Aktuelles Thema, sehr politisch und emotional, obwohl es sehr nüchtern geschrieben ist. Unsere Gesellschaft wird kritisch hinterfragt und sehr realistisch dargestellt. Diese Wahrheit schmerzt und hat mich noch einige Tage beschäftigt.
Nachdem mich „Dambengambit“ total überrascht hat und zu meinen absoluten Lieblingsbüchern gehört, hatte ich mich sehr auf ein weiteres Buch von Walter Tevis gefreut. Vielleicht waren dadurch meine Ansprüche zu hoch, aber leider konnte mich „Der Mann, der vom Himmel fiel“ nicht in seinen Bann ziehen. Die Erstauflage erschien 1963, was man an den technischen Errungenschaften merkt, die einem heutzutage komplett normal erscheinen.
Insgesamt ist mir alles etwas zu langatmig.
Ein Buch von 1963, das brandaktuell ist.
Walter Tevis hat keine Eile. Er nimmt sich richtig viel Zeit für die Schau auf die Menschheit im Bombenbastelwahn und ihrer Zerstörungswut.
In großen Teilen verhandelt er die Themen in der Gedankenwelt der Protagonisten, wie sie die Welt wahrnehmen, beobachten, sich selbst dort einordnen, sich hinterfragen. Dabei wird derbe was an Hochprozentigem weggeschluckt, während Tevis uns auf harte psychologische Verhandlungen mitnimmt und insbesondere aus dem Bereich der Ethik einiges durchspielt.
Tja das Ende, keine Ahnung
Ich bin oft ein wenig unkritischer und wohlmeinender als andere Leserinnen und Leser, weshalb ich 5 Sterne vergebe.
Tevis lässt uns durch einen Außerirdischen, der die gesamte Menschheit intellektuell und vielleicht auch moralisch in die Westentasche stecken kann, einen Blick auf uns werfen, und ich werde niemanden überraschen, wenn ich verrate, dass es nicht schön ist, was wir durch ihn sehen. Da hilft es auch nichts, dass die Menschen ihm das Augenlicht nehmen ...
Ich mochte den Schreibstil sehr, die verschiedenen Perspektiven. Ich habe das Gefühl, ich habe selten win Buch gelesen, in dem ein Charakter zu Beginn genau weiss was er tut und was sein Plan ist, und am Ende das komplette Gegenteil der Fall ist. Alle Hauptcharaktere wirken irgendwie verloren und am Meisten verliert sich T.J. Newton, man sieht ihm gewissermassen dabei zu, wie er immer depressiver wird, wobei er groteskerweise gleichzeitig immer erdolgreicher und reicher wird. Ich mochte den Charakter irgendwie, auch wenn man seine Gefühle nicht so recht durchschaut. Die Menschheit wirkt sehr abstossend, vor allem die Verhörmethoden der CIA und FBI, allgemein wie mit ihm als fremdem Lebewesen umgegangen wird, viele schlechte Eigenschaften der Menschheit sehr gut dargestellt.
Nur der Plan einer anscheinend so intelligenten Spezies fand ich dafür etwas sehr kompliziert und aufwändig - als ob ihnen nichts besseres eingefallen ist. Und etwas nervig war auch die Redeweise über Homosexuelle und dass das erste was kommentiert wurde, wenn eine Frau auftauchte, ihr Körper/ihre Anziehungskraft war.
Das Buch bringt einen vor allem gegen Ende richtig zum nachdenken. Es ist brutal was mit Newton vor allem gegen Ende gemacht worden ist und es zeigt das typisch menschliche Verhalten und wie grausam wir eigentlich handeln
Thomas Jerome Newton kommt von einem anderen Planeten. Sein hoch entwickeltes, kriegerisches Volk hat sich dort seiner Ressourcen beraubt und so wurde Newton auf die Erde gesandt, um seinem Volk zu helfen. Er soll verhindern, dass Kriege auch noch die Erde zerstören und dann seine Leute nachholen. Doch je länger Newton auf der Erde ist, desto mehr überkommen ihn störende menschliche Gefühle. Er bekommt starke Zweifel daran, ob es gut ist, sein Volk auf die Erde zu holen ...
Tevis regt mit diesem Buch sehr zum Nachdenken an und ich mag seine klare Sprache. Leider konnte er mich aber nicht ganz so sehr mitreißen, wie ich es mir erhofft hatte.
Walter Tevis Roman „Der Mann, der vom Himmel fiel“ erschien bereits 1963 und wurde nun neu übersetzt.
Obwohl die Geschichte knapp 60 Jahre alt ist, wirkt sie immer noch sehr zeitlos: Erzählt wird aus dem Leben von Thomas Jerome Newton – einem Außerirdischen vom Planeten Anthea. Auf der Erde versucht Newton Raumschiff für seine Rückkehr zu bauen, um die Bewohner seines Heimatplaneten zu retten. Dabei versucht er sich bestmöglich an das irdische Leben anzupassen.
Das Buch lässt sich sehr gut lesen, der Schreibstil ist sehr flüssig, dennoch fiel es mir zu Beginn etwas schwer in die Geschichte einzutauchen und ich war erst gegen Ende des Buches richtig gefesselt. Dennoch hat mir gefallen, dass es kein typischer SciFi-Roman mit „Außerirdischen und Raumschiffen“ ist. Besonders die Probleme und Ängste Newton werden sehr gut dargestellt, sodass das Buch nicht nur etwas für SciFi-Fans ist.