21. Mai
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Rating:4.5

"Wenn er betrunken ist, packst du deine Koffer. Und wenn er nüchtern ist, packst du sie wieder aus. Und so läufst du dein ganzes Leben lang in knubbeligen Blusen herum und siehst beschissen aus." Im Fokus der Erzählung stehen die Tochter und der Vater. Ein recht herkömmliches, recht einfaches Leben, zumindest von außen. Der Vater trinkt gerne mal einen über den Durst und verhält sich danach auffällig, meist unangenehm. Der Rausch wird ausgeschlafen, das Leben geht weiter. "Eigentlich hat Motte sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann, beim Spielen alle Verstecke kennt und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen, der von der Werkshalle ins Büro versetzt wird, damit er sich nicht volltrunken die Hand absägt." Die Mutter ist bemüht und engagiert, ihrem Alltag und ihrer Familie gerecht zu werden. Über viele Jahre hinweg ist das ein Zustand, der irgendwie aushaltbar ist, nicht schön, aber okay. Das geht eine ganze Weile gut; Angehörige halten das aus, gefangen in einer Co-Abhängigkeit. Dem Betroffenen macht es das nur noch leichter, immer tiefer in diesen Strudel zu geraten, da ist eine Konstante, die ihn auffängt - Familie, Freunde. Auch hier könnte es also schlimmer sein und es wird wie folgt weitergemacht. Irgendwann resignieren die einen und die anderen nehmen sich ein Beispiel, machen mit. Es ist das was man kennt und irgendwie auch ein Stück weit gewohnte Sicherheit. In diesem Fall zieht die Tochter dem Vater nach, es baut sich eine Form der Verbindung auf. Es zeigt eine Wirklichkeit wie sie viele begleitet, oft kaum wahrnehmbar. Es gehört doch auch irgendwie dazu, das Trinken. Es ist doch so gesellschaftsfähig, jeder tut das mal; die wenigsten denken da gleich an eine Gesellschaftsdroge. In der Zahl aber gar nicht mehr so harmlos: 7,9 Millionen Menschen – so hoch ist die Zahl der Bevölkerung in Deutschland, die Alkohol in gesundheitlich riskanter Form konsumiert. Das sind 14,8 % der erwachsenen Bevölkerung zwischen 16 und 64 Jahren. Die Geschichte schockiert im Hintergrund, sie bewegt, zeigt auf, was sein kann - eine Erzählung und doch für viele die bittere, tägliche oder auch phasenweise Realität. Das Buch wurde zurecht für den Deutschen Buchpreis nominiert. Eine kleine Kritik gibt es doch, es befinden sich einige Fehler im Buch, was den Lesefluss manchmal etwas stocken lässt. Ich trinke in der Regel keinen Tropfen Alkohol. Von vielen als völlig überzogen eingestuft, halte ich ihn schlichtweg für gefährlich. Auf eine sehr persönliche Weise berührte mich dieses Buch.

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
8. Mai
Rating:5

Wirklich toll, aber 💔

Wir bekommen einen sehr tiefen Einblick in eine Familie, in der Alkoholkrankheit sich durch die Generationen zieht. Dabei bedient die Autorin sich aber nicht der Klischees, die fast immer bei Erzählungen über Alkoholsucht vorkommen: Der suchtkranke Vater ist weder gemein, aggressiv, gewalttätig noch sonst ein eindeutig schlechter Charakter in dem Sinne. Dennoch erfahren wir sehr viel Tragisches aus dem Alltag der Familie, auf leise und dennoch sehr, sehr traurige und bedrückende Art. Mir ist dieses Buch wahnsinnig nah gegangen. Es ist außerdem echt schön geschrieben, einige Stellen sind nahezu poetisch.

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
25. März
⭐️⭐️⭐️,5 Sterne
Rating:3.5

⭐️⭐️⭐️,5 Sterne

„Motte“ hat zwei Väter: Den einen, der beim Spielen alle Verstecke kennt, und den anderen, der trinkt, um den harten Alltag in der Werkshalle zu ertragen. Alkohol ist in ihrer Familie kein Fremdwort, sondern ein Erbe. Mittlerweile ist Motte selbst zur jungen Frau geworden, die nach Nächten im Hausflur schläft, weil sie das Schlüsselloch nicht mehr findet. Als bei ihrem Vater Krebs im Endstadium diagnostiziert wird, beginnt für Motte ein schmerzhafter Prozess: Die Suche nach einem Abschied – vom Vater und von der eigenen Sucht. ✨ Meine Meinung: Dieses Buch hat mich mit seiner ungeschönten Realität eiskalt erwischt. Der Schreibstil ist direkt und schnörkellos, was perfekt zur harten Thematik passt. Durch die sehr kurzen Kapitel fliegt man förmlich durch die Seiten. Die Geschichte geht einem wirklich unter die Haut, da Alkoholismus ein Thema ist, das leider viel zu viele Leben (und Familien) beeinflusst. Die Umsetzung fand ich emotional sehr gelungen. Ein kleiner Kritikpunkt: Die vielen Zeitsprünge innerhalb der Kapitel waren für mich nicht immer sofort eindeutig. Man merkt zwar mit der Zeit, in welcher Lebensphase man sich gerade befindet, aber besonders gegen Ende wurde es für mich zunehmend schwieriger, den zeitlichen Faden sofort zu erfassen. Das hat den Lesefluss für mich an manchen Stellen etwas ausgebremst. Ein thematisch unglaublich wichtiges und intensives Buch, das mich am Anfang völlig mitgerissen hat. Wegen der zunehmenden Verwirrung durch die Zeitsprünge zum Ende hin sind es für mich 3,5 Sterne. Eine Leseempfehlung bleibt es trotzdem! 📖

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
20. März
Rating:4

Es fällt mir etwas schwer, dieses Buch zu bewerten. Es lässt mich deprimiert und sehr nachdenklich zurück, da es eine Welt beschreibt, die mir fremd ist. Das Leben, das die Tochter Motte beschreibt, ist oft schwer auszuhalten. Es hat mich wütend gemacht, wie die Außenwelt meist weg schaut, obwohl es so offensichtlich ist, was sich in dieser Familie abspielt. Mir war nicht bewusst, dass sich ein Alkoholproblem von Generation zu Generation " vererbt " und es darum als " normal" gesehen wird, es ertragen zu müssen. Es ist ein wichtiges Buch und ruft auf, nicht weg zusehen.Die Schreibweise ist etwas schwierig, da die Kapitel in verschiedenen Zeitebenen hin- und herspringen und ich oft überlegen musste, wo wir gerade sind.

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
25. Feb.
Schnell gelesen, aber emotional auf Distanz
Rating:3

Schnell gelesen, aber emotional auf Distanz

Ich bin sehr schnell in das Buch hineingekommen, was sicherlich auch an den extrem kurzen Kapiteln liegt, die meist nur zwei bis drei Seiten umfassen. Der Schreibstil ist schlicht und direkt, ohne große sprachliche Ausschmückungen. Zu Beginn war ich etwas irritiert, weil die Geschichte auf mehreren Zeitebenen erzählt wird. In den ersten Kapiteln musste ich mich erst orientieren, doch mit fortschreitender Lektüre wurde das klarer und stellte kein Problem mehr dar. Die Vater-Tochter-Dynamik ist nachvollziehbar beschrieben und zeigt diese typische Ambivalenz zwischen Nähe, Loyalität und Enttäuschung. Teilweise gibt es sogar leise, fast humorvolle Momente zwischen den beiden. Was mir jedoch etwas gefehlt hat, war eine tiefere Auseinandersetzung mit der Frage, warum die Erzählerin selbst so selbstverständlich in ähnliche Muster verfällt – insbesondere in Bezug auf den Alkohol. Dieser Aspekt blieb für mich etwas oberflächlich. Insgesamt lässt sich das Buch sehr zügig lesen; ich hatte es an einem Tag beendet. Es ist ein stiller, kompakter Roman, der solide erzählt ist, mich emotional jedoch nicht nachhaltig erreicht hat. Ich habe nach dem Ende weder offene Fragen noch das Bedürfnis verspürt, länger in dieser Geschichte zu verweilen.

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
20. Feb.
Ein schonungsloser Roman über Sucht, Verantwortung und die komplizierte Liebe zwischen Eltern und Kindern. Über das Erbe, das wir tragen. Und über die Frage, ob wir es ablegen können.
Rating:5

Ein schonungsloser Roman über Sucht, Verantwortung und die komplizierte Liebe zwischen Eltern und Kindern. Über das Erbe, das wir tragen. Und über die Frage, ob wir es ablegen können.

„Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ von Lena Schütte ist ein Buch, das schmerzt und genau deshalb so wichtig ist. Es erzählt davon, wie es ist, als Kind in einem von Alkohol und Süchten geprägten Umfeld aufzuwachsen. Von verschobenen Bedürfnissen, von zu früher Verantwortung, von der unermüdlichen Hoffnung eines Kindes, dass es diesmal anders wird, dass es besser wird. Diese Hoffnung zerbricht und entsteht neu. Immer wieder. Es geht um die Sehnsucht zu entkommen, wenn alles zu viel wird. Wegzugehen, wenn das Vermitteln und Tragen zu schwer auf den eigenen Schultern lastet. Wenn man merkt, dass man versucht, etwas zu retten, das längst zerbrochen ist. Zugleich geht es um das Bleiben, wenn es darauf ankommt. Und trotzdem ist da mehr als nur Dunkelheit. Da ist dieses besondere Band zwischen Vater und Tochter, ein tiefes gegenseitiges Verständnis. Eine Verbundenheit, die selbst dann spürbar bleibt, wenn alles auseinanderzufallen droht. Schütte arbeitet mit verschiedenen Erzählsträngen aus unterschiedlichen Zeitebenen. Nach und nach verdichten sie sich, greifen ineinander und treiben die Handlung schnell voran. Die Sprache ist direkt und unverblümt. Sie spiegelt die rohe Welt wider, in der „Motte“ aufwächst. Dinge werden benannt, wie sie sind. Kein Beschönigen. Keine falsche Milde.

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
14. Feb.
Rating:4.5

Die zarte Vater-Tochter-Beziehung getrübt durch eine Alkoholsucht.

Sehr bewegende Erzählung über ‚Motte‘, die von ihrer Kindheit erzählt und der besonderen Beziehung zu ihrem Vater auf der einen Seite. Fiel sie als kleines Mädchen hin, schrie sie so lange nach ihrem Vater, bis dieser kam. Beide vertrauen sich Geheimnisse an und kommunizieren oft nicht über gesprochene Sprache. Brauchen sie nicht, sie kennen einander. Aber es gibt auch eine andere Seite der Medaille. Der Vater ist stark alkoholkrank. Mit dem Älterwerden wird auch Motte klar, dass ihr Vater ständig betrunken ist und sich Ausreden einfallen lässt, warum er die ganze Nacht fort ist. All diese Erfahrungen prägen Motte. Auch sie entwickelt ein unnatürliches Trinkverhalten - ganz oder gar nicht. Durch einen Schicksalsschlag beginnt Motte zu überdenken, dass sie ihren Konsum in den Griff kriegen sollte. Es hat mich wirklich gepackt, sodass ich es in einem Rutsch las. Es geht um Beziehungen, Dynamiken innerhalb einer Familie, Selbstwahrnehmung, das Erkennen vom Anderssein und so viel mehr. Die Nominierung für den dt Buchpreis ist absolut berechtigt!

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
6. Feb.
Poetisch, aber stellenweise verwirrend
Rating:3.5

Poetisch, aber stellenweise verwirrend

Das Schwarz an den Händen meines Vaters ist ein ruhiger, sensibler Roman über Familie, Herkunft, Schweigen und die Beziehung zwischen Vater und Tochter. Die Sprache ist oft sehr schön, fast poetisch, und viele Bilder und Gedanken haben mich wirklich berührt. Besonders die leisen Momente und die Reflexionen über Erinnerung und Identität fand ich stark. Allerdings hatte ich zwischendurch Schwierigkeiten mit der Struktur. Die vielen Zeitsprünge haben mich teilweise verwirrt und aus dem Lesefluss gebracht. Nicht immer war für mich sofort klar, in welcher Zeit wir uns gerade befinden, was dazu geführt hat, dass ich emotional nicht durchgehend so verbunden mit der Geschichte war, wie ich es mir gewünscht hätte. Insgesamt ist es ein schönes, nachdenkliches Buch mit viel Gefühl und Tiefe, das aber etwas mehr Klarheit in der Erzählweise gebraucht hätte. Für mich ein gutes Buch, das mich in Teilen sehr erreicht hat – insgesamt aber nicht ganz überzeugt.

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
24. Jan.
Rating:4

Das Buch war auf der Shortlist für den deutschen Buchpreis. Und ich muss sagen es hat mir sehr gut gefallen. Sonst bin ich eher vorsichtig was so Buchpreis Nominierte und Gewinner angeht, da es in der Regel nicht so meins ist. Doch finde ich dass dieses Buch wirklich gut geschrieben wurde. Man darf sich von den Zeitsprüngen nicht zu fest verwirren lassen. Deshalb nur 4 statt 5 Sterne da mir der rote Faden irgendwie ein bisschen gefehlt hat. Trotzdem klare Empfehlung!

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
14. Jan.
Rating:4

Alkoholsucht betrifft nie nur eine Person in der Familie. Lena Schätte beschreibt das Leben einer, zunächst vom alkoholkranken Vater betroffenen Familie, aus der Sicht der jüngsten Tochter „Motte“ und der Auswirkungen auf das Leben aller Familienmitglieder und ihrer Beziehungen untereinander. Die Geschichte wird in 3 Zeitebenen erzählt und ich brauchte eine Weile bis ich das auseinander halten konnte. Der Autorin gelingt es, dass man die Gefühle, die Abstürze und den sozialen Abstieg der einzelnen Familienmitglieder real mitlebt und -fühlt. Ein trauriges aber sehr besonderes Buch.

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
9. Jan.
Rating:4.5

Das Leben is Maloche

Das Buch hat eine Massage ohne viel drum rum zu reden. Es gibt viel Spielraum für eigene Interpretationen, weil es nicht sehr detailliert geschrieben ist. Einige kommen vermutlich damit nicht zurecht. Es ist das Bild von vielen Familien, mit Sicherheit & ohne das schönreden, das „ich mach es anders“ - sondern wie das Leben wirklich spielt. Es las sich flüssig, durch die kurzen Kapitel und die unkomplizierten Sätze. Und ja das Leben ist Maloche.

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
8. Jan.
Rating:3

Intensiv aber verwirrende Zeiten

Der Inhalt und der Schreibstil haben mich zu 100% abgeholt. Leider war es manchmal schwer zu verstehen, wieso die Autorin in den Zeiten springt und die Geschichte nicht chronologisch erzählt wird. Das hätte mir deutlich besser gefallen. Trotzdem ein tolles Buch!!

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
4. Jan.
Rating:4

“Das Schwarz an den Händen meines Vaters” ist ein Roman, der erschüttert & der bewegt, zum nachdenken anregt. Die Ich-Erzählerin beschreibt ihr Leben in einer Familie mit einem Vater, der mit einer Alkoholabhängigkeit lebt. Man fühlt sich der Erzählerin sehr nah, weil man alles aus ihrer Perspektive so detailreich und einfach beschrieben bekommt. Absolut lohnenswert dieses Buch zu lesen. :)

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
3. Jan.
Rating:4

Das Buch ist für mich ein Beweis der Liebe zum Vater. Ein Vater, der viel getrunken hat. Kein Vater, der im Suff missbraucht, sondern ein Vater, der total betrunken auf der Couch liegt, zu nichts mehr zu gebrauchen ist und erst mal den Rausch ausschlafen muss. Sprich: ein Vater, der im Vollrausch nicht mehr vorhanden ist. Erzählt wird die Geschichte in kurzen Kapiteln, fragmentarisch, von der Tochter. Immer wieder Szenen, die nüchtern erzählt werden, ohne tiefer darauf einzugehen. Ich hab es wirklich schnell durchgelesen, aber ich muss gestehen, dass nach dem Lesen nicht mehr viel übrig geblieben ist. Das fällt mir besonders jetzt auf, wo ich darüber schreibe. Ich weiß noch, dass der Bruder die vernünftigste und nüchternste Person hier war. Dass ich ihn sehr mochte. Dass ich es schrecklich fand, wie die Alkoholsucht dazu geführt hat, dass die Familie sich wohnlich immer weiter verkleinern musste. Und dass ich es erstaunlich fand, wie diese schreckliche Alkoholsucht über Generationen vererbt wurde und auch die Tochter als Erwachsene trinkt. Es ist berührend, aber nicht schmerzlich. Ich würde sagen, es hat sogar eher ein wenig Witz in sich. Wer, wie ich, gerne den Schmerz beim Lesen spürt, wird diesen hier weniger empfinden. Dafür die Liebe zum Vater. Wer Schmerzen beim Lesen fürchtet, aber sich trotzdem mit schweren Themen wie Alkoholsucht auseinandersetzen möchte, dem kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen. S.7 „Aber sie bringt uns auch bei, dass alles in Ordnung ist, solange sie nur am Wochenende trinken. Nur wer wochentags trinkt, ist süchtig. Und sie bringt uns bei, dass eine Frau immer Fluchtgeld haben muss.“ S.24 „Mein Freund bekommt an der Supermarktkasse einen dieser Familienkalender geschenkt und hängt ihn in meine Küche. Er ist bunt und fröhlich und hat dutzende Spalten und Zeilen, für die Termine dutzender Kinder, doch wir sind zu zweit. Ich schreibe über eine Zeile Bier, über die andere Schnaps. Wenn einer von uns getrunken hat, mache ich ein Kreuz in das Feld des jeweiligen Tages, und am Ende des Monats rechne ich die Tage zusammen.“ S.39 „Als ich noch ein Kind bin, denke ich oft, ich habe zwei Väter. Den einen nüchternen, der schnell rennen kann und gute Verstecke kennt. Der auf alle Fragen eine Antwort weiß und wenn nicht, sich eine gute ausdenkt.[…]Und dann gibt es noch den anderen Vater. Der sich darüber legt und ihn verschwinden lässt.“ S.41 „Je älter ich werde, desto seltener sehe ich meinen ersten Vater. Manchmal starre ich dem zweiten lange in die Augen und frage mich, ob der erste noch irgendwo ist.“

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
29. Dez.
Rating:4.5

Ergreifend und erschütternd

Die Autorin erzählt in der Ich-Perspektive die Geschichte von Motte und ihr Aufwachsen in einer Familie, in der die Alkoholkrankheit des Vaters eine tragende Rolle spielt. Auf den wenigen Seiten wird sehr eindrücklich beschrieben, wie die Familie damit umgeht, wie viel auch totgeschwiegen wird. Auch zeigt sich, wie sich die Volksdroge Alkohol über mehrere Generationen trägt. Einziger kleiner Punkt Abzug sind die sehr kurzen Kapitel. Sie bringen einen schnell durch das Buch, man kommt aber den Charakteren emotional nicht sehr nah. Das Buch ist insgesamt eine sehr starke Empfehlung meinerseits.

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
23. Dez.
Rating:4

"Wenn er betrunken ist, packst du deine Koffer. Und wenn er nüchtern ist, packst du sie wieder aus. Und so läufst du dein ganzes Leben lsng in knubbeligen Blusen herum und siehst beschissen aus." Einer von vielen Sätzen aus diesem Buch, die nachwirken. Kurze und doch sehr einprägsame Kapitel. Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Lediglich die Zeitsprünge fande ich sehr anstrengend.

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
13. Dez.
Rating:5

Bewegend

Dieses Buch hat mich ab der ersten Seite in seinen Bann gezogen. Es ist relativ kurz aber steckt doch so voller Inhalt und Schwere. Die Autorin vermittelt so vieles in kurzen, prägnanten Sätzen, Kapiteln, die nur über zwei Seiten gehen, aber vor allem zwischen den Zeilen. Hat mich tief berührt.

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
5. Dez.
Rating:4.5

Bedrückende Geschichte über die Auswirkungen eines trinkenden Vaters auf die Familie

Wir lesen in kurzen Kapiteln und mit vielen Zeitsprüngen die Geschichte von Motte und ihrer Familie. Ihr Leben ist geprägt von der Alkohol- und Spielsucht des Vaters. Die Co-abhängige Mutter versucht die Sucht gegenüber Nachbar*innen im Dorf zu relativieren. Ein Verhalten, dass die Kinder der Familie kopieren. Motte kümmert sich bereits als Kind um den Vater, wenn er bspw. betrunken im Badezimmer liegt. Auch wenn der Vater seinen Kindern gegenüber liebevoll ist, sich Geschichten ausdenkt und mit ihnen herum albert, ist es doch sehr bedrückend, weil dieser Vater zunehmend verschwindet. Zitat S. 39: Als ich noch ein Kind bin, denke ich oft, ich habe zwei Väter. Den einen nüchternen, der schnell rennen kann und gut Verstecke kennt. (...) Und dann gibt es noch den anderen Vater. Der sich darüber legt und ihn verschwinden lässt. In anderen Zeitebenen begleiten wir Motte im jungen Erwachsenenalter. Sie hat ebenso ein problematisches Trinkverhalten entwickelt, hat Abstürze und trägt dabei Verletzungen davon. Zeitgleich wird ihr Vater schwer krank. Sie muss sich verabschieden und sich auch mit ihrem eigenen Suchtverhalten auseinandersetzen. Die Geschichte fand ich sehr bedrückend und wenig hoffnungsvoll, auch weil sich die trinkenden Männer durch die Generationen ziehen und das Leben der Frauen und deren Möglichkeiten extrem einschränken. Ich empfehle es dennoch, den es ist gut zu lesen und ermöglicht einen Blick, den man in dieser klaren Sprache nur selten liest. Die Zeitspanne erfordern etwas Konzentration, haben mich aber nicht gestört.

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
22. Nov.
Rating:3

Sehr lesenswert 👍👍👍👍

Der Vater von Motte, der Arbeiter mit den schwarzen Händen, ist Alkoholiker. Und Kinder von Alkoholikern werden selbst welche, was sich wenigstens bei Motte zu bestätigen scheint, die halt im Treppenhaus schläft, wenn sie mit dem Schlüssel das Schloss nicht mehr trifft. Männer sind gefährlich, wenn sie Schnaps trinken, Bier geht. Oder doch nicht? Eine intensive, bildstarke und unsentimentale, ja trockene Reise durch das Leben einer jungen Frau, die in einem suchtbelasteten Umfeld aufwächst und lebt. Ein Stimmungsbild aus einer westdeutschen Kleinstadt in den Neunzigern: Keine Stadtbild-Kritik, sondern «Chiffren der Heimatlosigkeit», wie ein Rezensent in der #fazamsonntag geschrieben hat.

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
18. Nov.
Rating:4

Kurzweilig intensiv

Relativ nüchtern beschreibt "Motte" ihre Beziehung zu ihrem Vater, den Alltag unter der Last des Alkohols aus den Augen eines Kindes und später aus denen einer erwachsen gewordenen Frau, die selbst mit diesem Laster zu kämpfen hat. Trotz der wenigen Seiten ist es beeindruckend, wie intensiv diese Erzählung dargestellt wird. Die Erzählweise ist präzise und unaufgeregt. Klassische Sentimentalität - die man bei dieser Thematik erwarten würde - fehlt. Und dennoch leidet man mit und ist irgendwie mittendrin, in dieser Verwirrung kindlicher Gefühle. Die Stimmung ist trist, in meinem Kopf herrschten schwarzweiß Szenerien. Und doch muss man zwischendurch schmunzeln, spürt die vom Alkohol meist überschattete Liebe vom Vater zu seiner Familie. Diese 200 Seiten sind ein stilles Zugeständnis vieler Familien - verpackt in einen literarischen artsy Kurzfilm.

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
18. Nov.
Rating:3

Vor meiner Bewertung muss ich noch einwerfen, dass ich in meiner Familie in der näheren Verwandtschaft auch einen Fall von Alkoholismus mit Todesfolge und in der Bekanntschaft meiner Eltern so einige kannte, die mit diesem Stoff doch sehr auf Du waren. Daher hat mich dieses Buch sehr interessiert und hat mich mit seinem Ton schon eingeholt, auch wenn ich es für mich insgesamt als Mittelmaß einordnen würde. Also ein Buch, bei dem leider nicht so viel haften bleibt, was ich schon merke, während ich diese Zeilen verfasse, denn ich kann ohne nachzuschauen, kaum noch etwas groß zum genaueren Inhalt sagen. Stilistisch hat mich das Buch sehr abgeholt. Ich fand die einfache Sprache passend zum Thema und auch die zeitlichen Sprünge ohne eine Zuordnung in den Kapiteln empfand ich als positiv herausfordernd, da man sich beim Lesen immer wieder orientieren musste, wo man denn nun genau zeitlich sich einordnen muss. Doch irgendwie hat mir in der gesamten Geschichte das Besondere gefehlt, eine Entwicklung der Figuren, die hängen bleibt. Ich hatte das Gefühl, dass das alles durch die kurzen, einfachen Sätze und Kapitel alles zu schnell abgehandelt wird und kaum Raum für eine Entwicklung der Figuren war. Alles sehr geradlinig, sehr vorhersehbar. Es ist wirklich traurig zu sehen, wie vor allem die Männer in der Familienlinie in der Suchtschleife zu hängen scheinen und die Frauen das irgendwie zu Hause abfangen, verschweigen und über sich ergehen lassen. Alles Dinge, die ich in milderen Umständen auch bei mir zu Hause hatte. Ich nannte das für mich im Nachhinein den soften Alkoholismus, der sich nicht durch Brutalität gezeigt hat, sondern vielmehr durch Tristesse und seelische Gewalt, was man da alles mit ansehen musste in jungen Jahren. Doch in Textform war mir das zu generisch (?), zu einfach gehalten. Da war nix dabei, was mich wirklich in den Text ziehen wollte und darüber nachdenken lässt, wie man diesen Kreis durchbrechen könnte. Alles in allem als Fazit: Inhaltlich leider zu wenig, aber sprachlich fand ich es gut umgesetzt.

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
10. Nov.
❤️Highlight❤️
Rating:5

❤️Highlight❤️

Wer weiß, wie es ist, wenn der Vater Alkoholiker ist, wird viele Momente wiedererkennen. Man wird sofort in die Geschichte gezogen, und in jeder Zeile wird spürbar, wie stark die Verbindung dennoch zwischen Vater und Tochter ist. Obwohl die Zeitsprünge manchmal irritieren, verleihen sie der Geschichte eine besondere Lebendigkeit. Besonders gut hat mir gefallen, dass der Vater gleichwohl ein liebender Vater bleibt! Zurecht steht das Buch auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2025.

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
4. Nov.
Rating:5

"Als ich noch ein Kind bin, denke ich oft, ich habe zwei Väter. Den einen nüchternen, der schnell rennen kann und gute Verstecke kennt. Der auf alle Fragen eine Antwort weiß und wenn nicht, sich eine gute ausdenkt. [...] Und dann gibt es noch den anderen Vater. Der sich darüber legt und ihn verschwinden lässt. " Ich vermisse meinen Vater immer noch, nicht mehr so doll, wie die Jahre nach seinem Tod, aber immer noch. Auch die Hauptperson Motte vermisst ihren Vater, nach dem er nach langer Krankheit verstorben ist. Aber bis dahin erlebt sie ihn in vollen Zügen, sie liebt ihn, manchmal hasst sie ihn, sie trinkt mit ihm, sie spielt mit ihm, sie lässt sich gute Nacht Geschichten vorlesen, sie macht sich Gedanken, sie weint um ihn, sie kennt nur die halbe Wahrheit. Ihr Vater ist starker Alkoholiker, anfangs nur mit Bier und am Wochenende, am Ende des volle Programm. Er vernachlässigt seine väterlichen Pflichten, aber gibt sich auch verdammt viel Mühe. Am Ende ist es Morphium was ihn hilft zu leben, bis irgendwann auch das versagt. Es ist ein echt wunderbarer, ehrlicher, trauriger, schonungsloser und liebevoller Roman. Ich musst an einigen Stellen echt schlucken. Mein Vater hat am Ende eine andere Sucht das Leben genommen und ich vermisse ihn.

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
31. Okt.
Rating:5

Lesenswert 💔

Es gibt sie zuhauf: Bücher, die Geschichten über Familien schreiben, die mit Süchten zu kämpfen haben. Bücher, die in fremde Wohnzimmer blicken und Angehörigen beim Leiden zusehen. Die Autoren und deren Motivation, solche Literatur zu verfassen, könnten unterschiedlicher nicht sein und sie schreiben aus den verschiedensten Beweggründen. Ärzte, Therapeuten, Schreiber oder eben Betroffene. Schrifststeller, die selbst als Familienmitglied eines Suchtkranken dieses Leid ertragen mussten. Ich bevorzuge ganz klar die schmerzhafte und emotionale Variante. Gelebte Literatur; jene Art, die erlebt wurde. Nicht, weil ich meinen Voyeurismus befriedigen möchte. Da hätte ich selbst zugenüge zu berichten. Oder möchte ich vielleicht doch Beobachter sein? Ist es eventuell genau der Blick hinter die zugezogene Gardine, der mich fasziniert und mir zuflüstert: Du warst nicht allein. Lena Schätte ist mit ihrem Buch #dasschwarzandenhändenmeinesvaters ein sehr authentisches Werk gelungen, welches genau dieses Panorama an physischen und psychischem Schmerz preisgibt. Sie spricht über totgeschwiegene Situationen, hat eventuell das eine oder andere auch garnicht berichtet. Aus Selbstschutz den Rotstift angesetzt. Ich spüre das Erlebte zwischen den Zeilen, auch wenn eine Brise Fiktion mitschwingt, wie sie selbst in einem Interview sagte. Ein unwahrscheinlich starkes Buch, mit kurzen prägnanten Sätzen, die so unglaublich viel Schmerz, Verlust, Hoffnung und Traurigkeit transportieren. Absolut lesenswert 🖤

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
31. Okt.
Rating:5

Lesenswert 💔

Es gibt sie zuhauf: Bücher, die Geschichten über Familien schreiben, die mit Süchten zu kämpfen haben. Bücher, die in fremde Wohnzimmer blicken und Angehörigen beim leiden zusehen. Die Autoren und deren Motivation, solche Literatur zu verfassen, könnten unterschiedlicher nicht sein und sie schreiben aus den verschiedensten Beweggründen. Ärzte, Therapeuten, Autoren oder eben Betroffene. Schrifststeller, die selbst als Familienmitglied eines Suchtkranken dieses Leid ertragen mussten. Ich bevorzuge ganz klar die schmerzhafte und emotionale Variante. Erlebte Literatur; jene Art, die erlebt wurde. Nicht, weil ich meinen Voyeurismus befriedigen möchte. Da hätte ich selbst zugenüge zu berichten. Oder möchte ich vielleicht doch Beobachter sein? Ist es eventuell genau der Blick hinter die zugezogene Gardine, der mich fasziniert und mir zuflüstert: Du warst nicht allein. Lena Schätte ist mit ihrem Buch #dasschwarzandenhändenmeinesvaters ein sehr authentisches Werk gelungen, welches genau dieses Panorama an physischen und psychischem Schmerz preisgibt. Sie spricht über totgeschwiegene Situationen, hat eventuell das eine oder andere auch garnicht berichtet. Oder aber aus Selbstschutz den Rotstift angesetzt. Ich spüre das Erlebte zwischen den Zeilen, auch wenn eine Brise Fiktion mitschwingt, wie sie selbst in einem Interview sagte. Ein unwahrscheinlich starkes Buch, mit kurzen prägnanten Sätzen, die so unglaublich viel Schmerz, Verlust, Hoffnung und Traurigkeit transportieren. Absolut lesenswert 🖤

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
30. Okt.
Rating:3.5

„Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ ist ein kraftvoller, leiser Roman über Bindung und Verlust, über Sucht und Mit-Abhängigkeit, über Familie und das Erwachsenwerden im Schatten eines Vaters, der manchmal nicht Halt gibt. Lena Schätte gelingt es, diesen Stoff mit Sensibilität und Präzision zu erzählen – und damit Leser:innen nicht nur mitzunehmen, sondern nachzudenken zu lassen.

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
30. Okt.
Wuchtig und nüchtern zugleich
Rating:4

Wuchtig und nüchtern zugleich

“Bloß nicht so werden wie die eigenen Eltern” – das denken vermutlich viele Kinder, nur, um dann irgendwann festzustellen, dass sie es eben doch geworden sind. So geht es auch Motte, die in einer Familie aufwächst, in der Alkohol allgegenwärtig ist. Der Vater bleibt nächtelang weg, riecht nach Schnaps, wenn er morgens wiederkommt, und das “Schwarz an seinen Händen” verschwindet langsam, nachdem er wegen der Sauferei seinen Job in einer Fabrik verliert. Und dann kommt da irgendwann noch eine Diagnose, die klar macht, dass er noch sehr viel mehr verlieren wird. Unglaublich nüchtern und trotzdem klug beobachtend erzählt Lena Schätte in diesem ganz und gar nicht chronologischen, autofiktionalen Roman vom Aufwachsen in einer Familie, in der Sucht das Leben aller bestimmt. Vor allem aber erzählt sie von einer besonderen Vater-Tochter-Beziehung, die ohne Klischees oder Schnörkeleien auskommt.

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
25. Okt.
Rating:3

Das Buch „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ hat mir insgesamt ganz gut gefallen. Der Schreibstil war flüssig und angenehm, sodass sich die Geschichte leicht lesen ließ. Inhaltlich fand ich das Thema jedoch ziemlich anstrengend – es war emotional und teilweise schwer verdaulich, was das Lesen manchmal etwas mühsam gemacht hat. Trotzdem war die Erzählweise überzeugend, und man konnte sich gut in die Figuren hineinversetzen. Insgesamt also ein solides Buch, das zwar nicht leicht, aber durchaus lesenswert ist.

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
22. Okt.
Rating:4

Ein schmales Buch, leicht in der Hand, schwer auf der Brust.

"Meine Mutter bringt uns Töchter Dinge bei. ... Sie bringt uns bei, dass Schnaps Ärger bedeutet. Dass Männer, die Bier trinken, harmlos sind." Alkoholismus, der sich wie ein roter Faden durch eine Familie zieht und dort Spuren hinterlässt.

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
21. Okt.
Rating:4.5

Das Buch fand ich ganz besonders. Das Thema "Alkoholmissbrauch" ist mir schon in einigen Büchern begegnet, aber noch nie habe ich eine derartige Geschichte gelesen. Mir gefiel sehr gut, dass Alkohol nicht als Treibstoff für Gewalt und/ oder psychischen Missbrauch benutzt wurde. Der liebende Vater bleibt der liebende Vater - nur mit anderem Gesicht. Warum Alkohol trotzdem das Leben der Protagonistin und ihrer Familie zerstört, zeigt das Buch mit seinen kurzen, knallharten Kapiteln hervorragend.

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER
19. Okt.
Rating:4.5

Die Ich-Erzählerin berichtet über ihr Leben, ihre Kindheit mit einem Vater, einem Arbeiter, der mehr trinkt, als gut für alle ist und über ihr Erwachsenenleben, in dem sie auch gern mal viel zu sehr über die Strenge schlägt. Der Titel ist relativ schnell erklärt, hat etwas mit dem Job des Vaters zu tun. Doch als Leser ist man schnell in der eigentlichen Thematik drin. Der übermäßige Alkoholkonsum einiger Protagonisten in diesem Buch und dass es beinahe selbstverständlich ist. Wer weiß, wie es ist, einen Alkoholiker in der Familie zu haben, kann dieses Buch so gut verstehen. Erschreckend real erzählt die Autorin. Doch dann ist da noch die tiefe Liebe, die "Motte", wie die Erzählerin von ihrem Vater genannt wird, genau diesem entgegenbringt. Hier wird der Zwiespalt zwischen dem Abscheu des sich ständig wiederholenden vernichtenden Verhalten des Vaters und der alles umfassenden Liebe eines Kindes so gut nachvollziehbar auf den Punkt gebracht.

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
Das Schwarz an den Händen meines Vatersby Lena SchätteS. FISCHER