25. März
Rating:2

Okay, dafür hat sie 700 Seiten gebraucht... Dabei konstruiert Paglia in ihrem Buch die sogenannte "sexual personae", indem sie durch die Kunst- und Literaturgeschichte die Geburt des westlichen Auges darstellt. So finden sich in Shakespeare, Wilde oder Dickinson sexuelle Anspielungen und Horizonte, die sie in den Kapiteln analysiert. Herauskommt das typische literarische Blabla von damals. Zumal ich ihre Herangehensweise als sehr altmodisch empfunden habe (gut, das Buch ist nun auch etwas in die Jahre gekommen): Analyseansätze werden mit Teilen des Lebens des Autors begründet. Byron sei schließlich bisexuell und deshalb müsste sich das alles in seinem Werk finden. Diese Herleitung erscheint mir doch etwas zu biografistisch, zumal sich zahlreiche dieser Inhalte ja auch an Byrons Texten ableiten lassen. Dann die ständige Erwähnung des schon zu Tode gerittettenen Freud... ich verstehe, er hat die Kultur verändert, aber ich finde seine Theorien und Gedanken so ausgelutscht. Das Kapitel zu de Sade fand ich aber ganz aufschlussreich und auch ihre Gegenüberstellung von Aufklärung und Romantik. Das Buch ist aber vermutlich nur etwas für eingefleischte Literaturstudierende.

Sexual Personae
Sexual Personaeby Camille PagliaRandom House