Der Roman plätschert so vor sich hin, erzählt dabei aber unterschwellig doch viel über uns Menschen.
Der Roman lässt bis zum Schluss offen, worüber und über wen hier eigentlich eine Geschichte erzählt wird: über die Hauptfigur? Einen namenlosen Erzähler, der trotz (oder gerade wegen) seines bewegten Lebens kaum noch Gefühle hat und nicht mehr weiß, wer er ist und was er eigentlich vom Leben möchte? Über das eher konservative Dorf, in dem er lebt und dessen Zeitung er herausgibt? Über den Ganoven, der mit ihm zur Schule gegangen ist und im Erwachsenenalter so ziemlich jeden im Dorf an der Nase herumgeführt hat und nun mit dem Geld vieler verschwunden ist? Oder über die ruhige und vom Dorf zurückgewiesene Ehefrau des Ganoven, die sich mit ihren Kindern allein durchschlägt? Die Kombination dieser Handlungsstränge macht den Roman für mich zu einem strukturell sehr spannenden Buch. Auch wenn es mir manchmal schwergefallen ist, der doch sehr männlich geprägten Perspektive des Erzählers zu folgen, mochte ich den Ton und die Beobachtungsgabe des Autors sehr. Auch wenn die Geschichte wenig Spannung, Twists oder klassische Handlungsmomente bietet, habe ich das Buch gerne gelesen, weil das Porträt einer Gesellschaft, das sich aus all diesen Strängen ergibt, meiner Meinung nach gut gelungen ist.








