4. Sept.
Rating:3.5

In "Ein Ort namens Wut" taucht Amani Abuzahra in genau diese Emotion ein; beschäftigt sich damit, wie sie Zustande kommt, wie unterschiedlich dieses Gefühl in unterschiedlichen Menschen zum Tragen kommt (wie sogenannte Wutbürger:innen ihr freien Lauf lassen, während Marginalisierte gelernt haben, sie zu unterdrücken), welche Gefühle sich meist unter ihr verbergen, und wie sie sich effektiv nutzen lässt (= Pausen zulassen, eine Community Gleichgesinnter aufbauen).

Der Aufbau des Buchs ist einzigartig, es wird faktisch eine Landkarte verschiedener Emotionen gezeichnet und wo sie sich in verschiedenen Menschen verorten, jedem Kapitel gehen viele Fragen voran, die zum Nachdenken anregen. Das Buch macht wütend, traurig, wärmt das Herz. Dennoch muss ich persönlich sagen, dass mich der Schreibstil nicht komplett abgeholt hat - es wiederholt sich sehr viel, kein roter Faden ist durch einzelne Kapitel erkennbar, während manche andere Absätze nicht klar miteinander verbunden sind und abrupt den Gedanken wechseln. Insgesamt trotzdem trotzdem ein zwar kurzer aber wichtiger Read. Und definitiv eine Empfehlung - vor allem zum Einstieg in das Thema Rassismus und Diskriminierung und wie es sich in marginalisierten Personen manifestiert. Vielen Dank an Netgalley und den Kremayr & Scheriau-Verlag für das digitale Rezensionsexemplar, es hat meine Meinung zum Werk nicht beeinflusst.

Ein Ort namens Wut
Ein Ort namens Wutby Amani AbuzahraKremayr & Scheriau