Dunkle Vergangenheit und leise Spannung
Mit seinem Roman Menschensöhne eröffnet der Autor die Reihe um Kommissar Erlendur und führt Leserinnen und Leser in eine düstere, melancholische Welt aus Schuld, Geheimnissen und verdrängter Vergangenheit ein... Die Handlung beginnt mit zwei scheinbar unabhängigen Todesfällen in Reykjavik. Der Bruder eines verstorbenen Patienten aus einer psychiatrischen Klinik vermutet schnell einen Zusammenhang zwischen den Ereignissen und informiert die Polizei. Die Ermittlungen führen die Polizei immer tiefer in ein Netz aus Missbrauch, Schuld und traumatischen Kindheitserfahrungen. Ein großer Pluspunkt ist die düstere und melancholische Atmosphäre. Typisch für nordische Krimis steht weniger die actionreiche Ermittlungsarbeit im Mittelpunkt als vielmehr die Aufarbeitung gesellschaftlicher und persönlicher Probleme wie Kindesmissbrauch. Kommissar Erlendur wird als eher ruhiger, nachdenklicher Ermittler eingeführt. Auch die Nebenfiguren sind zwar interessant, wirken jedoch teilweise distanziert. Ein weiterer Kritikpunkt ist das langsame Tempo der Ermittlungen. Der Schreibstil ist klar, nüchtern und sehr atmosphärisch. Die Geschichte ist logisch aufgebaut und das Geheimnis der Vergangenheit entfaltet sich nach und nach. Menschensöhne ist ein interessanter Auftakt der Erlendur Reihe und zeigt bereits viele typische Elemente wie düstere Atmosphäre, gesellschaftliche Themen und Verbrechen, deren Ursachen tief in der Vergangenheit liegen. Obwohl der Roman interessante Themen behandelt und eine intensive Atmosphäre besitzt, hinterlässt er insgesamt einen gemischten Eindruck, daher 3,5 Sterne.










