Wo die Asche blüht
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Description
Vom Schicksal der vergessenen Kinder des Vietnamkrieges
Vietnam, 1969: Die beiden Schwestern Trang und Quỳnh wachsen in einem kleinen Dorf im Mekongdelta auf. Als junge Frauen bestellen sie die Reisfelder ihrer verarmten Eltern, der Vater ist als Invalide aus dem Krieg heimgekehrt. Als eine Freundin ihnen erzählt, in Saigon wäre es für Mädchen wie sie leicht, Arbeit als Barmädchen zu finden, fassen sie den Entschluss, in die Stadt zu gehen. Trang lernt dort einen amerikanischen Soldaten kennen und stürzt sich mitten in den Wirren des Krieges in eine Affäre mit ihm, die nicht ohne Folgen bleibt …
Jahrzehnte später kehrt ein amerikanischer Veteran zurück nach Ho-Chi-Minh-Stadt in der Hoffnung, sich von den Schatten der Vergangenheit befreien zu können. Er trifft auf Phong, den Sohn einer Vietnamesin und eines ehemaligen GIs, der in einem Waisenhaus aufwuchs und verzweifelt seine Eltern sucht – kann Phong ihm helfen, seine alte Schuld wiedergutzumachen?
Der atmosphärisch dichte neue Roman der internationalen Bestsellerautorin ergründet das bewegende Schicksal der Kinder vietnamesischer Frauen mit amerikanischen Soldaten – und erzählt eine unvergessliche Geschichte von Schuld und Vergebung.
Book Information
Author Description
Die in Vietnam geborene und aufgewachsene Nguyễn Phan Quế Mai ist eine preisgekrönte Schriftstellerin in vietnamesischer und englischer Sprache und Autorin von zwölf Büchern mit Belletristik, Lyrik und Sachbüchern. Ihre Gedichte in vietnamesischer Sprache wurden in populären Liedern verfasst, und sie wurde von der Hanoi Writers Association mit dem Poetry of the Year 2010 Award ausgezeichnet. Ihre Romane Der Gesang der Berge und Wo die Asche blüht sind beide internationale Bestseller und wurden mit dem Runner-up für den Dayton Literary Peace Prize, dem PEN Oakland/Josephine Miles Literary Award, den International Book Awards, dem BookBrowse Best Debut Award und dem Lannan Literary Fellowship in Fiction ausgezeichnet. Ihre Werke wurden in mehr als fünfundzwanzig Sprachen übersetzt und erschienen in bedeutenden Publikationen wie der New York Times. Quế Mai wurde von Forbes Vietnam zu einer der 20 inspirierenden Frauen des Jahres 2021 ernannt. Sie hat einen Doktortitel in Kreativem Schreiben der britischen Lancaster University.
Posts
Vietnamkrieg und die Auswirkungen auf Frauen und Kinder
Aktuell und sehr berührend beschreibt die Autorin den Vietnamkrieg und die Auswirkung auf Frauen und Kindern in Vietnam, insbesondere das Schicksal von Kindern von vietnamesischen Frauen und amerikanischen Soldaten. Sie vermeidet Stereotype, doch die Erzählung bleibt nicht frei von Kitsch - alles in allem aber ein sehr interessanter Einblick in eine schwierige Zeit für Vietnam.
Kam nicht ans erste Buch heran. Die guten Bewertungen kann ich aber nachvollziehen. Für mich gab es Abstriche.
Das Buch erzählt eine traurige Geschichte aus und nach dem Vietnamkrieg. Es geht um zwei Schwestern, die in Saigon arbeiten, und um die Kinder, die aus Beziehungen zwischen vietnamesischen Frauen und amerikanischen Soldaten entstehen. Diese sogenannten „Amerasier“ haben es schwer, weil sie oft ausgegrenzt werden. Die Handlung springt zwischen der Kriegszeit und der Gegenwart. Man erfährt, wie die Vergangenheit das Leben der Menschen bis heute prägt. Ich fand die Geschichte gut, aber leider war es zu vorhersehbar und teilweise zu wenig ergreifend für mich. Schade, da ich das erste Buch der Autorin sehr gut fand.
Das Schicksal der Amerasier*innen
'Der Gesang der Berge' steht schon so lange auf meiner Wunschliste. Wie wunderbar, dass ich nun Gelegenheit hatte 'Wo die Asche blüht' zu lesen. Der Vietnamkrieg war mir durch Hollywood-Filme präsent. Schon immer wollte ich andere Perspektiven kennenlernen und bin sehr dankbar über dieses Buch. Hätte ich nicht zwischendurch arbeiten müssen, ich hätte es wohl in einem Rutsch durchgelesen. Ich habe mit den Protagonist*innen mitgeliebt, mitgelitten und mitgefiebert. Ja, manches war vorhersehbar, aber das hat mich hier nicht gestört. Nguyen Phan Que Mai verbindet die Schicksale verschiedener Personen. Das Hauptthema sind Amerasier*innen, die Kinder aus den Verbindungen vietnamesischer Frauen und US- amerikanischer GIs. Den meisten dieser Kinder war ein Leben in Armut und mit Anfeindungen vorherbestimmt. Das beschreibt die Autorin so klar, dass es weh tut. Zum Ende hin wird es etwas kitschig und unglaubwürdig. So dachte ich zumindest. Aber auch hier folgt eine authentische Auflösung. Mein Blick auf die Welt ist durch dieses Buch wieder etwas größer und offener geworden. Für mich vielleicht das Lesehighligt im April.
An das vorherige Buch der Autorin "Der Gesang der Berge" reicht es nicht heran, auch wenn das sicherlich Meckern auf hohem Niveau ist. Ich hätte mir vor allem mehr Nähe zu den Protagonist*innen gewünscht. Was dieser fürchterliche Krieg mit den Menschen gemacht hat, egal ob es die Geschichte von Phong, Dan oder Trang und ihrer Schwester Quynh ist, hat mich zwar sehr erschüttert, aber die Figuren waren nicht nah genug an ir dran. Es ist so wichtig, dass Geschichten wie diese erzählt werden, auch wenn dies hier "nur" ein Roman ist. Der Irrsinn dieses Krieges, wie auch aller anderen Kriege darf nie vergessen werden. Ganz klare Leseempfehlung, trotz des kleinen Kritikpunktes.
Der Roman „Wo die Asche blüht“ ist der zweite ins Deusche übersetzte Roman von vietnamesischen Autorin Nguyen Phan Que Mai und für mich stand nach „Der Gesang der Berge,“ welches ein großes Highlight für mich war, außer Frage, dass ich auch dieses Buch der Autorin lesen würde. Der Roman ist auf zwei Zeitebenen erzählt. Zum einem befinden wir uns im Jahr 1969 bei den Schwestern Trang und Quynh, zwei einfachen Mädchen vom Land, die während des Vietnamkrieges als Barmädchen in Saigon versuchen Geld zu verdienen um ihre verarmten Eltern zu unterstützen. Im zweiten Erzählstrang begleiten wir den Kriegsveteranen Dan mit seiner Frau Linda nach Vietnam, wo er versucht, seine Vergangenheit und die Ereignisse des Krieges, in dem er als Soldat gedient hat, aufzuarbeiten. Hierbei trifft er aud Phong, Sohn eines ehemaligen GI’s und einer Vietnamesin, der seine Eltern versucht zu finden, da er als Neugeborenes vor einem Waisenhaus abgelegt wurde. Der Einstieg in das Buch war grandios. Ich war – trotz der Vielzahl an ungewohnten Namen – schnell in der Geschichte drin und nahe bei den Hauptfiguren. Auch wenn von Anfang an klar zu sein scheint, wie die Geschichten von Dan, Phong sowie Trang und Quynh zusammen hängen, mindert dies keinesfalls die Spannung. Eher im Gegenteil, egal in welcher Zeit oder in welcher Erzählperspektive ich mich befinde, ich will immer genau dort bleiben, weil es einfach mit sehr viel Tiefgang erzählt ist und man so sehr in die Geschichte eintauchen kann. Es wird durch die drei Erzählperspektiven ein wirklich vielschichtiger Blick auf den Vietnamkrieg geworfen und was dieser Krieg mit dem Land, den Bewohnern aber auch mit den nord- und südvietnamesischen wie auch amerikanischen Soldaten gemacht hat. Die Auswirklungen des Krieges auf die Menschen, die Armut, der Kampf ums Überleben, die Einsamkeit, die Suche nach den Wurzeln, das Aufarbeiten der Kriegstraumata, das alles hat mich sehr erschüttert. Gerade auch Kleinigkeiten, vermeintliche Nebensächtlichkeiten haben viel zu der Tiefe des Romans beitragen. Aber ich habe auch das Gefühl gehabt, dass das Buch für seine knapp 450 Seiten zu viel will. Durch die ständigen Perspektivwechsel und die für mich ungewohnten vietnamesischen Namen, hatte ich - allerdings auch stressbedingt – mehrfach etwas Mühe den Überblick über die Figuren und die Geschichte zu behalten. Dadurch nahm irgendwann die Nähe zu den Figuren ab. Auch werden teilweise Geschichten/ Ereignisse „nur“ angedeutet, die interessant hätten sein können. Aber hier habe ich die glasklare Hoffnung, dass sie Autorin noch viel Geschichten in sich und zu erzählen hat. Das Ende hat mir – gerade weil es nicht rosarot war – extrem gut gefallen. Auch wenn „Wo die Asche blüht“ vielleicht nicht ganz an seinen Vorgänger heranreicht, so war es doch ein großartiges Buch, das ich jedem der gerne (hist.) Romane mit Tiefgang liest wärmstens ans Herz legen kann. Die Kritikpunkte sind Meckern auf sehr hohem Niveau. Es ist so wichtig, dass Geschichten wie diese erzählt werden, auch wenn dies hier "nur" ein Roman ist. Der Irrsinn dieses Krieges, wie auch aller anderen Kriege darf nie vergessen werden. Ganz klare Leseempfehlung!
Vietnamkriegsroman Die Kriegszeit aus der Sicht zweier armer Schwestern, die in einer Bar arbeiten müssen um zu überleben und viele Jahre später ein amerikanischer Kriegsveteran mit schlechten Gewissen, der das Land auf der Suche nach seiner Vergangenheit besucht. Die Geschichte wird auf verschiedenen Zeitebenen erzählt, spart das Grauen und die Kollateralschäden des Krieges nicht aus. An vielen Stellen glaubwürdig, dann aber wieder sentimental und weit hergeholt. Kann man lesen, muss man aber nicht
Man geht mit gänzlich verschiedenen Menschen durch ihre Schicksale - geprägt vom Vietnamkrieg
Ich habe dieses Buch gehört. Daher zuerst: Ich fand die Sprecher gut und habe ihnen gerne gelauscht. Man begleitet Dan, einen ehemaligen US-Soldaten des Vietnamkrieges, als dieser 2018 dieses Land wieder besucht. Man erlebt die Schrecken und die Zwänge, welche junge Vietnamesinnen in der Zeit des Krieges erleiden mussten. Man ist an der Seite eines Amerasiers, welcher von den USA träumt, da er durch sein Schicksal gebeutelt ist. Prostitution, Gewalt, Leid, Waisenhäuser, Rassismus und Verachtung bilden den lauten Teil des Orchesters. Und dann kommen die sanften Töne dazwischen. Die Liebe über kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg. Das Glück von Familie und Überwindung alter Schrecken. Es ist ein Buch mit extremen Strängen, denen man als Leser folgt. PTBS bei Veteranen und Schuldgefühle begegnen Hass von Seiten der Vietnamesen , ausgelöst durch das Leid des Krieges. Und dann nähern sich alle Fäden an, umweben einander und man findet eine abgerundete Geschichte. Ich war tief bewegt von diesem Roman und hatte ein Bild von realistischen Charakteren, deren Lebensweg ich für eine Weile miterleben durfte. Besonders gut fand ich, dass sehr unterschiedliche Positionen aufgemacht und dargelegt werden. Einen halben Punkt ziehe ich wegen dem Schluss ab. Dieser erinnert mich zu sehr an ein Märchen. Diese Geschichte hätte nicht „gut“ ausgehen müssen. Das wirkt etwas gezwungen. Alle Fäden kommen zusammen, alles findet sich. Fast, aber nur fast wie „Ende gut, alles gut“ oder „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann…“. Dennoch ist dieser Roman sehr lesenswert und ich kann ihn nur weiterempfehlen.
Die Welt ist nicht schwarz-weiß
Die Autorin Nguyễn Phan Quế Mai entführt uns mit ihrem Werk "Wo die Asche blüht" auf eine eindringliche Reise in die Folgen des Krieges. In drei Erzählsträngen und zwei Zeitebenen erzählt sie von den Schwestern Trang und Quỳnh im Jahr 1969, die im Mekongdelta leben und als Barmädchen in Saigon arbeiten, um ihre Familie zu unterstützen. Von Phong, der als "Amerasier" 2016 um ein Ausreisevisum nach Amerika kämpft, um seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen. Und von dem ehemaligen Hubschrauberpilot Dan, der seinen Kriegseinsatz verarbeiten möchte, und mit seiner Frau Linda nach Vietnam gereist ist. Die Figuren sind feinfühlig und glaubhaft dargestellt, sodass ich ihre Handlungen nachvollziehen konnte, auch wenn ich anfangs mit den Namen zu kämpfen hatte. Die Autorin beschreibt die dramatischen historischen Ereignisse auf unaufgeregte, aber fesselnde und empathische Weise, die mich förmlich in die Geschichte zog und das Buch schwer aus der Hand legen ließ. Die Thematik des Krieges und seiner vielfältigen Folgen ist brisant und leider auch heute noch aktuell. Eine unbedingte Leseempfehlung für dieses Buch, das nachhaltig im Gedächtnis bleibt und wichtige Themen auf einfühlsame Weise behandelt.
Wo die Asche blüht „…wir sind nur Wasserhyazinthen, die auf einem Fluss treiben. Lass dich von der Strömung nicht nach unten ziehen. Schütze dich, dann das kann niemand außer dir.“ (Seite 251) Vietnam, 2016: Der amerikanische Vietnam Veteran Dan reist mit seiner Frau Linda zum ersten Mal seit dem dem Rückzug der USA vor 43 Jahren, wieder nach Vietnam. Er leidet unter Posttraumatische Belastungsstörung und hat die Zeit als Soldat kaum aufgearbeitet, vieles aus der Vergangenheit verschwiegen. Er hofft, er kann auf dieser Reise ein wenig seiner Schuld wieder gutmachen und vielleicht sogar sein Kind, dass er mit einer Vietnamesin gezeugt hat, finden. Auch Phong, eine Amerasier, leidet an den Folgen des Krieges. Als Kind einer Vietnamesin und eines Afroamerikaner, wuchs er erst in einem katholischen Waisenhaus auf, dann bei der Nonne Nhā. Er ist als Bui Doi -Staub des Lebens- vielen Diskriminierungen ausgesetzt. Als Nhā stirbt ist er auf sich sich gestellt und seitdem versucht er seine leiblichen Eltern zu finden und hofft in die USA auswandern zu dürfen. Vietnam, 1969: Die beiden Schwestern Trang und Quỳnh leben in einem kleinen Dorf im Mekongdelta. Sie arbeiten auf den Reisfeldern ihrer hochverschuldeten Eltern, als eine Freundin sie überredet mit nach Saigon zukommen und dort als Barmädchen zu arbeiten. Trang verliebt sich in einen GI und wohnt sogar eine Weile mit ihm zusammen. Diese Liebe bleibt nicht ohne Folgen, doch die gemeinsame Zeit hat ein Ablaufdatum. Dieses Buch ist keine leichte Kost. Im Krieg sind alle Verlierer. Mit ihrem bildhaften Schreibstil verwebt die Autorin die Schicksale der Protagonisten und wir erfahren einiges über die Seiten und Auswirkungen des Vietnamkrieges. Die Figuren sind authentisch und schön gezeichnet. Die Ortsnamen und Namen sind mit ihren Akzenten geschrieben, was ich richtig gut finde. Auch erhält man einen guten Einblick in die vietnamesischen Umgangsformen. FunFact: Ich habe in Stuttgart bei Miss Saigon gearbeitet ( lang lang ist es her) und ich hatte beim lesen immer wieder die Musik im Ohr.
Leseempfehlung
„Wo die Asche blüht“ von Nguyễn Phan Quế Mai handelt von Tang, einem Dorfmädchen, dass sich während des Vietnamkrieges 1969 in einen jungen Amerikaner verliebte. Tang und ihre Schwester versuchen in Saigon als Barmädchen die Schulden der Eltern zu tilgen. Es heißt, man muss dort nur Tee mit den Amerikanerin trinken und das ist für die beiden wohlerzogenen Mädchen machbar. Doch kann es beim Teetrinken bleiben? Oder sind die Schulden schneller bezahlt, wenn man das Hinterzimmer nutzt? Der Krieg fordert seine Opfer! Bis Tang den Hubschrauberpiloten Dan kennen und lieben lernt. Er verbringt unglaublich viel Zeit mit dem Mädchen. Nach und nach fordert auch hier der Krieg seinen Tribut und Dan fängt an zu trinken, bekommt Depressionen und wird gewalttätig. Immer seltener kommt er in die gemeinsame Wohnung und als ihm Tang eröffnet, dass sie schwanger ist, verschwindet er ganz. Wie soll sie ein Kind in der schweren Zeit großziehen? Ihre Schwester rät ihr vehement von dem Kind ab und schlägt vor, es abzutreiben oder wegzugeben. In einem neuen Zeitabschnitt (2016) erfahren wir von Phong, einem Amerasier, der als Waisenkind von einer katholischen Schwester aufgezogen wurde und als Erwachsener seine Eltern sucht. Und von Dan, einem Veteranen, der in hohem Alter aus Seattle mit seiner Frau nach Vietnam reist um seine Schuld zu begleichen, sein Seelenleben zu therapieren und heimlich seine Geliebte und sein Kind zu suchen. Phong wurde als Baby in einem Waisenhaus abgegeben, er geht davon aus, dass sein Vater Amerikaner war und hofft, mit seinen vermeintlich amerikanischen Wurzeln, Vietnam verlassen zu können. Sein Leben wird dem/der Leser:in von klein auf erzählt. Sein Schicksal, die Schwere der Last, ein Amerasier zu sein, wird sehr berührend beschrieben. Als Schwester Nha starb, geriet der 12jährige Phong vom rechten Weg ab und landete im Gefängnis. Eine Erfahrung, die er niemals mehr machen möchte und als junger Erwachsener ändert er sein Leben. Was bleibt ist die Sehnsucht nach seinen Eltern; die Sehnsucht nach seinem Vater und nach Amerika. Die Autorin beschreibt unglaublich gut das Leid, welches der Vietnamkrieg damals verursachte und die Auswirkungen bis in die heutige Zeit. Sie bringt dem/der Leser:in das Land, die finanziellen Nöte und die Opfer der beteiligten Personen nahe. Nguyễn Phan Quế Mai schreibt die Kapitel in verschiedenen Zeitebenen. Der Krieg wird sehr detailliert und die Greueltaten sehr realistisch beschrieben. Die Schicksale der jungen Tang, ihrer Schwester, sowie von Phong werden emotional dargestellt und auch die Taten der Soldaten in diesen Zeiten werden ungeschönt erzählt. Der flüssige Schreibstil und die fesselnde, spannende Story haben mich als Leser:in in den Bann gezogen. Ein Roman, der die intensive Recherche erahnen lässt. Tief berühren einen die Schicksale und die Schwierigkeiten mit welchen Amerasier konfrontiert waren. Auch die Opfer der jungen vietnamesischen Frauen, welche oft zwecks Armut den Weg eines Barmädchens oder Sexarbeiterin einschlagen mussten, lassen mich als Leser:in mitfühlen. Die Autorin versteht es, die Geschichten der einzelnen Protagonisten geschickt zu einem Ganzen zu vereinen. Nguyễn Phan Quế Mai hat sieben Jahre gebraucht, um diesen Roman zu schreiben. Er ist aus der Forschung zu ihrer Doktorarbeit entstanden. Die Lebensgeschichten basieren auf realen Ereignissen, auch wenn die Figuren erfunden sind. Ein klare Leseempfehlung für dieses unglaublich spannende und berührende Buch.

Gefühlvoll und bewegend
Ich habe mich sehr gefreut, als ich gesehen habe, dass ein weiteres Buch über Vietnam von dieser Autorin erscheint, besonders da mir ihr erstes Buch sehr gefallen hat. Gespannt darauf, ob mich auch dieses Buch überzeugen kann und ich wurde nicht enttäuscht. Obwohl es schwierige Themen behandelt, ist es dennoch großartig. Das Cover finde ich sehr gelungen und passend zur Geschichte, und der Schreibstil ist leicht und verständlich zu lesen. Wir begleiten verschiedene Protagonisten durch verschiedene Zeitspannen und bekommen dadurch ein tieferes Verständnis für Vietnam und seine politischen Verhältnisse. Das Buch behandelt zwei Zeitebenen, 1969 und 2016, und führt uns gekonnt durch beide. Eine junge Frau, die sich in einen Soldaten aus Amerika verliebt. Ein Veteran, der viele Jahre später nach seiner verschollenen Liebe sucht und ein junger Mann der seine Eltern sucht. Das Ende des Buches hält einige Überraschungen bereit . Die Autorin schafft es, uns emotional in die Geschichte zu ziehen und uns den Vietnamkrieg näher zu bringen. Die Grausamkeiten und das Leid, das der Krieg mit sich gebracht hat, werden schonungslos dargestellt, was einem beim Lesen oft den Atem stocken lässt. Das Buch gibt Einblicke in die Herausforderungen, mit denen Kinder aus Beziehungen zwischen Vietnamesen und Amerikanern entstanden sind und konfrontiert waren, sowie in das Leid, das sie ertragen mussten. Es geht um Schuld und Vergebung. Ein Buch, das man nicht so schnell vergisst, und ich würde mich freuen, weitere Werke dieser Autorin zu lesen. Eine klare Leseempfehlung für alle, die sich für die Folgen von Kriegen interessieren.

Sehr berührende Geschichte
Ein Buch was mich emotional sehr berühren konnte. . Am Anfang hatte ich leichte Schwierigkeiten mit den Namen. Auch hatte ich noch nichts von der Autorin gelesen, was ich jetzt aber ändern möchte. Um so weiter man in der Geschichte voran kommt, um so mehr berührt einen die Handlung. . Das Thema ist brisant aber sehr interessant. Das Buch beruht auf Fakten und ich finde das merkt man auch. Die Autorin hat sich ausgiebig mit der Thematik beschäftigt. Das Buch macht deutlich, was der Vietnamkrieg angerichtet hat und was er für Auswirkungen hatte. . Man kann nicht so viel verraten um die Wucht des Buches nicht zu verraten. Wer sich aber für die Kultur und den Ausläufern des Krieges interessiert ist hier gut beraten. Ein Buch was nachdenklich macht. Was aufrüttelt und was sehr ans Herz geht. Ich mochte die Figuren sehr, sie waren authentisch und nah. Wir lesen auch aus verschiedenen Perspektiven was das Buch noch eindringlicher macht. Ich möchte nun auch das erste Buch lesen, denn dieses hat mir so gut gefallen. Ich glaube allerdings, es wird mir nicht so schnell aus dem Kopf gehen. . Eine Geschichte die man gelesen haben sollte.

Die schlichte Covergestaltung mag einem vielleicht nicht direkt ins Auge springen, aber davon sollte man sich nicht beirren lassen. Der Titel weckt da schon mehr Interesse und besonders nachdem man das Buch gelesen hat, wird man sich seiner Bedeutung erst wirklich bewusst. Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Ab und zu gibt es einige vietnamesische Einschübe, was das Buch noch authentischer macht und immer von einer Übersetzung begleitet wird. Jedes Kapitel hat einen Titel, der stets passend gewählt wurde und Interesse weckt, sodass man gar nicht anders kann, als Kapitel um Kapitel zu verschlingen. Wir begleiten wechselnd drei Charaktere in unterschiedlichen Zeitleisten und erfahren nach und nach immer mehr über ihr Leben und ihre Geschichte. Dadurch bleibt man konstant konzentriert und es entstehen keine Längen. Alle Charaktere werden ausführlich beschrieben und man fühlt und leidet mit ihnen allen mit. Ihr Leben wird authentisch beschrieben und es ist kein Problem, sich in sie hineinzuversetzen. Man fragt sich ständig, wie und ob ihre Geschichten verbunden sind. Auch dadurch möchte man das Buch gar nicht beiseite legen. Ich war noch nie in Vietnam, aber der Autorin, die dort aufgewachsen ist, gelingt es ohne Probleme, das Leben, die Mentalität und die Natur des Landes einzufangen. Ich mag es immer, wenn eine fesselnde Geschichte gleichzeitig informativ ist und das ist hier der Fall. Vorher hatte ich noch nie vom Schicksal der Amerasier und Amerasierinnen gehört und bin froh, dass es Menschen gibt, die sich ihrer Geschichte angenommen haben, um sie bekannter zu machen. Nguyễn Phan Quế Mai hat hier einen aufklärenden Roman zu einem Kapitel der Zeitgeschichte verfasst, der in der westlichen Welt eher unbekannt ist. Geeignet für alle, die sich für Geschichte interessieren und auch durch fiktive Stories etwas lernen wollen, aber auch für jeden, der Familiengeschichten mit Geheimnissen mag und in die kontrastreiche Welt Vietnams eintauchen möchte.
Nach ihrem vielfach ausgezeichneten und übersetzten Bestseller »Der Gesang der Berge« verdichtet die Autorin Nguyễn Phan Quế Mai auch in ihrem neuen Roman historische Ereignisse aus der Zeit des Vietnamkriegs zu einer eindrucksvollen und berührenden Geschichte. »Wo die Asche blüht« (übersetzt aus dem US-Amerikanischen »Dust Child« von Claudia Feldmann) arbeitet mit drei Erzählsträngen auf zwei Zeitebenen und erzählt von Amerasier*innen und dem Vietnamkrieg am Beispiel der fiktiven Geschichte der beiden Schwestern Trang und Quỳnh im Vietnam 1969. Als junge Frauen gehen die beiden Schwestern nach Saigon, um als Barmädchen schnelles Geld an den Amerikanern zu verdienen und den Eltern aus den Schulden zu helfen sowie Geld für die eigene Zukunft und Bildung zu sparen. Für viele junge Frauen entpuppte sich diese Arbeit in den Bars anders, als zunächst angenommen und führte zu Parallel zu diesem Erzähl- und Zeitstrang wird zum einen die Suche von dem Mann Phong beschrieben, der als Kind einer Vietnamesin und eines ehemaligen GIs, der in einem Waisenhaus aufwuchs, und seinen Vater sucht, um in die USA auswandern zu können. Zum anderen wird die Rückkehr eines amerikanischen Veterans nach Vietnam erzählt, der sich damit nicht nur seinen inneren Dämonen und Kriegstraumata stellen muss, sondern auch seiner Vergangenheit und Verantwortung. Bereits mit ihrem Debütroman hat Nguyễn Phan Quế Mai gezeigt, was für eine großartige Erzählerin sie ist und wie gekonnt sie historische Ereignisse und Vergangenheit in einem fiktionalisierten Kontext einem großen Publikum zugänglich macht. Auch in ihrem zweiten Roman liest sich klar heraus, über was für ein umfangreiches Fachwissen die Autorin verfügt (sie hat hierzu ebenfalls promoviert!). Dennoch hatte dieser zweite Roman einige Längen für mich und war mir etwas zu vorhersehbar. Nichtsdestotrotz behandelt dieser Roman wichtige Themen, die viel zu wenig Beachtung finden, sehr gut und ich mag die Art des Schreibens sehr. Insgesamt eine klare Leseempfehlung für den neuen Roman der Autorin, auch wenn mir das Debüt noch besser gefallen hat. ❤️ P.S.: Schade finde ich, dass das Cover im Original so viel schöner und passender ist, als die deutsche Version. (Dies war beim Vorgänger ebenso.)

Wenn ich bisher über den Vietnamkrieg gelesen/gehört habe, dann immer aus westlicher Sicht. Das schöne Cover und die Geschichte als solches liessen mich das Buch lesen. Es hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Einerseits in den Zeiten des Vietnamkrieges, so wie man ihn kennt: brutal, traumatisierend mit zunehmendem Sexgeschäft. Dies aus der Sicht eines Soldaten, der sich erinnert und einer jungen Frau, die es nach Saigon verschlägt, um dort Geld für die Familie zu verdienen. Soweit so gut. Das kennt man so. Auf der zweiten Ebene ist der GI alt, immer noch traumatisiert und kehrt zurück nach Saigon, um sich der Vergangenheit zu stellen. In einem zweiten Erzählstrang lernen wir einen Amerasier kennen, der nicht weiss, wer seine Eltern sind, sich auf die Suche macht und den amerikanischen Traum vor Augen hat. Diese Seite kennt man weniger. Gekonnt werden die Zeiten gewechselt und die Handlungen miteinander verflochten. Auch wenn die Geschichte kurz vor ihrem Ende etwas konstruiert ist, stört dies nicht. Ich habe noch nie etwas von einer vietnamesischen Autorin gelesen, aber ich werde mir das zweite Buch von ihr noch kaufen. Ich fand auch die Sprichwörter schön, die auf vietnamesisch aufgeschrieben und sofort übersetzt wurden. Da ich das Buch zügig gelesen habe, hatte ich auch kein Problem mit dem Namen. Wenn man es langsamer liest und immer mal ein paar Tage Pause macht, empfiehlt es sich, die Namen zu notieren, da sie für unser westliches Ohr/Auge schwer zu behalten sind.
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Vom Schicksal der vergessenen Kinder des Vietnamkrieges
Vietnam, 1969: Die beiden Schwestern Trang und Quỳnh wachsen in einem kleinen Dorf im Mekongdelta auf. Als junge Frauen bestellen sie die Reisfelder ihrer verarmten Eltern, der Vater ist als Invalide aus dem Krieg heimgekehrt. Als eine Freundin ihnen erzählt, in Saigon wäre es für Mädchen wie sie leicht, Arbeit als Barmädchen zu finden, fassen sie den Entschluss, in die Stadt zu gehen. Trang lernt dort einen amerikanischen Soldaten kennen und stürzt sich mitten in den Wirren des Krieges in eine Affäre mit ihm, die nicht ohne Folgen bleibt …
Jahrzehnte später kehrt ein amerikanischer Veteran zurück nach Ho-Chi-Minh-Stadt in der Hoffnung, sich von den Schatten der Vergangenheit befreien zu können. Er trifft auf Phong, den Sohn einer Vietnamesin und eines ehemaligen GIs, der in einem Waisenhaus aufwuchs und verzweifelt seine Eltern sucht – kann Phong ihm helfen, seine alte Schuld wiedergutzumachen?
Der atmosphärisch dichte neue Roman der internationalen Bestsellerautorin ergründet das bewegende Schicksal der Kinder vietnamesischer Frauen mit amerikanischen Soldaten – und erzählt eine unvergessliche Geschichte von Schuld und Vergebung.
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Author Description
Die in Vietnam geborene und aufgewachsene Nguyễn Phan Quế Mai ist eine preisgekrönte Schriftstellerin in vietnamesischer und englischer Sprache und Autorin von zwölf Büchern mit Belletristik, Lyrik und Sachbüchern. Ihre Gedichte in vietnamesischer Sprache wurden in populären Liedern verfasst, und sie wurde von der Hanoi Writers Association mit dem Poetry of the Year 2010 Award ausgezeichnet. Ihre Romane Der Gesang der Berge und Wo die Asche blüht sind beide internationale Bestseller und wurden mit dem Runner-up für den Dayton Literary Peace Prize, dem PEN Oakland/Josephine Miles Literary Award, den International Book Awards, dem BookBrowse Best Debut Award und dem Lannan Literary Fellowship in Fiction ausgezeichnet. Ihre Werke wurden in mehr als fünfundzwanzig Sprachen übersetzt und erschienen in bedeutenden Publikationen wie der New York Times. Quế Mai wurde von Forbes Vietnam zu einer der 20 inspirierenden Frauen des Jahres 2021 ernannt. Sie hat einen Doktortitel in Kreativem Schreiben der britischen Lancaster University.
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Vietnamkrieg und die Auswirkungen auf Frauen und Kinder
Aktuell und sehr berührend beschreibt die Autorin den Vietnamkrieg und die Auswirkung auf Frauen und Kindern in Vietnam, insbesondere das Schicksal von Kindern von vietnamesischen Frauen und amerikanischen Soldaten. Sie vermeidet Stereotype, doch die Erzählung bleibt nicht frei von Kitsch - alles in allem aber ein sehr interessanter Einblick in eine schwierige Zeit für Vietnam.
Kam nicht ans erste Buch heran. Die guten Bewertungen kann ich aber nachvollziehen. Für mich gab es Abstriche.
Das Buch erzählt eine traurige Geschichte aus und nach dem Vietnamkrieg. Es geht um zwei Schwestern, die in Saigon arbeiten, und um die Kinder, die aus Beziehungen zwischen vietnamesischen Frauen und amerikanischen Soldaten entstehen. Diese sogenannten „Amerasier“ haben es schwer, weil sie oft ausgegrenzt werden. Die Handlung springt zwischen der Kriegszeit und der Gegenwart. Man erfährt, wie die Vergangenheit das Leben der Menschen bis heute prägt. Ich fand die Geschichte gut, aber leider war es zu vorhersehbar und teilweise zu wenig ergreifend für mich. Schade, da ich das erste Buch der Autorin sehr gut fand.
Das Schicksal der Amerasier*innen
'Der Gesang der Berge' steht schon so lange auf meiner Wunschliste. Wie wunderbar, dass ich nun Gelegenheit hatte 'Wo die Asche blüht' zu lesen. Der Vietnamkrieg war mir durch Hollywood-Filme präsent. Schon immer wollte ich andere Perspektiven kennenlernen und bin sehr dankbar über dieses Buch. Hätte ich nicht zwischendurch arbeiten müssen, ich hätte es wohl in einem Rutsch durchgelesen. Ich habe mit den Protagonist*innen mitgeliebt, mitgelitten und mitgefiebert. Ja, manches war vorhersehbar, aber das hat mich hier nicht gestört. Nguyen Phan Que Mai verbindet die Schicksale verschiedener Personen. Das Hauptthema sind Amerasier*innen, die Kinder aus den Verbindungen vietnamesischer Frauen und US- amerikanischer GIs. Den meisten dieser Kinder war ein Leben in Armut und mit Anfeindungen vorherbestimmt. Das beschreibt die Autorin so klar, dass es weh tut. Zum Ende hin wird es etwas kitschig und unglaubwürdig. So dachte ich zumindest. Aber auch hier folgt eine authentische Auflösung. Mein Blick auf die Welt ist durch dieses Buch wieder etwas größer und offener geworden. Für mich vielleicht das Lesehighligt im April.
An das vorherige Buch der Autorin "Der Gesang der Berge" reicht es nicht heran, auch wenn das sicherlich Meckern auf hohem Niveau ist. Ich hätte mir vor allem mehr Nähe zu den Protagonist*innen gewünscht. Was dieser fürchterliche Krieg mit den Menschen gemacht hat, egal ob es die Geschichte von Phong, Dan oder Trang und ihrer Schwester Quynh ist, hat mich zwar sehr erschüttert, aber die Figuren waren nicht nah genug an ir dran. Es ist so wichtig, dass Geschichten wie diese erzählt werden, auch wenn dies hier "nur" ein Roman ist. Der Irrsinn dieses Krieges, wie auch aller anderen Kriege darf nie vergessen werden. Ganz klare Leseempfehlung, trotz des kleinen Kritikpunktes.
Der Roman „Wo die Asche blüht“ ist der zweite ins Deusche übersetzte Roman von vietnamesischen Autorin Nguyen Phan Que Mai und für mich stand nach „Der Gesang der Berge,“ welches ein großes Highlight für mich war, außer Frage, dass ich auch dieses Buch der Autorin lesen würde. Der Roman ist auf zwei Zeitebenen erzählt. Zum einem befinden wir uns im Jahr 1969 bei den Schwestern Trang und Quynh, zwei einfachen Mädchen vom Land, die während des Vietnamkrieges als Barmädchen in Saigon versuchen Geld zu verdienen um ihre verarmten Eltern zu unterstützen. Im zweiten Erzählstrang begleiten wir den Kriegsveteranen Dan mit seiner Frau Linda nach Vietnam, wo er versucht, seine Vergangenheit und die Ereignisse des Krieges, in dem er als Soldat gedient hat, aufzuarbeiten. Hierbei trifft er aud Phong, Sohn eines ehemaligen GI’s und einer Vietnamesin, der seine Eltern versucht zu finden, da er als Neugeborenes vor einem Waisenhaus abgelegt wurde. Der Einstieg in das Buch war grandios. Ich war – trotz der Vielzahl an ungewohnten Namen – schnell in der Geschichte drin und nahe bei den Hauptfiguren. Auch wenn von Anfang an klar zu sein scheint, wie die Geschichten von Dan, Phong sowie Trang und Quynh zusammen hängen, mindert dies keinesfalls die Spannung. Eher im Gegenteil, egal in welcher Zeit oder in welcher Erzählperspektive ich mich befinde, ich will immer genau dort bleiben, weil es einfach mit sehr viel Tiefgang erzählt ist und man so sehr in die Geschichte eintauchen kann. Es wird durch die drei Erzählperspektiven ein wirklich vielschichtiger Blick auf den Vietnamkrieg geworfen und was dieser Krieg mit dem Land, den Bewohnern aber auch mit den nord- und südvietnamesischen wie auch amerikanischen Soldaten gemacht hat. Die Auswirklungen des Krieges auf die Menschen, die Armut, der Kampf ums Überleben, die Einsamkeit, die Suche nach den Wurzeln, das Aufarbeiten der Kriegstraumata, das alles hat mich sehr erschüttert. Gerade auch Kleinigkeiten, vermeintliche Nebensächtlichkeiten haben viel zu der Tiefe des Romans beitragen. Aber ich habe auch das Gefühl gehabt, dass das Buch für seine knapp 450 Seiten zu viel will. Durch die ständigen Perspektivwechsel und die für mich ungewohnten vietnamesischen Namen, hatte ich - allerdings auch stressbedingt – mehrfach etwas Mühe den Überblick über die Figuren und die Geschichte zu behalten. Dadurch nahm irgendwann die Nähe zu den Figuren ab. Auch werden teilweise Geschichten/ Ereignisse „nur“ angedeutet, die interessant hätten sein können. Aber hier habe ich die glasklare Hoffnung, dass sie Autorin noch viel Geschichten in sich und zu erzählen hat. Das Ende hat mir – gerade weil es nicht rosarot war – extrem gut gefallen. Auch wenn „Wo die Asche blüht“ vielleicht nicht ganz an seinen Vorgänger heranreicht, so war es doch ein großartiges Buch, das ich jedem der gerne (hist.) Romane mit Tiefgang liest wärmstens ans Herz legen kann. Die Kritikpunkte sind Meckern auf sehr hohem Niveau. Es ist so wichtig, dass Geschichten wie diese erzählt werden, auch wenn dies hier "nur" ein Roman ist. Der Irrsinn dieses Krieges, wie auch aller anderen Kriege darf nie vergessen werden. Ganz klare Leseempfehlung!
Vietnamkriegsroman Die Kriegszeit aus der Sicht zweier armer Schwestern, die in einer Bar arbeiten müssen um zu überleben und viele Jahre später ein amerikanischer Kriegsveteran mit schlechten Gewissen, der das Land auf der Suche nach seiner Vergangenheit besucht. Die Geschichte wird auf verschiedenen Zeitebenen erzählt, spart das Grauen und die Kollateralschäden des Krieges nicht aus. An vielen Stellen glaubwürdig, dann aber wieder sentimental und weit hergeholt. Kann man lesen, muss man aber nicht
Man geht mit gänzlich verschiedenen Menschen durch ihre Schicksale - geprägt vom Vietnamkrieg
Ich habe dieses Buch gehört. Daher zuerst: Ich fand die Sprecher gut und habe ihnen gerne gelauscht. Man begleitet Dan, einen ehemaligen US-Soldaten des Vietnamkrieges, als dieser 2018 dieses Land wieder besucht. Man erlebt die Schrecken und die Zwänge, welche junge Vietnamesinnen in der Zeit des Krieges erleiden mussten. Man ist an der Seite eines Amerasiers, welcher von den USA träumt, da er durch sein Schicksal gebeutelt ist. Prostitution, Gewalt, Leid, Waisenhäuser, Rassismus und Verachtung bilden den lauten Teil des Orchesters. Und dann kommen die sanften Töne dazwischen. Die Liebe über kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg. Das Glück von Familie und Überwindung alter Schrecken. Es ist ein Buch mit extremen Strängen, denen man als Leser folgt. PTBS bei Veteranen und Schuldgefühle begegnen Hass von Seiten der Vietnamesen , ausgelöst durch das Leid des Krieges. Und dann nähern sich alle Fäden an, umweben einander und man findet eine abgerundete Geschichte. Ich war tief bewegt von diesem Roman und hatte ein Bild von realistischen Charakteren, deren Lebensweg ich für eine Weile miterleben durfte. Besonders gut fand ich, dass sehr unterschiedliche Positionen aufgemacht und dargelegt werden. Einen halben Punkt ziehe ich wegen dem Schluss ab. Dieser erinnert mich zu sehr an ein Märchen. Diese Geschichte hätte nicht „gut“ ausgehen müssen. Das wirkt etwas gezwungen. Alle Fäden kommen zusammen, alles findet sich. Fast, aber nur fast wie „Ende gut, alles gut“ oder „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann…“. Dennoch ist dieser Roman sehr lesenswert und ich kann ihn nur weiterempfehlen.
Die Welt ist nicht schwarz-weiß
Die Autorin Nguyễn Phan Quế Mai entführt uns mit ihrem Werk "Wo die Asche blüht" auf eine eindringliche Reise in die Folgen des Krieges. In drei Erzählsträngen und zwei Zeitebenen erzählt sie von den Schwestern Trang und Quỳnh im Jahr 1969, die im Mekongdelta leben und als Barmädchen in Saigon arbeiten, um ihre Familie zu unterstützen. Von Phong, der als "Amerasier" 2016 um ein Ausreisevisum nach Amerika kämpft, um seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen. Und von dem ehemaligen Hubschrauberpilot Dan, der seinen Kriegseinsatz verarbeiten möchte, und mit seiner Frau Linda nach Vietnam gereist ist. Die Figuren sind feinfühlig und glaubhaft dargestellt, sodass ich ihre Handlungen nachvollziehen konnte, auch wenn ich anfangs mit den Namen zu kämpfen hatte. Die Autorin beschreibt die dramatischen historischen Ereignisse auf unaufgeregte, aber fesselnde und empathische Weise, die mich förmlich in die Geschichte zog und das Buch schwer aus der Hand legen ließ. Die Thematik des Krieges und seiner vielfältigen Folgen ist brisant und leider auch heute noch aktuell. Eine unbedingte Leseempfehlung für dieses Buch, das nachhaltig im Gedächtnis bleibt und wichtige Themen auf einfühlsame Weise behandelt.
Wo die Asche blüht „…wir sind nur Wasserhyazinthen, die auf einem Fluss treiben. Lass dich von der Strömung nicht nach unten ziehen. Schütze dich, dann das kann niemand außer dir.“ (Seite 251) Vietnam, 2016: Der amerikanische Vietnam Veteran Dan reist mit seiner Frau Linda zum ersten Mal seit dem dem Rückzug der USA vor 43 Jahren, wieder nach Vietnam. Er leidet unter Posttraumatische Belastungsstörung und hat die Zeit als Soldat kaum aufgearbeitet, vieles aus der Vergangenheit verschwiegen. Er hofft, er kann auf dieser Reise ein wenig seiner Schuld wieder gutmachen und vielleicht sogar sein Kind, dass er mit einer Vietnamesin gezeugt hat, finden. Auch Phong, eine Amerasier, leidet an den Folgen des Krieges. Als Kind einer Vietnamesin und eines Afroamerikaner, wuchs er erst in einem katholischen Waisenhaus auf, dann bei der Nonne Nhā. Er ist als Bui Doi -Staub des Lebens- vielen Diskriminierungen ausgesetzt. Als Nhā stirbt ist er auf sich sich gestellt und seitdem versucht er seine leiblichen Eltern zu finden und hofft in die USA auswandern zu dürfen. Vietnam, 1969: Die beiden Schwestern Trang und Quỳnh leben in einem kleinen Dorf im Mekongdelta. Sie arbeiten auf den Reisfeldern ihrer hochverschuldeten Eltern, als eine Freundin sie überredet mit nach Saigon zukommen und dort als Barmädchen zu arbeiten. Trang verliebt sich in einen GI und wohnt sogar eine Weile mit ihm zusammen. Diese Liebe bleibt nicht ohne Folgen, doch die gemeinsame Zeit hat ein Ablaufdatum. Dieses Buch ist keine leichte Kost. Im Krieg sind alle Verlierer. Mit ihrem bildhaften Schreibstil verwebt die Autorin die Schicksale der Protagonisten und wir erfahren einiges über die Seiten und Auswirkungen des Vietnamkrieges. Die Figuren sind authentisch und schön gezeichnet. Die Ortsnamen und Namen sind mit ihren Akzenten geschrieben, was ich richtig gut finde. Auch erhält man einen guten Einblick in die vietnamesischen Umgangsformen. FunFact: Ich habe in Stuttgart bei Miss Saigon gearbeitet ( lang lang ist es her) und ich hatte beim lesen immer wieder die Musik im Ohr.
Leseempfehlung
„Wo die Asche blüht“ von Nguyễn Phan Quế Mai handelt von Tang, einem Dorfmädchen, dass sich während des Vietnamkrieges 1969 in einen jungen Amerikaner verliebte. Tang und ihre Schwester versuchen in Saigon als Barmädchen die Schulden der Eltern zu tilgen. Es heißt, man muss dort nur Tee mit den Amerikanerin trinken und das ist für die beiden wohlerzogenen Mädchen machbar. Doch kann es beim Teetrinken bleiben? Oder sind die Schulden schneller bezahlt, wenn man das Hinterzimmer nutzt? Der Krieg fordert seine Opfer! Bis Tang den Hubschrauberpiloten Dan kennen und lieben lernt. Er verbringt unglaublich viel Zeit mit dem Mädchen. Nach und nach fordert auch hier der Krieg seinen Tribut und Dan fängt an zu trinken, bekommt Depressionen und wird gewalttätig. Immer seltener kommt er in die gemeinsame Wohnung und als ihm Tang eröffnet, dass sie schwanger ist, verschwindet er ganz. Wie soll sie ein Kind in der schweren Zeit großziehen? Ihre Schwester rät ihr vehement von dem Kind ab und schlägt vor, es abzutreiben oder wegzugeben. In einem neuen Zeitabschnitt (2016) erfahren wir von Phong, einem Amerasier, der als Waisenkind von einer katholischen Schwester aufgezogen wurde und als Erwachsener seine Eltern sucht. Und von Dan, einem Veteranen, der in hohem Alter aus Seattle mit seiner Frau nach Vietnam reist um seine Schuld zu begleichen, sein Seelenleben zu therapieren und heimlich seine Geliebte und sein Kind zu suchen. Phong wurde als Baby in einem Waisenhaus abgegeben, er geht davon aus, dass sein Vater Amerikaner war und hofft, mit seinen vermeintlich amerikanischen Wurzeln, Vietnam verlassen zu können. Sein Leben wird dem/der Leser:in von klein auf erzählt. Sein Schicksal, die Schwere der Last, ein Amerasier zu sein, wird sehr berührend beschrieben. Als Schwester Nha starb, geriet der 12jährige Phong vom rechten Weg ab und landete im Gefängnis. Eine Erfahrung, die er niemals mehr machen möchte und als junger Erwachsener ändert er sein Leben. Was bleibt ist die Sehnsucht nach seinen Eltern; die Sehnsucht nach seinem Vater und nach Amerika. Die Autorin beschreibt unglaublich gut das Leid, welches der Vietnamkrieg damals verursachte und die Auswirkungen bis in die heutige Zeit. Sie bringt dem/der Leser:in das Land, die finanziellen Nöte und die Opfer der beteiligten Personen nahe. Nguyễn Phan Quế Mai schreibt die Kapitel in verschiedenen Zeitebenen. Der Krieg wird sehr detailliert und die Greueltaten sehr realistisch beschrieben. Die Schicksale der jungen Tang, ihrer Schwester, sowie von Phong werden emotional dargestellt und auch die Taten der Soldaten in diesen Zeiten werden ungeschönt erzählt. Der flüssige Schreibstil und die fesselnde, spannende Story haben mich als Leser:in in den Bann gezogen. Ein Roman, der die intensive Recherche erahnen lässt. Tief berühren einen die Schicksale und die Schwierigkeiten mit welchen Amerasier konfrontiert waren. Auch die Opfer der jungen vietnamesischen Frauen, welche oft zwecks Armut den Weg eines Barmädchens oder Sexarbeiterin einschlagen mussten, lassen mich als Leser:in mitfühlen. Die Autorin versteht es, die Geschichten der einzelnen Protagonisten geschickt zu einem Ganzen zu vereinen. Nguyễn Phan Quế Mai hat sieben Jahre gebraucht, um diesen Roman zu schreiben. Er ist aus der Forschung zu ihrer Doktorarbeit entstanden. Die Lebensgeschichten basieren auf realen Ereignissen, auch wenn die Figuren erfunden sind. Ein klare Leseempfehlung für dieses unglaublich spannende und berührende Buch.

Gefühlvoll und bewegend
Ich habe mich sehr gefreut, als ich gesehen habe, dass ein weiteres Buch über Vietnam von dieser Autorin erscheint, besonders da mir ihr erstes Buch sehr gefallen hat. Gespannt darauf, ob mich auch dieses Buch überzeugen kann und ich wurde nicht enttäuscht. Obwohl es schwierige Themen behandelt, ist es dennoch großartig. Das Cover finde ich sehr gelungen und passend zur Geschichte, und der Schreibstil ist leicht und verständlich zu lesen. Wir begleiten verschiedene Protagonisten durch verschiedene Zeitspannen und bekommen dadurch ein tieferes Verständnis für Vietnam und seine politischen Verhältnisse. Das Buch behandelt zwei Zeitebenen, 1969 und 2016, und führt uns gekonnt durch beide. Eine junge Frau, die sich in einen Soldaten aus Amerika verliebt. Ein Veteran, der viele Jahre später nach seiner verschollenen Liebe sucht und ein junger Mann der seine Eltern sucht. Das Ende des Buches hält einige Überraschungen bereit . Die Autorin schafft es, uns emotional in die Geschichte zu ziehen und uns den Vietnamkrieg näher zu bringen. Die Grausamkeiten und das Leid, das der Krieg mit sich gebracht hat, werden schonungslos dargestellt, was einem beim Lesen oft den Atem stocken lässt. Das Buch gibt Einblicke in die Herausforderungen, mit denen Kinder aus Beziehungen zwischen Vietnamesen und Amerikanern entstanden sind und konfrontiert waren, sowie in das Leid, das sie ertragen mussten. Es geht um Schuld und Vergebung. Ein Buch, das man nicht so schnell vergisst, und ich würde mich freuen, weitere Werke dieser Autorin zu lesen. Eine klare Leseempfehlung für alle, die sich für die Folgen von Kriegen interessieren.

Sehr berührende Geschichte
Ein Buch was mich emotional sehr berühren konnte. . Am Anfang hatte ich leichte Schwierigkeiten mit den Namen. Auch hatte ich noch nichts von der Autorin gelesen, was ich jetzt aber ändern möchte. Um so weiter man in der Geschichte voran kommt, um so mehr berührt einen die Handlung. . Das Thema ist brisant aber sehr interessant. Das Buch beruht auf Fakten und ich finde das merkt man auch. Die Autorin hat sich ausgiebig mit der Thematik beschäftigt. Das Buch macht deutlich, was der Vietnamkrieg angerichtet hat und was er für Auswirkungen hatte. . Man kann nicht so viel verraten um die Wucht des Buches nicht zu verraten. Wer sich aber für die Kultur und den Ausläufern des Krieges interessiert ist hier gut beraten. Ein Buch was nachdenklich macht. Was aufrüttelt und was sehr ans Herz geht. Ich mochte die Figuren sehr, sie waren authentisch und nah. Wir lesen auch aus verschiedenen Perspektiven was das Buch noch eindringlicher macht. Ich möchte nun auch das erste Buch lesen, denn dieses hat mir so gut gefallen. Ich glaube allerdings, es wird mir nicht so schnell aus dem Kopf gehen. . Eine Geschichte die man gelesen haben sollte.

Die schlichte Covergestaltung mag einem vielleicht nicht direkt ins Auge springen, aber davon sollte man sich nicht beirren lassen. Der Titel weckt da schon mehr Interesse und besonders nachdem man das Buch gelesen hat, wird man sich seiner Bedeutung erst wirklich bewusst. Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Ab und zu gibt es einige vietnamesische Einschübe, was das Buch noch authentischer macht und immer von einer Übersetzung begleitet wird. Jedes Kapitel hat einen Titel, der stets passend gewählt wurde und Interesse weckt, sodass man gar nicht anders kann, als Kapitel um Kapitel zu verschlingen. Wir begleiten wechselnd drei Charaktere in unterschiedlichen Zeitleisten und erfahren nach und nach immer mehr über ihr Leben und ihre Geschichte. Dadurch bleibt man konstant konzentriert und es entstehen keine Längen. Alle Charaktere werden ausführlich beschrieben und man fühlt und leidet mit ihnen allen mit. Ihr Leben wird authentisch beschrieben und es ist kein Problem, sich in sie hineinzuversetzen. Man fragt sich ständig, wie und ob ihre Geschichten verbunden sind. Auch dadurch möchte man das Buch gar nicht beiseite legen. Ich war noch nie in Vietnam, aber der Autorin, die dort aufgewachsen ist, gelingt es ohne Probleme, das Leben, die Mentalität und die Natur des Landes einzufangen. Ich mag es immer, wenn eine fesselnde Geschichte gleichzeitig informativ ist und das ist hier der Fall. Vorher hatte ich noch nie vom Schicksal der Amerasier und Amerasierinnen gehört und bin froh, dass es Menschen gibt, die sich ihrer Geschichte angenommen haben, um sie bekannter zu machen. Nguyễn Phan Quế Mai hat hier einen aufklärenden Roman zu einem Kapitel der Zeitgeschichte verfasst, der in der westlichen Welt eher unbekannt ist. Geeignet für alle, die sich für Geschichte interessieren und auch durch fiktive Stories etwas lernen wollen, aber auch für jeden, der Familiengeschichten mit Geheimnissen mag und in die kontrastreiche Welt Vietnams eintauchen möchte.
Nach ihrem vielfach ausgezeichneten und übersetzten Bestseller »Der Gesang der Berge« verdichtet die Autorin Nguyễn Phan Quế Mai auch in ihrem neuen Roman historische Ereignisse aus der Zeit des Vietnamkriegs zu einer eindrucksvollen und berührenden Geschichte. »Wo die Asche blüht« (übersetzt aus dem US-Amerikanischen »Dust Child« von Claudia Feldmann) arbeitet mit drei Erzählsträngen auf zwei Zeitebenen und erzählt von Amerasier*innen und dem Vietnamkrieg am Beispiel der fiktiven Geschichte der beiden Schwestern Trang und Quỳnh im Vietnam 1969. Als junge Frauen gehen die beiden Schwestern nach Saigon, um als Barmädchen schnelles Geld an den Amerikanern zu verdienen und den Eltern aus den Schulden zu helfen sowie Geld für die eigene Zukunft und Bildung zu sparen. Für viele junge Frauen entpuppte sich diese Arbeit in den Bars anders, als zunächst angenommen und führte zu Parallel zu diesem Erzähl- und Zeitstrang wird zum einen die Suche von dem Mann Phong beschrieben, der als Kind einer Vietnamesin und eines ehemaligen GIs, der in einem Waisenhaus aufwuchs, und seinen Vater sucht, um in die USA auswandern zu können. Zum anderen wird die Rückkehr eines amerikanischen Veterans nach Vietnam erzählt, der sich damit nicht nur seinen inneren Dämonen und Kriegstraumata stellen muss, sondern auch seiner Vergangenheit und Verantwortung. Bereits mit ihrem Debütroman hat Nguyễn Phan Quế Mai gezeigt, was für eine großartige Erzählerin sie ist und wie gekonnt sie historische Ereignisse und Vergangenheit in einem fiktionalisierten Kontext einem großen Publikum zugänglich macht. Auch in ihrem zweiten Roman liest sich klar heraus, über was für ein umfangreiches Fachwissen die Autorin verfügt (sie hat hierzu ebenfalls promoviert!). Dennoch hatte dieser zweite Roman einige Längen für mich und war mir etwas zu vorhersehbar. Nichtsdestotrotz behandelt dieser Roman wichtige Themen, die viel zu wenig Beachtung finden, sehr gut und ich mag die Art des Schreibens sehr. Insgesamt eine klare Leseempfehlung für den neuen Roman der Autorin, auch wenn mir das Debüt noch besser gefallen hat. ❤️ P.S.: Schade finde ich, dass das Cover im Original so viel schöner und passender ist, als die deutsche Version. (Dies war beim Vorgänger ebenso.)

Wenn ich bisher über den Vietnamkrieg gelesen/gehört habe, dann immer aus westlicher Sicht. Das schöne Cover und die Geschichte als solches liessen mich das Buch lesen. Es hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Einerseits in den Zeiten des Vietnamkrieges, so wie man ihn kennt: brutal, traumatisierend mit zunehmendem Sexgeschäft. Dies aus der Sicht eines Soldaten, der sich erinnert und einer jungen Frau, die es nach Saigon verschlägt, um dort Geld für die Familie zu verdienen. Soweit so gut. Das kennt man so. Auf der zweiten Ebene ist der GI alt, immer noch traumatisiert und kehrt zurück nach Saigon, um sich der Vergangenheit zu stellen. In einem zweiten Erzählstrang lernen wir einen Amerasier kennen, der nicht weiss, wer seine Eltern sind, sich auf die Suche macht und den amerikanischen Traum vor Augen hat. Diese Seite kennt man weniger. Gekonnt werden die Zeiten gewechselt und die Handlungen miteinander verflochten. Auch wenn die Geschichte kurz vor ihrem Ende etwas konstruiert ist, stört dies nicht. Ich habe noch nie etwas von einer vietnamesischen Autorin gelesen, aber ich werde mir das zweite Buch von ihr noch kaufen. Ich fand auch die Sprichwörter schön, die auf vietnamesisch aufgeschrieben und sofort übersetzt wurden. Da ich das Buch zügig gelesen habe, hatte ich auch kein Problem mit dem Namen. Wenn man es langsamer liest und immer mal ein paar Tage Pause macht, empfiehlt es sich, die Namen zu notieren, da sie für unser westliches Ohr/Auge schwer zu behalten sind.





















