13. Feb.
Rating:5

Ein verdammt guter zweiter Teil!

Also, ich weiß nicht, was ich sagen soll, aber die Essex Dogs-Bücher von Dan Jones hauen mich wirklich völlig um. "Winterwölfe" ist mindestens genauso spannend, durchdacht, bildgewaltig und emotional wie der erste Teil! Ich liebe die Truppe einfach, hab mitgefiebert, Tränen geweint und gejubelt, wenn die Dogs wieder eine Schlacht gewonnen haben. Ich freue mich so so so so auf den dritten Teil!!!! Ich hoffe so sehr, er wird übersetzt!

Winterwölfe
Winterwölfeby Dan JonesC.H.Beck
23. Okt.
Rating:4

„Die Angst, die Lovedays Körper durchströmte, verwandelte sich in eine ebenso vertraute Empfindung, das Gefühl schrecklicher Gewissheit: Die Erkenntnis, dass er in der Lage war, einem anderen Menschen, das Leben zu nehmen. Und damit sein eigenes zu retten.“ Die erschöpften Essex Dogs wollen nichts anderes, als zurück nach Hause. Doch zuvor gilt es noch eine weitere Schlacht zu schlagen - und die wird in die Geschichte eingehen. Die reiche Hafenstadt Calais gilt es zu belagern und einzunehmen. Und die Gemeinschaft der ausgedünnten Dogs beginnt zu bröckeln … Im zweiten Teil der Essex Dogs Reihe beleuchtet Dan Jones, Historiker und Mittelalterexperte, die blutige und zermürbende Belagerung und Schlacht um Calais im Rahmen des 100jährigen Krieges - und er schafft es, historische Fakten so fest an die Protagonisten zu knüpfen, dass selbst ich nicht irgendwann zurückgelassen werde. Normalerweise ist es bei mir so, dass zu viel Grausamkeit und zu viel Leid bei mir unweigerlich irgendwann dazu führen, dass ich abstumpfe, dass ich die handelnden Figuren nicht mehr fühle und das ich nicht mehr an ihrer Seite bin. Doch in „Winterwölfe“ war das wie auch schon in „Essex Dogs“ anders, obwohl man nicht leugnen kann, dass der 100jährige Krieg an wahrhaftiger Grausamkeit kaum zu übertreffen ist. Und Jones beleuchtet jede einzelne Blutlache und jedes abgetrennte Körperteil, dessen seid euch gewiss. Er beschönigt nichts und glorifiziert dieses 100jährige Leid nicht. Warum sollte er auch? Stattdessen erzählt er uns die Situation der Soldaten in diesem Krieg. Er erzählt von Lovedays verzweifeltem Festhalten am Licht, von der Sucht und der Suche nach Liebe von Romford, dem jungen Bogenschützen, von der stillen Trauer um verlorene Freunde und von ihrem Weg durch Schlamm, Blut, Exkremente und abgehakte Gliedmaße. Er beschreibt, wie sie selbst den Tod bringen und wie sie von Erinnerungen heimgesucht werden. Multiple Kriegstraumata sind hier in den Seiten eingebettet. Er spielt mit den verschiedenen Sehnsüchten der Männer und lässt sie selten etwas Schönes erleben. Wenn, dann nimmt es der Leser umso stärker wahr. Die Männer werden nicht als Helden dargestellt, sondern als Menschen, die überleben wollen und die zum Teil auch mitgerissen werden von den Gräueltaten des Krieges. Wie sie in Zügellosigkeit verfallen - ich habe die gesamte Bandbreite an Emotionen durchlebt - Ekel, Hass, Schockiertheit - und gleichzeitig habe ich mich immer wieder gefragt, was Menschen - was ich - in einer solchen Ausnahmesituation getan hätte. Das fragt man sich natürlich nicht gerne. Ich bin auch oft gedanklich zurückgeschreckt. Und ich glaube, Dan Jones möchte, dass wir uns genau diese Frage stellen. Natürlich ist die Sprache der Kriegssituation angepasst. Sie war immer grob, fast immer vulgär. Bin ich es ihr manchmal überdrüssig geworden? Ja, sicherlich. Dan Jones hat mit „Winterwölfe“ ein grausames Stück Geschichte wieder zum Leben erweckt und mir einige Denkanstöße gegeben. Der Roman ist kein Mittelalterschmöker zum Reinkriechen - es ist ein Buch über den Krieg, über ein dunkles Mittelalter und über die Gier nach Macht und Geld. Manchmal hat mich das ermüdet - ich vergebe vier Sterne.

Winterwölfe
Winterwölfeby Dan JonesC.H.Beck
13. Okt.
Die große Belagerung von Calais
Rating:3.5

Die große Belagerung von Calais

„Angst ist ein Signal, dass der Körper am Leben bleiben will.“ (S.79) Band 1 um die Söldnertruppe rund um Fitz Talbot „Loveday“ hat mich sehr begeistert! Dan Jones nimmt uns mit dieser fiktiven Gruppe mit auf den ersten großen Feldzug des Hundertjährigen Krieges zwischen England und Frankreich. Während der erste Band in der Schlacht um Crécy endet, geht es im zweiten Band um die heftige Schlacht der begehrten Hafenstadt Calais. Band 1 hat bei mir vor allem durch die Charaktere, deren individuelle Geschichten und deren Zusammenhalt gepunktet. Aus den anfänglichen 10 Essex Dogs, sind nun nur noch 6 geblieben und die bisherigen Schlachten haben ihre deutlichen Spuren hinterlassen - physisch, und vor allem auch psychisch. Aus irgendeinem Grund habe ich in den zweiten Band nicht mehr ganz so gut hineingefunden. Während ich mich im ersten Band von der Gemeinschaft der Essex Dogs getragen fühlte, fehlte mir im zweiten Band irgendwie die Nähe zu den Charakteren und konnte mich dieser im Gesamten nicht so mitreißen, wie es der erste Band definitiv getan hat. Für mich war der Handlungsverlauf zu bruchstückhaft und konnte mich daher nicht so gut einfangen. Am meisten mitgerissen hat mich die Perspektive rund um Squelette - einer Frau, die durch den Krieg alles verloren hat und an Allen Rache nehmen möchte - den Englischen - sowie auch den Französischen Soldaten. „Das war kein Krieg zwischen zwei Völkern. Es war ein Krieg gegen das Volk. Und sie kämpfte für das Volk. Als ob sie selbst das Volk wäre. Sie kämpfte nicht nur für die Menschen, die sie geliebt hatte und die nun tot waren, sondern für Menschen, die sie nie gekannt hatte, die aber ebenso geschlagen, ausgeraubt, verbrannt, vergewaltigt und ermordet worden waren. Sie wählte ihre Opfer sorgfältig aus und überfiel sie wie ein Geist.“ (S.166) Auch in diesem Band schildert Dan Jones die Kriegeschenisse, Kämpfe und Folter ohne Filter und gibt es wieder die ein oder andere durchaus heftige Szene - dessen muss man sich bewusst sein. Aber hier geht es nun mal um Krieg - und der ist schonungslos und brutal. Auch wenn mich der zweite Band nicht mehr ganz so mitnehmen konnte wie der Erste, versteht es Dan Jones trotzdem meisterhaft, einem Geschichtliche Ereignisse näher zu bringen und fühlbar zu machen - seine Bücher bleiben eine große Empfehlung!

Winterwölfe
Winterwölfeby Dan JonesC.H.Beck
3. Okt.
Eine coole historische Geschichte! 💫
Rating:5

Eine coole historische Geschichte! 💫

⚔️ Um was geht’s? Frankreich, 14. Jahrhundert. Die Essex Dogs, eine bunt zusammengewürfelte Söldnertruppe aus Engländern, Schotten und Walisern, sind nach der letzten Schlacht am Ende. Um einige Männer geschrumpft und absolut ausgelaugt, wollen sie nur noch nach Hause. Doch die versprochene Bezahlung blieb bislang aus und auch der englische König hat andere Pläne für die Jungs. Die Eroberung von Calais. Aber die fordert nach und nach ihren Tribut. Was hält das Schicksal diesmal für die Essex Dogs bereit? ⚔️ Meine Eindrücke: Bei ‚Winterwölfe‘ handelt es sich um den zweiten Band der Trilogie rund um die Essex Dogs. Winterwölfe setzt nahtlos an Band eins an. Und auch wenn man Band zwei unabhängig davon lesen kann, empfehle ich, unbedingt mit Band eins zu starten. Sonst fehlen einem doch gewisse Zusammenhänge. Wie in Band eins geht es auch hier ziemlich brutal, roh und derbe zu. Der Autor, bekannt für seine akribisch recherchierten Sachbücher, beschönigt nichts. Er zeigt die harten Seiten des Krieges, bei dem es im Grunde keine Gewinner gibt. Schon gar nicht die Essex Dogs. Sie sind, selbst wenn eine Schlacht gewonnen ist, nicht wirklich auf der Gewinnerseite. Abgekämpft und angeschlagen, von Krankheiten und Hunger geplagt, hilft ihnen manchmal nur noch Sarkasmus. Dennoch stehen sie trotz aller Schwierigkeiten füreinander ein. Schicksal verbindet. Das ist fesselnd und bewegend, aber wenn man länger darüber nachdenkt, oft auch ein wenig traurig. Mit seiner ausführlichen, aber keineswegs komplizierten Schreibweise, bietet der Autor hier fundierte Unterhaltung. Er bindet die fiktiven Essex Dogs perfekt in einen tatsächlich existierenden geschichtlichen Hintergrund ein. So muss geschichtliche Unterhaltung aussehen! Von mir gibt es ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️. - Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten. Meine Meinung ist davon unabhängig. -

Winterwölfe
Winterwölfeby Dan JonesC.H.Beck
1. Okt.
Rating:4

Tolle Abendunterhaltung der letzten Tage! Wirklich super recherchiert, lässt sich gut lesen und gibt einen spannenden Einblick in die Gedankenwelt der einfachen englischen Soldaten im Hundertjährigen Krieg. Kann auch die dazugehörige Dokumentation (auf YT) sehr empfehlen, dort können die Schauplätze der Handlung nochmal genauer betrachtet werden :)

Winterwölfe
Winterwölfeby Dan JonesC.H.Beck
8. Sept.
Ein cooles Wiedersehen mit den Essex Dogs, dass ich sehr genossen habe.
Rating:4

Ein cooles Wiedersehen mit den Essex Dogs, dass ich sehr genossen habe.

"Loveday. Wenn es eins gibt, was wir in diesem Drecksloch von einem Land gelernt haben, dann das: Wir sind der Armeeführung scheißegal. Die benutzen uns, wie es ihnen passt. Sie versprechen uns Dinge, die sie nicht haben oder uns nicht geben wollen. Sie belügen uns. Sie verarschen uns oder lassen zu, dass wir verarscht werden. Wir schulden denen gar nichts." Frankreich, August 1346 Am Nachmittag nach der Schlacht bei Crécy, die wir für König Edward III geschlagen haben, waten wir durch Blut und Matsch und plündern die Leichen der Gefallenen. Nehmen Rüstungen, Waffen und vor allem Schmuck an uns. Abends am Feuer sehe ich es in den Augen aller Dogs: Die müden Augen, die vor Erschöpfung hängenden Schultern. Sie alle wollen nun nur noch zurück in unser geliebtes England. Mein größtes Bedauern gilt dem jungen Romford. Kaum grün hinter den Ohren, musste er all die Gräuel, all das Blut und Leid sehen. Loveday sagt, morgen marschieren wir gen Küste und dann geht's nach Hause. Doch als Loveday das sagte, wusste er noch nicht, dass uns Northampton im Namen des Königs zwar Richtung Küste, nicht aber nach Hause schicken wird. Brandschatzend ziehen wir durchs Land bis nach Calais. Und während wir die Hafenstadt belagern, belagert uns ein unheimlicher Geist. Ein Geist der unseren Rittern beim Pinkeln die Kehle durchschneidet, unseren Pferden Fallen stellt, so dass diese stürzen und ihre Reiter unter sich begraben. Doch mich beunruhigt ein ganz anderer Geist. Der Captain. Denn Loveday ist besessen von ihm und ich fürchte diese Besessenheit wird unser aller Verderben sein ... Der historische Roman "Winterwölfe" ist der zweite Band von Dan Jones' Trilogie, die den Hundertjährigen Krieg behandelt. Im Zentrum der Geschichte steht die mittlerweile dezimierte Gruppe rund um den alten Kämpen Fitz Talbot, der von seinen Jungs nur Loveday genannt wird und die Belagerung der Hafenstadt Calais. Wir knüpfen hier direkt an den ersten Band an und auch dieser zweite Band ist nichts für Zartbesaitete, denn Jones geizt nicht mit blutigen, brutalen Kämpfen und auch nicht mit der ein oder anderen Aktion, die manch einen vielleicht angewidert die Nase rümpfen lässt. Mir persönlich hat diese Rohheit hier gut gefallen, denn es passt perfekt zu dieser Geschichte und Krieg ist nunmal ein dreckiges Geschäft. Während die Belagerten hungern müssen, brechen bei den Belagerern Krankheiten und Seuchen aus. Das Leid in diesem Krieg ist groß, und so macht Jones auch wieder einmal deutlich, dass es in einem Krieg keine Gewinner geben kann. Natürlich gibt es in jedem Krieg einzelne Männer, deren Börsen am Ende prall gefüllt sind. Prall gefüllt mit Blutgeld, dass durch das Verschwenden von Menschenleben ergaunert wurde. In der Beziehung hat sich bis heute auch nichts geändert. Jones hat hier wieder eine gute Mischung aus historischen Hintergründen und fiktionaler Geschichte geschafft und zudem ist es ihm ausgesprochen gut gelungen eine perfekte Balance zwischen den derben, rohen und ekligen Szenen auf der einen Seite und einem wundervollen Humor und Sarkasmus auf der anderen Seite herzustellen. Der Schreibstil ist sehr angenehm und ließ mich förmlich durch die Seiten fliegen. Und auch die Charaktere haben mir wieder gut gefallen, allen voran Loveday. Ein alter Kämpe, der alles verloren hat, zu guter Letzt sogar seinen Biss und der eigentlich nur noch für seine Männer lebt. Und das ist genau der Punkt, den ich an den Charakteren gerne mag: Sie sind menschlich. Besonders gefreut habe ich mich darüber endlich den Captain kennenlernen zu dürfen. Von dem Loveday schon im ersten Band sprach und von dem er fast schon besessen zu sein schien. Insgesamt war es wieder eine coole Zeit mit den Essex Dogs und ich freue mich auf ein Wiedersehen in Band 3. Übersetzt aus dem Englischen von Heike Schlatterer und Wolfram Ströle.

Winterwölfe
Winterwölfeby Dan JonesC.H.Beck