Wir haben schon immer im Schloss gelebt
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Book Information
Author Description
Shirley Jackson ist die 'Queen of Horror', die wichtigste Autorin unheimlicher Literatur und literarisches Vorbild für Stephen King, Neil Gaiman und viele andere Autoren. Shirley Jackson wurde 1916 in Kalifornien geboren. Als der New Yorker 1948 ihre Kurzgeschichte ›The Lottery‹ veröffentlichte, waren viele Leser so entsetzt, dass sie ihre Abonnements kündigten und Hassbriefe sendeten. The Union of South Africa verbot die Veröffentlichung dieser Geschichte sogar. Inzwischen gilt sie als eine der berühmtesten Erzählungen Amerikas. Ihre dunklen, brillanten Romane haben viele Autoren beeinflusst. The Haunting of Hill House und We Have Always Lived in the Castle sind ihre Meisterwerke. Shirley Jackson starb 1965. Stephen King: 'The Haunting of Hill House ist einer der wirklich großen, unheimlichen Romane der vergangenen hundert Jahre.'
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Kommt drauf an...
— Storytechnisch passiert wirklich nicht viel. Unter anderen Umständen hätte ich dies nicht gemocht - und viele werden es auch hier nicht mögen - aber hier bin ich trotzdem zügig durch das Buch gekommen. Es lebt komplett von dieser seltsamen, dunklem Atmosphäre, die schwer zu greifen ist. Auch muss ich über einige Dinge ziemlich nachdenken. Merricat ist für mich auf jedenfall ein unreliable narrator und ich bin mir im Nachhinein nicht 100% sicher, was nun echt war und was nicht. ⠀ — 𝐒𝐏𝐎𝐈𝐋𝐄𝐑 - für mich ist dies eine Story über zwei junge Frauen, die auf zwei komplett entgegensetze Weise nicht mit der übermäßig autoritären, patriarchatischen Erziehung der Familie klar kamen. Constance ist freundlich, charmant, eine großartige Köchin und Hausfrau. Merricat träumt vom Mond, verbuddelt Dinge, nagelt andere ab Bäume. Sie spricht in jedem Kapitel davon, dass sie jemanden töten will. Daher ist nicht wirklich der Twist, dass Merricat die Familie vergiftet hat - sondern, dass Constance es wusste und nichts unternahm. ⠀ — 𝐅𝐀𝐙𝐈𝐓: Lest ein paar Seiten und seht mal, ob ihr mit dem Stil klarkommt. Dies ist für Leser, die eine dunkle, ruhige, feministische (?) Geschichte lesen wollen.

Was war das...
Ein furchtbares Familiendrama. Fast die ganze Familie stirbt nachdem sie vergiftet wurden. Lediglich 1 Onkel bleibt schwer geschädigt und 2 Schwestern unversehrt zurück. Doch was hat es mit all dem auf sich. Fazit, ich habe Rückblickend absolut keine Ahnung was ich da gelesen habe. Wenn ich die Schwestern beschreiben müsste, ich weiß es nicht. Alter, Bildung usw. keine Ahnung. Handlung, bekomme ich grob noch hin, aber im Großen und Ganzen... Ich lese eigentlich gerne mal einen Klassiker, aber dieser lässt mich doch etwas irritiert zurück. Das Buch lebt von seiner eher tristen und düsteren Atmosphäre, aber irgendwie auch nicht. Haben die Dorfbewohner jetzt doch Mitleid mit den Mädchen, weil sie Ihnen so übel mitgespielt haben? Rückblickend ja zurecht, da sie das Familiendrama ja hervorgerufen haben. Aber warum haben sie das? Vielleicht werde ich es irgendwann nochmal lesen, in der Hoffnung es dann besser zu verstehen.
Sehr beklemmend...
...ist diese Geschichte um zwei Schwestern, die mit ihrem alten kranken Onkel nach einer schrecklichen Tragödie zurückgezogen auf ihrem Familiensitz leben. Bis eines Tages Cousin Charles zu Besuch kommt. Die Geschichte fließt größtenteils unaufgeregt vor sich hin, so dass man als Leser*in gar nicht mitbekommt, dass man irgendwann völlig eingesponnen ist und die bedrückende Stimmung schon völlig verinnerlicht hat. Und sie lässt einen auch nach dem Ende der Geschichte nicht wirklich los. Hat mir sehr gut gefallen!
𝔸𝕓𝕘𝕖𝕓𝕣𝕠𝕔𝕙𝕖𝕟 😮💨🙈
𝙾𝚑 𝚖𝚎𝚒𝚗 𝙶𝚘𝚝𝚝, 𝚠𝚊𝚜 𝚠𝚊𝚛 𝚍𝚊𝚜 𝚍𝚎𝚗𝚗 𝚋𝚒𝚝𝚝𝚎 🥴. 𝙸𝚌𝚑 𝚑𝚊𝚋𝚎 𝚂𝚎𝚑𝚗𝚜𝚞̈𝚌𝚑𝚝𝚒𝚐 𝚐𝚎𝚠𝚊𝚛𝚝𝚎𝚝, 𝚍𝚊𝚜𝚜 𝚊𝚞𝚜𝚜𝚎𝚛 𝙺𝚘𝚗𝚟𝚎𝚛𝚜𝚊𝚝𝚒𝚘𝚗 𝚒𝚛𝚐𝚎𝚗𝚍𝚠𝚊𝚜 𝚜𝚙𝚊𝚗𝚗𝚎𝚗𝚍𝚎𝚜 𝚙𝚊𝚜𝚜𝚒𝚎𝚛𝚝, 𝚊𝚋𝚎𝚛 𝚕𝚎𝚒𝚍𝚎𝚛 𝚗𝚘𝚙𝚎, 𝚗𝚒𝚌𝚑𝚝 𝚖𝚊𝚕 𝚎𝚒𝚗 𝙱𝚒𝚜𝚜𝚌𝚑𝚎𝚗 𝚠𝚊𝚜. 𝙸𝚌𝚑 𝚑𝚊𝚋𝚎 𝚖𝚒𝚌𝚑 𝚜𝚌𝚑𝚠𝚎𝚛𝚎𝚗 𝙷𝚎𝚛𝚣𝚎𝚗𝚜 𝚍𝚊𝚣𝚞 𝚍𝚞𝚛𝚌𝚑𝚐𝚎𝚛𝚞𝚗𝚐𝚎𝚗 𝚍𝚒𝚎𝚜𝚎𝚜 𝙱𝚞𝚌𝚑 𝚕𝚎𝚒𝚍𝚎𝚛 𝚗𝚊𝚌𝚑 𝟷𝟻𝟿 𝚂𝚎𝚒𝚝𝚎𝚗 𝚊𝚋𝚣𝚞𝚋𝚛𝚎𝚌𝚑𝚎𝚗. 𝙸𝚌𝚑 𝚠𝚎𝚛𝚍𝚎 𝚎𝚜 𝚊𝚞𝚌𝚑 𝚗𝚒𝚌𝚑𝚝 𝚋𝚎𝚠𝚎𝚛𝚝𝚎𝚗, 𝚍𝚊 𝚒𝚌𝚑 𝚜𝚘 𝚠𝚊𝚜 𝚗𝚒𝚌𝚑𝚝 𝚊𝚗𝚐𝚎𝚖𝚎𝚜𝚜𝚎𝚗 𝚏𝚒𝚗𝚍𝚎. 𝙻𝚎𝚒𝚍𝚎𝚛 𝚗𝚒𝚌𝚑𝚝𝚜 𝚏𝚞̈𝚛 𝚖𝚒𝚌𝚑, 𝚜𝚎𝚑𝚛 𝚂𝚌𝚑𝚊𝚍𝚎, 𝚍𝚊𝚜𝚜 𝙲𝚘𝚟𝚎𝚛 𝚜𝚊𝚑 𝚜𝚎𝚑𝚛 𝚊𝚗𝚜𝚙𝚛𝚎𝚌𝚑𝚎𝚗𝚍 𝚊𝚞𝚜 🤷♀️.

Ganz anders als erwartet, aber nicht schlecht 😊
Vorweg: Das Buch ist sooo schlecht bewertet, was ich wirklich schade finde! Das Buch ist von 1962 und fällt eher in die Kategorie „klassischer“ Horror/Thriller. Es ist sprachlich und inhaltlich anders als Mysteryliteratur des 21. Jahrhunderts und entspricht vielleicht deshalb nicht den allgemeinen Erwartungen einiger Leser*innen… Zum Inhalt: Das Buch erzählt die Geschichte der Familie Blackwood. Mary und Constance leben zusammen mit ihrem Onkel Julian auf dem großen abgelegenen alten Familienanwesen, abseits des Dorfes und auch fernab jeglicher sozialen Kontakte zu deren Bewohnern. Das unheimliche Anwesen wird nur von ausgewählten Außenstehenden besucht, eher widerwillig und so kurz wie möglich, und von allen anderen strikt gemieden. Seit sich im Anwesen der Blackwoods etwas tragisches ereignete, ranken sich nämlich unheimliche Gerüchte um die letzten überlebenden Bewohner des Hauses … Mary vermeidet es soweit möglich ins Dorf zu gehen, weil sie wie eine Aussätzige behandelt wird. Sie verhält sich sehr seltsam, ist äußerst abergläubisch, vergräbt Gegenstände im Garten, hat seltsame Gedanken und Rituale. Überraschenderweise erhalten die drei Besuch von einem Cousin namens Charles, dessen Absichten unklar sind und bei dem man sich irgendwie auch nicht sicher ist, ob er eine unnatürliche Erscheinung ist. Das fragt man sich tatsächlich ab einem gewissen Punkt des Buches über alle Protagonisten und ich finde, dass es bis zum Ende irgendwie offen bleibt. Es ist nicht das klassische Horrorbuch mit Schockmomenten, Gespenstern, Monstern oder anderen gruseligen Gestalten. Die Geschichte lebt mehr von der unheimlichen Grundstimmung, dem Unausgesprochenen, den Gedanken und den Fragen, die sich einem aufdrängen, die Ungewissheit darüber, wer vielleicht ein Geist und wer Mensch ist… oder ob eben nichts Übernatürliches an der Geschichte ist 😙 Dazu gehören auch die teils skurrilen Unterhaltungen und Verhaltensweisen der Protagonisten sowie die zugegeben etwas morbiden Gedanken von Mary, die einen richtigen Groll gegen die Dorfbewohner hegt. Es geht weniger um scary stuff, mehr darum wie aus Gerüchten ebendiese Gruselgeschichten entstehen und aus Angst Ablehnung und Ausgrenzung erwachsen können. Bisschen deeper, aber für jeden, der etwas zum Nachdenken sucht und sich nicht unbedingt fürchten möchte: Here you go 😄 das Buch bereitet keine schlaflosen Nächte vor Angst - man muss aber endlos lange Dialoge mögen, ansonsten wird man mit diesem Buch keinen Spaß haben, denn es ist fast ein einziger durchgehender Dialog … 😅

Den Anfang, den ich über eine Leseprobe kennenlernte, habe ich geliebt. Dieses Buch hat mich sofort „abgeholt“ und ich mochte den düsteren, unklaren Einstieg. Jedoch als die Geschichte sich entwickelt, flacht eben diese merklich ab und verliert für mich subjektiv an Sogkraft. Dennoch ein unterhaltsames Buch.
Highlight
Dieses Buch war eine totale Überraschung für mich und ein wahres Lesevergnügen. Kein Horror Buch im klassischen Sinne. Keine Schockmomente und auch keine Geister. Das sollte man wissen. . Die Geschichte ist sehr unaufgeregt. Es ist eine langsame Erzählweise. Der Schreibstil ist aber sehr flüssig und leicht zu lesen. Die Handlung war für mich ab der ersten Seite spannend, obwohl nicht sonderlich viel passiert. Das Buch lebt durch seinen unterschwelligen und subtilen Grusel. Das muss man mögen, ich liebe es. Das ganze Buch schwingt eine tolle Atmosphäre mit. Und auch die Charaktere sind für mich absolut greifbar gewesen. Wir erfahren das meiste aus Sicht unser Hauptprotagonistin. . Das Buch zeigt mal eine andere Sicht auf ein Spukhaus. Denn hier erfahren wir, wie es dazu wurde. Das finde ich großartig und ich mochte auch die Handlung, denn sie war sehr authentisch und glaubhaft. Genau so könnte aus einem normalen Anwesen ein Geisterhaus werden, wo sich niemand mehr hinein traut. Und die Dorfbewohner über Generationen durch Spukgeschichten ihr Übriges dazu beitragen. . Ich habe das Buch geliebt. Es gibt tolle Wendungen, die der Geschichte noch mehr Tiefe verleihen. Ich hatte die ganz Zeit beim lesen Bilder im Kopf. Die Handlung ist mega spannend. Es wird nicht alles klar angesprochen, sondern einiges schwingt unterschwellig mit. Das mochte ich so sehr. Für mich ist die Autorin eine wahre Entdeckung. Das Buch war ein Highlight. Ich werde es nicht vergessen und es bekommt einen festen Platz in meinem Bücherregal. . Wer die unterschwellige Beklemmung mag, ist hier genau richtig.

"Ich mag meine Schwester Constance, Richard Plantagenet und Amanita phalloides, den Knollenblätterpilz.“
Dieser Satz setzt bereits den Ton für das Buch. Wer hier klassischen Horror erwartet, wird vermutlich enttäuscht werden. Das Buch ist unaufgeregt und ruhig, erzeugt aber gerade dadurch eine subtile, fast schleichende Spannung. Es wirft ständig Fragen auf und zwingt einen dazu, die Situation immer wieder neu zu bewerten. Der Grund dafür liegt in der Erzählerin Mary Katherine Blackwood. Merricat ist 18 Jahre alt, und was man sich stets vor Augen halten muss, eine zutiefst unzuverlässige Erzählerin. Ob dies an ihrem Alter, an Selbstschutz, der jahrelangen Isolation oder einer psychischen Instabilität liegt? Das bleibt der Interpretation überlassen. Im Kern ist es eine Geschichte über die Folgen der Isolation und ein Leben als Außenseiter in einer Gesellschaft, die einen zum Sündenbock erklärt hat. Die Dorfbewohner fungieren dabei als feindseliges Kollektiv gegen die „Anderen“. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die weibliche Autonomie. Die Schwestern haben sich einen eigenen Schutzraum erschaffen, der im Laufe der Handlung massiv gestört wird. Über allem schwebt leise, und doch schrecklich laut, die Frage nach der Schuld und wie weit die Loyalität innerhalb einer Familie wirklich reicht. Mir persönlich hat die Geschichte gerade deshalb so gut gefallen, weil sie so herrlich undurchsichtig ist. Fazit: Wer ruhige, subtile Gruselgeschichten (Gothik Fiction) mag und sich gerne Gedanken über die Abgründe menschlichen Verhaltens macht, sollte hier unbedingt zugreifen. PS. Kleine Zeichnung zum Buch von mir.

Wie gern habe ich dieses Buch gelesen. Mysteriös, ein bisschen seltsam, aber von Anfang an so schön düster und einfach großartig erzählt. Kein blanker Horror, sondern eher unterschwellig unheimlich. Es war so interessant zu lesen, wie Merricat die Welt sieht. Wie sie mit kleinen „Zaubern“ und Ritualen ihr Schloss zu schützen versucht. Bis eines Tages der Cousin, Charles, auftaucht und alles aus der Bahn geworfen wird. Ganz wurde ich nicht schlau aus den Schwestern. Ich habe mich so oft gefragt - was stimmt hier nicht? Irgendwas passt nicht! Es war so spannend und aufregend. Eine wirklich rätselhafte Geschichte, die einen nicht loslassen will. Die vielen Wiederholungen in den Aussagen, die häufig kurz nacheinander kamen, haben mich zunächst irritiert. Bis ich dann verstanden habe, was es damit auf sich hat (zumindest glaube ich, es richtig zu deuten), und dann hat das ganze die Erzählung für mich um einiges intensiver gemacht. Die Auflösung bzw. den wahren Hintergrund habe ich geahnt, jedoch habe ich den Auslöser hierfür nicht ganz verstanden. Vermutlich gibt es hier aber auch nichts groß zu verstehen. Es ist rein Merricats komplexem Wesen zuzuschreiben, und auch Constances Verhalten war für mich eher irritierend. Onkel Julian ist mir sehr ans Herz gewachsen. Seine charmante und witzige Art, in seinen klaren Momenten, hat das ganze schön aufgelockert und war sehr unterhaltsam. Ich fand es schwierig, die Geschichte in eine Zeit einzuordnen. An manchen Stellen wurde mir zwar wieder bewusst, dass es in den 1960-ern spielt, es hätte aber auch gut 100 Jahre früher sein können. Diese Tatsache macht die Geschichte so wunderbar zeitlos, finde ich. Ein Muss für alle, die subtilen Schauer lieben. Ohne Schock Momente oder unheimliche Kreaturen, sondern die Art Horror, die von innen heraus kommt und eine Gänsehaut bereitet.

Beklemmend, brillant und zeitlos böse!
Shirley Jacksons „Wir haben schon immer im Schloss gelebt“ ist weniger ein klassischer Schauerroman als vielmehr eine messerscharfe Studie über Isolation, Trauma, Klassenhass und die Abgründe der menschlichen Psyche. Im Mittelpunkt steht die Familie Blackwood (Merricat und ihre Schwester Constance sowie deren Onkel Julian), die isoliert auf dem herrschaftlichen Anwesen der Familie lebt. Der Großteil der Familie wurde hier vor sechs Jahren durch einen Giftmord ausgelöscht. Erzählt wird aus Sicht von Merricat, eine junge Frau mit kindlich-magischer Weltsicht, die als Erzählerin ebenso fasziniert wie irritiert. Durch ihre Augen erschließt sich langsam, was die Familie in diese Isolation geführt hat. „Ich heiße Mary Katherine Blackwood. Ich bin achtzehn Jahre alt und lebe mit meiner Schwester Constance zusammen. [...] Ich mag meine Schwester Constance und Richard Plantagenet und Amanita phalloides, den Grünen Knollenblätterpilz.“ Jackson lässt die Vergangenheit dabei nie vollständig ans Licht, sie sickert durch. Bruchstückhaft und umso beunruhigender. Was den Roman von gewöhnlichen Horrorerzählungen unterscheidet, ist seine Stille. Die Bedrohung wird nicht durch dramatische Wendungen oder durch Übernatürliches in Szene gesetzt. Es sind die Handlungen der Dorfbewohner, die fragile Routine des Alltags und schließlich durch den Cousin Charles, dessen Einzug ins Haus das mühsam aufrechterhaltene Gleichgewicht ins Wanken bringt. Sämtliche Charaktere wirken dabei so verstörend, dass es einen gruselt. „Wenn ich an ihnen vorbeiging, hielten sie inne und starrten mich an, und manche von ihnen lachten leise, ein hässliches, trockenes Geräusch, das mich wie Schmutz bewarf.“ „Ich sah sie am liebsten so vor mir: wie sie auf dem Boden lagen und vor Schmerz schrien und starben. Ich dachte daran, wie ich über sie hinweggehen würde, wenn sie dort im Staub lägen, und niemals einen Blick auf sie werfen oder ihnen helfen würde, während sie starben.“ Es ist ein Buch über die Macht der Ausgrenzung und die Frage, wer eigentlich das Monster ist: Die seltsamen Schwestern im Haus oder die „normalen“ Leute, die sie gaffend belagern? Jacksons Prosa ist präzise, kühl und von einer bösartigen Eleganz, die bis zur letzten Seite nachwirkt. Für mich ein Meisterwerk.
Shirley Jacksons "Wir haben schon immer im Schloss gelebt" ist ein stilles, zugleich unheimliches Meisterwerk, das vor allem durch seine Sprache glänzt. Jeder Satz wirkt wie sorgsam gesetzt, jede Formulierung trägt Gewicht und fügt sich nahtlos in die dichte Atmosphäre der Geschichte. Jackson gelingt es, mit einer scheinbar einfachen, klaren Wortwahl eine beklemmende, fast märchenhafte Stimmung zu erschaffen, die den Leser sofort in das isolierte Leben der Schwestern Merricat und Constance hineinzieht. Die Prosa ist von einer Eleganz, die gleichzeitig Schönheit und Bedrohung in sich trägt – ein Sprachstil, der zwischen Zartheit und unterschwelliger Gefahr oszilliert. Besonders faszinierend ist die Stimme von Merricat (die Ich-Erzählerin aus diesem Werk), die mit kindlicher Direktheit und subtiler Grausamkeit das Geschehen kommentiert. Ihre Perspektive verleiht dem Text einen eigenartigen Rhythmus, der zugleich beruhigt und beunruhigt. Nichts wird zu früh erklärt, alles entfaltet sich in einem Tempo, das den Spannungsbogen trägt, ohne jemals die Leichtigkeit der Sprache zu verlieren. Jackson beweist hier eine seltene Kunstfertigkeit: Sie schafft es, dass der Roman gleichzeitig düster, poetisch und von makelloser sprachlicher Präzision ist. "Wir haben schon immer im Schloss gelebt" ist nicht nur eine Geschichte über Isolation, Wahnsinn und Familie, sondern vor allem ein sprachliches Erlebnis – ein literarisches Schloss, in dem jedes Wort wie ein sorgfältig geschliffener Stein aufeinander ruht und das Ganze zu einer unvergesslichen Komposition macht. Ich habe die deutsche E-Book Ausgabe auf Skoobe gelesen.
Das Buch fesselt einen am Anfang richtig dolle, da die Protagonistin einige Sätze und Gedanken teilt, die einem so halb verraten in welche Richtung dieses Buch geht. Ich habe mich dabei erwischt ständig neue Theorien zu entwickeln, welcher Plot und welche Story mich erwarten. Die Charaktere dieser Geschichte sind wirklich sonderbar und halten bis zum Schluss Spannung aufrecht. Allerdings habe ich mir gerade am Anfang zu viel Hoffnung auf ein extrem spannendes Buch gemacht und wurde ein wenig enttäuscht. Die Story hat Plots parat und weiß diese auch gut zu erzählen, nur das Ende fand ich dann ein wenig normal, dafür das die Autorin die meiste Zeit in einer Creepy Richtung geht.
Seltsam, kühl und faszinierend ✨ We Have Always Lived in the Castle ⭐ 3,5/5 Sterne
Ich weiss ehrlich gesagt nicht, ob das ein Buch ist, das man „bewertet“ oder eher einfach erlebt. Es ist kurz, seltsam und hat eine ganz eigene Stimmung, die sich schwer greifen lässt. Die Geschichte lebt komplett von ihren Figuren. Merricat, Constance und Onkel Julian sind keine klassischen Sympathieträger, aber genau das macht sie interessant. Sie wirken eher wie ein geschlossenes System, das für sich funktioniert und in das man als Leser nur kurz hineinschaut. Besonders diese Dynamik zwischen Isolation, Abhängigkeit und einer fast schon verzerrten Normalität fand ich spannend. Inhaltlich passiert gar nicht so viel, zumindest nichts, was groß erklärt oder aufgelöst wird. Das Buch hat auch gar nicht den Anspruch, Dinge auszudifferenzieren oder psychologisch sauber herzuleiten. Vieles bleibt einfach stehen, und genau daraus entsteht diese leicht unangenehme, aber auch faszinierende Atmosphäre. Der „Twist“ war für mich nicht wirklich überraschend, aber trotzdem passend. Eher so ein bestätigendes „ja, genau so musste es sein“ als ein echter Aha-Moment. Was bei mir nicht ganz gezündet hat, ist die emotionale Ebene. Ich fand es interessant, teilweise sogar fesselnd, aber es hat mich nicht wirklich berührt. Es bleibt eher ein Buch, das man analysiert oder beobachtet, statt eines, das man fühlt. Trotzdem: Es ist definitiv mal etwas anderes und gerade durch seine Skurrilität und die dichte, leicht verstörende Stimmung lesenswert.
Beschreibung Die achtzehnjährige Merricat und ihre Schwester Constance leben zurückgezogen mit ihrem Onkel Julian am Rande eines kleinen Dorfes in dem wunderschönen Anwesen der Blackwoods. Die Dorfbewohner machen keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegenüber den reichen Leuten, die ihr Dasein ausgeschlossen aus der Gesellschaft in ihrem Schloss für sich fristen. Seit der großen Tragödie, bei der alle anderen Familienmitglieder vergiftet wurden und Constance des mehrfachen Mordes bezichtigt wurde, ist es ruhig im Schloss geworden. Als ihr Cousin Charles auftaucht und an den Inhalt des Familiensafes zu gelangen versucht, ist es an Merricat die Familie zu beschützen. Meine Meinung Shirley Jacksons Schauerroman »Wir haben schon immer im Schloss gelebt« hatte seine Erstveröffentlichung im Jahre 1962. Nun wurde der Klassiker vom Festa Verlag in seiner »Must Read« Reihe, ebenso wie »Spuk in Hill House«, neu aufgelegt. Auf gerade etwas über 250 Seiten ist es der begabten Schriftstellerin gelungen, eine faszinierende und skurrile Geschichte zu weben, die mich wie eine Spinne mit ihrem klebrigen Faden umwickelte. Von der Queen of Horror darf man jedoch keine blutdurchtränkten Szenerien erwarten, ihre grandiose Stärke beweist sie vielmehr in den leisen Tönen, die zu einer schauderhafte Gruselatmosphäre arrangiert, eine mitreißende Melodie ergeben. »Wir haben schon immer im Schloss gelebt« wird aus der Perspektive der achtzehnjährigen Mary Catherine, die liebevoll von allen nur Merricat genannt wird, erzählt. Sie ist die jüngste der drei Blackwoods und die einzige von Ihnen, die für Besorgungen den schützenden Boden ihres Anwesens verlässt und sich in das Dorf traut, das für sie einer Höhle des Löwen gleichkommt. Merricat hat eine ganz besondere Beziehung zu ihrer älteren Schwester Constance, die sie fast rund um die Uhr bemuttert, so dass man fast nicht glauben möchte, dass es sich bei Merricat um ein Kind und nicht um eine junge Dame handelt. Auch Merricat selbst verstärkt den gewonnenen Eindruck mit ihrer kindlichen Art, wie sie immer wieder Wörter wiederholt und sich ermahnt, netter zu ihrem senilen Onkel zu sein, der seit dem tragischen Familienvorfall im Rollstuhl sitzt. Aus dieser Protagonisten-Konstellation ergibt sich ein skurriles Gesamtbild des Lebens der Blackwoods, das einen mit seinen Fängen von Kapitel zu Kapitel enger umgarnt. Besonders raffiniert gewählt ist die Erzählerin Merricat, welche wohl die eindrucksvollste psychologische Verfassung vorzuweisen hat. Bei ihr vermischt sich kindliche Fantasie mit einer Verrücktheit, die sich kaum greifen lässt. Der Leser kann sich dadurch, dass sie die Geschichte aus der Ich-Perspektive vorbringt, nie so wirklich sicher sein, was real ist und was nur Merricats Vorstellungsvermögen entsprungen ist. Durch dieses gekonnt eingesetzte Stilmittel erzeugt Shirley Jackson ein unterschwelliges Horrorszenario das die Haare zu Berge stehen lässt. Das mitreißende Szenario wird durch Shirley Jacksons einnehmenden Schreibstil untermalt und kann bei mir vor allen Dingen durch seine Skurrilität punkten. Mit »Wir haben schon immer im Schloss gelebt« kann Shirley Jackson in meinen Augen zwar nicht ganz an ihr Werk »Spuk in Hill« House heranreichen und dennoch hat mich die Autorin mit ihrer außergewöhnlichen Geschichte gut unterhalten können. Liebhaber von speziellen Charakteren und Gruselgeschichten, die durch subtilen Horror den Atem stocken lassen, liegen bei diesem Roman goldrichtig. Fazit Ein absolut lesenswerter Klassiker der Schauerliteratur, der durch einen bizarren Plot und skurrile Protagonisten polarisiert.
Skurril, atmosphärisch interessant, aber kein persönliches Highlight
Wir haben schon immer im Schloss gelebt war für mich ein anderes Buch, als ich erwartet hatte. Statt klassischer Schauergeschichte oder verwunschener Spukatmosphäre bekommt man eine ruhige, eigenwillige Erzählung, in die ich erst etwas mühsam hineingefunden habe. Die vielen Wiederholungen empfand ich stellenweise als anstrengend. 😶🌫️ Im letzten Drittel hat mich das Buch dann deutlich mehr gepackt, sodass ich es zügig zu Ende gelesen habe. Das Finale selbst blieb für mich jedoch überraschend zurückhaltend – unterhaltsam und mit einer Wendung, über die ich mich gefreut habe, aber ohne das große Crescendo. Insgesamt solide, stellenweise fesselnd, aber für mich kein überwältigender Klassiker. Ein gutes Buch, nur eben kein persönlicher „Banger“.

Don't expect something scary - but something sad, deep and atmospheric. It is weird: for me, the way Merricat and Constance live had something cozy to it, even though you know that something is wrong. Both of them were such fascinating characters: they're in this weird state of telling themselves they're happy, because they don't want to let go and have developed some issues that are kind of understandable in their situation. Also, the side characters were interesting as well. The "friends" didn't have my sympathy at first because they weren't really close to the family, but they actually ment well. With Charles, it was clear from the start that he was after the money, but he was still right about this situation not being ideal. You can't help to feel for the sisters, even after knowing everything and trying to be rational. If you like a physiological drama, big recommendation.
Beschreibung Die achtzehnjährige Merricat und ihre Schwester Constance leben zurückgezogen mit ihrem Onkel Julian am Rande eines kleinen Dorfes in dem wunderschönen Anwesen der Blackwoods. Die Dorfbewohner machen keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegenüber den reichen Leuten, die ihr Dasein ausgeschlossen aus der Gesellschaft in ihrem Schloss für sich fristen. Seit der großen Tragödie, bei der alle anderen Familienmitglieder vergiftet wurden und Constance des mehrfachen Mordes bezichtigt wurde, ist es ruhig im Schloss geworden. Als ihr Cousin Charles auftaucht und an den Inhalt des Familiensafes zu gelangen versucht, ist es an Merricat die Familie zu beschützen. Meine Meinung Shirley Jacksons Schauerroman »Wir haben schon immer im Schloss gelebt« hatte seine Erstveröffentlichung im Jahre 1962. Nun wurde der Klassiker vom Festa Verlag in seiner »Must Read« Reihe, ebenso wie »Spuk in Hill House«, neu aufgelegt. Auf gerade etwas über 250 Seiten ist es der begabten Schriftstellerin gelungen, eine faszinierende und skurrile Geschichte zu weben, die mich wie eine Spinne mit ihrem klebrigen Faden umwickelte. Von der Queen of Horror darf man jedoch keine blutdurchtränkten Szenerien erwarten, ihre grandiose Stärke beweist sie vielmehr in den leisen Tönen, die zu einer schauderhafte Gruselatmosphäre arrangiert, eine mitreißende Melodie ergeben. »Wir haben schon immer im Schloss gelebt« wird aus der Perspektive der achtzehnjährigen Mary Catherine, die liebevoll von allen nur Merricat genannt wird, erzählt. Sie ist die jüngste der drei Blackwoods und die einzige von Ihnen, die für Besorgungen den schützenden Boden ihres Anwesens verlässt und sich in das Dorf traut, das für sie einer Höhle des Löwen gleichkommt. Merricat hat eine ganz besondere Beziehung zu ihrer älteren Schwester Constance, die sie fast rund um die Uhr bemuttert, so dass man fast nicht glauben möchte, dass es sich bei Merricat um ein Kind und nicht um eine junge Dame handelt. Auch Merricat selbst verstärkt den gewonnenen Eindruck mit ihrer kindlichen Art, wie sie immer wieder Wörter wiederholt und sich ermahnt, netter zu ihrem senilen Onkel zu sein, der seit dem tragischen Familienvorfall im Rollstuhl sitzt. Aus dieser Protagonisten-Konstellation ergibt sich ein skurriles Gesamtbild des Lebens der Blackwoods, das einen mit seinen Fängen von Kapitel zu Kapitel enger umgarnt. Besonders raffiniert gewählt ist die Erzählerin Merricat, welche wohl die eindrucksvollste psychologische Verfassung vorzuweisen hat. Bei ihr vermischt sich kindliche Fantasie mit einer Verrücktheit, die sich kaum greifen lässt. Der Leser kann sich dadurch, dass sie die Geschichte aus der Ich-Perspektive vorbringt, nie so wirklich sicher sein, was real ist und was nur Merricats Vorstellungsvermögen entsprungen ist. Durch dieses gekonnt eingesetzte Stilmittel erzeugt Shirley Jackson ein unterschwelliges Horrorszenario das die Haare zu Berge stehen lässt. Das mitreißende Szenario wird durch Shirley Jacksons einnehmenden Schreibstil untermalt und kann bei mir vor allen Dingen durch seine Skurrilität punkten. Mit »Wir haben schon immer im Schloss gelebt« kann Shirley Jackson in meinen Augen zwar nicht ganz an ihr Werk »Spuk in Hill« House heranreichen und dennoch hat mich die Autorin mit ihrer außergewöhnlichen Geschichte gut unterhalten können. Liebhaber von speziellen Charakteren und Gruselgeschichten, die durch subtilen Horror den Atem stocken lassen, liegen bei diesem Roman goldrichtig. Fazit Ein absolut lesenswerter Klassiker der Schauerliteratur, der durch einen bizarren Plot und skurrile Protagonisten polarisiert.
Die 18-Jährige Merricat lebt mit ihrer großen Schwester Constance und dem ältlichen Onkel Julian, nach einer Familien Tragödie, bei der die anderen Familienmitglieder ums Leben kamen, isoliert im alten Anwesen der Blackwoods. Als ihr Cousin Charles vor der Türe steht, bekommt die sakrosankte Idylle immer tiefere Risse. Eine soziopathische und dennoch (oder gerade deshalb) Protagonistin führt den Leser durch die etwas nebulöse Geschichte, die bis zum Ende spannend bleibt. 4 von 5

Zwei Schwestern, ein großes Anwesen, ein liebenswerter Onkel und ein Giftmord. Merricat: eine kleine Träumerin und Constance: eine sehr scheue junge Frau, haben einen geregelten Tagesablauf. So bauen sie ihr eigenes Gemüse an und kümmern sich um ihren verbliebenen Onkel und ihre eigenen Angelegenheiten. Einzig allein der Weg ins Dorf, um Einkäufe zu besorgen wird für Merricat zur Tortur. Denn sie und ihre Schwester sind in dem Ort nicht gern gesehen, so wird getuschelt und getratscht, wenn sie in der Nähe ist, außerdem wird sie schikaniert und es werden unschöne Lieder über sie gesungen. Die Dorfbewohner fürchten sich vor den Blackwood Schwestern, da der dunkle Schatten eines Giftmordes über der Familie liegt. Merricat versucht alles um sich und ihre Schwester vor den Dorfbewohnern zu schützen. So kontrolliert und repariert sie das Tor, welches zu ihrem Anwesen führt und wirkt kleine Zauber, um ein eindringen Fremder zu verhindern. Leider wird ihre scheinbare Ruhe durch ihren plötzlich auftauchenden Cousin Charles gestört, der nur an das Vermögen der Familie herankommen will und so gerät alles aufs schlimmste aus den Fugen. Ein Buch über den Zusammenhalt zweier Schwestern, der stärker kaum sein kann. Düster und zugleich märchenhaft geschrieben. Die Autorin schafft es hässliches und grausames hübsch auszustaffieren und zieht damit den Leser in seinen Bann. Ein unheimlich spannendes Buch mit einer geisterhaften Atmosphäre, dass zum mitfiebern einlädt.
Der wahre Grusel an diesem Buch ist die verkorkstheit der Menschen
Ich stimme zu, dass das Buch nicht wirklich gruselig ist und keine Art Geistergeschichte bietet. Trotzdem muss ich sagen, dass ich dieses Buch großartig fand. An sich passiert nicht viel, aber die Gefühle, die ich während des Lesens hatte, waren recht intensiv. Selten habe ich so einen Hass für fiktive Charaktere empfunden.
„Wir haben schon immer im Schloss gelebt“ ist eine Geschichte über zwei Schwestern, Mary Katherine und Constance, die aufgrund einer vorangegangenen Familientragödie, bei der die Hälfte der Familie starb, als Außenseiter geächtet sind. Sie führen, gemeinsam mit einem kränklichen Onkel, ein einsiedlerisches Leben und verlassen ihr Anwesen so gut wie nie. Wenn Besorgungen nötig sind, erledigt Mary Katherine diese, muss sich hier jedoch immer dem Hass und der Verachtung der Dorfbewohner aussetzen. Sie hegt diesen gegenüber teils mörderische Gedanken und ist auch generell in ihrem Verhalten eher etwas verschroben und labil. Als eines Tages dann ein Cousin vor der Tür steht, nimmt Constances und Mary Katherines Leben eine bedeutende Wendung — Spoiler: nicht zum Guten. Ein gutes Buch, wenn ich jetzt auch nicht restlos begeistert bin. Der Plot an sich konnte mich nicht so richtig abholen, die Stimmung des Buches fand ich allerdings wirklich grandios. Die gesamte Zeit wabert die bedrohliche Atmosphäre sehr subtil durch die Zeilen und ich war permanent darauf gefasst, dass gleich ETWAS passieren würde. Oft war ich mir nicht sicher, ob die gerade stattfindende Handlung real ist oder vielleicht nur ein Hirngespinst Mary Katherines. Sind die beiden Schwestern vielleicht schon längst tot und wissen es nur nicht? Alles wirkte auf mich immer leicht bizarr und ich mochte diese Ungewissheit. Was ich weniger mochte, war die Tatsache, dass das vorhin erwähnte Warten auf ETWAS lediglich zu dem irgendwie enttäuschenden Ende des Buches führte — kein großer Knall, kein Plottwist oder ähnliches. Letztendlich habe ich etwas ganz anderes bekommen, als ich erwartet hatte und musste das Ganze erst einmal wirken lassen. Mittlerweile kann ich sagen, dass es bei weitem nicht mein Lieblingsklassiker ist, aber doch durchaus lesenswert.
Dieses Buch unterscheidet sich ganz klar von "Spuk in Hill House", weil noch mehr bizarrer ist und tiefer in der Psyche der Protagonistin spielt. Was im Klappentext noch recht harmlos klingt, empfand ich als wahre Odysee. Die Geschichte wird aus der Sicht der eigentlich gar nicht mehr so jungen Merricat erzählt. Doch aufgrund der Art wie sie diese erzählt, könnte man meinen, dass diese vielleicht 13 ist, vielleicht noch jünger. Anfangs fragt man sich oft was eigentlich wirklich im Hause Blackwood passiert ist, dies wird im Laufe der Geschichte immer klarer, so mehr oder weniger. Bei manchen Episoden hat man das Gefühl als träume Merricat. Oftmals denkt man auch, dass die Dinge gar nicht so geschehen, oder geschehen können, da sie so abstrus erscheinen. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht wie ich dieses Erlebnis richtig in Worte fassen soll und kann. Obwohl im ersten drittel der Geschichte nicht allzu viel passiert, außer das man versucht sich zurecht zu finden in diesem subtilen Chaos, wollte ich das Buch am liebsten gar nicht aus der Hand legen. Ich wollte verstehen, wollte nachempfinden, fühlte so viel und war mir doch nicht sicher was ich fühlen sollte, da dieses Mädchen einfach so anders ist. Ihre Familie sowie die Geschichte dahinter. Schnell beginnt man zu spekulieren, was es mit all dem auf sich hat und möchte einfach nur noch erfahren wie es weiter geht. Bis dann im letzten Drittel so vieles anders kommt. Ich wollte schreien, mich in der Buch stürzen. Selbst wenn ich jetzt an diesen Teil denke, zieht sich mir der Magen zusammen. Shirley Jackson hat mich mit diesen 250 Seiten auf eine Reise der Gefühle geschickt, wie ich sie schon lange nicht mehr beim Lesen hatte. Auch wenn mir so manche Situation wirklich abwegig vorkam, so muss ich gestehen, dass es einfach nur die nackte Wahrheit darüber war, wie bösartig der Mensch sein kann. Mir kribbelt es wirklich in den Finger noch weiter darauf einzugehen, aber ihr müsst einfach selbst lesen was passiert in diesem kleinen Idyll der Familie Blackwood - oder dem was davon übrig ist, denn es haben ja nur drei Personen den einstigen Giftanschlag überlebt. Nachdem ich euch jetzt mit meiner Achterbahn der Gefühle komplett verwirrt habe, noch ein paar Worte zum allgemeinen. Der Stil war nicht ganz so flüssig zu lesen wie "Spuk in Hill House" und ich brauchte eine Weile bis ich drin war. Auch dann stolperte ich gelegentlich, was vermutlich an der Art von Merricat lag. Somit war es zwar nicht ganz so einfach, aber dafür irgendwie authentisch. Die Stimmung war stets passend und die Atmosphäre gelungen. Ich fand die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite bizarr, aber lesenswert. Fazit: Ein absolut großartiges Buch, das ich jedem der sich gerne mitreißen lässt, nur ans Herz legen kann.
Leider total langweilig und enttäuschend
Dieses Buch wurde mir schon vor längerem empfohlen und nun habe ich endlich geschafft es zu lesen. Ich habe mich auf eine düstere, wortgewande und gruselige Story gefreut. Bekommen habe ich allerdings gähnende Langeweile, nervende Protagonisten und eine Story die so ziemlich ab der ersten Seite vorhersehbar war. Dazu fand ich den Schreibstil recht unangenehm.
Kurzbeschreibung: Die Schwestern Mary Katherine und Constance Blackwood leben zusammen mit Ihrem Onkel Julian am Rande eines Dorfes. Dort leben sie in Ihrer eigenen kleinen Welt, mit eigenen Regeln und sind geschützt vor fremden, neugierigen Blicken. Die restliche Blackwood Familie ist bei einem tragischen Unglück ums Leben gekommen, nur die drei sind übrig. Seit dem mysteriösen Tod der Familie, wird Constance immer wieder von den Dorfbewohnern verdächtigt, an dem Unglück Schuld zu sein. Daher verlässt Sie nie das Haus. Lediglich Mary Katherine muss immer jeden Dienstag und Freitag ins Dorf um Einkäufe zu erledigen. Dort ist sie den Blicken und Lästereien der Dorfbewohner ausgesetzt, weshalb sie froh ist wenn Sie wieder im sicheren Heim ist. Mary Katherine lebt in Ihrer eigenen Fantasiewelt und gibt sich diversen Tagträumen hin, während Constance darauf bedacht ist, dass alles seine Ordnung hat und der durchgeplante Alltag nicht durcheinander gebracht wird. Onkel Julian ist an den Rollstuhl gefesselt und beschäftigt sich mit den Umständen des Todes der restlichen Familien Mitglieder. Denn alle sind zur gleichen Zeit in diesem Haus gestorben… Um die „Welt“ bzw. Art und Weise von Mary Kathrine etwas besser zur beschreiben füge ich euch mal den Klappentext mit an: Ich heiße Mary Katherine Blackwood. Ich bin achtzehn Jahre alt, und ich lebe zusammen mit meiner Schwester Constance. Ich habe oft gedacht, dass ich mit ein bisschen Glück als Werwolf auf die Welt gekommen wäre, weil Mittel- und Ringfinger an beiden Händen gleich lang sind, aber ich muss mich mit dem zufriedengeben, was ich nun einmal bin. Ich wasche mich nicht gern und mag weder Hunde noch Lärm. Ich mag meine Schwester Constance, Richard Plantagenet und Amanita phalloides, den grünen Knollenblätterpilz. Sonst lebt niemand mehr von meiner Familie. Besonderheiten: Die Optik der englischen Deluxe Edition ist sehr schön, meiner Meinung nach. Das Cover gefällt mir sehr gut und erinnert mich an alte Horrorgeschichten à la Edgar Allen Poe oder ähnliches. Die Seiten des Buches haben einen rauen Buchschnitt, was ich besonders gerne mag. Ich finde das einfach hübsch und auch passend zu diesem Buch. Fazit: Ich war geflashed! Die Atmosphäre, welche beim Lesen entsteht ist einmalig. Melancholisch, bedrückend, düster, gemischt mit einer Spur von Humor aber immer mit bitterem Beigeschmack. Die Geschichte und die schrägen, kauzigen Charaktere reißen einen regelrecht mit. Für mich hat es sich absolut gelohnt dieses Buch zu lesen. Es ist definitiv etwas besonderes, denn nicht jedes Buch schafft es eine solche Stimmung zu erzeugen. Ich kann das Buch empfehlen, vor allem wenn man auf Gothic Novels steht. Die Autorin, Shirley Jackson, ist hierzulande leider nicht ganz so bekannt. Dabei hat sie einige sehr beliebte Werke verfasst, wie z.B. „Spuk in Hill House“ oder „Die Lotterie“, welche ich auch noch lesen möchte. Ersteres wurde sogar Verfilmt als „Das Geisterschloss“. Die Autorin war vor allem bekannt für Ihre atmosphärischen Gruselgeschichten gepaart mit Psychologischen Aspekten und hat dafür, nach Ihrem Tod, einen Edgar Allen Poe Award verliehen bekommen.
Hmm, irgendwie habe ich mir davon mehr erhofft.
Obwohl die Geschichte nur 200 Seiten lang ist, empfand ich doch einige Stellen repetitiv. Auch die "Schauermomente" fehlten mir die meiste Zeit über. Das Geheimnis der Vergangenheit ist sehr offensichtlich und die Gegenwart/Zukunft der beiden Geschwister leider recht wenig spannend. Hin und wieder hab ich versucht kleinere Vermutungen zu den Figuren anzustellen. Die Betonung liegt aber leider auf versuchen, da es sich eher gezwungen angefühlt hat und eher aus meinem 'Da muss doch noch mehr hinterstecken!"-Gefühl heraus entstanden ist, denn natürlich aus der Story heraus.
Zwei junge Frauen leben abgeschieden mit pflegebedürftigen Onkel in einem alten Gutshaus. Vor Jahren gab es hier einen Giftmord bei dem der Rest der Familie starb und der nie aufgeklärt wurde. Beklemmend, schaurig schöne Geschichte, die einen rätseln lässt, was ist wahr, was ist tatsächlich passiert, wer ist psychisch krank, wieso handeln die Protagonisten so. Der Autorin gelingt es lebendige, farbenfrohe Bilder zu zeichnen, so dass man das Gefühl hat dabei zu sein. Am liebsten würde man gern helfend eingreifen. Selten hat ein Buch dazu in mir den Wunsch geweckt. Und das Ende lässt Raum für Fantasie...
Description
Book Information
Author Description
Shirley Jackson ist die 'Queen of Horror', die wichtigste Autorin unheimlicher Literatur und literarisches Vorbild für Stephen King, Neil Gaiman und viele andere Autoren. Shirley Jackson wurde 1916 in Kalifornien geboren. Als der New Yorker 1948 ihre Kurzgeschichte ›The Lottery‹ veröffentlichte, waren viele Leser so entsetzt, dass sie ihre Abonnements kündigten und Hassbriefe sendeten. The Union of South Africa verbot die Veröffentlichung dieser Geschichte sogar. Inzwischen gilt sie als eine der berühmtesten Erzählungen Amerikas. Ihre dunklen, brillanten Romane haben viele Autoren beeinflusst. The Haunting of Hill House und We Have Always Lived in the Castle sind ihre Meisterwerke. Shirley Jackson starb 1965. Stephen King: 'The Haunting of Hill House ist einer der wirklich großen, unheimlichen Romane der vergangenen hundert Jahre.'
Posts
Kommt drauf an...
— Storytechnisch passiert wirklich nicht viel. Unter anderen Umständen hätte ich dies nicht gemocht - und viele werden es auch hier nicht mögen - aber hier bin ich trotzdem zügig durch das Buch gekommen. Es lebt komplett von dieser seltsamen, dunklem Atmosphäre, die schwer zu greifen ist. Auch muss ich über einige Dinge ziemlich nachdenken. Merricat ist für mich auf jedenfall ein unreliable narrator und ich bin mir im Nachhinein nicht 100% sicher, was nun echt war und was nicht. ⠀ — 𝐒𝐏𝐎𝐈𝐋𝐄𝐑 - für mich ist dies eine Story über zwei junge Frauen, die auf zwei komplett entgegensetze Weise nicht mit der übermäßig autoritären, patriarchatischen Erziehung der Familie klar kamen. Constance ist freundlich, charmant, eine großartige Köchin und Hausfrau. Merricat träumt vom Mond, verbuddelt Dinge, nagelt andere ab Bäume. Sie spricht in jedem Kapitel davon, dass sie jemanden töten will. Daher ist nicht wirklich der Twist, dass Merricat die Familie vergiftet hat - sondern, dass Constance es wusste und nichts unternahm. ⠀ — 𝐅𝐀𝐙𝐈𝐓: Lest ein paar Seiten und seht mal, ob ihr mit dem Stil klarkommt. Dies ist für Leser, die eine dunkle, ruhige, feministische (?) Geschichte lesen wollen.

Was war das...
Ein furchtbares Familiendrama. Fast die ganze Familie stirbt nachdem sie vergiftet wurden. Lediglich 1 Onkel bleibt schwer geschädigt und 2 Schwestern unversehrt zurück. Doch was hat es mit all dem auf sich. Fazit, ich habe Rückblickend absolut keine Ahnung was ich da gelesen habe. Wenn ich die Schwestern beschreiben müsste, ich weiß es nicht. Alter, Bildung usw. keine Ahnung. Handlung, bekomme ich grob noch hin, aber im Großen und Ganzen... Ich lese eigentlich gerne mal einen Klassiker, aber dieser lässt mich doch etwas irritiert zurück. Das Buch lebt von seiner eher tristen und düsteren Atmosphäre, aber irgendwie auch nicht. Haben die Dorfbewohner jetzt doch Mitleid mit den Mädchen, weil sie Ihnen so übel mitgespielt haben? Rückblickend ja zurecht, da sie das Familiendrama ja hervorgerufen haben. Aber warum haben sie das? Vielleicht werde ich es irgendwann nochmal lesen, in der Hoffnung es dann besser zu verstehen.
Sehr beklemmend...
...ist diese Geschichte um zwei Schwestern, die mit ihrem alten kranken Onkel nach einer schrecklichen Tragödie zurückgezogen auf ihrem Familiensitz leben. Bis eines Tages Cousin Charles zu Besuch kommt. Die Geschichte fließt größtenteils unaufgeregt vor sich hin, so dass man als Leser*in gar nicht mitbekommt, dass man irgendwann völlig eingesponnen ist und die bedrückende Stimmung schon völlig verinnerlicht hat. Und sie lässt einen auch nach dem Ende der Geschichte nicht wirklich los. Hat mir sehr gut gefallen!
𝔸𝕓𝕘𝕖𝕓𝕣𝕠𝕔𝕙𝕖𝕟 😮💨🙈
𝙾𝚑 𝚖𝚎𝚒𝚗 𝙶𝚘𝚝𝚝, 𝚠𝚊𝚜 𝚠𝚊𝚛 𝚍𝚊𝚜 𝚍𝚎𝚗𝚗 𝚋𝚒𝚝𝚝𝚎 🥴. 𝙸𝚌𝚑 𝚑𝚊𝚋𝚎 𝚂𝚎𝚑𝚗𝚜𝚞̈𝚌𝚑𝚝𝚒𝚐 𝚐𝚎𝚠𝚊𝚛𝚝𝚎𝚝, 𝚍𝚊𝚜𝚜 𝚊𝚞𝚜𝚜𝚎𝚛 𝙺𝚘𝚗𝚟𝚎𝚛𝚜𝚊𝚝𝚒𝚘𝚗 𝚒𝚛𝚐𝚎𝚗𝚍𝚠𝚊𝚜 𝚜𝚙𝚊𝚗𝚗𝚎𝚗𝚍𝚎𝚜 𝚙𝚊𝚜𝚜𝚒𝚎𝚛𝚝, 𝚊𝚋𝚎𝚛 𝚕𝚎𝚒𝚍𝚎𝚛 𝚗𝚘𝚙𝚎, 𝚗𝚒𝚌𝚑𝚝 𝚖𝚊𝚕 𝚎𝚒𝚗 𝙱𝚒𝚜𝚜𝚌𝚑𝚎𝚗 𝚠𝚊𝚜. 𝙸𝚌𝚑 𝚑𝚊𝚋𝚎 𝚖𝚒𝚌𝚑 𝚜𝚌𝚑𝚠𝚎𝚛𝚎𝚗 𝙷𝚎𝚛𝚣𝚎𝚗𝚜 𝚍𝚊𝚣𝚞 𝚍𝚞𝚛𝚌𝚑𝚐𝚎𝚛𝚞𝚗𝚐𝚎𝚗 𝚍𝚒𝚎𝚜𝚎𝚜 𝙱𝚞𝚌𝚑 𝚕𝚎𝚒𝚍𝚎𝚛 𝚗𝚊𝚌𝚑 𝟷𝟻𝟿 𝚂𝚎𝚒𝚝𝚎𝚗 𝚊𝚋𝚣𝚞𝚋𝚛𝚎𝚌𝚑𝚎𝚗. 𝙸𝚌𝚑 𝚠𝚎𝚛𝚍𝚎 𝚎𝚜 𝚊𝚞𝚌𝚑 𝚗𝚒𝚌𝚑𝚝 𝚋𝚎𝚠𝚎𝚛𝚝𝚎𝚗, 𝚍𝚊 𝚒𝚌𝚑 𝚜𝚘 𝚠𝚊𝚜 𝚗𝚒𝚌𝚑𝚝 𝚊𝚗𝚐𝚎𝚖𝚎𝚜𝚜𝚎𝚗 𝚏𝚒𝚗𝚍𝚎. 𝙻𝚎𝚒𝚍𝚎𝚛 𝚗𝚒𝚌𝚑𝚝𝚜 𝚏𝚞̈𝚛 𝚖𝚒𝚌𝚑, 𝚜𝚎𝚑𝚛 𝚂𝚌𝚑𝚊𝚍𝚎, 𝚍𝚊𝚜𝚜 𝙲𝚘𝚟𝚎𝚛 𝚜𝚊𝚑 𝚜𝚎𝚑𝚛 𝚊𝚗𝚜𝚙𝚛𝚎𝚌𝚑𝚎𝚗𝚍 𝚊𝚞𝚜 🤷♀️.

Ganz anders als erwartet, aber nicht schlecht 😊
Vorweg: Das Buch ist sooo schlecht bewertet, was ich wirklich schade finde! Das Buch ist von 1962 und fällt eher in die Kategorie „klassischer“ Horror/Thriller. Es ist sprachlich und inhaltlich anders als Mysteryliteratur des 21. Jahrhunderts und entspricht vielleicht deshalb nicht den allgemeinen Erwartungen einiger Leser*innen… Zum Inhalt: Das Buch erzählt die Geschichte der Familie Blackwood. Mary und Constance leben zusammen mit ihrem Onkel Julian auf dem großen abgelegenen alten Familienanwesen, abseits des Dorfes und auch fernab jeglicher sozialen Kontakte zu deren Bewohnern. Das unheimliche Anwesen wird nur von ausgewählten Außenstehenden besucht, eher widerwillig und so kurz wie möglich, und von allen anderen strikt gemieden. Seit sich im Anwesen der Blackwoods etwas tragisches ereignete, ranken sich nämlich unheimliche Gerüchte um die letzten überlebenden Bewohner des Hauses … Mary vermeidet es soweit möglich ins Dorf zu gehen, weil sie wie eine Aussätzige behandelt wird. Sie verhält sich sehr seltsam, ist äußerst abergläubisch, vergräbt Gegenstände im Garten, hat seltsame Gedanken und Rituale. Überraschenderweise erhalten die drei Besuch von einem Cousin namens Charles, dessen Absichten unklar sind und bei dem man sich irgendwie auch nicht sicher ist, ob er eine unnatürliche Erscheinung ist. Das fragt man sich tatsächlich ab einem gewissen Punkt des Buches über alle Protagonisten und ich finde, dass es bis zum Ende irgendwie offen bleibt. Es ist nicht das klassische Horrorbuch mit Schockmomenten, Gespenstern, Monstern oder anderen gruseligen Gestalten. Die Geschichte lebt mehr von der unheimlichen Grundstimmung, dem Unausgesprochenen, den Gedanken und den Fragen, die sich einem aufdrängen, die Ungewissheit darüber, wer vielleicht ein Geist und wer Mensch ist… oder ob eben nichts Übernatürliches an der Geschichte ist 😙 Dazu gehören auch die teils skurrilen Unterhaltungen und Verhaltensweisen der Protagonisten sowie die zugegeben etwas morbiden Gedanken von Mary, die einen richtigen Groll gegen die Dorfbewohner hegt. Es geht weniger um scary stuff, mehr darum wie aus Gerüchten ebendiese Gruselgeschichten entstehen und aus Angst Ablehnung und Ausgrenzung erwachsen können. Bisschen deeper, aber für jeden, der etwas zum Nachdenken sucht und sich nicht unbedingt fürchten möchte: Here you go 😄 das Buch bereitet keine schlaflosen Nächte vor Angst - man muss aber endlos lange Dialoge mögen, ansonsten wird man mit diesem Buch keinen Spaß haben, denn es ist fast ein einziger durchgehender Dialog … 😅

Den Anfang, den ich über eine Leseprobe kennenlernte, habe ich geliebt. Dieses Buch hat mich sofort „abgeholt“ und ich mochte den düsteren, unklaren Einstieg. Jedoch als die Geschichte sich entwickelt, flacht eben diese merklich ab und verliert für mich subjektiv an Sogkraft. Dennoch ein unterhaltsames Buch.
Highlight
Dieses Buch war eine totale Überraschung für mich und ein wahres Lesevergnügen. Kein Horror Buch im klassischen Sinne. Keine Schockmomente und auch keine Geister. Das sollte man wissen. . Die Geschichte ist sehr unaufgeregt. Es ist eine langsame Erzählweise. Der Schreibstil ist aber sehr flüssig und leicht zu lesen. Die Handlung war für mich ab der ersten Seite spannend, obwohl nicht sonderlich viel passiert. Das Buch lebt durch seinen unterschwelligen und subtilen Grusel. Das muss man mögen, ich liebe es. Das ganze Buch schwingt eine tolle Atmosphäre mit. Und auch die Charaktere sind für mich absolut greifbar gewesen. Wir erfahren das meiste aus Sicht unser Hauptprotagonistin. . Das Buch zeigt mal eine andere Sicht auf ein Spukhaus. Denn hier erfahren wir, wie es dazu wurde. Das finde ich großartig und ich mochte auch die Handlung, denn sie war sehr authentisch und glaubhaft. Genau so könnte aus einem normalen Anwesen ein Geisterhaus werden, wo sich niemand mehr hinein traut. Und die Dorfbewohner über Generationen durch Spukgeschichten ihr Übriges dazu beitragen. . Ich habe das Buch geliebt. Es gibt tolle Wendungen, die der Geschichte noch mehr Tiefe verleihen. Ich hatte die ganz Zeit beim lesen Bilder im Kopf. Die Handlung ist mega spannend. Es wird nicht alles klar angesprochen, sondern einiges schwingt unterschwellig mit. Das mochte ich so sehr. Für mich ist die Autorin eine wahre Entdeckung. Das Buch war ein Highlight. Ich werde es nicht vergessen und es bekommt einen festen Platz in meinem Bücherregal. . Wer die unterschwellige Beklemmung mag, ist hier genau richtig.

"Ich mag meine Schwester Constance, Richard Plantagenet und Amanita phalloides, den Knollenblätterpilz.“
Dieser Satz setzt bereits den Ton für das Buch. Wer hier klassischen Horror erwartet, wird vermutlich enttäuscht werden. Das Buch ist unaufgeregt und ruhig, erzeugt aber gerade dadurch eine subtile, fast schleichende Spannung. Es wirft ständig Fragen auf und zwingt einen dazu, die Situation immer wieder neu zu bewerten. Der Grund dafür liegt in der Erzählerin Mary Katherine Blackwood. Merricat ist 18 Jahre alt, und was man sich stets vor Augen halten muss, eine zutiefst unzuverlässige Erzählerin. Ob dies an ihrem Alter, an Selbstschutz, der jahrelangen Isolation oder einer psychischen Instabilität liegt? Das bleibt der Interpretation überlassen. Im Kern ist es eine Geschichte über die Folgen der Isolation und ein Leben als Außenseiter in einer Gesellschaft, die einen zum Sündenbock erklärt hat. Die Dorfbewohner fungieren dabei als feindseliges Kollektiv gegen die „Anderen“. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die weibliche Autonomie. Die Schwestern haben sich einen eigenen Schutzraum erschaffen, der im Laufe der Handlung massiv gestört wird. Über allem schwebt leise, und doch schrecklich laut, die Frage nach der Schuld und wie weit die Loyalität innerhalb einer Familie wirklich reicht. Mir persönlich hat die Geschichte gerade deshalb so gut gefallen, weil sie so herrlich undurchsichtig ist. Fazit: Wer ruhige, subtile Gruselgeschichten (Gothik Fiction) mag und sich gerne Gedanken über die Abgründe menschlichen Verhaltens macht, sollte hier unbedingt zugreifen. PS. Kleine Zeichnung zum Buch von mir.

Wie gern habe ich dieses Buch gelesen. Mysteriös, ein bisschen seltsam, aber von Anfang an so schön düster und einfach großartig erzählt. Kein blanker Horror, sondern eher unterschwellig unheimlich. Es war so interessant zu lesen, wie Merricat die Welt sieht. Wie sie mit kleinen „Zaubern“ und Ritualen ihr Schloss zu schützen versucht. Bis eines Tages der Cousin, Charles, auftaucht und alles aus der Bahn geworfen wird. Ganz wurde ich nicht schlau aus den Schwestern. Ich habe mich so oft gefragt - was stimmt hier nicht? Irgendwas passt nicht! Es war so spannend und aufregend. Eine wirklich rätselhafte Geschichte, die einen nicht loslassen will. Die vielen Wiederholungen in den Aussagen, die häufig kurz nacheinander kamen, haben mich zunächst irritiert. Bis ich dann verstanden habe, was es damit auf sich hat (zumindest glaube ich, es richtig zu deuten), und dann hat das ganze die Erzählung für mich um einiges intensiver gemacht. Die Auflösung bzw. den wahren Hintergrund habe ich geahnt, jedoch habe ich den Auslöser hierfür nicht ganz verstanden. Vermutlich gibt es hier aber auch nichts groß zu verstehen. Es ist rein Merricats komplexem Wesen zuzuschreiben, und auch Constances Verhalten war für mich eher irritierend. Onkel Julian ist mir sehr ans Herz gewachsen. Seine charmante und witzige Art, in seinen klaren Momenten, hat das ganze schön aufgelockert und war sehr unterhaltsam. Ich fand es schwierig, die Geschichte in eine Zeit einzuordnen. An manchen Stellen wurde mir zwar wieder bewusst, dass es in den 1960-ern spielt, es hätte aber auch gut 100 Jahre früher sein können. Diese Tatsache macht die Geschichte so wunderbar zeitlos, finde ich. Ein Muss für alle, die subtilen Schauer lieben. Ohne Schock Momente oder unheimliche Kreaturen, sondern die Art Horror, die von innen heraus kommt und eine Gänsehaut bereitet.

Beklemmend, brillant und zeitlos böse!
Shirley Jacksons „Wir haben schon immer im Schloss gelebt“ ist weniger ein klassischer Schauerroman als vielmehr eine messerscharfe Studie über Isolation, Trauma, Klassenhass und die Abgründe der menschlichen Psyche. Im Mittelpunkt steht die Familie Blackwood (Merricat und ihre Schwester Constance sowie deren Onkel Julian), die isoliert auf dem herrschaftlichen Anwesen der Familie lebt. Der Großteil der Familie wurde hier vor sechs Jahren durch einen Giftmord ausgelöscht. Erzählt wird aus Sicht von Merricat, eine junge Frau mit kindlich-magischer Weltsicht, die als Erzählerin ebenso fasziniert wie irritiert. Durch ihre Augen erschließt sich langsam, was die Familie in diese Isolation geführt hat. „Ich heiße Mary Katherine Blackwood. Ich bin achtzehn Jahre alt und lebe mit meiner Schwester Constance zusammen. [...] Ich mag meine Schwester Constance und Richard Plantagenet und Amanita phalloides, den Grünen Knollenblätterpilz.“ Jackson lässt die Vergangenheit dabei nie vollständig ans Licht, sie sickert durch. Bruchstückhaft und umso beunruhigender. Was den Roman von gewöhnlichen Horrorerzählungen unterscheidet, ist seine Stille. Die Bedrohung wird nicht durch dramatische Wendungen oder durch Übernatürliches in Szene gesetzt. Es sind die Handlungen der Dorfbewohner, die fragile Routine des Alltags und schließlich durch den Cousin Charles, dessen Einzug ins Haus das mühsam aufrechterhaltene Gleichgewicht ins Wanken bringt. Sämtliche Charaktere wirken dabei so verstörend, dass es einen gruselt. „Wenn ich an ihnen vorbeiging, hielten sie inne und starrten mich an, und manche von ihnen lachten leise, ein hässliches, trockenes Geräusch, das mich wie Schmutz bewarf.“ „Ich sah sie am liebsten so vor mir: wie sie auf dem Boden lagen und vor Schmerz schrien und starben. Ich dachte daran, wie ich über sie hinweggehen würde, wenn sie dort im Staub lägen, und niemals einen Blick auf sie werfen oder ihnen helfen würde, während sie starben.“ Es ist ein Buch über die Macht der Ausgrenzung und die Frage, wer eigentlich das Monster ist: Die seltsamen Schwestern im Haus oder die „normalen“ Leute, die sie gaffend belagern? Jacksons Prosa ist präzise, kühl und von einer bösartigen Eleganz, die bis zur letzten Seite nachwirkt. Für mich ein Meisterwerk.
Shirley Jacksons "Wir haben schon immer im Schloss gelebt" ist ein stilles, zugleich unheimliches Meisterwerk, das vor allem durch seine Sprache glänzt. Jeder Satz wirkt wie sorgsam gesetzt, jede Formulierung trägt Gewicht und fügt sich nahtlos in die dichte Atmosphäre der Geschichte. Jackson gelingt es, mit einer scheinbar einfachen, klaren Wortwahl eine beklemmende, fast märchenhafte Stimmung zu erschaffen, die den Leser sofort in das isolierte Leben der Schwestern Merricat und Constance hineinzieht. Die Prosa ist von einer Eleganz, die gleichzeitig Schönheit und Bedrohung in sich trägt – ein Sprachstil, der zwischen Zartheit und unterschwelliger Gefahr oszilliert. Besonders faszinierend ist die Stimme von Merricat (die Ich-Erzählerin aus diesem Werk), die mit kindlicher Direktheit und subtiler Grausamkeit das Geschehen kommentiert. Ihre Perspektive verleiht dem Text einen eigenartigen Rhythmus, der zugleich beruhigt und beunruhigt. Nichts wird zu früh erklärt, alles entfaltet sich in einem Tempo, das den Spannungsbogen trägt, ohne jemals die Leichtigkeit der Sprache zu verlieren. Jackson beweist hier eine seltene Kunstfertigkeit: Sie schafft es, dass der Roman gleichzeitig düster, poetisch und von makelloser sprachlicher Präzision ist. "Wir haben schon immer im Schloss gelebt" ist nicht nur eine Geschichte über Isolation, Wahnsinn und Familie, sondern vor allem ein sprachliches Erlebnis – ein literarisches Schloss, in dem jedes Wort wie ein sorgfältig geschliffener Stein aufeinander ruht und das Ganze zu einer unvergesslichen Komposition macht. Ich habe die deutsche E-Book Ausgabe auf Skoobe gelesen.
Das Buch fesselt einen am Anfang richtig dolle, da die Protagonistin einige Sätze und Gedanken teilt, die einem so halb verraten in welche Richtung dieses Buch geht. Ich habe mich dabei erwischt ständig neue Theorien zu entwickeln, welcher Plot und welche Story mich erwarten. Die Charaktere dieser Geschichte sind wirklich sonderbar und halten bis zum Schluss Spannung aufrecht. Allerdings habe ich mir gerade am Anfang zu viel Hoffnung auf ein extrem spannendes Buch gemacht und wurde ein wenig enttäuscht. Die Story hat Plots parat und weiß diese auch gut zu erzählen, nur das Ende fand ich dann ein wenig normal, dafür das die Autorin die meiste Zeit in einer Creepy Richtung geht.
Seltsam, kühl und faszinierend ✨ We Have Always Lived in the Castle ⭐ 3,5/5 Sterne
Ich weiss ehrlich gesagt nicht, ob das ein Buch ist, das man „bewertet“ oder eher einfach erlebt. Es ist kurz, seltsam und hat eine ganz eigene Stimmung, die sich schwer greifen lässt. Die Geschichte lebt komplett von ihren Figuren. Merricat, Constance und Onkel Julian sind keine klassischen Sympathieträger, aber genau das macht sie interessant. Sie wirken eher wie ein geschlossenes System, das für sich funktioniert und in das man als Leser nur kurz hineinschaut. Besonders diese Dynamik zwischen Isolation, Abhängigkeit und einer fast schon verzerrten Normalität fand ich spannend. Inhaltlich passiert gar nicht so viel, zumindest nichts, was groß erklärt oder aufgelöst wird. Das Buch hat auch gar nicht den Anspruch, Dinge auszudifferenzieren oder psychologisch sauber herzuleiten. Vieles bleibt einfach stehen, und genau daraus entsteht diese leicht unangenehme, aber auch faszinierende Atmosphäre. Der „Twist“ war für mich nicht wirklich überraschend, aber trotzdem passend. Eher so ein bestätigendes „ja, genau so musste es sein“ als ein echter Aha-Moment. Was bei mir nicht ganz gezündet hat, ist die emotionale Ebene. Ich fand es interessant, teilweise sogar fesselnd, aber es hat mich nicht wirklich berührt. Es bleibt eher ein Buch, das man analysiert oder beobachtet, statt eines, das man fühlt. Trotzdem: Es ist definitiv mal etwas anderes und gerade durch seine Skurrilität und die dichte, leicht verstörende Stimmung lesenswert.
Beschreibung Die achtzehnjährige Merricat und ihre Schwester Constance leben zurückgezogen mit ihrem Onkel Julian am Rande eines kleinen Dorfes in dem wunderschönen Anwesen der Blackwoods. Die Dorfbewohner machen keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegenüber den reichen Leuten, die ihr Dasein ausgeschlossen aus der Gesellschaft in ihrem Schloss für sich fristen. Seit der großen Tragödie, bei der alle anderen Familienmitglieder vergiftet wurden und Constance des mehrfachen Mordes bezichtigt wurde, ist es ruhig im Schloss geworden. Als ihr Cousin Charles auftaucht und an den Inhalt des Familiensafes zu gelangen versucht, ist es an Merricat die Familie zu beschützen. Meine Meinung Shirley Jacksons Schauerroman »Wir haben schon immer im Schloss gelebt« hatte seine Erstveröffentlichung im Jahre 1962. Nun wurde der Klassiker vom Festa Verlag in seiner »Must Read« Reihe, ebenso wie »Spuk in Hill House«, neu aufgelegt. Auf gerade etwas über 250 Seiten ist es der begabten Schriftstellerin gelungen, eine faszinierende und skurrile Geschichte zu weben, die mich wie eine Spinne mit ihrem klebrigen Faden umwickelte. Von der Queen of Horror darf man jedoch keine blutdurchtränkten Szenerien erwarten, ihre grandiose Stärke beweist sie vielmehr in den leisen Tönen, die zu einer schauderhafte Gruselatmosphäre arrangiert, eine mitreißende Melodie ergeben. »Wir haben schon immer im Schloss gelebt« wird aus der Perspektive der achtzehnjährigen Mary Catherine, die liebevoll von allen nur Merricat genannt wird, erzählt. Sie ist die jüngste der drei Blackwoods und die einzige von Ihnen, die für Besorgungen den schützenden Boden ihres Anwesens verlässt und sich in das Dorf traut, das für sie einer Höhle des Löwen gleichkommt. Merricat hat eine ganz besondere Beziehung zu ihrer älteren Schwester Constance, die sie fast rund um die Uhr bemuttert, so dass man fast nicht glauben möchte, dass es sich bei Merricat um ein Kind und nicht um eine junge Dame handelt. Auch Merricat selbst verstärkt den gewonnenen Eindruck mit ihrer kindlichen Art, wie sie immer wieder Wörter wiederholt und sich ermahnt, netter zu ihrem senilen Onkel zu sein, der seit dem tragischen Familienvorfall im Rollstuhl sitzt. Aus dieser Protagonisten-Konstellation ergibt sich ein skurriles Gesamtbild des Lebens der Blackwoods, das einen mit seinen Fängen von Kapitel zu Kapitel enger umgarnt. Besonders raffiniert gewählt ist die Erzählerin Merricat, welche wohl die eindrucksvollste psychologische Verfassung vorzuweisen hat. Bei ihr vermischt sich kindliche Fantasie mit einer Verrücktheit, die sich kaum greifen lässt. Der Leser kann sich dadurch, dass sie die Geschichte aus der Ich-Perspektive vorbringt, nie so wirklich sicher sein, was real ist und was nur Merricats Vorstellungsvermögen entsprungen ist. Durch dieses gekonnt eingesetzte Stilmittel erzeugt Shirley Jackson ein unterschwelliges Horrorszenario das die Haare zu Berge stehen lässt. Das mitreißende Szenario wird durch Shirley Jacksons einnehmenden Schreibstil untermalt und kann bei mir vor allen Dingen durch seine Skurrilität punkten. Mit »Wir haben schon immer im Schloss gelebt« kann Shirley Jackson in meinen Augen zwar nicht ganz an ihr Werk »Spuk in Hill« House heranreichen und dennoch hat mich die Autorin mit ihrer außergewöhnlichen Geschichte gut unterhalten können. Liebhaber von speziellen Charakteren und Gruselgeschichten, die durch subtilen Horror den Atem stocken lassen, liegen bei diesem Roman goldrichtig. Fazit Ein absolut lesenswerter Klassiker der Schauerliteratur, der durch einen bizarren Plot und skurrile Protagonisten polarisiert.
Skurril, atmosphärisch interessant, aber kein persönliches Highlight
Wir haben schon immer im Schloss gelebt war für mich ein anderes Buch, als ich erwartet hatte. Statt klassischer Schauergeschichte oder verwunschener Spukatmosphäre bekommt man eine ruhige, eigenwillige Erzählung, in die ich erst etwas mühsam hineingefunden habe. Die vielen Wiederholungen empfand ich stellenweise als anstrengend. 😶🌫️ Im letzten Drittel hat mich das Buch dann deutlich mehr gepackt, sodass ich es zügig zu Ende gelesen habe. Das Finale selbst blieb für mich jedoch überraschend zurückhaltend – unterhaltsam und mit einer Wendung, über die ich mich gefreut habe, aber ohne das große Crescendo. Insgesamt solide, stellenweise fesselnd, aber für mich kein überwältigender Klassiker. Ein gutes Buch, nur eben kein persönlicher „Banger“.

Don't expect something scary - but something sad, deep and atmospheric. It is weird: for me, the way Merricat and Constance live had something cozy to it, even though you know that something is wrong. Both of them were such fascinating characters: they're in this weird state of telling themselves they're happy, because they don't want to let go and have developed some issues that are kind of understandable in their situation. Also, the side characters were interesting as well. The "friends" didn't have my sympathy at first because they weren't really close to the family, but they actually ment well. With Charles, it was clear from the start that he was after the money, but he was still right about this situation not being ideal. You can't help to feel for the sisters, even after knowing everything and trying to be rational. If you like a physiological drama, big recommendation.
Beschreibung Die achtzehnjährige Merricat und ihre Schwester Constance leben zurückgezogen mit ihrem Onkel Julian am Rande eines kleinen Dorfes in dem wunderschönen Anwesen der Blackwoods. Die Dorfbewohner machen keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegenüber den reichen Leuten, die ihr Dasein ausgeschlossen aus der Gesellschaft in ihrem Schloss für sich fristen. Seit der großen Tragödie, bei der alle anderen Familienmitglieder vergiftet wurden und Constance des mehrfachen Mordes bezichtigt wurde, ist es ruhig im Schloss geworden. Als ihr Cousin Charles auftaucht und an den Inhalt des Familiensafes zu gelangen versucht, ist es an Merricat die Familie zu beschützen. Meine Meinung Shirley Jacksons Schauerroman »Wir haben schon immer im Schloss gelebt« hatte seine Erstveröffentlichung im Jahre 1962. Nun wurde der Klassiker vom Festa Verlag in seiner »Must Read« Reihe, ebenso wie »Spuk in Hill House«, neu aufgelegt. Auf gerade etwas über 250 Seiten ist es der begabten Schriftstellerin gelungen, eine faszinierende und skurrile Geschichte zu weben, die mich wie eine Spinne mit ihrem klebrigen Faden umwickelte. Von der Queen of Horror darf man jedoch keine blutdurchtränkten Szenerien erwarten, ihre grandiose Stärke beweist sie vielmehr in den leisen Tönen, die zu einer schauderhafte Gruselatmosphäre arrangiert, eine mitreißende Melodie ergeben. »Wir haben schon immer im Schloss gelebt« wird aus der Perspektive der achtzehnjährigen Mary Catherine, die liebevoll von allen nur Merricat genannt wird, erzählt. Sie ist die jüngste der drei Blackwoods und die einzige von Ihnen, die für Besorgungen den schützenden Boden ihres Anwesens verlässt und sich in das Dorf traut, das für sie einer Höhle des Löwen gleichkommt. Merricat hat eine ganz besondere Beziehung zu ihrer älteren Schwester Constance, die sie fast rund um die Uhr bemuttert, so dass man fast nicht glauben möchte, dass es sich bei Merricat um ein Kind und nicht um eine junge Dame handelt. Auch Merricat selbst verstärkt den gewonnenen Eindruck mit ihrer kindlichen Art, wie sie immer wieder Wörter wiederholt und sich ermahnt, netter zu ihrem senilen Onkel zu sein, der seit dem tragischen Familienvorfall im Rollstuhl sitzt. Aus dieser Protagonisten-Konstellation ergibt sich ein skurriles Gesamtbild des Lebens der Blackwoods, das einen mit seinen Fängen von Kapitel zu Kapitel enger umgarnt. Besonders raffiniert gewählt ist die Erzählerin Merricat, welche wohl die eindrucksvollste psychologische Verfassung vorzuweisen hat. Bei ihr vermischt sich kindliche Fantasie mit einer Verrücktheit, die sich kaum greifen lässt. Der Leser kann sich dadurch, dass sie die Geschichte aus der Ich-Perspektive vorbringt, nie so wirklich sicher sein, was real ist und was nur Merricats Vorstellungsvermögen entsprungen ist. Durch dieses gekonnt eingesetzte Stilmittel erzeugt Shirley Jackson ein unterschwelliges Horrorszenario das die Haare zu Berge stehen lässt. Das mitreißende Szenario wird durch Shirley Jacksons einnehmenden Schreibstil untermalt und kann bei mir vor allen Dingen durch seine Skurrilität punkten. Mit »Wir haben schon immer im Schloss gelebt« kann Shirley Jackson in meinen Augen zwar nicht ganz an ihr Werk »Spuk in Hill« House heranreichen und dennoch hat mich die Autorin mit ihrer außergewöhnlichen Geschichte gut unterhalten können. Liebhaber von speziellen Charakteren und Gruselgeschichten, die durch subtilen Horror den Atem stocken lassen, liegen bei diesem Roman goldrichtig. Fazit Ein absolut lesenswerter Klassiker der Schauerliteratur, der durch einen bizarren Plot und skurrile Protagonisten polarisiert.
Die 18-Jährige Merricat lebt mit ihrer großen Schwester Constance und dem ältlichen Onkel Julian, nach einer Familien Tragödie, bei der die anderen Familienmitglieder ums Leben kamen, isoliert im alten Anwesen der Blackwoods. Als ihr Cousin Charles vor der Türe steht, bekommt die sakrosankte Idylle immer tiefere Risse. Eine soziopathische und dennoch (oder gerade deshalb) Protagonistin führt den Leser durch die etwas nebulöse Geschichte, die bis zum Ende spannend bleibt. 4 von 5

Zwei Schwestern, ein großes Anwesen, ein liebenswerter Onkel und ein Giftmord. Merricat: eine kleine Träumerin und Constance: eine sehr scheue junge Frau, haben einen geregelten Tagesablauf. So bauen sie ihr eigenes Gemüse an und kümmern sich um ihren verbliebenen Onkel und ihre eigenen Angelegenheiten. Einzig allein der Weg ins Dorf, um Einkäufe zu besorgen wird für Merricat zur Tortur. Denn sie und ihre Schwester sind in dem Ort nicht gern gesehen, so wird getuschelt und getratscht, wenn sie in der Nähe ist, außerdem wird sie schikaniert und es werden unschöne Lieder über sie gesungen. Die Dorfbewohner fürchten sich vor den Blackwood Schwestern, da der dunkle Schatten eines Giftmordes über der Familie liegt. Merricat versucht alles um sich und ihre Schwester vor den Dorfbewohnern zu schützen. So kontrolliert und repariert sie das Tor, welches zu ihrem Anwesen führt und wirkt kleine Zauber, um ein eindringen Fremder zu verhindern. Leider wird ihre scheinbare Ruhe durch ihren plötzlich auftauchenden Cousin Charles gestört, der nur an das Vermögen der Familie herankommen will und so gerät alles aufs schlimmste aus den Fugen. Ein Buch über den Zusammenhalt zweier Schwestern, der stärker kaum sein kann. Düster und zugleich märchenhaft geschrieben. Die Autorin schafft es hässliches und grausames hübsch auszustaffieren und zieht damit den Leser in seinen Bann. Ein unheimlich spannendes Buch mit einer geisterhaften Atmosphäre, dass zum mitfiebern einlädt.
Der wahre Grusel an diesem Buch ist die verkorkstheit der Menschen
Ich stimme zu, dass das Buch nicht wirklich gruselig ist und keine Art Geistergeschichte bietet. Trotzdem muss ich sagen, dass ich dieses Buch großartig fand. An sich passiert nicht viel, aber die Gefühle, die ich während des Lesens hatte, waren recht intensiv. Selten habe ich so einen Hass für fiktive Charaktere empfunden.
„Wir haben schon immer im Schloss gelebt“ ist eine Geschichte über zwei Schwestern, Mary Katherine und Constance, die aufgrund einer vorangegangenen Familientragödie, bei der die Hälfte der Familie starb, als Außenseiter geächtet sind. Sie führen, gemeinsam mit einem kränklichen Onkel, ein einsiedlerisches Leben und verlassen ihr Anwesen so gut wie nie. Wenn Besorgungen nötig sind, erledigt Mary Katherine diese, muss sich hier jedoch immer dem Hass und der Verachtung der Dorfbewohner aussetzen. Sie hegt diesen gegenüber teils mörderische Gedanken und ist auch generell in ihrem Verhalten eher etwas verschroben und labil. Als eines Tages dann ein Cousin vor der Tür steht, nimmt Constances und Mary Katherines Leben eine bedeutende Wendung — Spoiler: nicht zum Guten. Ein gutes Buch, wenn ich jetzt auch nicht restlos begeistert bin. Der Plot an sich konnte mich nicht so richtig abholen, die Stimmung des Buches fand ich allerdings wirklich grandios. Die gesamte Zeit wabert die bedrohliche Atmosphäre sehr subtil durch die Zeilen und ich war permanent darauf gefasst, dass gleich ETWAS passieren würde. Oft war ich mir nicht sicher, ob die gerade stattfindende Handlung real ist oder vielleicht nur ein Hirngespinst Mary Katherines. Sind die beiden Schwestern vielleicht schon längst tot und wissen es nur nicht? Alles wirkte auf mich immer leicht bizarr und ich mochte diese Ungewissheit. Was ich weniger mochte, war die Tatsache, dass das vorhin erwähnte Warten auf ETWAS lediglich zu dem irgendwie enttäuschenden Ende des Buches führte — kein großer Knall, kein Plottwist oder ähnliches. Letztendlich habe ich etwas ganz anderes bekommen, als ich erwartet hatte und musste das Ganze erst einmal wirken lassen. Mittlerweile kann ich sagen, dass es bei weitem nicht mein Lieblingsklassiker ist, aber doch durchaus lesenswert.
Dieses Buch unterscheidet sich ganz klar von "Spuk in Hill House", weil noch mehr bizarrer ist und tiefer in der Psyche der Protagonistin spielt. Was im Klappentext noch recht harmlos klingt, empfand ich als wahre Odysee. Die Geschichte wird aus der Sicht der eigentlich gar nicht mehr so jungen Merricat erzählt. Doch aufgrund der Art wie sie diese erzählt, könnte man meinen, dass diese vielleicht 13 ist, vielleicht noch jünger. Anfangs fragt man sich oft was eigentlich wirklich im Hause Blackwood passiert ist, dies wird im Laufe der Geschichte immer klarer, so mehr oder weniger. Bei manchen Episoden hat man das Gefühl als träume Merricat. Oftmals denkt man auch, dass die Dinge gar nicht so geschehen, oder geschehen können, da sie so abstrus erscheinen. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht wie ich dieses Erlebnis richtig in Worte fassen soll und kann. Obwohl im ersten drittel der Geschichte nicht allzu viel passiert, außer das man versucht sich zurecht zu finden in diesem subtilen Chaos, wollte ich das Buch am liebsten gar nicht aus der Hand legen. Ich wollte verstehen, wollte nachempfinden, fühlte so viel und war mir doch nicht sicher was ich fühlen sollte, da dieses Mädchen einfach so anders ist. Ihre Familie sowie die Geschichte dahinter. Schnell beginnt man zu spekulieren, was es mit all dem auf sich hat und möchte einfach nur noch erfahren wie es weiter geht. Bis dann im letzten Drittel so vieles anders kommt. Ich wollte schreien, mich in der Buch stürzen. Selbst wenn ich jetzt an diesen Teil denke, zieht sich mir der Magen zusammen. Shirley Jackson hat mich mit diesen 250 Seiten auf eine Reise der Gefühle geschickt, wie ich sie schon lange nicht mehr beim Lesen hatte. Auch wenn mir so manche Situation wirklich abwegig vorkam, so muss ich gestehen, dass es einfach nur die nackte Wahrheit darüber war, wie bösartig der Mensch sein kann. Mir kribbelt es wirklich in den Finger noch weiter darauf einzugehen, aber ihr müsst einfach selbst lesen was passiert in diesem kleinen Idyll der Familie Blackwood - oder dem was davon übrig ist, denn es haben ja nur drei Personen den einstigen Giftanschlag überlebt. Nachdem ich euch jetzt mit meiner Achterbahn der Gefühle komplett verwirrt habe, noch ein paar Worte zum allgemeinen. Der Stil war nicht ganz so flüssig zu lesen wie "Spuk in Hill House" und ich brauchte eine Weile bis ich drin war. Auch dann stolperte ich gelegentlich, was vermutlich an der Art von Merricat lag. Somit war es zwar nicht ganz so einfach, aber dafür irgendwie authentisch. Die Stimmung war stets passend und die Atmosphäre gelungen. Ich fand die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite bizarr, aber lesenswert. Fazit: Ein absolut großartiges Buch, das ich jedem der sich gerne mitreißen lässt, nur ans Herz legen kann.
Leider total langweilig und enttäuschend
Dieses Buch wurde mir schon vor längerem empfohlen und nun habe ich endlich geschafft es zu lesen. Ich habe mich auf eine düstere, wortgewande und gruselige Story gefreut. Bekommen habe ich allerdings gähnende Langeweile, nervende Protagonisten und eine Story die so ziemlich ab der ersten Seite vorhersehbar war. Dazu fand ich den Schreibstil recht unangenehm.
Kurzbeschreibung: Die Schwestern Mary Katherine und Constance Blackwood leben zusammen mit Ihrem Onkel Julian am Rande eines Dorfes. Dort leben sie in Ihrer eigenen kleinen Welt, mit eigenen Regeln und sind geschützt vor fremden, neugierigen Blicken. Die restliche Blackwood Familie ist bei einem tragischen Unglück ums Leben gekommen, nur die drei sind übrig. Seit dem mysteriösen Tod der Familie, wird Constance immer wieder von den Dorfbewohnern verdächtigt, an dem Unglück Schuld zu sein. Daher verlässt Sie nie das Haus. Lediglich Mary Katherine muss immer jeden Dienstag und Freitag ins Dorf um Einkäufe zu erledigen. Dort ist sie den Blicken und Lästereien der Dorfbewohner ausgesetzt, weshalb sie froh ist wenn Sie wieder im sicheren Heim ist. Mary Katherine lebt in Ihrer eigenen Fantasiewelt und gibt sich diversen Tagträumen hin, während Constance darauf bedacht ist, dass alles seine Ordnung hat und der durchgeplante Alltag nicht durcheinander gebracht wird. Onkel Julian ist an den Rollstuhl gefesselt und beschäftigt sich mit den Umständen des Todes der restlichen Familien Mitglieder. Denn alle sind zur gleichen Zeit in diesem Haus gestorben… Um die „Welt“ bzw. Art und Weise von Mary Kathrine etwas besser zur beschreiben füge ich euch mal den Klappentext mit an: Ich heiße Mary Katherine Blackwood. Ich bin achtzehn Jahre alt, und ich lebe zusammen mit meiner Schwester Constance. Ich habe oft gedacht, dass ich mit ein bisschen Glück als Werwolf auf die Welt gekommen wäre, weil Mittel- und Ringfinger an beiden Händen gleich lang sind, aber ich muss mich mit dem zufriedengeben, was ich nun einmal bin. Ich wasche mich nicht gern und mag weder Hunde noch Lärm. Ich mag meine Schwester Constance, Richard Plantagenet und Amanita phalloides, den grünen Knollenblätterpilz. Sonst lebt niemand mehr von meiner Familie. Besonderheiten: Die Optik der englischen Deluxe Edition ist sehr schön, meiner Meinung nach. Das Cover gefällt mir sehr gut und erinnert mich an alte Horrorgeschichten à la Edgar Allen Poe oder ähnliches. Die Seiten des Buches haben einen rauen Buchschnitt, was ich besonders gerne mag. Ich finde das einfach hübsch und auch passend zu diesem Buch. Fazit: Ich war geflashed! Die Atmosphäre, welche beim Lesen entsteht ist einmalig. Melancholisch, bedrückend, düster, gemischt mit einer Spur von Humor aber immer mit bitterem Beigeschmack. Die Geschichte und die schrägen, kauzigen Charaktere reißen einen regelrecht mit. Für mich hat es sich absolut gelohnt dieses Buch zu lesen. Es ist definitiv etwas besonderes, denn nicht jedes Buch schafft es eine solche Stimmung zu erzeugen. Ich kann das Buch empfehlen, vor allem wenn man auf Gothic Novels steht. Die Autorin, Shirley Jackson, ist hierzulande leider nicht ganz so bekannt. Dabei hat sie einige sehr beliebte Werke verfasst, wie z.B. „Spuk in Hill House“ oder „Die Lotterie“, welche ich auch noch lesen möchte. Ersteres wurde sogar Verfilmt als „Das Geisterschloss“. Die Autorin war vor allem bekannt für Ihre atmosphärischen Gruselgeschichten gepaart mit Psychologischen Aspekten und hat dafür, nach Ihrem Tod, einen Edgar Allen Poe Award verliehen bekommen.
Hmm, irgendwie habe ich mir davon mehr erhofft.
Obwohl die Geschichte nur 200 Seiten lang ist, empfand ich doch einige Stellen repetitiv. Auch die "Schauermomente" fehlten mir die meiste Zeit über. Das Geheimnis der Vergangenheit ist sehr offensichtlich und die Gegenwart/Zukunft der beiden Geschwister leider recht wenig spannend. Hin und wieder hab ich versucht kleinere Vermutungen zu den Figuren anzustellen. Die Betonung liegt aber leider auf versuchen, da es sich eher gezwungen angefühlt hat und eher aus meinem 'Da muss doch noch mehr hinterstecken!"-Gefühl heraus entstanden ist, denn natürlich aus der Story heraus.























































