Wolfslichter

Wolfslichter

Hardback
4.415

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Description

»Viele Geheimnisse sind es nicht, die man haben darf.«

In der Stille des Neujahrsmorgens sichtet Ulf, Jagdleiter in Hälsingland, einen Wolf. Stolz streift der Einzelgänger, der erst kürzlich eine Ricke gerissen hat, durch das verschneite Moor. Doch dem Jagenden droht selbst Gefahr: Zwei Wölfe dürfen in der Provinz geschossen werden, und so wahrt Ulf das Geheimnis ihrer Begegnung. Während seine Frau Inga den in Gedanken an das Tier verlorenen Mann liebevoll drängt, nochmals seine Jagdtagebücher durchzulesen, eskaliert Ulfs Konflikt mit den jüngeren Kameraden. Denn die sind nur auf Blut und Trophäen aus. Ein feinsinniges und packendes, großes Alterswerk!

» Wolfslichter ist die Schmelze oder die Quintessenz von Kerstin Ekmans Werk.« Svenska Dagbladet

»Dieser Roman ist so faszinierend – man vergisst förmlich, dass man ein Buch liest.« P1

»Kerstin Ekmans Roman ist wie eine schillernde Wolke. In ständiger Wandlung erzählt er vom Altern, von einer Begegnung, die die Weltanschauung eines Menschen verändert, von der Macht der Erinnerung und der Vorbereitung auf den Tod.« Dagens Nyheter

»Ein aufschlussreicher Roman über den Konflikt zwischen uns Menschen und der Welt, in der wir leben. Eine melancholische, sehr berührende Geschichte.« Aftonbladet

Kulturpreis der Stiftung Natur & Kultur 2023

Norrlands litteraturpris 2022

Literaturpreis des Nordischen Rates 2022 (Shortlist)

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
208
Price
22.70 €

Author Description

Kerstin Ekman, 1933 in Risinge (Östergötland) geboren, zählt zu den wichtigsten schwedischen Autorinnen unserer Zeit. Ihr umfangreiches literarisches Werk ist vielfach preisgekrönt, es wurde verfilmt und in 28 Sprachen übersetzt. Mit Wolfslichter kehrt Ekman nach über zehn Jahren zur Romanform zurück. Das Buch stieg in Schweden mit Erscheinen auf Platz 1 der Bestsellerliste ein und wurde u.a. mit dem Norrlands litteraturpris 2022 sowie dem Kulturpreis der Stiftung Natur & Kultur 2023 ausgezeichnet. Am 27. August 2023 feiert Kerstin Ekman ihren 90. Geburtstag.

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"Und er musste schmerzlich begreifen: Das Wilde ist seinen Kameraden nichts wert, wenn sie es nicht schießen." Kurz vor seinem 70. Geburtstag entdeckt Ulf in seinem Jagsrevier einen großen, stolzen Wolfsrüden. Er ist fasziniert von dem Tier, nennt ihn "Hochbein" und versucht ihn vor seinen Jagdkollegen geheim zu halten. Doch seit wann denkt er so anders? Seit seinem Herzinfarkt? Früher hätte er ihn sicherlich erschossen, den Wolf. Überhaupt kommt Ulf jetzt ins Grübeln, über die vielen Tiere die er erlegt hat, aber auch über seine Arbeit als Förster, bei der die Wirtschaftlichkeit im Fordergrund stand und nicht das Schützen der Natur. Auch über die Wichtigkeit eines kleinen Buchstaben, der aus einem Lebewesen eine Sache macht. Früher hieß es auch bei ihm, das er auf alles geschossen hat und nicht auf alle (Tiere) und somit nicht mehr sächlich. Er hinterfragt den Grund getötet zu haben, abgeholzt zu haben. Ich habe Ulf und seiner Frau unheimlich gerne beigewohnt. Ihren Gedanken gefolgt und mit ihnen ihr Gewissen hinterfragt, die mit Entscheidungen einhergehen. Die Natur und die Tiere beobachtet und Kaffee getrunken. Ein tolles Buch über Reflektion und Lebenserinnerungen in der Natur von Schweden. Sehr große Leseempfehlung 🫶

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Im Zentrum des Romans stehen für mich soziale Gefüge wie Jagdgemeinschaften, Ehe, Freundschaft, Dorfgemeinschaft, aber auch Mensch-Tier-Beziehung. Es geht um die eigene Stellung innerhalb dieser Gefüge und um die Verantwortung gegenüber anderen. Insgesamt ein großartiger Roman mit einem älteren Protagonist, der sein Leben nach der Begegnung mit einem Wolf neu bewertet.

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Ein ruhiges Buch, das einen dennoch fesselt. Wer die Natur liebt, wird sich darin wohl fühlen. Es ist sehr bewegend, von leben und sterben.

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Diese Geschichte! So fesselnd, so sehr zum Nachdenken anregend und so lehrreich! Ich habe sie in einem Rutsch durchgelesen!

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Ein 70jähriger Mann, ehemaliger Forstverwalter und Jagdleiter eines kleinen schwedischen Ortes, begegnet einem Wolf - und erinnert sich an das jahrzehntelange Eindringen des Menschen in die Natur und die damit eingehende Vernichtung von Lebensräumen vieler Tierarten, an der er selbst beteiligt war. Kerstin Ekman beschreibt sehr interessant, was diese Begegnung mit einem Wolf, den der Protagonist Ulf gegen die vielen Jäger des Dorfes zu schützen versucht, in ihm auslöst, was er über Jahrzehnte verdrängt zu haben schien: Bedauern, Reue, Scham, Schuld und vor allem das eigene Eingeständnis all dieser Dinge. Das spannende an diesem kurzen, aber eindringlichen Roman ist, dass die eine Hälfte der Handlung aus inneren psychologischen Prozessen besteht, während sich gleichzeitig außerhalb eine beinahe kriminalistisch anmutende Eskalation anbahnt. Denn Ulfs innere Einsicht führt auch außerhalb zu einer Veränderung, die den meisten männlichen Dorfbewohnern missfällt, die am liebsten auch außerhalb der Jagdzeiten jagen, wildern und ausrotten würden. Im letzten Drittel kommt es dann tatsächlich zu einer realen Straftat und das Erzähltempo, anfangs recht gemächlich, nimmt noch mal deutlich an Fahrt auf. Das Verhältnis Mensch und Tier steht im Fokus dieses Romans - und zeigt, wie der Mensch mit zweierlei Maß misst: zum einen wird unglaublich liebevoll das besondere Verhältnis zwischen dem Mensch und seinem Haustier, dem Hund, beschrieben. Zum anderen aber auch der Hass des Menschen auf alles, was sich außerhalb seiner Kontrolle befindet, das vermeintlich "Wilde", was bekämpft werden müsse. Auch das inflationäre Artensterben in den Wäldern, sowohl von Pflanzen- als auch von Tierarten, wird hier thematisiert. Das Verschwinden ist nämlich das zweite große Thema des Textes. Das Verschwinden von Lebensräumen, Lebensformen, aber auch das Verschwinden eigener Lebensjahre und das Bewusstwerden der eigenen Endlichkeit. Eine besonders spannende Stelle im Buch diesbezüglich ist, als Ulf sich erinnert, wir er als Jugendlicher seinen ersten Hasen schoss. In seiner Erinnerung hat er es noch genau vor Augen. Als er in seinem alten Tagebuch nachliest, ist es dort in 2 Sätzen abgehandelt - ganz anders als in seiner Erinnerung. Hat sie ihm einen Streich gespielt, Dinge hinzu erfunden? Es ist also auch ein Roman über Erinnerungen und darüber, wir sich Wahrnehmungen im Laufe eines Lebens verändern können und damit auch eigene Prinzipien, Entscheidungen, und schlussendlich auch man selbst. Das Buch ist auch der reflexive Rückblick eines Mannes, der sich zur Zeit der Romanhandlung anders entschieden, anders gehandelt hätte, als in vielen Lebensjahrzehnten zuvor. Dies lässt den optimistischen Schluss zu, dass sich ein Mensch durchaus (zum Guten) verändern kann. "Wolfslichter" ist ein stellenweise brutaler, aber nichts verschönender und vor allem ein kluger Text, der auf mehreren Ebenen sehr nachdenklich macht. Manchmal muss man auch schmunzeln, wenn Ulf in einen inneren Dialog mit sich selbst tritt und manchmal so wirkt, als würde er wieder zum Kind werden. Ich hätte vermutlich fünf Sterne gegeben, wenn nicht die Sprache an manchen Stellen zu schlicht geraten wäre. Manchmal kann schlichte Sprache sehr klar und präzise sein, hier rutscht es mir zu oft in zu einfache, nicht mehr wirklich literarische, umgangssprachliche Sätze ab, besonders in den "realen" äußeren Dialogen. Das ist aber in diesem Fall durch die vielen Stärken des Buches zu verkraften und von daher gibt es meinerseits vier hochverdiente Sterne für das Alterswerk (das sich nicht als solches anfühlt) der bereits 90jährigen Autorin. Leseempfehlung? Unbedingt. Diesem Buch wünsche ich viele Leser*innen, damit möglichst viele Menschen mal über ihr eigenes Verhältnis und Verhalten zur Natur nachdenken. Und die eingebaute, durchaus unterhaltsame Kriminalgeschichte macht das Buch auch für Lesende, die weniger aus literarischem Interesse sondern mehr aus Unterhaltungsmotivation heraus lesen, interessant, kurzweilig und gut zugänglich. Allein diese Mischung aus unterhaltsam sein und zugleich eine literarische wie inhaltliche Tiefe zu erreichen, ist beachtenswert. Fazit: Unbedingt lesen! Atmosphärisch tatsächlich auch besonders gut für den nahenden Herbst geeignet. Fühlte sich für mich aufgrund seiner durchaus poetischen Melancholie wie ein Herbstbuch an. Einkuscheln, einen Tee trinken und dieses wunderbare Buch lesen! 4 Sterne!

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