18. Okt.
Rating:3

Der banale Horror

Ohne Zweifel sind wir hier in Amerika, um genau zu sein in New Mexico, obwohl die Hauptperson Mona eigentlich aus Texas kommt. Und das merkt man ihr auch an, scheint sie jedem Klischee dieses Bundesstaates zu entsprechen: Sie kennt sich mit Waffen aus und benutzt diese auch viel, flucht wie ein Rohrspatz und hat auch sonst eine eher grobschlächtige Art. Diese Mona erbt nun ein Haus in Wink, New Mexico, ein Ort, der auf keiner Karte zu finden ist. So haftet bereits schon zu Beginn dem Ort eine mystische Atmosphäre an. Die Einwohner wirken etwas leblos im Streben nach Perfektion. Da das Haus ursprünglich ihrer Mutter gehörte, die sie früh verloren hat und ein Trauma auslöste, sieht sie hier eine Chance, der Geschichte der Mutter auf die Spur zu kommen. Was sie hier findet, kann man gelinde gesagt als bizarr bezeichnen. Es kann hier nicht viel mehr über den Inhalt gesagt werden, um nichts zu verraten. Aber Robert Jackson Bannett ist hier weit über alle Grenzen gegangen, im wahrsten Sinne des Wortes. Der Plot entwickelt sich äusserst langsam, beinahe in langweiliger Banalität kommt man den wie aus Pappmaschee wirkenden Menschen nahe. Dazwischen wird durch äusserst brutale und blutige Szenen diese Atmosphäre versucht, aufzulockern. Und immer wieder flucht diese Mona, dass es sogar mir oft zu viel des Guten war. Dennoch ist die Geschichte nicht uninteressant, da es das Bekannte dem extrem Fremden gegenüberstellt. Bannett beweist hier wieder viel Phantasie und weiss diese auch gut zu verpacken. Dennoch schiesst er nach meinem Eindruck allzu oft übers Ziel hinaus. Ein Buch, welches von der Idee her aus der Feder von Stephen King stammen könnte, wenn es nur ein bisschen besser balanciert und konstruiert worden wäre.

American Elsewhere
American Elsewhereby Robert Jackson BennettLittle, Brown & Company