
Wenn das Paradies plötzlich Zähne zeigt
Salz auf der Haut, Hitze in der Luft und irgendwo zwischen Palmen, Wellen und dunklen Geschäften wartet dieser Krimi darauf, einen ganz langsam in seinen Sog zu ziehen. Bei Heaven's Gate hatte ich sofort dieses Gefühl von trügerischer Urlaubsidylle. Surogao klingt erst nach Paradies, nach Surfbrettern, Sonne und Menschen, die sich selbst suchen. Doch unter dieser schönen Oberfläche brodelt es gewaltig. Drogen, Gewalt, Korruption und verschwundene Söhne machen aus dem Inseltraum ziemlich schnell einen Ort, an dem jede falsche Entscheidung wehtun kann. Caruso mochte ich als Figur sehr. Kein glänzender Held, keiner, der alles im Griff hat, sondern einer mit Schulden, Ecken, Müdigkeit und einem Herzen, das trotz allem noch nicht ganz abgestumpft ist. Gerade dieses Kaputte macht ihn für mich spannend. Er wirkt wie jemand, der eigentlich weglaufen könnte, aber dann doch stehen bleibt, wenn es ernst wird. Der Schreibstil passt für mich wunderbar zum Genre. Bildhaft, etwas rau, mit dieser dunklen Krimi Stimmung, aber ohne die besondere Kulisse zu verlieren. Man spürt das Meer, die Schwüle, die Gefahr und auch diese Einsamkeit, die zwischen den Zeilen hängt. Für mich ist Heaven's Gate ein atmosphärischer, besonderer Krimi mit starkem Setting und einer Hauptfigur, von der ich gern mehr lesen würde. Nicht perfekt glatt, aber genau deshalb ziemlich reizvoll.

















