10. Feb.
Rating:3

Ich fand Gittersee interessant und stimmungsvoll, aber nicht fesselnd. Die Sprache ist schön und ruhig, doch mir fehlte das Gefühl, wirklich in der Geschichte drin zu sein. Ein Buch, das man gut lesen kann – das aber nicht lange nachhallt. #readingchallenge2026

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
7. Feb.
Rating:4

karin - ihre geschichte ueber herzschmerz, unverstaendsnis, stille, warten, eintoenigkeit, abgestumpftheit und paul, wickwalz, marie und ruehle. anfangs nervte mich die schreibweise teils, im laufe des buches gewoehnte ich mich dran und die handlung wurde auch spannender. es war irgendwie ein sehr passives buch, alles passierte und karin nahm einfach alles an - okay, nicht alles, aber vieles. trotzdem war es spannend und die detaillierte beschreibung einiger sachen ließ es zu, die charaktere mehr zu verstehen.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
22. Jan.
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Rating:3

1976, im Dresdner Vorort Gittersee: Die 16-jährige Karin lebt mit ihrer Schwester im Kleinkindalter, ihren Eltern und ihrer Oma in einer kleinen Wohnung. Ihre Tage gestalten sich eintönig, sie muss ihre kleine Schwester hüten, weil sich ihre Mutter ein anderes Leben wünscht, auch ihr Vater ist mehr abwesend, versucht aber, das Familienleben zu reparieren, während die Oma immer und überall eine Aufgabe für Karin findet. Lichtblicke sind für Karin ihre beste Freundin Marie, mit der sie in eine Klasse geht, und ihr Freund Paul, der gerne ein Künstler wäre, aber im Schacht bei der Wismut arbeitet. Als Paul von einem Ausflug nicht zurück kehrt, stehen eines Abends zwei Beamte der Stasi in Karins Küche - mit fatalen Folgen für sie und alle, die ihr nahe stehen. Charlotte Gneuß Debütroman "Gittersee" hat mich inhaltlich sehr überzeugt, allerdings konnte ich mit ihrem Schreibstil wenig anfangen. Obwohl ich Karins Geschichte spannend fand und das Buch zeitweise kaum aus der Hand legen konnte, blieben mir die Charaktere durch den distanzierten Stil eher fremd. Auch einige Textstellen fand ich einfach überflüssig, beispielsweise die über den älteren Hund der Nachbarzwillinge. Trotzdem hat mich Charlotte Gneuß mit ihrem Buch beeindruckt, vor allem ob der großen Recherchearbeit, die dahinter stecken muss, ist sie doch selbst nicht in der DDR aufgewachsen. Es ist gruselig zu lesen, wie eine Teenagerin so sehr vom "Apparat" manipuliert wird, dass sie ihre Freund*innen verrät. Wer mit dem Schreibstil der Autorin besser zurecht kommt als ich, wird dieses Debüt sicher sehr mögen!

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
18. Jan.
Rating:3

Ein solider Roman übers Erwachsenwerden in der DDR. Leicht verständlich und leicht zu lesen. Ich habe leider keine Bindung zu den Charakteren aufbringen können, weil sie irgendwie fast identisch und charakterlos wirkten. Dennoch habe ich das Buch - vor allen Dingen für eine Unilektüre - ganz gerne gelesen und könnte es mir als Schullektüre durchaus vorstellen!

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
18. Jan.
Rating:3

Ein solider Roman übers Erwachsenwerden in der DDR. Leicht verständlich und leicht zu lesen. Ich habe leider keine Bindung zu den Charakteren aufbringen können, weil sie irgendwie fast identisch und charakterlos wirkten. Dennoch habe ich das Buch - vor allen Dingen für eine Unilektüre - ganz gerne gelesen und könnte es mir als Schullektüre durchaus vorstellen!

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
24. Dez.
Rating:4

Gittersee von Charlotte Gneuß war für mich ein Buch, in das ich zunächst nur schwer hineingefunden habe. Der Schreibstil ist am Anfang sehr fordernd: Viele Eindrücke prasseln gleichzeitig auf einen ein, Gedanken springen, Zeitebenen verschwimmen, und lange war mir nicht ganz klar, was genau passiert und warum alles so verwirrend wirkt. Im Verlauf des Romans wurde jedoch vieles klarer. Da habe ich verstanden, dass diese Überforderung kein Zufall ist, sondern eng mit dem inneren Zustand der Protagonistin Karin zusammenhängt. Man steckt beim Lesen direkt in ihrem Kopf, erlebt ihre Angst, ihren Stress und letztlich auch ihr Trauma mit. Rückblickend ergibt der fragmentierte Stil dadurch sehr viel Sinn und wirkt fast konsequent, auch wenn er Geduld verlangt. Die Geschichte selbst fand ich insgesamt sehr spannend, besonders durch die bedrückende Atmosphäre der DDR und die ständige Unsicherheit, die über allem liegt. Das offene Ende hat mich lange beschäftigt und zum Nachdenken angeregt, weil es keine einfachen Antworten liefert. Auch wenn mir der Einstieg schwerfiel, hat mich Gittersee am Ende überzeugt. Gerade durch seine psychologische Tiefe und die Art, wie es das Innenleben der Protagonistin spürbar macht.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
20. Dez.
Ein Blick auf einen kleinen, eher unbekannten Stadtteil Dresdens
Rating:4

Ein Blick auf einen kleinen, eher unbekannten Stadtteil Dresdens

Gittersee. Ein Stadtteil von Dresden. Mitte der 1970er Jahre, DDR. Karin ist 16 Jahre. Sie wächst in einer klassischen Familie auf. Ihre Freundin Marie gibt ihr Halt & hat Pläne für die Zukunft. Karin ist verliebt in Paul. Sie übernachten im Wald. Am nächsten Morgen ist Karin allein. Karin treibt um, wo Paul ist. Was will der mysteriöse Wickwalz von ihr? „Gittersee“ von Charlotte Gneuß ist mit dem „aspekte“-Literaturpreis 2023, dem Jürgen Ponto-Preis & dem Nicolas-Born-Debütpreis 2024 ausgezeichnet wurden. Herzlichen Glückwunsch! Außerdem stand der Roman auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2023. Gittersee ist ein kleiner, unscheinbarer Stadtteil von Dresden. Das Leben in dem Stadtviertel wirkt eher uninteressant. Karin, die Hauptprotagonistin des Romans, ist vielleicht daher weniger zu Hause & hält sich lieber in anderen Orten in Dresden auf. Die Leser*in erhalten einen Einblick in das Leben zu DDR Zeiten. Welche Alltagsprobleme mussten bewältigt werden? Wie halten Familie & Freunde zusammen? Was bedeutet es, wenn Verwandte im „Westen“ wohnen? Der Wunsch nach Ausbruch aus dem System, Reisefreiheit & Freiheit sind präsent. Was ist der richtige Weg & das Gefühl im Schwebezustand zu sein ist allgegenwertig. Ab & zu kommen Zweifel an dem System. Im Roman wird plötzlich Tante Hedwig festgenommen, da sie ein Westpaket angenommen hat. Paul ist plötzlich verschwunden. Der Vorwurf der Republikflucht steht im Raum. Ständig wird Karin über ihr Umfeld ausgefragt. Das Wort „Stasi“ wird im Buch nicht erwähnt, als Leser*in weiß man es jedoch. Ich bin nach der DDR geboren & kann die Debatte/Mängelliste vom Autor Ingo Schulze nicht nachvollziehen. Auch wenn inhaltliche Mängel vorhanden sind, bringen sie der Story, aus meiner Sicht, keinen Abbruch. „Gittersee“ ist ein gut zu lesendes Buch mit dem Fokus, was treibt eine 16 jährige Frau in der DDR um & wie ist sie von anderen Menschen beeinflussbar. Wer sagt die Wahrheit & wer lügt? Den Roman kann ich Personen empfehlen die, einen nicht bekannten Stadtteil von Dresden kennenlernen wollen & Interesse an DDR Geschichte haben. Charlotte Gneuß war u.a. 2024 Stadtschreiberin von Dresden.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
6. Nov.
Rating:4

Gittersee ist kein klassischer DDR-Roman. Es ist ein Roman über Macht, Manipulation und das Erwachsenwerden in einem System, das Vertrauen als Waffe nutzt.

Karin ist 16, lebt im Dresden der 1970er Jahre, zwischen Familie, erster Liebe und einem Staat, der sie beobachtet, formt, benutzt. Die DDR verspricht Zugehörigkeit und verrät gerade die Jüngsten, indem sie sie instrumentalisiert. Dieser Missbrauch von Nähe, dieses Ausnutzen jugendlicher Loyalität, zieht sich wie ein kalter Schatten durch den Roman. Gleichzeitig leistet Karin all das, was Mädchen immer leisten mussten: Sie trägt Verantwortung, sorgt, hält die Familie zusammen. Care-Arbeit als weibliche Pflicht, unbezahlt und unsichtbar. In dieser Überforderung verschwimmen Realität und Gedanke, und genau das spiegelt sich im Stil: keine Anführungszeichen, keine klaren Grenzen. Die Sprache selbst wird zum Spiegel der inneren Zerrüttung – klug, verstörend, konsequent. Die Kritik, eine westdeutsche Autorin dürfe nicht über den Osten schreiben, greift für mich zu kurz. Charlotte Gneuß schreibt nicht über, sondern hinein – mit Empathie, Präzision und Respekt. Man spürt, dass sie recherchiert, zugehört hat und durch ihre Familie ostdeutsche Identität miterlebt hat. Ein stilles, aber wütendes Buch. Über ein Mädchen, das die Welt verstehen will und über ein System, das genau das verhindert.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
17. Sept.
Rating:3

Gittersee von Charlotte Gneuß

Am Anfang fand ich den Schreibstil und die Sprache etwas befremdlich, doch nach ein paar Seiten hatte ich mich daran gewöhnt, z.B. keine Anführungszeichen bei der direkten Rede vorzufinden und die flappsige Sprache einzuordnen. Auch die schnellen Themen-, Gedanken-, oder Situationswechsel haben mich einige Male Innehalten lassen, um das Gelesene zu sortieren. Im Nachhinein machte aber diese sehr einfache und saloppe Sprache den Roman und seine Charaktere authentisch und glaubhaft. Obwohl dies eine fiktive Geschichte ist, wird sich diese Vorgehensweise der Stasi tausendfach ereignet haben. Familien sind daran zerbrochen und keiner (ver-)traute mehr dem anderen. Naja, letztendlich hat man meiner Meinung nach aber auch nicht wirklich viel verpasst, wenn man das Buch nicht gelesen hat.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
25. Aug.
Rating:3.5

Ein ‚Kann‘-Buch. Lange Zeit konnte das Buch mich nicht für sich gewinnen. Die Sprache war mir zu wirr, zu schnell, zu zerstückelt. Es fiel mir schwer mit Interesse weiterzulesen. Dabei ist die Story eine Gute. Der Osten, eine Flucht, Spitzel. Ich kann mir gut vorstellen, das es wirklich so war. Das etliche unter Druck gesetzt wurden und dann ihre Liebsten verraten haben. Erst der dritte Abschnitt des Buches war für mich spannend und so geschrieben, das ich dran bleiben wollte. Ab da war ich sehr schnell am Ende des Buches. Diese Dramatik hat den vorherigen Teilen gefehlt.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
25. Aug.
Rating:5

Ein fesselnder Blick in die DDR

Charlotte Gneuß' Debütroman "Gittersee" ist ein beeindruckendes, literarisches Werk, das die Geschichte der 16-jährigen Karin in der DDR der 1970er Jahre erzählt. Nach dem plötzlichen Verschwinden ihres Freundes Paul gerät Karin in die Fänge der Stasi. Gneuß beschreibt eindringlich, wie das System junge Menschen manipulierte und sie zu Informanten machte. Das Buch zeichnet sich durch seine authentische Sprache und eine packende Handlung aus, die von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. "Gittersee" ist ein spannender Roman über Unschuld und Verrat, der lange im Gedächtnis bleibt.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
24. Aug.
Rating:4.5

Es gibt ihn wirklich, den Dresdner Stadtteil Gittersee. Ein See, ein Leben in einer Landschaft hinter Gittern? Vielleicht hat Charlotte Gneuß auch dieses Bild bewogen ihren Roman ausgerechnet hier spielen zu lassen, obwohl es auch jeder andere Ort der DDR hätte sein können. Menschen Mitte der 70er, in einem System, das kontrolliert und manipuliert. Manche arrangieren sich, manche brechen aus oder versuchen es zumindest. Was aber passiert mit den Angehörigen, die nach einer Flucht zurückbleiben? Dieser Frage geht die Autorin spannungreich nach und zeigt auf, wie sich die Schnur des Apparates (Stasi) immer enger um sie zieht und sie schließlich zum Äußersten treibt. Anfangs ein paar Schnitzer in der Darstellung der Lebenswelt, die sich aber im weiteren Verlauf der Geschichte auflösen bzw. nicht stark ins Gewicht fallen. Zügiger, moderner Schreibstil. Lohnt sich.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
22. Aug.
Rating:4

Schuld und Unschuld als Stasi-IM

Katrin ist 16 und gerät durch die Flucht ihres Freundes aus der DDR in die Fänge der Stasi. Als Jugendliche ist es ihr eigentlich unmöglich, den perfiden Taktiken der Staatssicherheit in der DDR zu entkommen und sie verät aus Unkenntnis und Leichtsinn einige ihrer Bekannten aus dem Umfeld. Man kann sie nur teilweise verstehen, doch Mutter und Vater sind mit eigenen Problemen beschäftigt, die Oma trauert ihrer Zeit als Blitzmädel im Dritten Reich nach und so kann sie auf keine Unterstützung bauen. Interessanter Blick auf die 70er in der DDR, lohnt sich.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
9. Juli
Rating:3.5

Coming of age in der DDR der 70er Jahre. Die Mutter haut ab, der Freund haut ab, die Freundinnen zicken, der Vater trinkt, nur die Stasi bleibt und die Kleinkindschwester, auf die man aufpassen muss. Nicht gerade ein Wohlfühlroman. Spröder Sprachstil

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
28. Juni
Rating:3.5

Eine gut erzählte Darstellung über das Leben in der DDR als Jugendliche, über den Wunsch nach Freiheit und über die hinterlistigen Maschen der DDR Spitzel.

Karin ist verliebt in ihren Paul. Doch Paul sehnt sich nach Freiheit, nach einem Leben, dass er in der DDR nicht führen kann. Und so verschwindet er von einem Tag auf den anderen. Dies muss Wickwalz, der DDR Spitzel ganz genau erkundschaften: wohin ist Paul gegangen? Wer hat ihm geholfen? Hat er seine Flucht angekündigt? Für die Beantwortung all dieser Fragen hängt er sich an Karin.. ob sie vorher nichts gewusst habe? Ob sie nichts gespürt habe? Soetwas spürt man doch, sagten die Leute immer wieder zu ihr. Aber nein: Karin wusste nichts und spürte nichts und ist nun selbst auf der Suche.. Dieses Buch ist keine bewusst spannende Erzählung, vielmehr eine, die Verzweiflung erzählt. Eine die viele Fragen aufwirft und wenig Antworten gibt. Gittersee ist ein gutes Buch für all diejenigen, die noch keine anderen DDR Bücher gelesen haben. Es zeigt die unglaublich perfide Masche der Spitzel aber auch das Leben, wie es geführt wurde. Auf jeden Fall eine Empfehlung.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
16. Juni
Rating:5

Karin ist 16 und lebt 1976 im kleinen Ort Gittersee in der DDR. Als ihr Freund verschwindet, gerät sie in die Fänge der Stasi. Kaum zu glauben, dass es sich bei "Gittersee" um einen Debütroman handelt. Unglaublich dicht beschreibt Charlotte Gneuß die Atmosphäre der 70er und die Gefühle der jungen Frau, die etwas ziellos zum Spielball wird. "Gittersee" ist eine mitfühlsame Coming-of-Age-Geschichte, die aber von der ersten Seite an, eine düstere und bedrohliche Stimmung erzeugt und dadurch spannend wie ein Thriller ist.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
6. Juni
Rating:4.5

Mein Jahreshighlight bisher

Das Buch verpackt den Alltag einer 16-jährigen in der DDR in eine spannende Story. Am besten haben mir die Beschreibungen des Schullalltags gefallen, in dem deutlich wurde wie die Hirnwäsche der DDR funktioniert hat. Und die Ängste und Zwänge der Erwachsenen werden atmosphärisch super geschildert, sodass ich mit den Protagonisten mitfühlen konnte wie schwer es war in einem Staat ständig beobachtet und eingesperrt zu sein.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
4. Juni
Rating:4

Charlotte Gneuß erzählt in Gittersee eindringlich vom Erwachsenwerden in der DDR der 1970er. Die 16-jährige Karin gerät zwischen Liebe, Rebellion und staatliche Kontrolle. Mit klarer Sprache und dichter Atmosphäre gelingt Gneuß ein sensibles, spannendes Porträt eines Lebens im Überwachungsstaat.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
18. Mai
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Rating:3.5

In ihrem packenden Debütroman nimmt uns Charlotte Gneuß mit in eine Welt, die längst nicht mehr existiert. Eine Welt, die ich persönlich nur aus Erzählungen kenne. Wir begleiten Karin in den Monaten nach Pauls Verschwinden. Paul – ihre erste große Liebe. Paul – der nur ein Wochenende in die Tschechei wollte und nie zurückkehrte. Paul – der ihr von seinen Plänen nichts erzählte. „Ich setzte mich hinter eine Buche, die nur wenige Meter hinter dem Punkt stand, an dem Paul sein Moped geparkt hatte. Du darfst auch nicht vergessen, dass du meine kleine Komma bist und dass ich dich über alles liebe, versprich mir das, hatte Paul damals geflüstert.“ Karins Welt gerät aus den Fugen, als eines nachts plötzlich zwei Beamte der Staatssicherheit vor der Tür stehen und sie mitnehmen. Der Text hat sich da anfangs etwas holprig gelesen, was es mir schwer gemacht hat, emotional zu Karin, der Ich-Erzählerin, durchzudringen. Aber je weiter ich kam, desto mehr gewöhnt man sich an den Stil. Dann spürte ich bei Karin eine tiefe Zerrissenheit, die mir sehr nah ging – ich konnte nachempfinden, wie sie sich gefühlt haben muss, in diesem doch jungen Alter mit solch moralischen Fragestellungen konfrontiert zu werden und zudem noch ihre erste große Liebe zu verlieren, und das alles ohne Rückhalt der auseinanderfallenden Familie. Ich kann euch diesen Roman sehr empfehlen!!! [unbezahlte Werbung, da selbstgekauft]

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
13. Mai
Rating:2.5

Der Einstieg gestaltete sich aufgrund des Schreibstils etwas mühsam für mich. Auch thematisch hat mich das Buch persönlich nicht großartig erreicht. Das Ende konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen, hinterlässt aber Raum für Interpretation. Leider deutlich hinter den Erwartungen geblieben.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
4. Mai
Rating:4.5

Der Roman Gittersee stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2023. Mittelpunkt der Geschichte ist 16-jährige Karin. Es ist 1976 und Karin wohnt gemeinsam mir ihrer Familie im Dresdner Vorort Gittersee. Sie lebt in schwierigen Familienverhältnissen und trägt bereits viel Verantwortung im Familienleben. So muss Karin sich z.B. oft um ihre kleine Schwester kümmern. Nachdem der Verdacht aufkommt, dass ihr Freund Paul in den Westen geflüchtet sein könnte, wird die Stasi auf sie aufmerksam. Karin steht nun zwischen ihren Freunden und der Manipulation durch die Staatsmacht. Die Autorin schafft es  den Alltag von Jugendlichen in der DDR authentisch zu beschreiben. Auch die Sprache war passend zur Geschichte. Die Autorin hat einen guten Ton gefunden, die damalige Zeit wiederzugeben ohne Dialekt zu benutzen. Dass es keine gekennzeichnete wörtliche Rede gab, hat mich weder gestört und noch meinen Lesefluss beeinflusst. Das Leben von jungen Menschen in der DDR wird nachvollziehbar dargestellt - der Alltag zwischen Schule, Familie und Freunden, das Dilemma zwischen persönlicher Selbstverwirklichung und staatlicher Autorität. Insgesamt eine spannende Geschichte, die mir sehr gut gefallen hat. Noch ein kleiner Tipp am Rande:  Nach Beendingung des Buches empfehle ich nochmal den Anfang zu lesen. Es lohnt sich 😊. Es kann dieses Buch auf jeden Fall weiter empfehlen und vergebe 4,5 🌟.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
13. Apr.
Rating:4.5

Leben mit der Stasi in der DDR

Karin lebt mit ihrer kleinen Schwester, Mutter, Vater und Oma in der DDR. Als ihr Freund Paul eines Tages verschwindet, wird sie von der Stasi beobachtet wegen „Beihilfe zur Republikflucht“. Dieser Roman geht unter die Haut. Ich habe ihn nahezu durchflogen, weil ich nicht abwarten konnte, wie es weitergeht.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
10. Apr.
Rating:3

realitätsnahes Feeling

Beklemmend realistisch beschreibt die Autorin das Leben in der DDR, wo jeder ein Spitzel oder auf der Flucht nach Drüben sein kann. Wer ist Freund, wer ist Feind, wen kann man eigentlich trauen?! Der Roman fängt wirklich spannend an und hat mich daher direkt in seinen Bann gezogen. Leider verliert er sich meines Erachtens ab dem letzten Drittel.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
7. Apr.
Rating:4.5

25 Frauen 2025 - Buch 11: Eins ist klar: ich werde definitiv weitere Romane von Charlotte Gneuß lesen! In ihrem Debütroman "Gittersee" begleiten wir Karin, eine Jugendliche, die in Paul verliebt und mit ihm zusammen ist. Die Handlung spielt in den 1970ern in der DDR. Paul will einen Wochenendausflug machen und Karin mitnehmen, aber sie muss auf ihre kleine Schwester aufpassen. Als Paul nicht nach Hause zurückkehrt, kommt die Handlung ins Rollen. Obwohl vordergründig gar nicht so viel passiert, tut sich in Karins Leben doch so einiges. Gneuß gelingt es, den Alltag in der DDR zu zeigen, ohne explizit zu bewerten. Stattdessen nutzt sie unser Wissen über die DDR und die Methoden der Stasi, um eine permanente bedrohliche Stimmung zu schaffen. Zudem schafft sie durch die erste Seite eine Spannung, die sich durch den gesamten Roman zieht und bis zum Ende aufrechterhalten wird. Mir hat auch der Stil von Gneuß gefallen. Ihr gelingt es, die Dialoge nach realer Alltagssprache klingen zu lassen. Karins Tendenz, immer wieder über Paul und die Geschehnisse nachzudenken, bildet sie passend über einen assoziativen Stil ab. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich mir Karin nicht so richtig warm geworden bin. Allerdings habe ich persönlich immer Probleme damit, wenn Hauptfiguren eher blass - also ohne besondere Charaktereigenschaften - bleiben bzw. oft unentschlossen oder passiv sind. Am Ende des Romans wird dies teilweise aufgehoben, aber das war für mein Leseerlebnis etwas zu spät. Insgesamt kann ich den Roman nur empfehlen!

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
6. Apr.
Rating:3

Gittersee hat mich nur bedingt überzeugt. Die Handlung wirkte auf mich teils sprunghaft und die Charaktere blieben für mich oberflächlich – ich fand keinen echten Zugang zu ihnen. Stark fand ich jedoch die dichte Atmosphäre und die eindringliche Darstellung des DDR-Alltags, besonders die leise und konsequente Bedrohung durch die Stasi. Insgesamt ein solider Roman mit relevanter Thematik, aber emotional blieb ich außen vor. Schade.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
2. Apr.
Rating:5

Gittersee - ein kleines Dorf bei Dresden. 1976. Die 16-jährige Karin wird eines Tages von der Stasi besucht und im Laufe der Zeit von ihr als Spitzel angeheuert. Eine Geschichte, wie sie zu Tausende in der DDR passiert ist. Der Schreibstil von Charlotte Gneuß ist einfach nur mitreißend und bildhaft. Direkt zu Beginn des Buches war ich in meine Kindheit zurück versetzt. Saß als Teenager mit meiner Mutter und Oma am Tisch und habe mir ihre Geschichten angehört. Angehört, wie sie als Teenager die DDR erlebt haben. Bis zum Schluss des Buches hatte ich das Gefühl, heimlich das Tagebuch der Freundin von meinem Vater seinen besten Freund zu lesen. Auch wenn wir in einer anderen Region gewohnt haben, so gleichen sich die Geschichten. Die Geschichten rund um Flucht, Verhöre und der Stasi. Obwohl ich es nicht mag, wenn Anführungszeichen weggelassen werden, so war es hier nicht störend. Es passt so gut ins Bild des geschriebenen. Dem Buch sollte eigentlich mehr als Lesetag gewidmet werden, weil es so tiefgründig ist, aber ich konnte es einfach nicht aus den Händen legen.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
30. März
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Rating:4

📝 „Aber es geht vorüber. Alles geht vorüber. Man muss nur atmen, immer weiteratmen.“ (S. 87) 📝 „ […] wenn man aber für die Liebe offen ist, kann sie dich immer treffen […].“ (S.99) 📝 „Ich kam mir falsch vor. Doch wie sollte man etwas Richtiges tun, wenn drum rum alles falsch war.“ (S.139) 📖 Die 16-jährige Karin liebt Paul. Dieser flüchtet aus der DDR. Somit wird sie für die Stasi zur Mitwissenden, eine damals schwere Straftat. Vom Staatsapparat verfolgt und unter Druck gesetzt, versucht sie, ihn zu schützen. Außerdem steht sie vor einer Entscheidung, die ihr weiteres Leben grundlegend bestimmen dürfte. 💭 Toll, wie die Autorin die intensive Gefühlswelt des Mädchens darstellt. Ich spüre die Last auf den Schultern des jungen Teenagers. Marie‘s Ratschläge an Karin, die die Liebe betreffen, haben mir gefallen. Der Schreibstil ist grundsätzlich nicht so meins und verlangt mir persönlich mehr Konzentration ab. In dieser Handlung empfinde ich ihn jedoch als hilfreich, die Gedanken und Beweggründe der Hauptfigur authentisch zu vermitteln. Dadurch kam ich beim Lesen der Figur Karin nahe. Vielleicht ist der Schreibstil auch eine Rebellion und ermöglicht es der Autorin, sich von den Daumenschrauben dieses perfide akribischen Regimes zu lösen. Jedenfalls ist es ein gelungenes Buch und ein tolles Debüt, welches mich in eine mir zum Glück ferne Welt entführte - und so etwas liebe ich!

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
29. März
Rating:5

Spannend, authentisch und eigenwillig erzählt

Dieses Buch hatte entgegen einiger negativer Kritik für mein Empfinden eine äußerst starke Sogwirkung. Ich habe es regelrecht inhaliert - so sehr mochte ich es. 🤓 Mein Vater hat seine Kindheit und einen Teil seiner Jugend in der DDR erlebt. Viele seiner Geschichten aus dieser Zeit kamen mir wieder ins Gedächtnis als ich die Geschichte der Protagonistin Karin las. Dementsprechend hatte ich auch das Gefühl, mit dem Roman der Autorin eine sehr authentische Geschichte zu lesen.👌🏻 Generell mag ich ihren Erzähl- und Schreibstil, denn das Buch kommt ohne gekennzeichnete Wörtliche Rede aus und beinhaltet weitestgehend kurze Textpassagen. Somit lies sich das Buch rasch durchlesen. Meiner Meinung nach ist Charlotte Gneuß ein ganz großer Roman gelungen, der zurecht 2023 für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Spannend, authentisch und eigenwillig erzählt. Aus meiner Sicht ein Muss! 🤩

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
24. März
Erster O-Ton in mir, nachdem ich das Buch zuklappte: Uff! 
DDR, Stasi, Republik-Flucht, Queer-Sein, Geheimnisse. „Es war niemand auf der Straße, doch hinter jedem Fenster Licht. Hinter jedem Fenster Licht und Tisch und Mensch.“
Nüchtern geschrieben, sodass es auf Distanz hält und doch las ich mit Anspannung Seite um Seite und wartete auf den großen Knall. Ich war und bin sehr hin- und hergerissen von meinen Leseeindrücken: Der Stil trifft den Zeitgeist. Als Leserin bleibe ich gerade deswegen außen vor.
Rating:3.5

Erster O-Ton in mir, nachdem ich das Buch zuklappte: Uff! DDR, Stasi, Republik-Flucht, Queer-Sein, Geheimnisse. „Es war niemand auf der Straße, doch hinter jedem Fenster Licht. Hinter jedem Fenster Licht und Tisch und Mensch.“ Nüchtern geschrieben, sodass es auf Distanz hält und doch las ich mit Anspannung Seite um Seite und wartete auf den großen Knall. Ich war und bin sehr hin- und hergerissen von meinen Leseeindrücken: Der Stil trifft den Zeitgeist. Als Leserin bleibe ich gerade deswegen außen vor.

Der Roman erzählt in Ich-Perspektive den Alltag der 16-jährigen Karin in Gittersee in der DDR in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre. Karin geht zur Schule, sie ist verliebt und mit Paul zusammen. Sie kümmert sich um ihre Schwester, die noch ein Baby ist, ist Mutterersatz, obwohl sie mit Mutter, Vater und Großmutter in einem Haus lebt. Paul flieht in den Westen und macht Karin zur Mitwisserin, ein Delikt, der in der DDR schwer geahndet wurde. Der Stasi-Mitarbeiter Wickwalz versucht herauszufinden, wohin Paul geflüchtet ist, was Karin weiß. Die hält Wickwalz für einen Vertrauten. Welche Rolle er eigentlich im System spielt, das begreift Karin im Grunde erst am Ende des Buches. Und genau hierin zeigt sich die feine Tiefe des Romans. Alltäglichkeiten, Langeweile, der übliche Lauf einer 16-jährigen Schülerin, all da liest sich in den Ich-erzählten Abschnitten teilweise stumpf und dröge. Aber genau das ist der Clou, Karin ist eine „normale“ 16 Jöhrige. Für sie ist die DDR Kindheit und Jugend, hier wächst sie auf. Sie lernt die Werte, übernimmt früh Verantwortung für ihre Schwester. Die Beziehung zu den Eltern ist distanziert, wir erfahren kaum etwas über sie als Menschen. Lediglich Andeutungen zeigen, wie jeder auf seine Weise kämpft. Die Mutter scheint depressiv, bis sie ausbricht aus ihrem Leben. Der Vater trinkt. Die Großmutter macht den Haushalt. Die Freundin Marie ist Vertraute und Konstante. Doch auch sie lebt mit ihren eigenen Geheimnissen. Sie hat ein inniges Verhältnis zur Mutter, obwohl die nie zuhause zu sein scheint und deren Beziehung sich über liebevolle Notizzettel auszudrückt, die die Mutter der Tochter hinterlässt. Sie ist nicht da und doch hat sie Anteil am Leben ihrer Tochter. Das liest sich für mich genau gegenteilig zu Karin. Wichtige Rollen im Buch spielen Rühle und Wickwalz. Ersterer nimmt mich als Lesende mit durch extreme Charakterentwicklung. Wickwalz wirkt wie der nette Vertraute, der Karin zuhört und sie versteht. Wie genau er das tut, nun ja. Der Stil des Buches hat mich trotz Ich-Perspektive sehr auf Distanz gehalten. Die Figuren bleiben wage. Vor allem das, was nicht gesagt wird, die Leerstellen sind es, die die Story für mich vorangebracht haben. Im Grunde einer meisterhafte Leistung der Autorin, dass sie es geschafft hat, für mich in ihrem Schreibstil die gesamte Diktatur zu charakterisieren. Vertrauen, sich öffnen und zeigen, wer man ist, all das hat und hätte in diesem System schwerwiegende Folgen gehabt und haben können. Die Kapitel-Einteilung hat sich mir mit den zusätzlichen Absätzen im Text nicht erschlossen. Dadurch blieb alles - und vielleicht ist auch das performativ - fragmentarisch.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
9. Feb.
Rating:3

Puh, ich habe leider gar nicht gut in die Geschichte reingefunden, fand es zeitweise etwas wirr und nicht gut durchdacht. Insgesamt aber ein Durchschnitts-Read, der mir einige interessante Einblicke in das Leben der DDR und das perfide Handeln der Stasi gegeben hat. War leider zu wenig in den Köpfen der Protagonist:innen und es fiel mir schwer, sie sympathisch zu finden. Alles in allem aber ein solides Buch, aus dem ich mir zwei Zitate mitnehme.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
26. Jan.
Rating:3.5

Eigentlich gar nicht mein Genre. Trotzdem lässt sich das Buch schnell lesen. Ich habe es in 1,5 Tagen abgeschlossen. Eine Geschichte vom Erwachsen werden, der Naivität der Jugend, der Unbeschwertheit junger Menschen und dem zusammentreffen mit einem Überwachungsstaat.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
12. Jan.
Rating:3.5

Der Roman von Charlotte Gneuß las sich fließend und spannend, aber dennoch konnte mich das Buch in seiner Gesamtheit nicht komplett überzeugen. Die 16-jährige Protagonistin Karin, die aufgrund eines Vorfalls zum Spielball der Stasi wird. Dennoch öffnet das Buch den aktiven Austausch untereinander und Familie/Menschen aus dieser Zeit.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
2. Jan.

Das Buch war für mich kurzweilige Unterhaltung ohne dabei flach zu sein. Es ist gut erzählt, die Charakter sind mir aber alle ein bisschen fremd geblieben. Trotzdem konnte es mich aber von Anfang bis Ende fesseln und ich hab es wirklich schnell beendet. Längerer Review folgt

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
27. Dez.
Rating:2

Das Thema hat mich eigentlich ausgesprochen, aber leider hat es mir nicht so gut gefallen. Der Schreibstil ist irgendwie abgehackt. Das passt sicher dazu, dass es uns Sicht der 16jährigen Karin in der DDR erzählt wird. Aber mir hat es das Lesen erschwert. Die Geschichte hat mich auch einfach nicht so gepackt.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
16. Nov.
Rating:4

Teenagerdasein im DDR-Regime - der etwas andere Adoleszenzroman

1976, DDR: Karin ist 16, lebt im Dresdener Vorort Gittersee und verbringt ihre Tage zwischen Schule, der Pflege ihrer kleinen Schwester und den Alltagsdramen einer zerrütteten Familie. Ihre Großmutter trauert der NS-Vergangenheit nach, die Mutter träumt von einem anderen Leben, und der Vater versucht, seinen Kummer im Alkohol zu ertränken. Karins Anker ist ihre Freundin Marie, die als erste Frau auf den Mond will, und ihre erste Liebe, Paul. Doch Paul verschwindet nach einem vermeintlich harmlosen Ausflug spurlos, und plötzlich steht die Stasi vor Karins Tür. Im Fokus der Ermittlungen gerät Karins Welt aus den Fugen: Sie wird verhört, manipuliert und schließlich als inoffizielle Mitarbeiterin der Staatssicherheit angeworben. Mit der Unschuld eines Teenagers wird sie Teil eines Systems, das keinen Raum für Individualität lässt. Doch was ist mit Paul passiert, und wie wird Karins Rolle ihre Familie und Freundschaften beeinflussen? Charlotte Gneuß’ Debüt „Gittersee“ entführt die Leser in eine Welt, die heute oft verklärt oder missverstanden wird. Die Stärke des Romans liegt in der detailreichen Schilderung des DDR-Alltags, der durch Karins naive, aber präzise Wahrnehmung lebendig wird. Fahneneide, Planwirtschaft und die allgegenwärtige Gefahr, überwacht zu werden, wirken bedrückend authentisch – zumindest für jemanden, der selbst keinen direkten Bezug zur DDR hatte. Dass Gneuß als „Wessi“ dieses Thema aufgreift, halte ich für völlig legitim (auch wenn sie dafür häufig kritisiert wurde), denn ihre akribischen Recherchen und der sensible Umgang mit dem Stoff sprechen für sich. Wer solche Kritik anführt, sollte sich fragen, ob dann auch Romane über das Mittelalter oder Science-Fiction von „Unbeteiligten“ geschrieben werden dürften. Gute Literatur lebt davon, dass sie Welten erschafft oder nachvollziehbar macht, die der Autor oder die Autorin nicht zwingend selbst erlebt haben muss. Wichtig ist, dass sie das authentisch und respektvoll tut – und das gelingt Gneuß meiner Meinung nach. Stilistisch fällt der Roman durch seine sprachliche Reduktion und die knappen Dialoge auf, die sich wie echte Gespräche anfühlen. Dennoch kann der fragmentarische Stil stellenweise anstrengend wirken, insbesondere durch fehlende Anführungszeichen oder plötzliche Wechsel zur wörtlichen Rede mitten im Satz. Das erzeugt eine gewisse Authentizität, kann aber den Lesefluss hemmen. Mich hat es nicht gestört, aber ich kann verstehen, wenn das nicht für jeden funktioniert. Karin selbst ist eine faszinierende, aber nicht immer greifbare Figur. Ihre Naivität steht oft im Kontrast zu den perfiden Mechanismen der Stasi, die sie mit unterschwelligen Drohungen und subtiler Manipulation immer weiter in ihren Bann zieht. Gleichzeitig bleibt vieles bei ihr vage: Ihre Motive, ihre Gefühle für Paul, ihre Entscheidung, sich als IM verpflichten zu lassen – das bleibt alles bewusst unscharf. Diese Unklarheit ist Teil des Reizes, macht es aber auch schwieriger, eine echte Bindung zu ihr aufzubauen. Ich hätte mir gewünscht, sie einfach noch viel besser kennenlernen zu dürfen – gerne auch auf weiteren 200 Seiten. Was „Gittersee“ für mich allerdings besonders auszeichnet, ist die Atmosphäre: Der Roman schafft es, ein Gefühl der ständigen Bedrohung zu erzeugen, ohne übertrieben dramatisch zu werden. Es sind die leisen, subtilen Momente, die am meisten beeindrucken – etwa wenn Karin merkt, dass selbst banale Gespräche zum Verhängnis werden können. Dennoch: Das Ende wirkte auf mich zu abrupt und ließ einige Fragen unbeantwortet. Besonders die Auflösung um Paul und Karins Umgang mit ihrer Rolle bei der Stasi hätten mehr Tiefe vertragen. Am Ende bleibt „Gittersee“ ein lesenswerter Roman. Er wirft ein ungeschöntes Licht auf das Leben als Jugendliche in der DDR und bringt ein Kapitel deutscher Geschichte auf berührende und nachdenkliche Weise näher. Für mich haben die starke Atmosphäre und der authentische Stil es definitiv zu einer lohnenden Lektüre gemacht. ⭐️⭐️⭐️⭐️

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
8. Nov.
Rating:3

Generell ein echt gutes Buch (ich fand das Ende echt krass und fesselnd), aber leider nicht so meins. Also vielleicht bin ich auch noch zu jung für so eine Art Buch, aber am Anfang war ich echt unmotiviert und habe auch relativ lange zum Lesen gebraucht. Trotzdem eine Leseempfehlung!!! Besonders um einen besseren Eindruck dieser Zeit zu bekommen (ist sogar ein plot twist drin…)

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
4. Aug.
Rating:2.5

Ich war enttäuscht, denn ich habe mehr erwartet. Mehr Handlung, mehr Spannung, mehr Tiefgang. Nach "Das Streben nach Glück" - ebenfalls ein Roman über die DDR - war dieses Buch nahezu langweilig. Ich habe die ganze Zeit auf den Wendepunkt gewartet, aber der kam nicht und plötzlich war das Buch dann einfach vorbei.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
29. Juli
Rating:4

Etwas nüchtern erzählt, ohne wörtliche Rede musste man erstmal rein kommen. Ich fand es sehr interessant. Eine DDR Geschichte aus Sicht eines Teenagers, der eigentlich kaum die System erfassen oder erkennen konnte. Und doch erkannt hat was gut ist und was nicht.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
18. Juli
Rating:4

Interessante Geschichte mit vielen Grautönen. Habe es schnell gelesen und war von der Erzählweise mitgerissen. Spannende Einblicke in die Gedankenwelt der Protagonistin, wobei mir besonders die Gedankenspiralen im Kopf geblieben sind. Auf jeden Fall eine Empfehlung!

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
15. Juni
Rating:4.5

Ein Buch das Spaß macht, trotz der schweren Themen

Fahneneid, Gruß der Pioniere und Schwüre auf das Vaterland sind mir sowas von fremd und haben meine Schulzeit somit auch nicht beeinflusst. Karin geht’s da anders, denn sie ist in der DDR aufgewachsen und wir verbringen mit ihr ein paar Monate im Jahr 1976 in Gittersee, einem dörflichen vor Ort von Dresden. Da ist sie 16. und verliebt, in Paul, der mit ihr ein Abenteuer erleben wird und dann spurlos verschwindet. Lange Zeit weiß sie nicht sicher, ob er lebt, Republikflucht begangen hat oder sich irgendwo versteckt. Sie gerät ins Visier der Stasi, wird als Mithelferin verdächtigt und als Informantin missbraucht. Sie hat Probleme, sich gegen unterschwellige Drohungen zu wehren und spielt mit. Das hat Folgen für ihre ganze Umgebung. Es war unglaublich interessant Karin auch durch ihr Familienleben zu begleiten, indem sie mehr Mutter als Schwester für ihre „Kleine“ ist, und das muss sie auch sein, denn ihre Oma trauert der faschistischen Vergangenheit nach, ihre Mutter träumt von einem anderen Leben und der Vater ist überfordert und ertränkt seinen Kummer in Alkohol. Die Atmosphäre fühlt sich stimmig an, auch wenn ich es nicht wirklich beurteilen kann. Überall lauert die Gefahr abgehört zu werden und mit den Folgen leben zu müssen. Für ein junges Mädchen wie Karin bringt das viele Fragen mit sich. Ihre manchmal anmutende Naivität hat was berechnendes oder ist es doch nur Unsicherheit? Stilistisch war ich sofort gefangen. Der freche Schreibstil machte sich in meinem Ohr breit, und ich meinte ständig eine Sprache im Dialekt raus zu hören, obwohl sie gar nicht schriftlich abgebildet wurde. Sie ist auf eine besondere Art und Weise reduziert. Die Dialoge sind kein bisschen geschönt und haben einen eigenen Slang Mir hat das unglaublich gut gefallen. Aber auch hier wieder fehlende Anführungszeichen, teils der Wechsel zu wörtliche Rede mitten im Satz . Das kann das Lesen sehr erschweren und ich verstehe auch immer noch nicht, warum auf die Strichelchen verzichtet wird. In vielerlei Beziehung erinnert mich der Text an „22 Bahnen“ von Caro Wahl. Die Verwicklungen, in die das junge Mädchen gerät, haben auch mich beim Lesen eingeengt. Planwirtschaft bedeutet auch, dass man seinen Wünschen nicht nachgehen kann und ist man noch so talentiert. Der Staat bestimmt, was gebraucht wird. Selbstverwirklichung spielt nun wirklich gar keine Rolle. Ich bin so froh, in demokratischen Verhältnissen groß geworden zu sein. Das Ende fand ich harmlos, bis ich mich entschieden hab, den Anfang noch mal zu lesen, den ich schon fast vergessen hatte. Jetzt ist es rund. Charlotte Gneuß hat es meinem Empfinden nach geschafft, auf wenigen Seiten absolute Authentizität herzustellen. Ein packendes Buch Das trotz des schweren Themas immer mal wieder Leichtigkeit ausstrahlt. Hat Spaß gemacht zu lesen

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
14. Juni
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Rating:4

Das Buch hat mir richtig gut gefallen, es war spannend und sehr realistisch geschrieben! Nur kam ich am Anfang nicht richtig in die Geschichte, weil es keine wörtliche Rede gibt. Stört manchmal beim lesefluss. Aber dennoch fand ich irgendwann rein. Leider hab ich das Ende nicht verstanden😃🙈 das macht, glaub ich viel aus🤔

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER
13. Mai
Rating:4

Eine erschreckende Geschichte über die Jugend in der DDR, deren Ausgang mich noch einmal kalt erwischt hat. Ein wirklich sehr gutes Buch von Charlotte Gneuß. Manchmal hätte ich mir noch mehr Details gewünscht, aber vielleicht ist es auch gerade das Unausgesprochene, das die Handlung so authentisch macht.

Gittersee
Gitterseeby Charlotte GneußS. FISCHER