28. Feb.
Rating:3

Phuu. Ein Buch, das mich sehr zwiegespalten zurück lässt. Einerseits mochte ich die bildhafte Sprache und den Erzählstil, andererseits bin ich nicht wirklich mit den Protagonistinnen warm geworden. Auch war mir nicht so recht klar, warum die beiden Schwestern mit 60 Jahren immer noch so mit ihrer Kindheit hadern. Für mich als Leserin klang ihre Kindheit eher traumhaft. Das zwiespältige Gefühl von Flora bezüglich ihrer Familie, was wohl vermittelt werden sollte, ist bei mir somit überhaupt nicht angekommen.

Man müsste versuchen, glücklich zu sein
Man müsste versuchen, glücklich zu seinby Julia HolbePenguin
17. Jan.
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Rating:2.5

Nach meinem ersten Lese-Highlight folgte nun leider mein erstes Lowlight. 'Man müsste versuchen glücklich zu sein' von Julia Holbe klang zunächst nach einer vielschichtigen und emotionalen Familiengeschichte. Die Schwestern Flora und Millie treffen nach langer Zeit - und nach dem Tod ihrer Eltern - im gemeinsamen Elternhaus wieder aufeinander. Sie versuchen, sich einander anzunähern, Vergangenes aufzuarbeiten und gegenseitiges Verständnis zu entwickeln. Keine leichte Aufgabe, wenn man mit einer exzentrischen Mutter und einem Vater aufgewachsen ist, der unter anderem durch Affären 'glänzte'. Unterstützung erhalten die Schwestern durch Floras Tochter, die Freundin der Mutter und weitere Wegbegleiter, sodass eine Zeitreise in die Vergangenheit beginnt, die eigentlich Potenzial für Tiefe und Emotionen bietet. Leider wurde diese Rückschau sehr langatmig erzählt. Viele Wiederholungen und eine für erwachsene Frauen erstaunlich kindliche Sprache haben mich zunehmend genervt. Eine der Schwester ist wütend, weil sie am Ende alles alleine regeln musste, doch warum Millie so lange abwesend war, bleibt weitgehend ungeklärt. Auch ihre Gedankenwelt bleibt fremd, da ihr ständig Erinnerungen fehlen - ein Umstand, der eher Distanz als Verständnis erzeugt. Ich begann recht schnell, querzulesen, und habe bis jetzt nicht wirklich verstanden, was mir dieser Roman vermitteln sollte. Schade, denn die Geschichte hatte durchaus Potenzial. Wer vom Klappentext angesprochen wird, kann gerne selbst hineinlesen - der Lesegeschmack ist ja schließlich sehr subjektiv. Eine Empfehlung kann ich jedoch leider nicht aussprechen.

Man müsste versuchen, glücklich zu sein
Man müsste versuchen, glücklich zu seinby Julia HolbePenguin
5. Jan.
Rating:1

Obwohl die Beschreibung interessant klang und das Buch gut geschrieben ist, enttäuschende Lektüre. Unzählige Wiederholungen der Interaktionen und Dialoge zwischen den Schwestern, wiederholte Andeutungen, dass das Leben mit diesen Eltern die Hölle gewesen sei, ohne Aufklärung darüber worin diese bestand. Und zum Schluss die eher lapidare Erkenntnis, dass die Eltern vielleicht nicht für das eigene Unglück verantwortlich sind, die zart zwischen den Zeilen schimmert. Schade.

Man müsste versuchen, glücklich zu sein
Man müsste versuchen, glücklich zu seinby Julia HolbePenguin
1. Okt.
Rating:2

Gemischte Gefühle

Zwei Schwestern die sich nach dem Tod ihrer Eltern das erste Mal seit Jahren wiedersehen um gemeinsam das Haus, in dem sie aufgewachsen sind, auszuräumen. Die Idee des Buches fand ich Mega toll, und auch die Geschichten der Familie aus der Vergangenheit. Die Dialoge und den Humor wiederum fand ihr teilweise super super unangenehm. Auch der Schreibstil war relativ lahm - am Ende wollte ich nur noch, dass es vorbei ist …

Man müsste versuchen, glücklich zu sein
Man müsste versuchen, glücklich zu seinby Julia HolbePenguin
17. Sept.
Rating:3

Man müsste versuchen glücklich zu sein ist das erste Buch von Julia Holbe, das ich gelesen habe. Im Klappentext heißt es: „Julia Holbe erzählt auf unnachahmliche Weise, voller Witz und Melancholie über den Abschied von den Eltern. Berührend und komisch schildert sie eine Reise zurück in eine verrückte Kindheit.“ Ich fand das Buch leider weder berührend noch melancholisch, lustig oder witzig. Zwei Schwestern in mittleren Jahren treffen sich nach dem Tod der Eltern im Elternhaus in Luxemburg und verarbeiten und zerreden ihre Kindheit, die - wie ich finde - so schlecht nicht war. Der Vater war zuerst Moderator bei Radio Luxemburg, später Fernsehmoderator, die Mutter Hausfrau. Die Eltern sind zwar bis zu ihrem Tod zusammengeblieben, hatten aber während ihrer langjährigen Ehe etliche Affären. Flora, die Ältere, spricht von ihrer jüngeren Schwester Millie immer nur als „meine blöde Schwester“, was wohl hauptsächlich daran liegt, dass sie sich alleine um die alten Eltern gekümmert hatte, während Millie noch nicht einmal zu den Beerdigungen aufgetaucht ist. Während die beiden über die Zukunft des Elternhauses diskutieren, reist überraschend Floras erwachsene Tochter Lucie an. Wie sich herausstellt, hatte sie Kontakt zu ihrer Tante, sie hatte es immer bedauert, dass sie neben den Freundinnen ihrer Mutter, die sie Tanten genannt hatte, keine richtige Tante hatte. Irrtümlicherweise bin ich davon ausgegangen, dass der Roman in der Bretagne spielt und habe ihn in den Urlaub dorthin mitgenommen. Letztendlich fahren die Schwestern nur für einen Tag in die Bretagne, um nach dem Boot des Vaters zu schauen. Die (Lese)zeit in der Bretagne beschränkt sich auf wenige Seiten. Warum die Schwestern unglücklich sind, konnte ich nicht wirklich nachvollziehen. Sie wurden nicht vernachlässigt, alle ihre materiellen Wünsche (Barbies, Playmobil) wurden sofort erfüllt. Die Sommer verbrachten sie mit dem Vater auf dem Boot in der Bretagne und sind oft mit der Mutter, deren besten Freundin und ihrem Sohn verreist. Ich habe mir eine Passage markiert, die mir gut gefällt: „Erinnerungen können trügen. Sie sind keine exakten, objektiven und unveränderlichen Aufzeichnungen unseres Lebens. Jedes Mal, wenn wir eine Erinnerung abrufen, müssen wir sie neu rekonstruieren, wie eine Geschichte neu erzählen, Details gehen verloren, neue Interpretationen kommen hinzu, es gibt immer eine neue Version.“ (S. 88) Das Ende mit der Wiederannäherung der Schwestern war vorhersehbar. Ich fand das Buch zu langatmig, mit ausufernden Dialogen und zu wenig Handlung. Von mir daher nur drei Sterne und keine Leseempfehlung.

Man müsste versuchen, glücklich zu sein
Man müsste versuchen, glücklich zu seinby Julia HolbePenguin
20. Aug.
Rating:4

„Man kann auch tausend Therapien machen, dann weiß man alles, und kann den Albtraum trotzdem nicht beenden, höchstens erklären. Aber was bringt es einem.“ Flora und Millie sind zwei recht ungleiche Schwestern. In ihrer Kindheit wurden sie oft getrennt. Vielleicht kommt es davon. Als sie sich in ihrem Elternhaus zufällig wieder treffen kommen alte alte Geschichten hoch und alte Wunden beginnen wieder zu schmerzen. Die Erinnerungen der Beiden sind oft unterschiedlich. Doch hätten sich beide mehr Liebe und Aufmerksamkeit durch die Eltern gewünscht. Kurzerhand begeben sie sich auf eine Reise in die Bretagne und in ihre eigene Kindheit. Ich bin sehr zwiegespalten bei diesem Roman. Das Thema ist komplett mein Ding. Die Sprache hier ist oft recht bildhaft. Das Boot in der Bretagne, die Fahrt dahin, die Playmobil Pferde. Das alles war ganz wunderbar. Die Protagonisten blieben für mich leider doch recht farblos und oft plätscherte die Geschichte so vor sich hin. Es gab viele Dialoge, viele Erinnerungen und ein paar Familiendramen. Die Kindheit verbrachten die Schwestern eher unkonventionell, die Eltern waren schon sehr mit sich beschäftigt. Erzählt wird nur aus der Perspektive von Flora. Da hätte ich mir auch noch gewünscht die Geschichten und Gedanken aus der Sicht von Millie zu lesen. Insgesamt schon ein lesenswerter Roman mit ein paar Schwächen für mich.

Man müsste versuchen, glücklich zu sein
Man müsste versuchen, glücklich zu seinby Julia HolbePenguin
17. Juli

Abbruch bei 44%.

Ganz ehrlich, ich habe es echt versucht, aber... dieses Buch hat einfach nichts für mich getan. "Unsere glücklichen Tage" habe ich seinerzeit geliebt. "Boy meets girl" fand ich immerhin so naja, aber das hier... ging gar nicht. Die Thematik ist nicht neu. Zwei Schwestern, die sich nicht grün sind treffen sich unweigerlich, um den Nachlass der verstorbenen Eltern zu regeln. Hierbei reflektieren und analysieren sie die Probleme ihrer Kindheit, das Miteinander des Familiengefüges und ihre eigene Beziehung. Leider waren die Protagonisten so dermaßen unsympathisch und die Umsetzung und die Schreibe so lahm, dass ich nicht noch einmal mehr als die Hälfte davon lesen kann, um das zum Ende zu bringen. Entnervter Abbruch!

Man müsste versuchen, glücklich zu sein
Man müsste versuchen, glücklich zu seinby Julia HolbePenguin
16. Juli
Rating:4

".... was hast du, wir hatten doch eine schöne Kindheit. Zumindest wenn man sich an manche Dinge nicht erinnert." Flora und Millie treffen sich im Haus ihrer verstorben Eltern. Es muss entschieden werden was mit ihm und dem Inventar passieren soll. Aber mit im Haus sind die ganzen Erinnerungen. An die Kindheit, an die Eltern und an die Feste. Aber auch an die Konflikte, die ausgesprochenen und die, die im Verborgenen blieben. Flora ist z. B. sauer auf ihre Schwester, weil diese sie mit den sterbenden Eltern allein gelassen hatte. Noch nicht mal zu Beerdigung ist sie gekommen, die blöde Schwester. Jetzt waren sie zusammen und mussten entscheiden, was sein soll. "Und hatte keine Ahnung, wie ich die Zeit bis Montag mit meiner blöden Schwester noch überstehen sollte. Mit ihr und all den Gedanken und Gefühlen und Erinnerungen." Was ist eigentlich eine Familie? Was macht sie aus? Muss man sich zwangsläufig lieben? Z. B wenn man eine "sehr präsente, aber emotional nicht vorhandene Mutter" hatte. Und der Vater? Der ließ sogar seine Geliebten mit im Haus wohnen und Féfé, die Mutter, ertrug es. Millie und Flora schaffen es dann doch miteinander zu sprechen und in Erinnerungen zu schwelgen, denn nicht alles war schlecht, es gab auch richtig tolle Seiten an ihren Eltern. Die gemeinsam mit ihren Vater gemachten Bootsausflüge, die Mutter die sie auch spät nachts noch von Feiern abgeholt hat. Was mir richtig, richtig gut an dem Buch gefallen hat, ist die Ausgeglichenheit von Humor und Ernsthaftigkeit. Ich musste so oft schmunzeln oder auch lachen, über die Gedanken und Dialoge der Schwestern. Wie sie sich Dinge an den Kopf werfen können um dann gemeinsam darüber zu lachen. Und wie sie im nächsten Augenblick tiefschürfende Gedanken und Erinnerungen teilen. "Die Lügen waren unser Zuhause. Sie haben unser Leben bestimmt. Die Lügen und nicht die Wirklichkeit." Es ist ein unheimlich schön und leicht zu lesender Roman, der mir ausgesprochen angenehme Lesestunden bereitet hat! Aber: "Warum kann man nicht einfach nur versuchen glücklich zu sein?" Ja, warum eigentlich nicht?

Man müsste versuchen, glücklich zu sein
Man müsste versuchen, glücklich zu seinby Julia HolbePenguin