Ein Seifenbad der Gefühle ohne Erkenntniswert
Auf der Suche nach senegalesischer Literatur stolperte ich über diesen Titel, fand die Kurzbeschreibung verlockend und schon war es um mich geschehen. Ein wenig hatte ich die Vorstellung hier auf so etwas Ähnliches wie T.C.Boyles "Wassermusik" zu treffen. Eines der besten Bücher, in welches ich je das Vergnügen haben durfte, einzutauchen. Doch leider wurde ich derbe enttäuscht. Es ist weniger dieses Aufeinanderprallen von westlicher Aufklärung und indigenen Selbstverständnis, von Rationalität und Mystik, gefüttert von ungebändigter Reiselust und Forschertrieb (derlei Romane und Sachbücher sind es, die ich suche) vielmehr ist es ein fades Seifenbad der "Gefühle" mit zahlreichen, lose heraushängenden Handlungsfäden und in gewisser Weise sogar eine ungewollte Reproduktion des kolonialen Blicks mit ganz geringen Erkenntniswert.

