Mir gefällt Cognettis Stil, insbesondere wie er die Umgebung und die Natur in seinen Geschichten beschreibt. Hier befinden wir uns in einem Tal im Piemont und begleiten die Brüder Luigi und Fredo, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Nichts, was lange nachhallt, aber eine schöne Lektüre.
Die Brüder Luigi und Fredo wachsen in einem abgelegenen Alpendorf auf. Luigi bleibt dort, verwurzelt in der kargen Landschaft, empfindsam und still. Fredo dagegen hat das Tal verlassen – bis er nach Jahren zurückkehrt, vor allem nach dem Tod des Vaters. Im Zusammenprall der beiden Lebensentwürfe zeigt sich der Zwiespalt zwischen Bleiben und Gehen, zwischen Herkunft und Freiheit. Die Berge sind dabei nicht bloß Kulisse, sondern prägen die Figuren und ihr Schicksal.
Ein ruhiger, poetischer Roman, der in wenigen Seiten viel Tiefe entfaltet. Cognetti erzählt in einer schlichten, klaren Sprache, die die Bergwelt atmosphärisch dicht einfängt. Im Vergleich zu Acht Berge oder Das Glück des Wolfes wirkt die Geschichte noch konzentrierter – weniger Handlung, mehr Stimmungen und Reflexion.
Gut geschriebene Kurzgeschichten. Im Gegensatz zu seinen anderen Büchern hat mich hier nur sehr wenig berührt. Besonders interessant fand ich dir Anmerkungen, die einen Einblick geben und zeigen, wovon sich Cognetti hat beeinflussen lassen.
In diesem Buch schreibt Cognetti über das Tal Valsesia, das in den italienischen Alpen liegt.
Die Geschichte handelt von zwei Brüdern, die sich nach langer Zeit wiedersehen, da ihr Vater gestorben ist. Die Geschichte ist in mehrere Teile gegliedert, wobei sie jeweils aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt wird. Der erste Teil ist aus der Sicht einer Hündin erzählt, der zweite aus der Sicht des einen Bruders, der noch in Valsesia lebt, der zweite aus derjenigen seines jüngeren Bruders, der dritte aus der Sicht der Frau des älteren Bruders, und der letzte wiederum aus derjenigen des älteren Bruders.
Dabei sind alle Sichtweisen verstrickt und haben Berührungspunkte. Nach und nach erfahren wir vieles über die Vergangenheit der Brüder und deren Beziehung zu ihrem Vater. Cognetti verwendet hier teilweise Stilmittel, die an Jack London erinnern, gerade in Bezug auf die Hündin. Eine sehr spezielle Geschichte im üblichen Cognetti Stil ( modern wohl als "slow burn" zu bezeichnen). Gleichzeitig geht es aber auch um das Thema der Veränderung, der Zerstörung von Natut durch den "Fortschritt".
Zum Beginn und Ende sind ausserdem noch, teilweise von ihm angepasste Gedichte vorhanden, die in Bezug zur Geschichte stehen.
Im Nachwort zeigt er auf, dass die Inspiration zu dieser Geschichte aus dem Album "Nebraska" von Bruce Springsteen stammt.
Wohl bis anhin das persönlichste Buch Cognettis, das seinem gewohnten Stil treu bleibt und dennoch etwas anders ist.
Die Geschichte über einige Bewohner eines Tals. Paulo Cognetti kann unglaublich gut gewaltige Atmosphären und Bilder mit seinen Worten schaffen.
Es ist immer wieder erstaunlich, wie er auf vergleichsweise wenigen Seiten es schafft, die Tiefe seiner Charaktere zu zeichnen - so bedrückend es manchmal auch sein mag.
Die Tragik der miteinander verbundenen Protagonisten war gleichzeitig schwermütig und hoffnungsvoll. Eine großartige Lektüre für einen ruhigen Abend, über die man noch ein wenig nachdenkt im Anschluss.
Sehr philosophisch, leise und langsam, trotz des Spannungsbogens.
Es beginnt bei den wild laufenden Hunden um dann doch bei den Menschen zu enden.
Ich fand den Perspektivwechsel, die Schreibweise großartig.
Reinsten Lesevergnügen.
Es ist eine wunderbar Stille Geschichte, die mich richtig gut 'runterkommen ließ!
Meine ABSOLUTE LESE EMPFEHLUNG für alle, die meine Beschreibung und der Klappentext anspricht.
Die Valesia hat als Zufluchtsort für Verfolgte und Minderheiten eine lange Tradition und gilt als Regenloch Italiens. Und genau dort spielt die Geschichte zweier Brüder in Paolo Cognettis neuem Romsn "Unten im Tal".
In der Geschichte geht es im Kern um den Loyalitätskonflikt der beiden Brüder Luigi und Alfredo. Beide sind in einem abgelegenen Haus in Fontana Fredda, auf der Sonnenseite des Tals, aufgewachsen. Alfredo ist ein streitsüchtiger Geselle und hat der Valesia den Rücken gekehrt, um in Kanada als Holzfäller seinen Lebensunterhalt zu verdingen. Luigi hingegen hat das Tal nie verlassen und erwartet mit seiner Frau Elisabetta das erste Kind. Als Forstpolizist sorgt er im Tal für Ordnung. Nach dem Tod des Vaters kehrt Alfredo ins Tal zurück, um sich endgültig von seiner Herkunft zu befreien. Alfredo und Luigi trennt mehr als sie verbindet und doch haben sie die gleichen Wurzeln.
Ich liebe die einfache, teils poetische Sprache Cognettis. Doch mit "Unten im Tal" konnte Cognetti mich zum ersten Mal nicht ganz abholen. Woran das liegt, kann ich gar nicht so genau sagen. Irgendetwas fehlte mir dieses Mal. Weder kam dieses melancholische Gefühl auf, das ich sonst bei seinen Büchern habe, noch konnte ich mich gut in die Geschichte reinfühlen.
Was mir allerdings wieder sehr gut gefallen hat, waren die Beschreibungen des Tals und die Bilder der wundervollen Landschaft, die Cognetti entstehen lässt. Er schafft es jedes Mal aufs Neue meine Sehnsucht nach diesen ruhigen Fleckchen zu wecken, wo seine Geschichten spielen.