Ich mag seltsame Texte. Und nach ner Zeit war ich in dem post-apokalyptischen Sprech drin. Klar, jetzt besteht das Leben aus Gemeinschaft, Holzhäusern, Karotten und einer sich wieder langsam entwickelnden Industrialisierung, die aber nur stinknormaler Teil des Alltags ist, denn Fred arbeitet nun mal da. Cool, dass es schon iDEATH hieß, lange bevor das iPhone um die Ecke kam. Und natürlich ist es vor allem eine Junge-trifft-Mädchen-Geschichte. Schön für einen kleinen vormittäglichen Abstecher in eine kuriose Parallelwelt, ein bizarres Bonbon, das man in paar Stunden weg lutscht, am Anfang schmeckt es zu sehr nach Lakritz, aber dann gesellen sich Vanille und Sauerkirsche hinzu und als es fast weg ist, beginnt man bereits das nächste hoffnungsvoll zu erwarten, aber das gibt es natürlich nicht. Brautigan scheint mir, ohne mich mit der Materie besonders gut auszukennen, der freundliche literarische Nachbar der Beatniks zu sein. Wem Naked Lunch zu grotesk oder schräg oder was auch immer ist, fühlt sich in Wassermelonen Zucker wie in Watte gepackt.
17. MaiMay 17, 2025
In Watermelon Sugarby The Estate of Richard BrautiganVintage Publishing

