2. Jan.
Rating:4

Mit der Lektüre habe ich mir diesmal etwas schwergetan. Nicht, weil ich sie nicht gut finde, sondern weil der Autor auf einem intellektuell sehr hohen Niveau schreibt; seine Herangehensweise an das Thema aus Sicht des Sozioökonomen geschrieben ist. Ich hatte an einigen Stellen das Gefühl „das ist mir jetzt zu hoch“. Das Buch ist an vielen Stellen sehr wissenschaftlich verfasst; mir persönlich tlw. zu kompliziert geschrieben, viele Schachtelsätze. Obwohl ich selbst in der Lehre an einer Hochschule tätig bin und auch wissenschaftlich arbeite, war mir das Buch an einigen Stellen anstrengend zu lesen. Ich bin jedoch keine wissenschaftliche „Sorge-Expertin“, daher musste das vielleicht so sein. Sorge als Emotion ist Grundlage vieler rationaler/irrationaler Entscheidungen. Wir lesen von Themen wie Sorgeleistungen für die Gesellschaft, wie die Betreuung von Kindern, alten und älteren Menschen, kranken Menschen. Berger geht auf den Wert des Sorgens innerhalb der Gesellschaft, der Fürsorge füreinander, auf das Kümmern um den Einzelnen und in der Gesellschaft ein. Wichtiger Punkt ist auch die „Care Arbeit“ in der Geschlechterhierarchie. Eine Arbeit, die meist immer noch von Frauen gemacht wird. Die Gesellschaft nagt immer noch an der ungleichen Verteilung dieser Arbeit und es wird Zeit, dass diese Arbeit auch abgegolten und anerkannt wird. Denn nicht umsonst heißt sie Care-ARBEIT! Auch hier gebe ich eine Leseempfehlung ab! Die #übermorgen Reihe ist patent und auch sehr praxistauglich, wenn man sich zu aktuellen gesellschaftlichen Themen und deren Konzepten im Hintergrund einlesen möchte! „Tolle Bücher in angenehmer Häppchenform“, so nenne ich sie ab sofort!

Sorge
Sorgeby Christian BergerKremayr & Scheriau