen Leser*In in Hannas Leben ein. Die Kapitelüberschriften sind u.a. Beschreibungen von Blumen, Insekten. Es ergibt ein Bild & ein toller dramaturgischer Rahmen. Der Roman ist eine schonungslose, harte Geschichte einer ostdeutschen Frau im 20. Jahrhundert. Die jederzeit Kämpfen, Beißen & sich durchsetzen musste. Ob als Frau im Männerberuf, im Krieg ums Überleben. Ist sie eine Feministin? Hanna ist eine Lebensfrau, ein Vorbild für das Leben & dem Glauben an sich selbst. Das Buch hat trotz der Härte, intime, emotionsvolle, nahbare Momente. Es hat eine tolle, Bildsprache & ich bin durch die Seiten geflogen. Eine absolute Leseempfehlung & am Ende musste ich mir eine Träne verdrücken. Ich konnte Annett Gröschner zum Motto „Der März ist weiblich“ in einer Lesung in Dresden erleben. Passender könnte das Thema nicht sein. Es war ein toller Abend.
Unglaublich gut - ich habe es mit großer Begeisterung gehört !
Grandios!
Ich habe ein paar Seiten gebraucht, um in das Buch rein zu kommen. Aber dann hat es mich gepackt. Emotional umwerfend, bewundernd für ein Leben, dass immer weiter geht, trotz vieler Rückschläge. Dabei nicht auf die Tränendrüse drückend sondern schlicht und einfach in einem Erzählstil, der unaufgeregt aber irgendwie genau auf den Punkt kommt. Ich kann das hier nicht richtig beschreiben, aber dieses Buch MUSS man gelesen haben.
Voller Heimatgefühle ❤️
Ich gebe zu, dass ich am Anfang ein bisschen brauchte, um in den Roman und die Sprache zu finden. Aber dann… war ich so drin und hab so viel Respekt für Hanna und ihre Lebensgeschichte. Ganz toll erzählt, nüchtern und trotzdem gewaltig. Ich bin in Magdeburg aufgewachsen, meine Familie lebt noch dort und ich habe meine Heimatstadt noch einmal mit ganz anderen Augen gesehen. Viel Liebe geht raus an diese Stadt und Hanna, stellvertretend für alle starken Frauen!
"In der Nacht bevor Hanna das erste Mal auf den Kran stieg, schlief sie schlecht. Sie hatte Höhenangst, aber das konnte sie nicht zugeben. Sie wollte nicht mimosenhaft sein, auch wenn sie Mimosen mochte. [...] Die Angst würde weggehen, wie schon die Hautausschläge, die Herzschmerzen und das Wasser in den Beinen." Ein Geschichte über eine Frau, eine Frau die lebte, die schuftete, die überlebte, die liebte und die alles gab für ihr Familie und die Pflanzenwelt. Eine Geschichte über eine Frau aus Magdeburg. Es ist die Geschichte über Hanna Krause, Blumenbinderin am Knattergebirge in Magdeburg, Mutter von acht Kindern, verheiratet mit Karl Krause. Es ist die Geschichte von Hanna die immer wieder auf die Beine kam, egal wie schwer es war - ob es der Verlust der eigenen Eltern war, die früh endene Schulzeit, die kurze Zeit in Berlin, der Blumenladen der die Zeit nicht überlebte, die Fehlgeburten, die abgebrochenen Geburten, der Mangel, die Not, die Krankheit, der grausamen Verlust, die Sehnsucht, das Leiden. Das Leben ging weiter, egal wie, alles wurde irgendwie gut. Was für eine emotionale Geschichte über eine Frau die immer wieder aufstand. Von der Blumenbinderin zu Kranführerin und vom Kind zur Uroma. Ich habe es solange vor mir her geschoben, ein ganzes Jahr und dann war ich so schnell durch. Ich hab es geliebt. Danke Annett Gröschner für diese schöne Reise in die Vergangenheit. Ein Jahreshighlight.
Das Blumenmotiv hat mich nicht gecatcht.

Das Buch hat mich als Magdeburgerin sehr bewegt.
Es begleitet die fiktive Hanna Krause und ihre Familie durch das 20. Jahrhundert mit all seinen Ideologien, Kriegen, Zerstörungen und Verlusten, von der Kaiserzeit bis in die DDR-Zeit. Die Seiten zur Bombardierung Magdeburgs hat Annett Gröschner schonungslos roh und detailliert geschrieben. Selten ist mir ein Buch so nah gegangen. Ich habe vor allem als Frau sehr mit Hanna mitgelitten und war erschrocken, wie hart zum Beispiel mit dem Thema Kinderwunsch in der damaligen Zeit umgegangen wurde. Ich wusste bislang nicht einmal, was eine Engelsmacherin ist. Die Orte aus dem Buch mit den heute existierenden Bezeichnungen zu vergleichen und immer vor Augen zu haben, wo Hanna gerade entlangläuft, hat mir sehr gefallen. Ihre Liebe zu Blumen zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch und rundet die Geschichte am Ende wunderbar ab. Annett Gröschner hat eine ganz nüchterne und schnörkellose Art, Geschichten zu schreiben und zu lesen, was ich auf einer ihrer Lesungen zum Buch live erleben durfte. Das passt auch irgendwie zu Hanna, die das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen angenommen hat, ohne sich groß zu beklagen. Eine absolute Empfehlung, auch wenn man nicht aus Magdeburg stammt.
Wunderbar dicht erzählt und an den richtigen Stellen gemenschelt! Dabei harte Fakten über das Leben im Krieg erzählt ohne es zum Hauptthema zu machen. sehr gelungen!
Ein großartiges Buch, mit dem Annett Gröschner den Frauen im 20. Jahrhundert ein Denkmal gesetzt hat
Schnörkellos, so wie auch Hannah war, wird hier das Leben der Protagonistin beschrieben. Eine starke Frau die viel ertragen musste in ihrem Leben. Manchmal war es mir zu emotionslos und auch etwas zu sprunghaft. Aber man ist schon abgetaucht in ihr Leben.
Berührend und traurig.
Ich wünschte ich hätte mehr mit meiner Magdeburger Oma gesprochen.
Tiefe Bewunderung für Blumenbinderin und Kranführerin Hanna Krause und unendliche Dankbarkeit, dass ich als 60 Jahre später Geborene ein völlig anderes Leben führen kann.
Annett Gröschner beschreibt auf ca. 280 Seiten das Leben von Hanna Krause, geboren und aufgewachsen im frühen 20. Jahrhundert in Magdeburg. Zunächst war sie im Blumengeschäft der halben Schwester tätig, zeichnete sich aus durch eine große Kreativität und Geschick beim Binden von Blumensträußen und Flechten von Kränzen. Etwas später lernte sie ihren Mann Karl kennen, der nichts zu bieten hatte, aber ihr eine neue Mutter Sibylle schenkte. Hannas Mutter starb viel zu früh. Mit Karl bekam sie sechs Kinder, nicht alle überlebten die harten 1940er Jahre. Mit Gründung der Republik wurde Hanna Kranführerin und behauptete sich in einer Männerdomäne. Die Lesenden begleiten Hanna noch bis in die Nachwendejahre, erleben ihr älter werden und den Zerfall - ähnlich dem der zahlreichen Blumensträuße, die zum Ende ihre Wohnung dominieren. Das Buch, der Schreibstil und die sympathische Hanna haben mich von Beginn an begeistert. Annett Gröschner schreibt sachlich und nüchtern, so wie Hanna eben war. Jedes Kapitel wird durch die Beschreibung einer Blume eingeleitet, die zusammen ein beeindruckendes Blumenarrangement ergeben. Ein tolles Buch über eine beeindruckende Frau, die ihre eigenen Bedürfnisse für andere immer hinten an gestellt hat. Leseempfehlung!!!
Nicht schlecht
Kaum Entwicklung der Hauptfigur, die sehr viel erleiden muss, aber alles hinnimmt. Männerfiguren überwiegend negativ besetzt. Blumenmotiv nett, etwas aufgesetzt. Deutsche Geschichte wird anhand einer Figur erzählt.

Eine Hommage an eine gewöhnliche Frau
Ein wunderbar unaufgeregt, still erzähltes Buch, das nie langweilig wurde. Das Leben von Hanna erstreckt sich von der Nazizeit bis zum Ende der DDR. Ihr Leben in und um Magdeburg wirkt gewöhnlich und gleichzeitig doch besonders. Ein bemerkenswerter Roman mit wichtiger Erinnerungskultur an die Frauen, die zwei Diktaturen überlebt und dabei wahnsinniges erlebt haben.
Ein beeindruckendes Buch, das ich in 2 Tagen verschlungen habe. Es hat in mir viele Erinnerungen an die Erzählungen meiner Oma ausgelöst sowie Kindheitserinnerungen an mein Leben in Plattenbauten, damals sehr begehrt, bis hin zu den Emotionen beim Mauerfall und den ersten Schritt in den " Westen ". Sehr beeindruckend, wie treffend die Autorin diesen langen Zeitraum auf so wenigen Seiten so aussagekräftig dargestellt hat. Ich habe so vieles wiedererkannt ! Wunderbar fand ich auch die Idee mit der Vorstellung der Blumen des Gemäldes zu Beginn der einzelnen Kapitel. Was haben diese Frauen damals geleistet und nie aufgegeben !!! Würden wir das heute noch schaffen? Eine unbedingte Leseempfehlung !!!
Authentische Geschichte über das Leben einer Frau vor, während und nach dem 2. Weltkrieg. Die Geschichte erzählt von einem gewöhnlichen Leben, ohne zu beschönigen und ohne Sentimentalitäten. Die Geschichte ist berührend, stellenweise sehr schmerzhaft und trotzdem immer mit einem Hauch Es geht weiter, irgendwie wird es wieder.
Lebensgeschichte eine Frau geb 1913 mit viel Wucht & Poesie
Nicht weniger als ein ganzes Leben erzählt Annett Gröschner mit der Geschichte der Blumenbinderin und Kranfahrerin Hanna Krause – mit einer Wucht und Poesie, wie sie nur dort entstehen können, wo die Literatur wirklichkeitssatt ist. Hanna Krause war Blumenbinderin, bevor das Leben sie zur Kranführerin machte. Sie hat zwei Revolutionen, zwei Diktaturen, einen Aufstand, zwei Weltkriege und zwei Niederlagen, zwei Demokratien, den Kaiser und andere Führer, gute und schlechte Zeiten erlebt, hat sechs Kinder geboren und zwei davon nicht begraben können, was ihr naheging bis zum Lebensende. Hatte später, nachdem ihr Blumenladen längst Geschichte war, von einem Kran in der Halle eines Schwermaschinenbaubetriebes in Magdeburg einen guten Überblick auf die Beziehungen der Menschen zehn Meter unter ihr und starb rechtzeitig, bevor sie die Welt nicht mehr verstand. Hanna Krause blieb bis zu ihrem Tod eine, die das Leben nimmt, wie es kommt. Ihr einziges Credo: anständig bleiben. Annett Gröschners Roman erzählt die Geschichte eines Jahrhunderts in einem einzigen Leben und gibt, mit Hanna, denen ein Gesicht, die zu oft unsichtbar bleiben. Ein Roman über das Ende des Industriezeitalters und seiner Heldinnen im Osten Deutschlands – und über eine gewöhnliche Frau in diesem unfassbaren 20. Jahrhundert
Das Buch beschreibt das Leben einer geduldigen und zugleich mutigen Frau in Deutschland von vor bis nach dem letzten Krieg sehr eindrucksvoll.
Inhaltslos, Emotionslos, Oberflächlich... Ein Leben ohne Tiefgang.
Der Inhalt dieser Geschichte ist mit den Klappentext sehr gut zusammen gefasst. Es geht um Hannas Geschichte, ihr Erwachsenwerden vor dem zweiten Weltkrieg, Überleben im zweiten Weltkrieg, die Zeit nach dem Krieg über die Gründung der DDR, 40 Jahre DDR über die Wende bis zu ihrem Tod. Ein Leben in der Arbeiterklasse der DDR. Es geht um ihre Liebe zu Blumen und Leidenschaft fürs Blumenbinden, es geht um den Kampf ums Überleben und immer auch darum in einer Beziehung zu leben die auch von vielen Schicksalen gebeutelt wird. Soweit so gut, der Schreibstil ist gut, die Geschichte schön zu lesen. Jedes Kapitel beginnt mit einer Beschreibung einer Pflanze oder eines Tieres im Bezug auf den ursprünglichen Beruf der Blumenbinderin. Das Blumenbinden ist Hannas Leidenschaft die sich als roter Faden durch das Buch zieht. Und jetzt das Aber.... Was mir nicht gefällt sind teilweise Ungereimtheiten, Beispiel: Hanna hatte schon eine Weile mit dem Gedanken gespielt den Vorgarten (...) aufzugeben, denn ihre Hände wurden steif und sie konnte nicht mehr richtig zugreifen. (Gekürztes Zitat, S. 258/259) Sie (Selma anm.) sah sie (Hanna anm.) einen Hochzeitsstrauß binden, flink und mit Umsicht, das schnelle Drehen, die kurze Blickkontrolle und das Einfügen weiterer Blumen faszinierten Selma. (...) , ihre Mutter hatte wirklich einen Blick dafür. Und sie war wahnsinnig schnell. Gekürztes Zitat, S269/270) Wie kann sie so flink sein,wenn sie nicht mehr zugreifen kann? Es gibt einige unpassende Situationen im Setting, bei denen ich den Eindruck hatte sie wurden von heute auf damals projiziert und dann versucht den damaligen Gegebenheiten anzupassen. Dann werden plötzlich Dinge wieder gefunden und von dem halbherzigsn Versuch begleitet, zu erklären wie das gehen kann, obwohl vorher doch alles verloren war. Auch gibt es Versuche, mit schlecht recherchierten Halbwissen, Authentizität zu schaffen. Unnötige Zwischengeschichten sollen von weiteren Entbehrungen oder Hindernissen erzählen, aber wirken manchmal einfach nur wie Lückenfüller um 2 Seiten mehr raus zu holen. Da hätte man sich auf andere Dinge konzentrieren können. Bedauerlich fand ich aber die Tatsache, dass die Geschichte schlecht verteilt ist. Die ersten 40 Lebensjahre von Hanna, sollen die erste Hälfte des Buches darstellen, und spielt vor und während des zweiten Weltkrieges. Dabei werden die ersten knapp 20 Lebensjahre (Kindheit und Ausbildung) aber nur durch gelegentliche Rückblicke thematisiert, es geht erst 1933 los. Somit umfassen die ersten nicht ganz 160 Seiten eigentlich nur 20 Jahre (Blumengeschäft und zweiter Weltkrieg) und die restlichen 40 Jahre werden in der zweiten Hälfte thematisiert (auf ca. 120 Seiten). Während die Zeit des zweiten Weltkriegs relativ gut auserzählt und (wenn auch oberflächlich) gut recherchiert wirkt (das Halbwissen), fehlt es in den 40 Jahren DDR an allem. Während man im ersten Teil noch recht detaillierte Beschreibungen erhält, kommt im späteren Verlauf die Beschreibung gänzlich zu kurz, es sei denn es geht um den Kran und Hannas Talent ihn zu bedienen. Große Ereignisse, Geschichte aus 40 Jahren DDR, nicht thematisiert, wir erfahren nicht wie Hanna zu ihrem neuen Job kam, nur mit einem Satz wird erwähnt warum. (Seite 166). Wir erfahren nicht wie sie das Thema Mauerbau empfunden hat, die Grenzen. Wir erfahren nichts über Entbehrungen, es gab laut dieser Geschichte Essen in Hülle und Fülle und Westfernsehen. Hat nur noch die gute Plattensammlung aus dem Westen gefehlt. Wir erfahren nichts über den wirklichen Alltag, Schlange stehen, Bückware, Haushaltstag, erster Mai, Leben als Mutter mit Schulkindern in der DDR, Schweigen, Stasi. Angekündigte wichtige Themen werden am Ende plötzlich nur angerissen oder sind gar nicht mehr relevant. Wir erfahren nicht wie ihre Töchter in der DDR aufgewachsen sind, sie haben wohl am Ende alle studiert. Ganz am Ende fällt ein Satz in diese Richtung. Obwohl später, kurz vor Ende des Buches, erwähnt wird das sie die Töchter und ihr Mutter wohl regelmäßig zum Skat treffen (... Auf ihren Sofa stritten sich jeden Sonntag ... Elisabeth , Barbara und Selma beim Skat um die DDR..., Seite 259). Es wird nicht thematisiert wie die Wendezeit für alle war. Wäre es doch gerade interessant gewesen hier Hannas Gefühle zu dieser, tiefgreifenden Veränderung zu erfahren. Die Töchter bekommt man nur noch am Rande mit, manches wird vorgegriffen, (...nicht wissend das sie... aus ihrem Leben verschwinden würde...) auch Karl ist eine Randerscheinung, gezeichnet, krank, fährt aber dann wieder mit Holzbein (oder hat er ne Prothese bekommen, auch das erfährt der Leser nicht) Fahrrad (S. 192). Die Geschichte um Edith ist total überflüssig oder hätte tiefgründiger sein müssen. Hier sollte ein bisschen Tragik eingeflochten werden, die einen vollkommen unberührt lässt, weil es zwischen Hanna und Edith eigentlich gar keine Beziehung gibt. Ja das Ereignis war das größte Zugunglück der DDR, hätte aber vielleicht in der Geschichte ganz anders umgesetzt werden können. Zumindest wäre gut gewesen die Beziehung zu Edith tiefgründiger zu schreiben um dann zu erkennen warum sie so wichtig zu erwähnen war. Typische Probleme in der DDR werden nur am Rande erwähnt (... Obwohl sie nicht in der Partei war...), kein Mensch versteht diese Bedeutung einer solchen Aussage, wenn er nicht selbst in der DDR gelebt hat oder es wirklich aus den Erzählungen kennt. Und tatsächliche interessante Ereignisse wie der Katastrophenwinter 1978/1979 hat in dem schweren Leben von Hanna gar keine Spuren hinterlassen. Über die zwei verlorenen Kinder red ich gar nicht, die Geschichte um diese beiden Kinder ist einfach nur nichtsagend. In der Geschichte werden klassische, klischeehafte DDR-Schlagworte und Themen (Ausreiseanträge, Gefängnis, Westpaket, Bohnenkaffee) eingeflochten um es recherchiert wirken zu lassen, aber Dinge die wirklich Einfluss auf das Leben der Menschen hatte, die kommen nur am Rande oder gar nicht zur Sprache. Zusätzlich hätte es gut getan wenn man die Folgen des Weltkriegs und den Einfluss auf die 40 Jahre DDR und in ihre Beziehungen mit eingebracht hätte. Hier wäre mehr Recherche, mehr Tiefgang und weniger Oberflächlichkeit gut gewesen, zudem der Titel des ganzen Buchs darauf basiert. Interessant ist, dass die Autorin vieles davon selbst wissen könnte (geboren 1964 in Magdeburg ), es hätte also tiefgründiger sein können. So hätten wir vielleicht nachvollziehen können warum sich Hanna gut im Osten einleben konnte... aber im Fazit hatte sie ja Westfernsehen und Essen in Hülle und Fülle. Auch die Neubauten (nach der Wende Plattenbauten) wurden thematisiert. Diese haben auch, wegen der Blumen unter dem Balkon mehr Beachtung bekommen. Nicht aber die Beziehung der Menschen in diesem Haus. Obwohl ihre Tochter auch in der Wohnung gegenüber gewohnt hat. Überhaupt hatte Hanna nie in ihrem ganzen Leben Freunde oder Bekannte. Wenn diese Geschichte eine Hommage an die Arbeiterklasse der DDR Frauen und ihre Weltkriegs Vergangenheit sein sollte, dann wird diese der tatsächlichen Leistung dieser Frauen leider in keinster Form gerecht. Mir blieb Hanna fremd, alle Personen oberflächlich, uninteressant. Auch wenn es die Geschichte einer ganz normalen Frau und ihr Alltag sein soll, wird sie ihr nicht gerecht. Denn der Alltag in der DDR war mehr als die detaillierte Beschreibung wie der Kran und die Laufkatze funktionierte. Die Nominierung zum Buchpreis und auch die Rezensionen auf der Rückseite des Buches kann ich nicht nachvollziehen. Schade.
Wieder so ein Frauenroman über die Zeit des 2. Weltkrieges? Das Cover lässt das erwarten. Aber nein, ein ganz anderes Buch, beginnend in der Zeit vor dem 2. Weltkrieg, weiter erzählt bis in die neunziger Jahre. Es ist ein Buch über eine taffe Frau, sachlich, manchmal mit etwas Humor, doch auch eindrücklich und atmosphärisch erzählt. Zum Inhalt: Schwebende Lasten ist die Geschichte von Hanna, geboren 1913 in Magdeburg, die vaterlos aufwächst und früh ihre Mutter verliert. Nach dem Tod der Mutter kommt sie bei ihrer Halbschwester Rose und deren Mann unter. Hanna liebt Blumen und die Stadt und wird wie ihre Halbschwester Rose Blumenbinderin. Sie lernt Karl Krause kennen, wird schwanger, heiratet Karl, erfüllt sich den Traum eines eigenen Blumengeschäfts und wird mit zwanzig Jahren zum ersten Mal Mutter. Mit 25 Jahren ist Hanna das sechste Mal schwanger, darunter eine Fehlgeburt und zwei Abtreibungen. Ihren Blumenladen kann Hanna im Krieg nicht halten und wird entgegen dem Vorurteil, dass Frauen nichts auf dem Kran um suchen haben, Kranfahrerin bei Krupp-Gruson. Die Krauses werden ausgebombt, Hanna verliert ein Kind nach einem Bombenangriff und ihre Schwiegermutter. Hanna spricht mit den Blumen und gibt ihnen Zeit zum Antworten. Am Ende ihres Lebens, Hanna lebt inzwischen im Plattenbau, arbeitet Hanna wieder als Blumenbinderin und stirbt "rechtzeitig bevor sie die Welt nicht mehr verstand".
Am Anfang wirkte der Erzählstil wie eine einzige ermüdende Aufzählung, die mit dem Fortschreiten der Zeit zu einem facettenreichen Bild einer beeindruckenden Frau wurde. Ich habe den Roman gerne gelesen, hätte mir an einigen Stellen jedoch mehr Einsicht in Hannas Gedanken-und Gefühlswelt gewünscht. Außerdem hat mir der Bezug zwischen floralem „Lexikoneintrag“ und Handlung des Kapitels gefehlt. Wären es 30 Kapitel gewesen hätte es noch den Gemäldebezug gegeben. Aber das ist nur eine Kleinigkeit. Als Hobbygärtnerin bin ich auf jeden Fall nicht dümmer geworden.
Ein absolut lesenswertes Buch!
Sehr berührendes Portrait eines Frauenlebens im Osten Deutschlands
Die Geschichte von Hanna Krause aus Magdeburg, die bis zum Ende des 2. Weltkrieges als Blumenbinderin und später als Kranfahrerin gearbeitet hat, Kinder geboren und verloren hat, konnte mich von der ersten Seite an fesseln. Die Lebenstüchtigkeit, der Lebens- und Überlebenswille dieser Frau hat mich stark berührt und beeindruckt. Annett Gröschner schreibt mit klaren Worten in angenehmem Tempo, so dass der Roman geradezu Schmökercharakter erhält. Die Liebe Hannas zu Blumen zieht sich durch ihr ganzes Leben, ist Teil davon. Und so beginnt auch jedes Kapitel mit der Vorstellung einer Blume. Man kann sie lesen oder auch nur überfliegen, je nach Geschmack. Mir hat das Buch unglaublich gut gefallen. Eine interessante, bewegende Geschichte, durchgehend mitreißend und sprachlich gut erzählt - berührend von der ersten bis zur letzten Seite. Klare Leseempfehlung!
Nüchtern, aber zwischen den Zeilen geht es unter die Haut!
Hanna ist ungefähr der Jahrgang meiner Oma (1912). Unfassbar was diese Frauen alles mitmachen und erdulden mussten und doch nie aufgegeben haben. Irgendwo steckt immer auch ein bisschen Glück.
Starke Frau
Die Geschichte einer Frau die zwei Weltkriege erlebt hat und sich und ihre Kinder durch ein Leben voller Unwegsamkeitem manövriert hat. Anette Gröschner schildert anschaulich und mit einer gewissen Leichtigkeit die Geschichte von Hanna die ihren Weg geht. Sie macht deutlich wie Frauen vor einhundert Jahren noch an das Wohlwollen ihrer Männer gebunden waren und sich mit Fleiß, Geschick und Beharrlichkeit ein Leben aufbauten, dass in erster Linie die Familie die Gesellschaft und das Leben im allgemeinen aufrecht erhielt. Trotz wirklich bewegender und auch grausamer Bilder die die Geschichte und der Krieg schreiben ist dieses Buch ein schönes Buch.das ich gerne gelesen habe weil es Mut macht an Kraft die entsteht wenn man sie braucht und das es immer richtig ist auf die kleinen Dinge zu achten die Schönheit in das Leben tragen.
Großartig!!
Absolut fesselnd erzählt Annett Gröschner von Hanna, ein Leben im Krieg, zu DDR-Zeiten und der Wende in Magdeburg. Hart, berührend und immer liebevoll. Sollte Schullektüre werden!
Ohne Frauen wäre alles verloren.
Dieser Roman schafft es, auf wenigen Seiten die deutsche Geschichte ab dem 1. Weltkrieg, mit einer sehr beeindruckenden und vor allem resilienten Protagonistin , die viele Schicksalschläge erleiden muß, zu erzählen. Der neutrale, berichterstattende Schreibstil lässt aber wenig Nähe zu und daher fehlte mir oft das Eintauchen und Aufgehen in tiefere Ebenen , aber vielleicht ist das auch gerade so gewollt...
Das Portrait einer Frau, die Kriege, Zerstörung erlebt, Kinder verloren, für sich und ihre Familie gekämpft hat und immer wieder zu ihrer Liebe zurückkehrt: den Blumen.
Das Buch erzählt die Lebensgeschichte von Hanna, die noch vor dem 2. Weltkrieg ihren eigenen Blumenladen eröffnet, eine Geschäftsfrau und die Versorgern der Familie ist. Sie und ihre Familie erleben alle schrecklichen Dinge, die der 2. Weltkrieg durch Zerbombungen, Verlust, Hunger, Armut mit sich gebracht hat und schafft es aber, durch eine unglaubliche Stärke, Kraft und den Mut, nicht aufzugeben, auch die schrecklichsten Zeiten zu überstehen. Die Geschichte berührt mich, da Hanna mich an meine eigene Oma erinnert, die ebenso als Ladeninhaberin nicht nur für die Geschäfte verantwortlich war, sondern immer alles für die Familie geben musste. Ein gelungenes Buch, dass einen Einblick in das Leben der 1930-1990er gibt, wenngleich ich es zwischendurch etwas langatmig fand.
Ein ganzes Leben
In "Schwebende Lasten" von Annett Gröscher geht es um das Leben von Hanna Krause, welche leidenschaftliche Blumenbinderin/Floristin ist, aber diesen Traumberuf nur kurze Zeit nachgehen kann. Denn spätestens zum 2. Weltkrieg sind Blumen ein Luxusgut. Aber Hanna ist eine starke Frau, die sich trotz herber Schicksalsschläge nicht unterkriegen lässt. Nachdem ihr Mann bei einem Arbeitsunfall das Bein verliert, wird sie zur Kranführerin. Der Roman schildert die Lebensgeschichte einer Frau, wie sie wohl mehrfach vorgekommen aber kaum thematisiert wurde und das auf lediglich knapp 300 Seiten. Der Erzählstil bleibt dabei jedoch recht nüchtern und distanziert, was mir jedoch nicht die Wucht und Tragweite dieses Lebens oder die Lesefreude genommen hat. Allerdings kann ich die Kritik nachvollziehen, wenn andere Leser*innen das Gefühl hatten, der Protagonistin nicht nahe genug gekommen zu sein. Ich sehe dies jedoch als sehr lebensnah, da gerade diese Generation weder über Traumata oder Gefühle offen gesprochen hat. Es ging ums Überleben und Weitermachen, was der Schreibstil für mich transportiert hat. Wer jedoch eine gefühlvolle Darstellung und Auseinandersetzung der Protagonisten erwartet wird hier wohl enttäuscht werden.
Außergewöhnlich. Die Geschichte eines Lebens.
Das Buch erzählt die Lebensgeschichte von Hanna mit all ihren Höhen und Tiefen. Es ist ganz besonders erzählt und wird sicherlich ein Highlight meines Lese-Jahres.
Schwebende Lasten zeichnet das Leben einer Magdeburgerin durch Krieg, DDR und persönliche Verluste. Nüchtern-poetisch erzählt, entsteht ein eindrucksvolles Porträt weiblicher Stärke im 20. Jahrhundert.
Annett Gröschner erzählt schnörkellos das ereignisreiche Leben einer starken Frau: Hanna. Aus schwierigen Familienverhältnissen stammend folgt sie ihrer Liebe zu den Blumen und eröffnet ein Geschäft. Sie kennt sich mit Blumen aus, ist Pflanzenfreundin und liebt den kleinen Laden, bis sie ihn nach Kriegsbeginn schließen muss. Später wird das Zuhause ausgebombt und Hanna wird Kranführerin. Sie bekommt 6 Kinder, ihr ältester Sohn stirbt im Bombenhagel des Zweiteb Weltkrieges. Annett Gröschner erzählt die Geschichte eines Frauenlebens mit all seinen Höhen und Tiefen, Schicksalsschlägen, Irrungen und Wirrungen. Es zeigt sehr gut: ein Leben ist weder planbar noch geht der Weg immer geradeaus. Neben den Blumen spielt die wechselhafte Geschichte der Stadt Magdeburg eine nicht unwesentliche Rolle. Der Roman „Schwebende Lasten“ von Annett Gröschner eröffnet dem interessierten Leser einen historischen Einblick in das 20. Jahrhundert, in Diktatur, Sozialismus, Kommunismus und Kapitalismus. Sehr lesenswert!

»Das war noch nicht alles, dachte Hanna in der Notunterkunft, da kommt noch mehr, und sie sollte recht behalten. Das war erst der Anfang.«
Hannas achtzigjähriges Leben verlief nicht gradlinig, sondern hatte einige harte Proben zu bestehen. Schläge, die das Leben, beeinflussbar oder nicht, bereithält. Eigentlich ist Hanna Blumenbinderin und das mit leidenschaftlicher Begeisterung. Doch ihren Laden kann sie nicht lange weiterführen, denn der aufkommende Nationalsozialismus frisst nicht nur Seelen, sondern auch das Geld der Leute und Blumen werden zum seltenen Luxus. Zudem kommen ihre eigenen Kinder, für die sie eine gute Mutter sein möchte. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verschlimmert die Sachlage drastisch. Das unerträgliche Leid, dem Hanna ausgesetzt ist, raubt immer mehr von ihrem Leben und doch versucht sie selbst in der schlimmsten Misere umsichtig nach vorne zu schauen, um das Beste für ihre Familie zu erlangen. Neben all diesen, schlängeln sich Blumen durch den Roman, der neben deren Schönheit auch das Handwerk von Florist*innen eine würdevolles literarisches Denkmal setzt. Wie viel verträgt eigentlich ein Mensch, bevor er zerbricht? Auf nicht einmal 300 Seiten erzählt Gröschners Roman ein ganzes Leben über mehrere schwierige politische Zeiten hinweg, vom Krieg, der alles bisher Gewohnte zerstört hat und einer Frau, die nicht nur mit mehreren Abtreibungen und den Verlust mehrerer Kinder klarkommen musste. Doch nun zum großen Aber … Wie gerne hätte ich, wie so viele andere, diesen fulminanten Roman geliebt. Jedoch konnte ich es nicht. Schon gleich das erste Kapitel war für mich sehr verwirrend, sodass ich gar nicht mehr durchblicken konnte, wer jetzt wer ist. Danach wurde es besser. Aber trotzdem konnten mich die Figuren und die Geschichte emotional nicht abholen und blieben für mich ohne Tiefe und nur an der Oberfläche. Insgesamt war es für mich einfach zu viel. Auch wenn ich den Roman gerne gemocht hätte, konnte schlussendlich selbst die mehrmalige Erwähnung Thomas Manns das Ruder für mich nicht mehr herumreißen …
Ich sehe durchaus, dass es wichtig und gut ist, wenn Bücher geschrieben werden, in denen Frauen in der Mitte des 20. Jahrhunderts die Hauptfiguren sind. Auch kann ich mit gut vorstellen, dass dabei tolle und interessante Geschichten entstehen. Diese hier war für mich keine solche, leider. Hannah ist, in meinen Augen, eine eher langweilig gezeichnete Figur. Sie blieb mir fast durchgehend fern und gleichgültig. Nur am Ende, als sie Zwergsonnenblumen pflanzt, fängt sie an, sich für mich wirklich aus den Buchseiten herauszuheben und wird zum spannenden Charakter. Zu spät, zu wenig.
Ein mitreißender Roman über Mut und Überleben. Hannah ist eine wahre Kämpferin, deren Weg ich gebannt verfolgt habe – auch wenn ich nicht immer ihre Beweggründe nachvollziehen konnte. Besonders schön fand ich den roten Faden der Blumen, die dem schweren Thema eine poetische Note gaben. Ein spannender Einblick in eine Zeit, die für mich sonst nur aus Erzählungen lebendig ist. Der klare, berührende Schreibstil macht das Buch zu einem würdigen Kandidaten für den Buchpreis.
Das Buch erzählt die Geschichte einer starken Frau. Sie steht in der jungen Blüte ihres Lebens als wir Leser sie kennenlernen dürfen. Sie trifft eine Entscheidung die ihr weiteres Leben komplett bestimmen wird. Sie heiratet, bekommt Kinder, lebt ihren Traum und dann kommt der Krieg. Jedes Kapitel startet mit einer Erläuterung, meist zu Blumen aber einige wenige Male auch zu Insekten oder anderen. Und diese haben dann auch einen Auftritt im folgenden Kapitel aber oft nicht nur in einem Kapitel, es gibt immer mal wieder Hinweise auf Fauna und Flora. Das mochte ich persönlich sehr. Konnte ich mit Hannah immer mitfühlen oder ihre Entscheidungen und Taten nachvollziehen? Nein, eigentlich nicht. Manchmal kam einfach nur Mitleid in mir auf und dann aber auch wieder Mitgefühl. Kalt hat mich dieses Buch auf keiner Seite gelassen. Die Geschichte hat mich dazu angeregt die Zeit in der sie spielt und hier und da auch etwas nachzurecherchieren weil ich manches auch einfach nicht glauben wollte, vielleicht auch nicht wahr haben wollte. Aber dieses Buch ist sehr geschichtsgetreu. Erzählt von den Vorkriegsjahren, den Kriegsjahren und den Nachkriegsjahren im Osten von Deutschland und eben von einer Frau und Mutter und wie diese oft ihren Mann steht. Sie kämpft für sich und ihre Familie, mitunter wie eine Löwin und dann ist sie auch wieder ganz leise und kurz vorm aufgeben, aber sie tut es niemals. Mich hat dieses Buch sehr beeindruckt und mir hat es extrem gut gefallen.
Interessante Geschichte, gut geschrieben
… teilweise zu neutral erzählt, mir fehlte es etwas an Emotionen Der Letzte Satz hat mir sehr gut gefallen 😊
Bewegendes, aber kitschfreies Frauenschicksal im 20. Jahrhundert
“Schwebende Lasten” von Annett Gröschner handelt von Hanna, deren Leben in Magdeburg zwischen den 1930er und 2000er Jahren im Rahmen der politischen Umstände nachgezeichnet wird, sodass sie anhand des Lebens einer Frau ein Gesellschaftsbild in drei aufeinander folgenden Systemen beispielhaft gezeichnet wird. Beginnend als Floristin, aus der Bahn geworfen durch den Krieg, eine unglückliche Ehe und viele Verluste im Gepäck, arbeitet sie schließlich als Kranführerin im Schwermaschinenwerk, scheint jedoch ihren Platz zwischen den Systemwechseln nie so wirklich zu finden. Das Buch ist ein bewegendes, beklemmendes, aber auch ergreifendes Werk, das, obwohl eher distanziert und schildernd geschrieben, die Lesenden mit voller Wucht trifft. Besonders die Schilderungen über die Kriegszeit in Magdeburg schnürten mir beim Lesen oft die Kehle zu (noch dadurch verstärkt, dass ich die Stadt sehr gut kenne und vieles genau verorten kann), aber auch die Rentnerjahre, in denen das Leben an Hanna nur so vorbei gezogen zu sein scheint. Die Figurenzeichnung ist einerseits sehr dezidiert, andererseits bleiben einem Hannas Kinder über große Strecken fremd, wie sie auch der Protagonistin mit den Jahren immer fremder werden. Annett Gröschner ist hier ein tolles Porträt einer Frau und eines ganzen Jahrhunderts gelungen und in meinen Augen ist das Buch zu Recht für den Deutschen Buchpreis nominiert worden. *Das eBook wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Das Buch steht berechtigt auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Es erzählt in einer ruhigen Sprache das Leben von Hanna, ein Frauenleben zwischen Weimarer Republik, 2. Weltkrieg, DDR und Wiedervereinigung. Hanna ist keine typische Heldin, sie ist eine einfache Frau und gibt damit so vielen ein Gesicht, deren Geschichten nicht erzählt werden, aber so wichtig sind.
Am Anfang sehr gut, dass Ende hat mich leider zunehmend gelangweilt. Schade.
Hanna führt ein schweres Leben. Mit viel Fleiß macht sie sich als Blumenhändlerin selbstständig, bis der Zweite Weltkrieg alles verändert. Als Mutter von sechs Kindern trägt sie die Familie, nach dem Krieg arbeitet sie sogar als Kranführerin. Das Buch schildert eine Frau, die immer tat, was nötig war, ohne je etwas für sich selbst zu fordern. Der Schreibstil ist schlicht, im letzten Teil jedoch etwas langatmig. Trotzdem eine lesenswerte Geschichte über Stärke und Hingabe.

SCHWEBENDE LASTEN Annett Gröschner ET: 3.9.25 Annett Gröschner erzählt das Leben von Hanna Kraus, das fast ein Jahrhundert umspannte. Unter schwierigen Bedingungen wuchs sie ab ihrem vierten Lebensjahr in Magdeburg als Waise auf. Mal lebte sie bei der einen Halbschwester, mal bei der anderen – doch keine von ihnen war je liebevoll zu ihr. Stattdessen wurde sie als eine Art „Mädchen für alles“ behandelt. Hanna liebte Blumen. Geprägt durch eine Halbschwester, die einen Blumenladen führte, erlernte sie den Beruf der Floristin. Nach der Hochzeit mit Karl – vor dem ihre Schwestern sie als „Taugenichts“ gewarnt hatten – eröffnete sie im Knattergebirge einen eigenen Laden. Doch bald sollte sich zeigen, dass die Warnungen der Schwestern nicht unbegründet waren: Karl unterstützte sie kaum, fühlte sich nicht zum Arbeiten berufen und machte ihr stattdessen ein Kind nach dem anderen. Insgesamt brachte Hanna sechs Kinder zur Welt, erlitt eine Fehlgeburt und musste häufig die Dienste einer „Engelmacherin“ in Anspruch nehmen. Der Krieg zerstörte ihren Blumenladen, Karl verlor im Stahlwerk ein Bein, und Hanna hielt die Familie mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Besonders schwer traf sie der Verlust von zwei Kindern, die sie nie beerdigen konnte – ein Schmerz, der sie ihr Leben lang begleitete. Nach dem Krieg wurde sie, trotz ihrer Höhenangst, in der DDR Kranführerin. Auch wenn das Leben nun etwas ruhiger verlief, blieb es alles andere als langweilig. Bis zu ihrem Tod verlor Hanna nie ihre Liebe zu den Blumen. Das Lebensporträt von Hanna Kraus habe ich mit gemischten Empfindungen gelesen. Die Stärke dieser Frau ist unübersehbar, und man mag sich kaum ausmalen, welche Wege ihr offen gestanden hätten, wäre ein verlässlicher Partner an ihrer Seite gewesen. Besonders eindringlich sind die Schilderungen der Kriegsjahre – im Mittelteil konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Der Beginn und das Ende hingegen wirken deutlich nüchterner, fast distanziert, und haben mich emotional weniger erreicht. Auch die vielfach hervorgehobene poetische Sprache konnte ich in dieser Form nicht entdecken. Insgesamt ein solides Buch – ob es für den Deutschen Buchpreis reicht, bleibt abzuwarten. Lieblingszitat: 😡 (S.82) "Sie wollte kein weiters Kind. Aber für Karl, der nicht mehr gehen und nicht einmal ein Baby im Stehen halten konnte, war es sehr wichtig, dass er wenigstens noch in der Lage war zu zeugen."