Was wir für wahr gehalten haben
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Description
Book Information
Author Description
Michelle Shocklee ist als Autorin in mehreren Genres unterwegs, brennt jedoch vor allem für historische Romane. Sie hat ihre Jugendliebe geheiratet und ist Mutter von zwei erwachsenen Söhnen. Aufgewachsen in New Mexico, lebt sie heute in Tennessee, nicht weit von den Schauplätzen ihrer Bücher. www.michelleshocklee.com Instagram: michelleshocklee Facebook: Author Michelle Shocklee
Posts
Das Cover und der rätselhafte Titel wecken Interesse und geben zusammen mit dem Klappentext einen Ausblick auf eine abwechslungsreiche Reise -zentrales Thema: die Wahrheit. Dabei geht es nicht nur um Ehrlichkeit gegenüber anderen, sondern auch um die Auseinandersetzung mit sich selbst. Das Buch lädt zur Reflexion ein, zeigt wie persönliche Entwicklung durch Verständnis und Mitgefühl für andere möglich wird. Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen. Im Zentrum der Gegenwartsebene steht Mattie, die Ende der 1960er Jahre mit dem Verlust ihres Zwillingsbruders und der schwerwiegenden Erkrankung ihrer Mutter konfrontiert wird. Ihre Emotionen – Wut, Verzweiflung, Angst – dominieren ihr Denken und Handeln. Inmitten dieser Krise erhält sie von ihrer Mutter eine Sammlung von Briefen, die ihr bisheriges Weltbild erschüttern und eine tiefere Familiengeschichte offenbaren. Diese Briefe führen die Lesenden in die Zeit des Zweiten Weltkriegs zu Ava Delaney, deren Schicksal und ihre Begegnung mit dem deutschen Medizinstudenten Gunther eindrucksvoll geschildert werden. Die parallele Erzählweise offenbart nach und nach persönliche und historische Wahrheiten – über Verlust, Lügen und die Narben des Krieges. Durch die Ich-Perspektive beider Frauen erlebt man ihre sehr unterschiedlichen Verarbeitungsweisen. Dabei fällt die Charakterzeichnung sehr unterschiedlich aus: Mattie agiert häufig impulsiv und überfordert, was es bis zum Schluss nicht leicht macht, eine empathische Verbindung zu ihr aufzubauen. Ava hingegen überzeugt durch innere Ruhe, Tiefe und ihren gelebten Glauben, der ihr Kraft und Orientierung verleiht. Trotz der bewegenden Schicksale und der gelungenen thematischen Verknüpfung fehlte mir stellenweise die narrative Balance. Die Vielzahl an Einzelschicksalen und der insgesamt ernste Ton lassen wenig Raum für Momente der Leichtigkeit oder Hoffnung, was der Geschichte eine gewisse Schwere verleiht. Zudem wirken einzelne Passagen redundant oder zu ausführlich. Die christlichen Aspekte beschränken sich überwiegend auf Zitate oder oberflächliche Bezüge; hier wäre mehr inhaltliche Tiefe wünschenswert gewesen. Das Ende ist leider zu komprimiert und lässt dadurch einige emotionale Entwicklungen unausgereift zurück. Trotz kleiner Lichtblicke durch einzelne Nebenfiguren überwiegt ein eher bedrückender Gesamteindruck.

Vorurteile und Vergebung
Tennessee und das Schicksal zweier Frauen. In zwei Erzählsträngen wird der Leser einmal ins Jahr 1942 mitgenommen und begleitet dort Ava Delaney, die nach dem Tod ihres Mannes alles verloren hat. Ihr Weg führt in ein Internierungslager, wo sie Gunther einem Medizinstudent begegnet. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Vertrauensbasis. Doch kann sie Gunther trauen oder ist er ein Spion? Viele Fragen zerreißen ihr Herz, denn beide hat die Einsamkeit fest im Griff. Wie soll es weitergehen, gerade dann als Gunther hört, dass er versetzt werden soll. Gibt es überhaupt ein gemeinsames "Wir?" Im Jahr 1969 lernen wir Mattie Taylor kennen, die ihren Zwillingsbruder im Vietnamkrieg verloren hat. Nach der Beerdigung verläßt sich Hals über Kopf ihr Elternhaus und lebt nicht gerade vorbildlich. Die schwere Krankheit ihrer Mutter führt sie wieder nach Hause. Dort ist es alles andere als rosig. Ihre Mutter hat den Wunsch, dass sie Briefe von früher liest, um Antworten zu bekommen. Widerwillig und anklagend fügt Mattie sich und entdeckt etwas, was sie sprachlos macht. Wird Mattie nach allem inneren Frieden finden? Der Schreibstil der Autorin ist spannend, obwohl mir manches etwas zu lang war. Der Glaube spielt eher eine untergeordnete Rolle. Schön fand ich, wie Ava in ihrem Glauben ruhte und alles aus Gottes Hand nahm. Kriegsgeschehen, dunkle Gedanken, Alkoholsuch und Missbrauch lassen die ganze Geschichte etwas düster wirken. Vorurteile, Verbitterung und Angst konnten abgebaut werden und Hoffnung, Liebe, Vergebung und Selbstreflexion haben sich zwar mühsam, aber immer erfolgreicher einen Weg in das Herz der einzelnen Protagonisten gesucht.
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Michelle Shocklee ist als Autorin in mehreren Genres unterwegs, brennt jedoch vor allem für historische Romane. Sie hat ihre Jugendliebe geheiratet und ist Mutter von zwei erwachsenen Söhnen. Aufgewachsen in New Mexico, lebt sie heute in Tennessee, nicht weit von den Schauplätzen ihrer Bücher. www.michelleshocklee.com Instagram: michelleshocklee Facebook: Author Michelle Shocklee
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Das Cover und der rätselhafte Titel wecken Interesse und geben zusammen mit dem Klappentext einen Ausblick auf eine abwechslungsreiche Reise -zentrales Thema: die Wahrheit. Dabei geht es nicht nur um Ehrlichkeit gegenüber anderen, sondern auch um die Auseinandersetzung mit sich selbst. Das Buch lädt zur Reflexion ein, zeigt wie persönliche Entwicklung durch Verständnis und Mitgefühl für andere möglich wird. Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen. Im Zentrum der Gegenwartsebene steht Mattie, die Ende der 1960er Jahre mit dem Verlust ihres Zwillingsbruders und der schwerwiegenden Erkrankung ihrer Mutter konfrontiert wird. Ihre Emotionen – Wut, Verzweiflung, Angst – dominieren ihr Denken und Handeln. Inmitten dieser Krise erhält sie von ihrer Mutter eine Sammlung von Briefen, die ihr bisheriges Weltbild erschüttern und eine tiefere Familiengeschichte offenbaren. Diese Briefe führen die Lesenden in die Zeit des Zweiten Weltkriegs zu Ava Delaney, deren Schicksal und ihre Begegnung mit dem deutschen Medizinstudenten Gunther eindrucksvoll geschildert werden. Die parallele Erzählweise offenbart nach und nach persönliche und historische Wahrheiten – über Verlust, Lügen und die Narben des Krieges. Durch die Ich-Perspektive beider Frauen erlebt man ihre sehr unterschiedlichen Verarbeitungsweisen. Dabei fällt die Charakterzeichnung sehr unterschiedlich aus: Mattie agiert häufig impulsiv und überfordert, was es bis zum Schluss nicht leicht macht, eine empathische Verbindung zu ihr aufzubauen. Ava hingegen überzeugt durch innere Ruhe, Tiefe und ihren gelebten Glauben, der ihr Kraft und Orientierung verleiht. Trotz der bewegenden Schicksale und der gelungenen thematischen Verknüpfung fehlte mir stellenweise die narrative Balance. Die Vielzahl an Einzelschicksalen und der insgesamt ernste Ton lassen wenig Raum für Momente der Leichtigkeit oder Hoffnung, was der Geschichte eine gewisse Schwere verleiht. Zudem wirken einzelne Passagen redundant oder zu ausführlich. Die christlichen Aspekte beschränken sich überwiegend auf Zitate oder oberflächliche Bezüge; hier wäre mehr inhaltliche Tiefe wünschenswert gewesen. Das Ende ist leider zu komprimiert und lässt dadurch einige emotionale Entwicklungen unausgereift zurück. Trotz kleiner Lichtblicke durch einzelne Nebenfiguren überwiegt ein eher bedrückender Gesamteindruck.

Vorurteile und Vergebung
Tennessee und das Schicksal zweier Frauen. In zwei Erzählsträngen wird der Leser einmal ins Jahr 1942 mitgenommen und begleitet dort Ava Delaney, die nach dem Tod ihres Mannes alles verloren hat. Ihr Weg führt in ein Internierungslager, wo sie Gunther einem Medizinstudent begegnet. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Vertrauensbasis. Doch kann sie Gunther trauen oder ist er ein Spion? Viele Fragen zerreißen ihr Herz, denn beide hat die Einsamkeit fest im Griff. Wie soll es weitergehen, gerade dann als Gunther hört, dass er versetzt werden soll. Gibt es überhaupt ein gemeinsames "Wir?" Im Jahr 1969 lernen wir Mattie Taylor kennen, die ihren Zwillingsbruder im Vietnamkrieg verloren hat. Nach der Beerdigung verläßt sich Hals über Kopf ihr Elternhaus und lebt nicht gerade vorbildlich. Die schwere Krankheit ihrer Mutter führt sie wieder nach Hause. Dort ist es alles andere als rosig. Ihre Mutter hat den Wunsch, dass sie Briefe von früher liest, um Antworten zu bekommen. Widerwillig und anklagend fügt Mattie sich und entdeckt etwas, was sie sprachlos macht. Wird Mattie nach allem inneren Frieden finden? Der Schreibstil der Autorin ist spannend, obwohl mir manches etwas zu lang war. Der Glaube spielt eher eine untergeordnete Rolle. Schön fand ich, wie Ava in ihrem Glauben ruhte und alles aus Gottes Hand nahm. Kriegsgeschehen, dunkle Gedanken, Alkoholsuch und Missbrauch lassen die ganze Geschichte etwas düster wirken. Vorurteile, Verbitterung und Angst konnten abgebaut werden und Hoffnung, Liebe, Vergebung und Selbstreflexion haben sich zwar mühsam, aber immer erfolgreicher einen Weg in das Herz der einzelnen Protagonisten gesucht.







