»Das Unwetter hatte eine ziemliche Laune. Die Elemente waren ebenso wie Gefühle schwer in den Griff zu bekommen. Jesus wandelte auf dem Wasser und Moses durchschritt es, aber Gott nutze es, um die Welt wegzukärchern, wenn die Menschen Mist bauten.« ___ Krimi oder amüsante Zitatsammlung? Bei den Krimi-Aspekten hapert es leider auch im 2. Band der Reihe um die ermittelnde Novizin Schwester Holiday. Dabei startet er recht vielversprechend: Der Priester des Klosters, in dem Holiday seit knapp zwei Jahren lebt, wird ermordet aus dem Mississippi gefischt, ein weiterer Pater entführt. Der Fall und ein Sturm, der New Orleans über das Osterwochenende mit lebensbedrohlich starken Regenfällen heimsucht, hätte eine spannende Mischung abgeben können. Tja nun ... Das größte Problem, das ich mit dem Roman habe, ist sein Tempo. Wichtiges wird rasend schnell, beinahe nachlässig abgehandelt, sodass man kaum mitkommt, Banalitäten und (sich wiederholende) Gedankengänge dafür umso mehr in die Länge gezogen. Trotz der Dringlichkeit der Situation plätschert die Handlung meist träge vor sich hin. Da hilft es auch nicht, alle paar Seiten zu erwähnen, dem entführten Priester laufe die Zeit davon. HERRGOTT, DANN ERMITTELT HALT! Stattdessen fehlt es an Spuren bzw. der Suche danach. Die Figuren – obwohl mittlerweile Privatdetektive – scheinen nicht zu wissen, wie man eine Ermittlung durchführt und verdächtigen wahllos und ohne Anhaltspunkte. Zudem hätten mehr Beschreibungen dem Roman gutgetan. Mehr als dass es in New Orleans häufig regnet, habe ich im Verlauf der Story nicht über die Stadt erfahren. Und abseits der handelnden Figuren scheint dort auch sonst niemand zu leben, jedenfalls begegnet uns keine Menschenseele. Dadurch wirkt das Ganze kulissenhaft und leer, nicht so richtig »echt«. Immerhin: Im Vergleich zum 1. Band besteht dieser nicht mehr zum Großteil aus für die Lösung des Falls irrelevanten Rückblenden. Und das Ende hat mir tatsächlich gefallen. Wäre der gesamte Roman ein bisschen mehr wie die letzten 30 Seiten gewesen, wäre es ein richtig guter Krimi. Leider bleibt man als Leser über weite Strecken sprichwörtlich im Regen stehen. Ohne Schirm.

Gesegnetes Wasser ist der zweite Band einer Reihe aus der Welt der Kriminalfälle von Schwester Holiday. Eine Menge Humor, ziemlich pfiffige Dialoge und eine sehr trockene und sympathische Art. Zu Beginn dachte ich wirklich das die ganze Art und Weise der Aufmachung auf jeden Fall super interessant klingen und ich mir das Buch unbedingt genauer ansehen möchte. Und die ersten knappen 100 Seiten waren auch wirklich gar nicht so schlecht. Ich mochte den Charakter unserer Protagonistin und die Weise, wie sie sich gegenüber anderen Leuten verhielt und ermittelte. Allerdings verlor das Buch mich dann irgendwann ein wenig. Das Ganze nahm so weit ab, das ich die letzten 80 Seiten nicht mehr lesen wollte und auch gar nicht mehr so richtig bei der Sache war. Demnach könnte man fast behaupten ein Leseabbruch. Der Humor nimmt auch ein wenig ab und wird schwächer und der eigentliche Auftakt ein verschwinden oder gar einen Mord zu ermitteln, waren wenig spannend und abenteuerlich. Die reine Optik ist wirklich super cool gemacht. Ich muss ganz ehrlich sagen das ich das Cover und die Farbgebung wirklich liebe. Jedoch für 23 Euro ein ordentlicher Preis. Auch wenn es sich um ein Hardcover handelt, ist es kein wirklich dickes Buch und es gibt auch keine Illustrationen oder Kapiteldesigns. In großen und ganzen also gar nicht so günstig.

