
Unerwartetes Highlight 🫶🏻
Quinn führt ihr Leben in Listen. Für jede erdenkliche Situation schreibt sie eine Liste in ihr Journal, das sie immer dabeihat und das praktisch ihr gesamtes Leben enthält. Als sie das Journal also bei einer Gruppenarbeit mit ihrem Mitschüler vertauscht, ist das fatal. Schlimmer noch, es ist nicht irgendein Schüler: es ist Carter. Und der kann sie nicht nur nicht ausstehen, sondern wird ebenfalls in einigen Listen erwähnt. Doch als die beiden ihre Notizbücher zurücktauschen wollen, kann Carter ihres plötzlich nicht mehr finden. Kurz darauf erhält Quinn eine anonyme Nachricht, die sie ausgerechnet mit dem Inhalt ihres Notizbuchs erpresst. Um seine Unschuld zu beweisen, hilft Carter ihr, eine ihrer To-Do-Listen zu erledigen und den Erpresser zu finden. Dabei kommen die beiden sich unerwartet näher. Für ein Jugendbuch hat mich diese Geschichte wirklich überrascht. Ich hatte etwas Leichtes erwartet, bekommen habe ich aber deutlich mehr Tiefe, als man zunächst vermuten würde. Besonders überzeugt hat mich die Ausarbeitung der Charaktere. Quinn und Carter wirken lebendig und vielschichtig, und ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte ist absolut nachvollziehbar und stimmig. Auch der zentrale Konflikt gegen Ende fühlte sich realistisch an und nicht so konstruiert oder überdramatisiert, wie man das aus anderen YA-Büchern kennt. Er wurde auf eine angenehm erwachsene Weise gelöst, ohne unnötig in die Länge gezogen zu werden. Der Schreibstil ist flüssig und mitreißend, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Die eingestreuten Listen lockern die Handlung auf und bringen eine kreative Dynamik in die Geschichte. Gleichzeitig fand ich den Hintergrund, warum Quinn ihr Leben so strukturiert, besonders interessant und gut umgesetzt. Insgesamt ein unerwartetes Highlight, das zeigt, dass Jugendbücher durchaus Tiefe und starke Charakterentwicklung bieten können.




























