Ein uninspirierter Auftritt zweier Gentlemen
Ich war dermaßen begeistert von „der letzte Weynfeldt“, dass es mich umso mehr gefreut hat, ihn in diesem weiteren Buch von Martin Suter erneut als Hauptfigur zu entdecken. Heraus kam allerdings leider nur ein Hauch vom Charmes des ersten Buches. Schweiz zur heutigen Zeit: Weynfeldt, wir Opfer eines Kunstraubs und sucht Hilfe bei einer Zufallsbekanntschaft: Herr von Allmen. Dieser ist ebenso ein (mir unbekannter) Protagonist einer weiteren erfolgreichen Suter-Lektüre. Nun erwartet man dementsprechend eine Multiplikation der Lesefreude. Diese bleibt jedoch nahezu aus. Beide Figuren aus gutem Hause „leben“ mehr im Konsum als im Konflikt. Sie trinken, essen, fachsimpeln, bewegen sich durch schöne Räume. Das liest sich angenehm, fast wie ein gut gemachter Film. Aber es bleibt selten hängen. Es fehlt Reibung, echte Konsequenz, auch mal Unordnung. Zwar passiert nach dem Diebstahl tatsächlich noch ein Mord aber auch das verfängt kaum. Wo Weynfeldts ruhige melancholische Art früher geglänzt hat, hier wirkt sie fehl am Platz, fast schon langweilig. Selbst oder vor allem die Auflösung ist unfassbar banal und passt so gar nicht zu dem gewohnt guten Schreibstil von Martin Suter. Schade.



























