20. Dez.
Band 2 von The Climber zieht mich noch tiefer in Mori Buntaros innere Welt und zeigt eindrucksvoll seinen kompromisslosen Weg des Alleinseins. Die Mischung aus psychologischer Tiefe, stiller Intensität und eindrucksvollen Bergbildern hat mich stark gepackt.
Rating:4.5

Band 2 von The Climber zieht mich noch tiefer in Mori Buntaros innere Welt und zeigt eindrucksvoll seinen kompromisslosen Weg des Alleinseins. Die Mischung aus psychologischer Tiefe, stiller Intensität und eindrucksvollen Bergbildern hat mich stark gepackt.

Ich hatte nach Band 1 hohe Erwartungen, und The Climber Band 2 hat sie größtenteils sogar übertroffen. Die Geschichte konzentriert sich noch stärker auf Moris innere Konflikte und seine Unfähigkeit – oder vielleicht seinen Unwillen – echte Nähe zu anderen Menschen zuzulassen. Gerade diese emotionale Distanz macht ihn für mich gleichzeitig faszinierend und tragisch. Besonders beeindruckt hat mich, wie ruhig und konsequent der Manga erzählt wird. Es gibt keine überflüssigen Dialoge, vieles wird über Blicke, Körperhaltung und die eindringlichen Zeichnungen der Berglandschaften vermittelt. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, Moris Einsamkeit und seinen inneren Druck selbst mitzuatmen. Der Berg wird dabei immer mehr zum Spiegel seiner Psyche – kalt, gefährlich, aber auch ehrlich. Zeichnerisch bleibt der Manga auf sehr hohem Niveau. Die detailreichen Panels und der starke Einsatz von Kontrasten verstärken die beklemmende Stimmung enorm. Manche Szenen haben bei mir lange nachgewirkt, gerade weil sie so still und reduziert sind. Warum „nur“ 4,5 Sterne? Teilweise empfand ich das Tempo als sehr langsam, was zwar zur Atmosphäre passt, aber stellenweise etwas Geduld verlangt. Trotzdem ist Band 2 für mich ein intensives, mutiges und emotional forderndes Leseerlebnis, das den Manga klar als etwas Besonderes etabliert.

The Climber, Vol. 2
The Climber, Vol. 2by Hiroshi TakanoViz Media, Subs. of Shogakukan Inc