Zwei Jahre Ferien
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Description
Book Information
Author Description
Jules Verne, geb. 1828 in Nantes, gest. 1905 in Amiens, »Vater der Science-fiction«, schuf in seinen Romanen Erfindungen, die für die damalige Zeit unerhörte Sensationen waren. Die bekanntesten Romane wie ›Reise um die Erde in achtzig Tagen‹ oder ›Von der Erde zum Mond‹ dokumentieren den technischen Einfallsreichtum dieses großen Romanciers des 19. Jahrhunderts, der durch seine unvergleichlichen Geschichten eine ganze Literaturepoche angeregt und bewegt hat.
Posts
15 Jungen (im Alter von 8 bis 14) erleiden Schiffbruch auf einer verlassenen Insel. Eine Robinsonade der anderen Art. Zwar etwas unspektakulär und doch zumindest so interessant, dass man dranbleibt. Die ganze Geschichte hätte aber auch 100 Seiten weniger gut vertragen. Erzählstil und Lesefluss sind zuweilen sehr sperrig.
Sehr schlecht gealterter Klassiker
15 Jungen landen als Schiffbrüchige auf einer verlassenen Insel, irgendwo im Nirgendwo. Gegen die Widerstände der Natur schaffen sie es, sich auf dieser häuslich einzurichten. Als Piraten ebenso auf der Insel stranden, sehen sich die Jungen einer weiteren Gefahr gegenüber. Ehrlich gesagt hat mich dieses Werk von Jules Verne sehr enttäuscht. Über (heute als) rassistisch geltende Bezeichnungen kann ich bei einem Werk von 1888 hinwegsehen, auch wenn ich mir, bei einer Ausgabe von 2018 Anmerkungen diesbezüglich wünschen würde. Jules Vernes Beschreibung des schwarzen Schiffjungens Moko, der mit den anderen schiffbrüchig wird, lässt meiner Meinung nach jedoch deutlich erkennen, dass er die Zustände des damaligen Sklaventums gut geheißen hat. So kämpft Moko zwar zwei Jahre lang mit den anderen ums Überleben und ohne ihn hätte es ihnen wohl an Einigem gemangelt, er siezt seine Altersgenossen jedoch konsequent, muss neben dem Herd schlafen und nicht bei den anderen und darf sich nicht an den Wahlen des Oberhauptes beteiligen. Wenn es Möglichkeiten gegeben hätte, die Strukturen zu kritisieren, dann ja wohl in dieser neu gegründeten „Kolonie“ von Kindern. Ähnlich verhält es sich mit dem Sexismus. (❗️SPOILER ❗️) Sobald Evans auftaucht, ist er ein gefeierter Held. Nicht, weil er über sehr brauchbare Fähigkeiten verfügt, sondern weil ENDLICH ein Mann da ist! Dass Kate sich vorher hingebungsvoll um die Jungen gekümmert hat, ist da scheinbar irrelevant. (❗️SPOILER ENDE ❗️) Schlecht gealtert ist das Buch auch hinsichtlich des Tierschutzes. Klar, wer auf einer einsamen Insel strandet, muss irgendwie überleben und Doniphans blutrünstige Lust am Jagen wird teilweise auch gegängelt. Gleichzeitig wird es aber auch als sein besonderes Talent herausgestellt und gefühlt das halbe Buch dreht sich darum, wie irgendwelche Tiere getötet und zubereitet werden. Da wird auch vor Landschildkröten nicht haltgemacht, die vorher, genau wie ein Straußenvogel als Reittiere dienen. Jetzt kann man natürlich damit argumentieren „dass das halt damals so war“. Mag sein. Gefällt mir trotzdem nicht und es gibt ausreichend Literatur dieser Zeit, die ohne diese Masse an Ressentiments auskommt. Auch die Charaktere blieben für mich leider flach und eindimensional. Doniphan, der Stolze. Briant, der Gerechte. Gordon, der Kluge. Jacques, der Depressive. Baxter, der Geschickte. Wilcox und Croß, die Mitläufer. Service, der leidenschaftliche Koch. Kate, die Mütterliche. Forbes, der Reumütige… Naja, und später Evans, der von allen vergöttert wird, aber gleich zweimal daneben schießt, als es darauf ankommt. 🤷🏻♀️ Zu schwachen Charakteren kommt aber auch eine langweilige und fast schon ungeschickt wirkende Erzählweise, die jede Spannung im Keim erstickt. Es gab genau ein Kapitel, dass ich nicht vorhersehbar fand und das war der Kampf gegen die Piraten. Wobei mir hier die Reaktion der Jungen am Ende viel zu abgebrüht erschien. Anstatt einen Spannungsbogen aufzubauen verliert Jules Verne sich in endlos langen Beschreibungen, die sich teilweise wiederholen. Das mag für die Literatur dieser Zeit typisch sein, andere Autor*innen haben das, meiner Meinung nach, trotzdem besser hinbekommen. Das i-Tüpfelchen des Ganzen war dann noch eine ständig falsch gesetzte wörtliche Rede. Ich hoffe, dass Jules Vernes andere Werke mich eher überzeugen können.
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Jules Verne, geb. 1828 in Nantes, gest. 1905 in Amiens, »Vater der Science-fiction«, schuf in seinen Romanen Erfindungen, die für die damalige Zeit unerhörte Sensationen waren. Die bekanntesten Romane wie ›Reise um die Erde in achtzig Tagen‹ oder ›Von der Erde zum Mond‹ dokumentieren den technischen Einfallsreichtum dieses großen Romanciers des 19. Jahrhunderts, der durch seine unvergleichlichen Geschichten eine ganze Literaturepoche angeregt und bewegt hat.
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15 Jungen (im Alter von 8 bis 14) erleiden Schiffbruch auf einer verlassenen Insel. Eine Robinsonade der anderen Art. Zwar etwas unspektakulär und doch zumindest so interessant, dass man dranbleibt. Die ganze Geschichte hätte aber auch 100 Seiten weniger gut vertragen. Erzählstil und Lesefluss sind zuweilen sehr sperrig.
Sehr schlecht gealterter Klassiker
15 Jungen landen als Schiffbrüchige auf einer verlassenen Insel, irgendwo im Nirgendwo. Gegen die Widerstände der Natur schaffen sie es, sich auf dieser häuslich einzurichten. Als Piraten ebenso auf der Insel stranden, sehen sich die Jungen einer weiteren Gefahr gegenüber. Ehrlich gesagt hat mich dieses Werk von Jules Verne sehr enttäuscht. Über (heute als) rassistisch geltende Bezeichnungen kann ich bei einem Werk von 1888 hinwegsehen, auch wenn ich mir, bei einer Ausgabe von 2018 Anmerkungen diesbezüglich wünschen würde. Jules Vernes Beschreibung des schwarzen Schiffjungens Moko, der mit den anderen schiffbrüchig wird, lässt meiner Meinung nach jedoch deutlich erkennen, dass er die Zustände des damaligen Sklaventums gut geheißen hat. So kämpft Moko zwar zwei Jahre lang mit den anderen ums Überleben und ohne ihn hätte es ihnen wohl an Einigem gemangelt, er siezt seine Altersgenossen jedoch konsequent, muss neben dem Herd schlafen und nicht bei den anderen und darf sich nicht an den Wahlen des Oberhauptes beteiligen. Wenn es Möglichkeiten gegeben hätte, die Strukturen zu kritisieren, dann ja wohl in dieser neu gegründeten „Kolonie“ von Kindern. Ähnlich verhält es sich mit dem Sexismus. (❗️SPOILER ❗️) Sobald Evans auftaucht, ist er ein gefeierter Held. Nicht, weil er über sehr brauchbare Fähigkeiten verfügt, sondern weil ENDLICH ein Mann da ist! Dass Kate sich vorher hingebungsvoll um die Jungen gekümmert hat, ist da scheinbar irrelevant. (❗️SPOILER ENDE ❗️) Schlecht gealtert ist das Buch auch hinsichtlich des Tierschutzes. Klar, wer auf einer einsamen Insel strandet, muss irgendwie überleben und Doniphans blutrünstige Lust am Jagen wird teilweise auch gegängelt. Gleichzeitig wird es aber auch als sein besonderes Talent herausgestellt und gefühlt das halbe Buch dreht sich darum, wie irgendwelche Tiere getötet und zubereitet werden. Da wird auch vor Landschildkröten nicht haltgemacht, die vorher, genau wie ein Straußenvogel als Reittiere dienen. Jetzt kann man natürlich damit argumentieren „dass das halt damals so war“. Mag sein. Gefällt mir trotzdem nicht und es gibt ausreichend Literatur dieser Zeit, die ohne diese Masse an Ressentiments auskommt. Auch die Charaktere blieben für mich leider flach und eindimensional. Doniphan, der Stolze. Briant, der Gerechte. Gordon, der Kluge. Jacques, der Depressive. Baxter, der Geschickte. Wilcox und Croß, die Mitläufer. Service, der leidenschaftliche Koch. Kate, die Mütterliche. Forbes, der Reumütige… Naja, und später Evans, der von allen vergöttert wird, aber gleich zweimal daneben schießt, als es darauf ankommt. 🤷🏻♀️ Zu schwachen Charakteren kommt aber auch eine langweilige und fast schon ungeschickt wirkende Erzählweise, die jede Spannung im Keim erstickt. Es gab genau ein Kapitel, dass ich nicht vorhersehbar fand und das war der Kampf gegen die Piraten. Wobei mir hier die Reaktion der Jungen am Ende viel zu abgebrüht erschien. Anstatt einen Spannungsbogen aufzubauen verliert Jules Verne sich in endlos langen Beschreibungen, die sich teilweise wiederholen. Das mag für die Literatur dieser Zeit typisch sein, andere Autor*innen haben das, meiner Meinung nach, trotzdem besser hinbekommen. Das i-Tüpfelchen des Ganzen war dann noch eine ständig falsch gesetzte wörtliche Rede. Ich hoffe, dass Jules Vernes andere Werke mich eher überzeugen können.








