Wir waren Sappho

Wir waren Sappho

Hardback
3.920

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Description

»Was wir wollten? Fürs Erste das, was der anderen Hälfte der Bevölkerung allein durch ihre Geburt zugestanden worden war.«

In ihrem für den Booker-Preis nominierten Roman beleuchtet Selby Wynn Schwartz ein zu Unrecht vergessenes Kapitel feministischer Geschichte: Von der italienischen Frauenrechtlerin Lina Poletti über Colette und Sarah Bernard bis zur großen Virginia Woolf verknüpft sie Schicksale historischer Persönlichkeiten zwischen Italien, Griechenland, London und Salons in Paris. Ihre übersprudelnd kreative fiktionalisierte Biografie folgt den Erlebnissen einer Gruppe genialer Feministinnen, Queers, Künstlerinnen und Schriftstellerinnen der Jahrhundertwende, die sich allesamt nicht ins Frauenbild ihrer Zeit fügen wollen, auf ihrem Weg zu Freiheit und Selbstbestimmung. Wie ein Leuchtturm steht die antike Dichterin Sappho über alledem, ihre Lyrik dient den Protagonist*innen als Vorbild und Inspiration.

Schwartz’ vielstimmiger, episodenhafter Roman macht mit seiner poetischen Sprache lesbische und feministische Geschichte auf einzigartige Weise greifbar. Er würdigt Pionier*innen der Vergangenheit und ist zugleich hochaktuell und gibt Hoffnung für die Zukunft.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
304
Price
26.80 €

Author Description

Selby Wynn Schwartz promovierte an der University of California, Berkeley, in Vergleichender Literaturwissenschaft. Derzeit unterrichtet sie Schreiben an der Stanford University. Die preisgekrönte Schriftstellerin stand mit ihrem Debütroman Wir waren Sappho auf der Longlist für den Booker-Preis 2022.

Posts

6
All
4

Ein ganz außergewöhnliches Buch. Ich habe eine Weile gebraucht, um durch das Buch zu kommen. Es ist wunderschön geschrieben, aber teilweise brauchte ich etwas um den Inhalt zu verstehen. Ich möchte mich jetzt mehr in die Leben der genannten Personen lesen und denke, dass es dann noch einmal eine andere Erfahrung wäre, dieses Buch zu lesen.

4

Von Sappho habe ich zum ersten Mal im Studium gehört. Das war in einer Übung, in der es sonst eigentlich fast nur um männliche Dichter ging. Daher habe ich Sappho auch im ersten Moment für einen Mann gehalten, der natürlich über seine Freundin, seine Frau oder seine Affäre schreibt, wie es so viele andere auch tun. Erst während der weiteren Recherche daheim, habe ich festgestellt, dass Sappho tatsächlich eine Frau ist. Und nicht nur das: Sie ist eine Frau, der heute zugeschrieben wird, lesbisch zu sein. Zumindest weiß man ziemlich sicher, dass sie Frauen geliebt hat. Daher heißt das heute auch so, lesbisch: Sappho lebte auf der griechischen Insel Lesbos. Und im englischen Raum wird der Begriff "sapphic" auch gerne für Inhalte verwendet, in denen Frauen Frauen lieben. Die Autorin Selby Wynn Schwartz erzählt in kurzen, aber sehr dichten Episoden vom Leben verschiedener queerer Frauen und als weiblich gelesener Personen - den Nachfolger:innen Sapphos. Gegendert, da hier nicht nur von lesbischen Frauen erzählt wird, sondern auch von genderqueeren und trans* Personen. Meist wird hier ganz auf Labels verzichtet. Die verschriebenen Personen werden vorgestellt, ihr Leben beschrieben und aus dem Kontext geht dann hervor, was denn vielleicht ihre Identität sein könnte. Gemeinsam haben sie nur: Sie alle sind Nachfolger:innen Sapphos – sie sind Dichter:innen oder Autor:innen, sie lieben Frauen und halten sich nicht an die Vorgaben der Gesellschaft. In fiktionalisierten Kurzbiografien wird von ihren Liebschaften erzählt, von glücklichen und unglücklichen Ehen und Partnerschaften, vom Erfolg mit ihren Texten oder auf der Bühne und von ihrem Kampf um Rechte für Frauen und Mitglieder der LGBTQIA+-Community. Neben bekannten Namen wie Virginia Woolf und Vita Sackville gibt es hier auch Menschen zu entdecken, die wohl der breiten Öffentlichkeit meist kein Begriff sind. So kannte ich vor dieser Lektüre zum Beispiel Lina Poletti nicht. Die Autorin hat sich hier für einen fast schon poetischen, auf jeden Fall aber sehr dichten Schreibstil entschieden. Die biografischen Episoden unterschiedlicher Autor:innen wechseln sich ab und wirken so fast wie ein Mosaik. Ästhetisch ist das auf jeden Fall ansprechend, doch es erschwert auch den Lesefluss und setzt ein gutes Gedächtnis bei den Leser*innen voraus. Wer hier ein Sachbuch erwartet, ist an der falschen Adresse. Doch anspruchsvolle Leser:innen, die sich für das Leben der Nachfolgerinnen Sapphos interessieren, werden mit diesem Buch trotzdem ihre Freude haben.

2.5

Schillernd

Das Buch „Wir waren Sappho“ von Selby Wynn Schwartz erzählt die Geschichten von vielen wichtigen Frauen und queeren Ikonen der Jahrhundertwende. Von der legendären italienischen Feministin Nina Poletti über die göttliche Sarah Bernhardt bis zur großen Virginia Woolf. Das Buch ist eine Mischung aus Vorstellungen und persönlichen Sachtexten, aus spekulativen Biografien und Vorschlägen für kurze Formen. Es liest sich genauso schillernd wie die Zeit, in der diese Frauen gelebt haben, und wie die Leute sie damals wahrgenommen haben. Ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich aufhören soll zu lesen oder ob ich das Buch nicht aus der Hand legen kann.

3

Ich habe sehr lange gebraucht, dieses Buch zu Ende zu lesen - nicht, weil es uninteressant geschrieben ist oder mich die Inhalte nicht interessieren, ganz im Gegenteil.

Der Schreibstil ist einzigartig insofern, dass in der "wir"-Form geschrieben wird und es eine Mischung aus philosophischer, fiktiver und historisch akkurater (?) Überlegungen ist. Ich habe mich auf jeden Fall entertained gefühlt, habe das Gefühl, ein wenig über feministische und sapphische Geschichte gelernt zu haben, einigen berühmten Charakteren (e.g. Virginia Woolf, Vita Sackville-West oder natürlich Sappho selbst) näher gekommen zu sein. Aber... Alles in allem fühlte sich der Read einfach sehr chaotisch an: Die Kapitel selbst waren sehr kurz und wurden durch (Unter-)Überschriften geteilt - soweit so gut, Allerdings wurde so häufig zwischen unterschiedlichen Frauen gesprungen und ich hatte das Gefühl, dass eine gewisse Vorkenntnis dieser Menschen hilfreich gewesen wäre, nicht komplett verwirrt zu sein. Let's say: Ich fühl(t)e mich entertained, habe das Gefühl, ein wenig mehr geschichtliches Hintergrundwissen aufgenommen zu haben (vor allem, was die letzten 200 Jahre (?) in Italien, Frankreich, UK, Griechenland angeht), aber über die einzelnen Frauen ist mir nur sehr wenig in Erinnerung geblieben - was schade ist. (Vielen Dank an Netgalley & Schöffling & Co. für das Rezensionsexemplar)

5

Poetisch feines Buch über lesbisches und feministisches Leben Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts

4

Wie sich Frauen ihre eigene Welt erschufen

Feminismus, queere Entfaltung und eine Liebe zur Literatur Ich war schnell fasziniert vom Leben der Frauen und meine Begeisterung stieg schnell an, als ihr lernte, dass alle Geschichten auf echten Biografien, basieren. Die Szenen- und Jahreswechsel machten den Einstieg sehr holprig. Der Erzählstil ist sehr besonders, aber manchmal fast zu unübersichtlich für mich. Bin sehr froh von diesen Frauen und queeren Personen zu wissen und lerne ständig mehr von ihrem Leben um 1900. Das Buch hat mir deren Parallelwelten eröffnet, darüber bin ich sehr froh!

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