Klassische Vampire, klassische Geschichte um den Heiligen Gral/Blutgral, charmantes Geplänkel, langsam aufbauende Beziehung
Die Geschichte zwischen den Protagonisten spielt sich um 1900 ab, weshalb alle Beteiligten (außer die Emotionen gehen mit ihnen durch) ausgesprochen höflich und eloquent miteinander umgehen. Da mir das in der heutigen Zeit manchmal fehlt, fand ich es sehr erquickend und hat mir viel Spaß gemacht. Der vampirische Protagonist weist die klassischen Eigenschaften auf. Es erwarten dort keine Überraschungen hinsichtlich neuer Kräften/Regeln oder irgendwelcher glitzernder Hautoberflächen. Manch einer mag es langweilig finden, mich hat es nicht gestört, dass es dort keine neuen Ideen gab. Seine melancholische, machmal sehr selbstmitleidige Art ist anfänglich ein wenig anstrengend, wird aber im Laufe des Buches aufgeweicht. Die Protagonistin leidet an einer tödlichen Krankheit. Der Kampf gegen die Krankheit und mit dem Gedanken/Wissen bald sterben zu müssen, ist ihr zwar allgegenwärtig, gibt sich dem aber nicht vollends hin und ist eine kämpferische, lebensbejahende, schlagfertige Frau. Das Buch brachte mich zwischendurch laut zum Lachen und am Ende floss vielleicht auch eine kleine Träne. Der körperlich erotische Teil des Buches ist gut umschrieben, recht sinnlich und fesselnd. Ausgefallenes gibt es hier nicht, was unter den Umständen der Jungfräulichkeit und tödlichen Krankheit absolut verständlich und recht realistisch ist. Der Aufbau der Beziehung dauert viele Wochen und wirkt deshalb umso intimer und intensiver. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil der Buchreihe.


