Was uns durch die Zeiten trägt

Was uns durch die Zeiten trägt

by Marion Johanning·Book 1 of 2
Softcover
4.09
FriedenFamiliensaga2. WeltkriegFlüchtlinge

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Description

Das mitreißende Porträt einer jungen Frau in Zeiten des Umbruchs und ein bewegender Roman über die Liebe von Bestsellerautorin Marion Johanning.

Niederschlesien, 1943: Es sind schwere Zeiten in dem kleinen Dorf Lindenau. Auf dem Hof der Familie Reich müssen alle mit anpacken, auch die junge Luise. Sie schwärmt heimlich für den drei Jahre älteren Wolfgang, ihre Verzweiflung ist groß, als er an die Front muss.

In seiner Abwesenheit und gegen den Willen der Eltern freundet sie sich mit dem polnischen Kriegsgefangenen Marian an, der der Familie als Arbeitskraft zugeteilt wurde.

Alle im Dorf warten sehnsüchtig auf den Frieden, aber niemand ahnt, dass es ihre Heimat dann nicht mehr geben wird …

Book Information

Main Genre
Historical Novels
Sub Genre
N/A
Format
Softcover
Pages
445
Price
15.50 €

Posts

2
All
4.5

Ein bewegender und bedrückender, aber auch versöhnlicher Roman, welcher Zeugnis darüber ablegt, welche tiefe Furchen Krieg in Familien, Gemeinschaften, Nationalitäten schlagen kann. Viele der beschriebenen Geschehnisse, Emotionen und Gedanken kenne ich aus meiner eigenen Familiengeschichte und berührten so umso mehr. Es ist eine Art Kollektives Gedächtnis, was sich die Vertriebenen Familien der ehemaligen Ostgebiete teilen und deshalb umso nachdrücklicher vor Augen führen, das Frieden eines der höchsten Güter der Menschheit ist und jeder in seinen Möglichkeiten dafür eintreten sollte.

4

Titel und Coverbild lassen vermuten, dass es sich bei „Was uns durch die Zeiten trägt“ um einen romantischen Liebesroman handeln könnte. Tatsächlich ist das Buch aber viel mehr als das. Der Roman beschreibt das tragische Schicksal der Familie Reich in den Jahren 1943 bis 1946. Die Familie lebt in einem kleinen Dorf in Schlesien. Während an vielen Orten um sie herum der zweite Weltkrieg tobt, geht das Leben für sie relativ geordnet weiter. Sie haben mit Einschränkungen zu kämpfen aber für Bombenangriffe etc. leben sie zu abgeschieden. Der wahre Horror beginnt für sie erst mit der Kapitulation Deutschlands und der Besetzung Schlesiens durch die Russen und Polen. Marion Johanning beschreibt eindringlich und gefühlvoll den tägliche Überlebenskampf und die Ängste der Menschen. Ich fand insbesondere die Familie Reich sehr beeindruckend, weil sie sich durch die größten Widrigkeiten kämpfen und niemals den Mut verlieren. Es ging mir sehr nahe zu lesen, wie die Menschen nach und nach immer mehr verloren haben, wie ihnen die Heimat genommen wurde und sie letztendlich auch den letzten Rest ihrer Besitztümer zurücklassen mussten. Mit Luise hat die Autorin eine liebenswerte, sympathische Hauptfigur erschaffen. Sie ist ein junges Mädchen, am Anfang noch ziemlich unbeschwert, dass gerne tanzen geht und für den Nachbarssohn schwärmt. Durch die äußeren Umstände muss sie sehr schnell erwachsen werden, Verantwortung übernehmen und schwerwiegende Entscheidungen treffen. Im weiteren Verlauf des Buches wirkt sie sehr viel älter als 15 / 16 Jahre. Zwischen ihr und dem Zwangsarbeiter Marian entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte, die aufgrund seiner Tragik und der Unmöglichkeit sehr bewegend ist. Ich finde es schön, dass es eine Fortsetzung gibt, denn ich möchte gerne lesen, wie sich die Familie Reich ein neues Leben in einer neuen Heimat aufbaut.

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