25. Feb.
Rating:4.5

Ein brisante politisches Buch über Extremismus, Gerechtigkeit und Widerstand

Spätestens seit Mohamed Mbougar Sarr 2021 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet wurde, ist er auch im deutschsprachigen Raum bekannt. Sein erster Roman „Terre ceinte“ wurde bislang jedoch noch nicht ins Deutsche übersetzt. Die Geschichte spielt in einer fiktiven Stadt in der Sahelzone, die von Islamisten eingenommen wurde. Eine kleine Gruppe von Bürger:innen beschließt sich diesen zu widersetzen, in dem sei eine unabhängige Zeitung publizieren. Dabei gibt es viele reflektierende Passsagen, die große Konzepte wie Meinungsfreiheit, Widerstand, Gerechtigkeit etc. beleuchten. Für mich hat das Buch vor allem durch die interessanten, vielfältig und sehr authentisch wirkenden Charaktere überzeugt. Es gibt auch einige Kapitel, die aus Sicht des Jihadisten-Anführers erzählt werden, wodurch sich eine weitere Perspektive auftut und der Roman für mich an Tiefe und Komplexität gewinnt. Auch der Briefwechsel zwischen zwei Müttern, deren Kinder zu Beginn des Buches auf Grund ihrer außerehelichen Beziehung hingerichtet wurden, verleiht dem Roman eine ganz besondere emotionale Komponente.

Terre Ceinte
Terre Ceinteby Mohamed Mbougar SarrPrésence Africaine