Weiße Westen, schwarze Nächte
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Description
Zwischen Wirtschaftswunder und Halbwelt tummeln sich die Spione.
Ruhrgebiet, 1960er Jahre: Hedy Voss ist gewitzt, unabhängig – und verzweifelt. Um für ihre kranke Schwester Elsa sorgen zu können, hat sie keine andere Wahl, als zu tun, was sie am besten kann: Einbrüche verüben. Eines Tages fallen Hedy dabei gefährliche Informationen in die Hände, mit denen Elsa leichtfertiger umgeht, als es den beiden Schwestern guttut. Plötzlich schweben die beiden in höchster Gefahr, und Hedy muss sich entscheiden, wie weit sie bereit ist zu gehen, um Elsa und sich zu schützen.
Eine junge Frau gerät zwischen die Fronten des deutsch-deutschen Spionagekriegs – der erste Fall für die Meisterdiebin Hedy Voss
Book Information
Author Description
Sabine Hofmann wurde in Bochum geboren. Heute lebt die promovierte Sprachwissenschaftlerin in Erbach im Odenwald. Gemeinsam mit Rosa Ribas schrieb sie drei Kriminalromane, die im Barcelona der 1950er Jahre spielen. Bei den Aufbau Verlagen sind ihre Nachkriegskrimis lieferbar.
Posts
Essen in den 60er Jahren zwischen Kohle und Modernisierung
"Weiße Westen, schwarze Nächte" ist ein Kriminalroman von Sabine Hofmann, den ich als Hörbuch gehört habe, gesprochen von Henrike Tönnes. Hedy Voss, die Hauptprotagonistin des Krimis, lebt in den 60er Jahren im Ruhrgebiet. Sie ist von "Beruf" Einbrecherin und macht das richtig gut. Die Erlöse aus den Einbrüchen benötigt sie dringend, um die kostspieligen Aufenthalte ihrer Schwester Elsa in privaten psychiatrischen Einrichtungen zu finanzieren. Eines Tages fällt ihr bei einem Einbruch neben Schmuck auch eine Kladde mit brisanten Aufzeichnungen in die Hände. Sie nimmt sie mit und bringt sich damit in höchste Gefahr. Ihre Schwester Elsa trägt durch ihr leichtfertiges Verhalten ihren Teil dazu bei, dass die Angelegenheit eskaliert. Der Krimi war spannend zu hören. Die Einblicke in die Gefühle und Denkweise der Menschen in den 60ern wurde gut herausgearbeitet. Auch die lokalen Bezüge im Ruhrgebiet zwischen Kohle und Modernisierung hat die Autorin eindrücklich geschildert. Nach und nach erfahren wir auch mehr über Hedys persönliche Geschichte und wie es dazu kam, dass sie Einbrecherin geworden ist. Kann ein Einbrecher sympathisch sein? Inn diesem Fall kann ich das mit einem klaren Ja beantworten. Ich habe mit Hedy mitgefiebert und ihr die Daumen gedrückt. Ich war während des Hörens auf einer vollständig falschen Spur, das Ende kam überraschend für mich, Die Handlung wird aus mehreren Perspektiven erzählt, aus der von Hedy, von Elsa und aus der Sicht der Ermittler. Die Verknüpfung mit Machenschaften in Politik und Ministerien fand ich ausgesprochen gelungen. Der Krimi entfaltet seine Spannung nach und nach, das mag ich gerne. Das Ende macht Lust auf mehr! Als Einführung in Hedys Welt hat der vorliegende Band einiges zu bieten. Wie in ersten Bänden einer Reihe meistens der Fall, lernen die Lesenden alle Personen besser kennen, daher erhoffe ich mir vom nächsten Band noch mehr. Hier gibt es gute 4 Sterne! Besonders gut hat mir die Hörbuchsprecherin gefallen. Sie hat die Protagonist*innen toll interpretiert. Dabei kommt ihr eindeutig die (angeborene) Kenntnis des Ruhrpotts-Slangs zugute. Kompliment, es hat Spaß gemacht, ihr zu lauschen. Sie hat mit ihrer Stimme dazu beigetragen, der Handlung noch mehr Tiefe zu verleihen. Die Sprecherin bekommt von mir die volle Punktzahl! Eine Hörempfehlung nicht nur Menschen aus dem Westen von Nordrhein-Westfalen. Ich kann mir vorstellen, dass hier Hören besser ist als Lesen!
Ein etwas anderer Krimi Ruhrgebiet, 1966: Hedy Voss bestreitet ihren Unterhalt mit (Auftrags-) Einbrüchen und Diebstählen. Etwas anderes hat sie nie gelernt, und außerdem ist sie wirklich gut darin. Das Geld braucht sie, um die wiederkehrenden Aufenthalte ihrer Schwester Elsa in einer psychiatrische Privatklinik zu bezahlen. Als Hedy aus der Villa eines ehemaligen Oberregierungsrats neben Bargeld, Schmuck und Uhren auch einen Kalender vom Vorjahr mitnimmt, weil ihr darin interessante Kürzel und Zahlenkolonnen auffallen, setzt sie ungewollt eine gefährliche Kette von Ereignissen in Gang. Vor allem, als Elsa den Kalender entdeckt und versucht, daraus Kapital zu schlagen … Hedy ist ein ausgesprochen spannender Charakter, weil sie kaum etwas von sich preisgibt. Fast niemand weiß, wie sie wirklich aussieht, da sie ihre Verkleidungen und Perücken ständig wechselt, teilweise sogar noch während oder unmittelbar nach ihren Beutezügen. Selbst ihr Name ist nicht echt. Neben Elsa scheint sie nur eine weitere Bezugsperson zu haben: einen Antiquitätenhändler, der zugleich ihr Hehler und Auftraggeber ist. Außerdem unterhält sie eine lose Beziehung zu einem Mann namens Peter, der angeblich verheiratet ist. Hedy ist jedoch überzeugt, dass er in Wahrheit Polizist oder Spion ist. Sie vertraut niemandem – nicht einmal Elsa, die seit ihrer Jugend von Pervitin abhängig ist und wirklich alles tut, um an die Droge zu kommen. Die Handlung lebt vor allem von der Spannung, ob Hedy die Jagd des ehemaligen Oberregierungsrats nach seinem Kalender überlebt, den er scheint notfalls auch über Leichen zu gehen. Gleichzeitig ist ihr Kriminalkommissar Hans Wittkamp auf den Fersen. Er möchte unbedingt Karriere machen, wird jedoch immer wieder ausgebremst – besonders, als er entdeckt, dass das Einbruchsopfer in einen Korruptionsskandal verwickelt ist, den die eine Seite vertuschen, die andere jedoch öffentlich machen will. Auch das Setting des Krimis hat mir sehr gefallen. Das Ruhrgebiet befindet sich im Umbruch. Der Kohleabbau steckt in der Krise, das Wirtschaftswunder ist längst noch nicht überall angekommen, während die Städte gleichzeitig rasant wachsen und moderner werden. Sabine Hofmann hat mich mit dem Auftakt ihrer neuen Reihe ausgesprochen gut unterhalten. Sie schreibt fesselnd, atmosphärisch und sehr bildhaft. Zwei kleine Kritikpunkte hatte ich allerdings: Zum einen habe ich mich gefragt, warum Hedy nie versucht hat, einer legalen Tätigkeit nachzugehen. Andere Frauen arbeiten schließlich ebenfalls in regulären Berufen, und Hedy scheint sehr intelligent zu sein. Zwar verdient sie mit ihren Einbrüchen vergleichsweise leicht Geld, doch das Risiko dabei ist enorm. Zum anderen kam mir das Ende etwas zu abrupt, und ich habe mich gefragt, woher Hedy eigentlich wusste, dass Wittkamp der ermittelnde Beamte war.

Ein sehr interessanter Krimi!
Hedys verhängnisvoller Diebstahl Ruhrgebiet, 1960er Jahre: Hedy Voss wurde schon als Jugendliche zur Diebin herangezogen und sie hat ihre Aufgabe immer gut gemacht. So ist sie auch heute noch auf Diebeszügen und spioniert auf gewitzte Weise ihre Objekte aus. Dass sie gerade in der Villa von Seufert ein verhängnisvolles Notizbuch findet und einsteckt, das noch schwerwiegende Folgen nach sich ziehen würde, hätte sie nicht gedacht. Denn sie klaut vorallem, um selbst über die Runden zu kommen und ihrer psychisch kranken und tablettensüchtigen Schwester die Aufenthalte in kostspieligen Privatkliniken zu ermöglichen. Sabine Hofmann hat das Ruhrgebiet der 1960er Jahre als Kulisse für diesen besonderen Kriminalroman gewählt. Denn die damalige Zeit steckt voller Umbrüche. Neben der Gesellschaft, die sich wandelt, ist auch die politische Situation schwierig und es gibt so manchen Spion, der versucht an Informationen zu kommen, um diese dann für seine Seite möglicht positiv zu verwenden. So gibt es in diesem Roman zwei Seiten, die parallel erzählt werden und dennoch irgendwann zu einem werden. Die historischen Hintergründe wurden von der Autorin gut und gründlich recherchiert und perfekt in der Handlung verwendet. Ich war wirklich gespannt auf diesen Roman, denn die Autorin ist mir bereits aus anderen Romanen bekannt und ich mag ihre Art zu erzählen. Diesmal konnte sie mich aber nicht so fesseln, wie ich es mir erhofft hatte. Was zum einen daran lag, dass ich anfangs große Probleme hatte, sämtliche Personen zuzuordnen und nicht durcheinander zu kommen. Zum anderen fand ich die Handlungsstränge etwas verwirrend und kam nicht in den erwünschten Lesefluss, sondern habe mich oft ablenken lassen. Dennoch fand ich die Kulisse, die gewählt wurde und die Atmosphäre des, sich im Aufbruch befindlichen Ruhrgebiets sehr gut getroffen und passend für die Handlung.

Weiße Westen, schwarze Nächte ist das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen bzw. gehört habe. Die Geschichte um Meisterdiebin Hedy Voss hat mir sehr gut gefallen. Die Handlung spielt im Sommer 1966. Hedy und Elsa haben ihre Eltern im Krieg verloren, sie sind im Waisenhaus und in Pflegefamilien aufgewachsen. Bereits früh gerieten sie in die Fänge eines Verbrechers, der sie zu Diebinnen ausbilden wollte'. Bei Hedy hat das gut geklappt, die hübsche Elsa erwies sich jedoch als ungeschickt und wurde für andere Zwecke benutzt. Hedy finanziert mit ihrem Diebesgut Elsas Therapie in einer Privatklinik. Bei einem Einbruch findet sie neben wertvollem Schmuck und Gemälden ein Notizbuch mit brisanten Aufzeichnungen. Das Notizbuch gehört dem ehemaligen Oberregierungsrat Seufert, der im Verteidigungsministerium tätig war. Es enthält auch Informationen zu seinen Konten in der Schweiz. Seufert war bereits länger im Visier des Geheimdienstes, er galt als korrupt. Nachdem er bei einem Unfall ums Leben gekommen ist, wird sein Leben von Kriminalkommissar Hans Wittkamp unter die Lupe genommen.. Die Autorin beschreibt lebensnah und authentisch das Leben im Ruhrgebiet und in Bonn in den Sechziger Jahren. Spionagegeschichten lese ich eigentlich nicht gerne, aber in diesem historischen Kriminalroman konnte mich Hedys und Elsas Geschichte in den Bann ziehen. Beide schaffen es auf ihre Art, sich im Leben trotz schlechter Startbedingungen durchzuschlagen, und besonders Hedy erweist sich als äußerst gewieft. Gerne würde ich die beiden Schwestern und Kommissar Wittkamp bei ihren weiteren Erlebnissen in den Sechzigern begleiten. Von mir eine Lese- bzw. Hörempfehlung für alle, die in die jüngere deutsche Vergangenheit im Ruhrgebiet eintauchen möchten.
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Zwischen Wirtschaftswunder und Halbwelt tummeln sich die Spione.
Ruhrgebiet, 1960er Jahre: Hedy Voss ist gewitzt, unabhängig – und verzweifelt. Um für ihre kranke Schwester Elsa sorgen zu können, hat sie keine andere Wahl, als zu tun, was sie am besten kann: Einbrüche verüben. Eines Tages fallen Hedy dabei gefährliche Informationen in die Hände, mit denen Elsa leichtfertiger umgeht, als es den beiden Schwestern guttut. Plötzlich schweben die beiden in höchster Gefahr, und Hedy muss sich entscheiden, wie weit sie bereit ist zu gehen, um Elsa und sich zu schützen.
Eine junge Frau gerät zwischen die Fronten des deutsch-deutschen Spionagekriegs – der erste Fall für die Meisterdiebin Hedy Voss
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Sabine Hofmann wurde in Bochum geboren. Heute lebt die promovierte Sprachwissenschaftlerin in Erbach im Odenwald. Gemeinsam mit Rosa Ribas schrieb sie drei Kriminalromane, die im Barcelona der 1950er Jahre spielen. Bei den Aufbau Verlagen sind ihre Nachkriegskrimis lieferbar.
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Essen in den 60er Jahren zwischen Kohle und Modernisierung
"Weiße Westen, schwarze Nächte" ist ein Kriminalroman von Sabine Hofmann, den ich als Hörbuch gehört habe, gesprochen von Henrike Tönnes. Hedy Voss, die Hauptprotagonistin des Krimis, lebt in den 60er Jahren im Ruhrgebiet. Sie ist von "Beruf" Einbrecherin und macht das richtig gut. Die Erlöse aus den Einbrüchen benötigt sie dringend, um die kostspieligen Aufenthalte ihrer Schwester Elsa in privaten psychiatrischen Einrichtungen zu finanzieren. Eines Tages fällt ihr bei einem Einbruch neben Schmuck auch eine Kladde mit brisanten Aufzeichnungen in die Hände. Sie nimmt sie mit und bringt sich damit in höchste Gefahr. Ihre Schwester Elsa trägt durch ihr leichtfertiges Verhalten ihren Teil dazu bei, dass die Angelegenheit eskaliert. Der Krimi war spannend zu hören. Die Einblicke in die Gefühle und Denkweise der Menschen in den 60ern wurde gut herausgearbeitet. Auch die lokalen Bezüge im Ruhrgebiet zwischen Kohle und Modernisierung hat die Autorin eindrücklich geschildert. Nach und nach erfahren wir auch mehr über Hedys persönliche Geschichte und wie es dazu kam, dass sie Einbrecherin geworden ist. Kann ein Einbrecher sympathisch sein? Inn diesem Fall kann ich das mit einem klaren Ja beantworten. Ich habe mit Hedy mitgefiebert und ihr die Daumen gedrückt. Ich war während des Hörens auf einer vollständig falschen Spur, das Ende kam überraschend für mich, Die Handlung wird aus mehreren Perspektiven erzählt, aus der von Hedy, von Elsa und aus der Sicht der Ermittler. Die Verknüpfung mit Machenschaften in Politik und Ministerien fand ich ausgesprochen gelungen. Der Krimi entfaltet seine Spannung nach und nach, das mag ich gerne. Das Ende macht Lust auf mehr! Als Einführung in Hedys Welt hat der vorliegende Band einiges zu bieten. Wie in ersten Bänden einer Reihe meistens der Fall, lernen die Lesenden alle Personen besser kennen, daher erhoffe ich mir vom nächsten Band noch mehr. Hier gibt es gute 4 Sterne! Besonders gut hat mir die Hörbuchsprecherin gefallen. Sie hat die Protagonist*innen toll interpretiert. Dabei kommt ihr eindeutig die (angeborene) Kenntnis des Ruhrpotts-Slangs zugute. Kompliment, es hat Spaß gemacht, ihr zu lauschen. Sie hat mit ihrer Stimme dazu beigetragen, der Handlung noch mehr Tiefe zu verleihen. Die Sprecherin bekommt von mir die volle Punktzahl! Eine Hörempfehlung nicht nur Menschen aus dem Westen von Nordrhein-Westfalen. Ich kann mir vorstellen, dass hier Hören besser ist als Lesen!
Ein etwas anderer Krimi Ruhrgebiet, 1966: Hedy Voss bestreitet ihren Unterhalt mit (Auftrags-) Einbrüchen und Diebstählen. Etwas anderes hat sie nie gelernt, und außerdem ist sie wirklich gut darin. Das Geld braucht sie, um die wiederkehrenden Aufenthalte ihrer Schwester Elsa in einer psychiatrische Privatklinik zu bezahlen. Als Hedy aus der Villa eines ehemaligen Oberregierungsrats neben Bargeld, Schmuck und Uhren auch einen Kalender vom Vorjahr mitnimmt, weil ihr darin interessante Kürzel und Zahlenkolonnen auffallen, setzt sie ungewollt eine gefährliche Kette von Ereignissen in Gang. Vor allem, als Elsa den Kalender entdeckt und versucht, daraus Kapital zu schlagen … Hedy ist ein ausgesprochen spannender Charakter, weil sie kaum etwas von sich preisgibt. Fast niemand weiß, wie sie wirklich aussieht, da sie ihre Verkleidungen und Perücken ständig wechselt, teilweise sogar noch während oder unmittelbar nach ihren Beutezügen. Selbst ihr Name ist nicht echt. Neben Elsa scheint sie nur eine weitere Bezugsperson zu haben: einen Antiquitätenhändler, der zugleich ihr Hehler und Auftraggeber ist. Außerdem unterhält sie eine lose Beziehung zu einem Mann namens Peter, der angeblich verheiratet ist. Hedy ist jedoch überzeugt, dass er in Wahrheit Polizist oder Spion ist. Sie vertraut niemandem – nicht einmal Elsa, die seit ihrer Jugend von Pervitin abhängig ist und wirklich alles tut, um an die Droge zu kommen. Die Handlung lebt vor allem von der Spannung, ob Hedy die Jagd des ehemaligen Oberregierungsrats nach seinem Kalender überlebt, den er scheint notfalls auch über Leichen zu gehen. Gleichzeitig ist ihr Kriminalkommissar Hans Wittkamp auf den Fersen. Er möchte unbedingt Karriere machen, wird jedoch immer wieder ausgebremst – besonders, als er entdeckt, dass das Einbruchsopfer in einen Korruptionsskandal verwickelt ist, den die eine Seite vertuschen, die andere jedoch öffentlich machen will. Auch das Setting des Krimis hat mir sehr gefallen. Das Ruhrgebiet befindet sich im Umbruch. Der Kohleabbau steckt in der Krise, das Wirtschaftswunder ist längst noch nicht überall angekommen, während die Städte gleichzeitig rasant wachsen und moderner werden. Sabine Hofmann hat mich mit dem Auftakt ihrer neuen Reihe ausgesprochen gut unterhalten. Sie schreibt fesselnd, atmosphärisch und sehr bildhaft. Zwei kleine Kritikpunkte hatte ich allerdings: Zum einen habe ich mich gefragt, warum Hedy nie versucht hat, einer legalen Tätigkeit nachzugehen. Andere Frauen arbeiten schließlich ebenfalls in regulären Berufen, und Hedy scheint sehr intelligent zu sein. Zwar verdient sie mit ihren Einbrüchen vergleichsweise leicht Geld, doch das Risiko dabei ist enorm. Zum anderen kam mir das Ende etwas zu abrupt, und ich habe mich gefragt, woher Hedy eigentlich wusste, dass Wittkamp der ermittelnde Beamte war.

Ein sehr interessanter Krimi!
Hedys verhängnisvoller Diebstahl Ruhrgebiet, 1960er Jahre: Hedy Voss wurde schon als Jugendliche zur Diebin herangezogen und sie hat ihre Aufgabe immer gut gemacht. So ist sie auch heute noch auf Diebeszügen und spioniert auf gewitzte Weise ihre Objekte aus. Dass sie gerade in der Villa von Seufert ein verhängnisvolles Notizbuch findet und einsteckt, das noch schwerwiegende Folgen nach sich ziehen würde, hätte sie nicht gedacht. Denn sie klaut vorallem, um selbst über die Runden zu kommen und ihrer psychisch kranken und tablettensüchtigen Schwester die Aufenthalte in kostspieligen Privatkliniken zu ermöglichen. Sabine Hofmann hat das Ruhrgebiet der 1960er Jahre als Kulisse für diesen besonderen Kriminalroman gewählt. Denn die damalige Zeit steckt voller Umbrüche. Neben der Gesellschaft, die sich wandelt, ist auch die politische Situation schwierig und es gibt so manchen Spion, der versucht an Informationen zu kommen, um diese dann für seine Seite möglicht positiv zu verwenden. So gibt es in diesem Roman zwei Seiten, die parallel erzählt werden und dennoch irgendwann zu einem werden. Die historischen Hintergründe wurden von der Autorin gut und gründlich recherchiert und perfekt in der Handlung verwendet. Ich war wirklich gespannt auf diesen Roman, denn die Autorin ist mir bereits aus anderen Romanen bekannt und ich mag ihre Art zu erzählen. Diesmal konnte sie mich aber nicht so fesseln, wie ich es mir erhofft hatte. Was zum einen daran lag, dass ich anfangs große Probleme hatte, sämtliche Personen zuzuordnen und nicht durcheinander zu kommen. Zum anderen fand ich die Handlungsstränge etwas verwirrend und kam nicht in den erwünschten Lesefluss, sondern habe mich oft ablenken lassen. Dennoch fand ich die Kulisse, die gewählt wurde und die Atmosphäre des, sich im Aufbruch befindlichen Ruhrgebiets sehr gut getroffen und passend für die Handlung.

Weiße Westen, schwarze Nächte ist das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen bzw. gehört habe. Die Geschichte um Meisterdiebin Hedy Voss hat mir sehr gut gefallen. Die Handlung spielt im Sommer 1966. Hedy und Elsa haben ihre Eltern im Krieg verloren, sie sind im Waisenhaus und in Pflegefamilien aufgewachsen. Bereits früh gerieten sie in die Fänge eines Verbrechers, der sie zu Diebinnen ausbilden wollte'. Bei Hedy hat das gut geklappt, die hübsche Elsa erwies sich jedoch als ungeschickt und wurde für andere Zwecke benutzt. Hedy finanziert mit ihrem Diebesgut Elsas Therapie in einer Privatklinik. Bei einem Einbruch findet sie neben wertvollem Schmuck und Gemälden ein Notizbuch mit brisanten Aufzeichnungen. Das Notizbuch gehört dem ehemaligen Oberregierungsrat Seufert, der im Verteidigungsministerium tätig war. Es enthält auch Informationen zu seinen Konten in der Schweiz. Seufert war bereits länger im Visier des Geheimdienstes, er galt als korrupt. Nachdem er bei einem Unfall ums Leben gekommen ist, wird sein Leben von Kriminalkommissar Hans Wittkamp unter die Lupe genommen.. Die Autorin beschreibt lebensnah und authentisch das Leben im Ruhrgebiet und in Bonn in den Sechziger Jahren. Spionagegeschichten lese ich eigentlich nicht gerne, aber in diesem historischen Kriminalroman konnte mich Hedys und Elsas Geschichte in den Bann ziehen. Beide schaffen es auf ihre Art, sich im Leben trotz schlechter Startbedingungen durchzuschlagen, und besonders Hedy erweist sich als äußerst gewieft. Gerne würde ich die beiden Schwestern und Kommissar Wittkamp bei ihren weiteren Erlebnissen in den Sechzigern begleiten. Von mir eine Lese- bzw. Hörempfehlung für alle, die in die jüngere deutsche Vergangenheit im Ruhrgebiet eintauchen möchten.







