Mit dem ersten Buch des Jahres auch gleich ein Highlight abgestaubt! Ok, nicht wirklich überraschend, da a) Jemisin die Autorin ist und b) ich die Reihe gekauft hatte, nachdem mich ihre Kurzgeschichte in dem Universum so gefesselt hat. Daher wusste ich schon in Grundzügen, worum es bei Dreamblood gibt und was die Gatherer für Fähigkeiten haben. Gujaareh ist ein Stadtstaat, der an das alte Ägypten angelehnt ist. Das wird in Beschreibungen manchmal sehr deutlich, vor allem was die Fluten des Flusses angeht und die Wüste drumherum, aber auch der grob umrissene Weltenbau mit den barbarischen hellhäutigen Völkern im Norden und verschiedenen südlichen Nachbarn, deren Haut noch dunkler ist als von der Bevölkerung Gujaarehs. Einzelne Begriffe klingen für das ungeübte Ohr auch ägyptisch, wobei ich mich hier zu wenig damit auskenne um das richtig zu beurteilen. In Gujaareh herrscht Friede, wofür vor allem die Priester der Traumgöttin Hananja verantwortlich sind. Mit den magischen Fähigkeiten der Narkomantie sorgen Sharer und Gatherer dafür, dass Korruption in der Seele ausgemerzt wird und niemand leiden muss. Mit Ehiru folgen wir einem Protagonisten, der sehr überzeugt von diesem Glaubenssystem und seinen Aufgaben als Gatherer ist, während Sunandi, eine Botschafterin aus dem südlichen Kisua, ihn als fehlgeleiteten Assassinen sieht. Diesen Kontrast fand ich über das Buch hinweg sehr interessant, auch und gerade wenn die beiden aufeinandertreffen und in schwierigen Begegnungen diese Gegensätze noch einmal deutlicher werden. Auch aus heutiger Sicht fand ich es moralisch interessant, vor allem weil es keine eindeutige, einfache Sichtweise bleibt. Neben dem fantastischen überzeugenden Weltenbau gab es aber auch eine spannende Plotline um ein Monster, was es nicht geben dürfte, Korruption in der Hetawa (Priesterschaft Hananjas), drohenden Krieg zwischen Kisua und Gujaareh und mit Ehirus Schüler Nijiri einen Coming of Age-Plot, der ein bisschen Liebe mit in die Dynamik der Charaktere bringt. In meiner Ausgabe wurde das ganze abgerundet durch ein lustiges Interview am Schluss, das Jemisin mit sich selbst führt, wo noch einmal einige Aspekte aufgegriffen und vertieft wurden, die interessant als Background waren und die Diversität noch einmal vertieft haben. In meinen Augen ein sehr gelungenes Buch, das sprachlich etwas leichter, poetischer und mit mehr Wohlfühlatmosphäre ist als die Broken Earth-Trilogie mit ihrem eher düsteren Weltenbau. Dennoch hat auch "The Killing Moon" ein paar heartbreak-Szenen, so dass ich am Schluss ziemlich fertig war nach der Lektüre.
1. Jan.Jan 1, 2024
The Killing Moonby N. K. JemisinForever

