
Eine gute Idee im starken historischen Setting – aber erzählt in einer Schleife, die Spannung und Figuren am Ende aufreibt
Manchmal liest man ein Buch nicht, weil es einen packt – sondern weil man irgendwann wissen will, ob da noch was kommt. Genau so ging es mir hier. Die Ausgangsidee hat eigentlich Charme: Die Fugger als belletristisches Spielfeld, Machtspiele, Intrigen, Renaissance-Flair – Stoff für einen richtig guten historischen Pageturner. Nur: Für mich bleibt es am Ende vor allem eins: vorhersehbar, redundant und unerquicklich gestreckt. Was mich am meisten ausgebremst hat Der Roman arbeitet über weite Strecken nach einem Muster, das sich so häufig wiederholt, dass es jede Spannung zersetzt: neue Kulisse Afra & Herwart geraten (oft naiv) in Gefahr Rettung/Reset – weiter zum nächsten Schauplatz Dazu kommt ein „Superhund“-Faktor, der sich für mich zu oft wie ein narrativer Notausgang anfühlt: Wenn Bedrohung regelmäßig entschärft wird, bevor sie Konsequenzen haben kann, bleibt keine Fallhöhe. Und wenn Figuren ständig Entscheidungen treffen, die weniger aus Charakterlogik entstehen als aus Plot-Notwendigkeit, wird es irgendwann nicht mehr „Abenteuer“, sondern konstruiertes Stolpern. Was trotzdem funktioniert Das Buch hat einen klaren Pluspunkt: Setting und historische Anmutung. Die Idee, den Fuggern literarisch Leben einzuhauchen, trägt – zumindest so weit, dass ich dran geblieben bin. Aber die Umsetzung verschenkt aus meiner Sicht viel Potenzial: Zu wenig Überraschung. Zu wenig Entwicklung. Zu wenig Konsequenz. Fazit „Teufelsreigen“ hätte für mich deutlich gewonnen, wenn man ihn radikal gestrafft hätte – weniger Wiederholung, mehr Zuspitzung, mehr echte Wendungen. So bleibt es ein historisches Bühnenbild mit zu vielen Szenen, die sich anfühlen wie Varianten derselben Vorlage. Für Leser, die … ✅ historische Kulissen rund um Augsburg, Macht und Handel mögen ✅ die Fugger als Thema spannend finden und darüber hinwegsehen können, wenn es plottechnisch „bequem“ wird Eher nicht für Leser, die … ❌ Überraschungen, Twists und Konsequenzen erwarten ❌ empfindlich reagieren, wenn Figuren wiederholt naiv agieren müssen, damit die Handlung läuft Mein Zeile zum Buch: „Eine gute Idee im starken historischen Setting – aber erzählt in einer Schleife, die Spannung und Figuren am Ende aufreibt.“




