women’s rights and women’s wrongs
ich glaube, “diary of a void” ist eins von den werken, bei denen die diskussionen, überlegungen und gedanken, die es anregt, viel wichtiger, interessanter und spannender sind, als das buch selbst. eins der werke, bei denen man nur zaghaft zugeben möchte, dass man es nicht mag, einfach weil es einem das gefühl vermittelt, man hätte es fundamental nicht verstanden. zwischenzeitlich hatte ich das gefühl, einer psychose beizuwohnen und der frau dabei zuzusehen, wie sie sich in einer realität verliert, ohne es zu merken. dass alle hinweise darauf, wie groß ihr embryo sei, der mama-sport und das finale finden einer identität abseits von corporate manchild capitalism, japanischer extrem hustle culture und jeder weiteren facette von misogynie nun einfach dazu führten, dass ihr gehirn und ihr körper signale senden, die nicht real sind. und ich kann final nicht einmal sagen, ob es nicht vielleicht wirklich so war. vielleicht wusste shibata aber auch, um die welt anzulügen, muss sie mit sich selbst anfangen. aber das mit dem frauenarzt checke ich nicht. then again, vielleicht gab es gar keinen frauenarzt, vielleicht war das einfach teil der erzählung — emi yagi geht schließlich fließend von wörtlicher zu implizierter zu indirekter rede. dass shibata sich allein fühlt und das buch extrem schleppend ist und nur dann wirklich fahrt aufnimmt, wenn sie mit den anderen frauen (!) redet, ist gut umgesetzt und beim lesen wollte ich oft alles überspringen weil es so eintönig und langweilig war. genau wie shibata ihr leben auch wahrgenommen hat. wie gesagt, das buch löst im nachhinein mehr gedanken und überlegungen aus, als man zwischendrin meint. ich glaube, das buch ist genau das, was es sein will — ob es das ist, was aus ihm gemacht wird (“thrillingly subversive”, “beilliantly feminist”, “surreal and wryly humorous”) wage ich zu bezweifeln. ich glaube, dass es für die unterdrückende japanische corporate culture, die genauso tief misogyn ist wie die meisten anderen, ein meilenstein ist, so ein kritikwerk gewidmet zu bekommen. vielleicht ging in der übersetzung viel humor verloren oder es ist einfach ein kulturelles ding. ich fand es trist, öde, ein wenig skurril. trotzdem: ich werde immer die rechte von frauen verteidigen, zu lügen und den klauen misogynen kapitalismus zu entkommen.








