
Wenn schlaue Menschen sprechen, sollte man zuhören.
So auch beim Diplomaten Kishore Mahbubani. In seinem Buch „Has China Won?“ stellt der Mann aus Singapur provokant die Frage, ob China Amerikas Rolle als die alleinige Weltmacht ablösen wird, oder vielleicht schon auf dem besten Weg dorthin ist. Mit seiner neutralen, asiatischen Perspektive hält er beiden Supermächten wie ein Lehrer auf dem Pausenplatz den Spiegel vor: die USA in alten Denkmustern gefangen, China strategisch fokussiert, beide mit Stärken und Schwächen. Statt blosser Rivalität skizziert Mahbubani eine Vision von Kooperation, ein mögliches Win-Win, das der Menschheit mehr bringen würde als ein endloser Machtkampf. Fazit: Ein provokantes, differenziertes und zugleich hoffnungsvolles Buch, das gängige Narrative infrage stellt und neue Denkanstösse bietet. Wer den Disput der beiden Länder verstehen will, kommt nicht um dieses Buch herum.

