Wahlbekanntschaften

Wahlbekanntschaften

Hardback
3.01
WahlbekanntschaftenCafé

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Description

Falls Sie in letzter Zeit in einem Berliner Café waren, hätte es Ihnen passieren können, dass eine Frau auf Sie zukommt und Sie fragt, ob Sie Lust hätten, einen Kaffee lang mit ihr zu reden, jetzt gleich, an Ort und Stelle. Worüber? Über die Dinge des Lebens, jene Elementarteilchen der Existenz, die in dem zufälligen Moment eines Vormittags von Belang erscheinen. Es könnte sein, dass Sie ihr, einer Fremden, von sich erzählt hätten, von Ihrer Liebe, Ihren Ängsten, Ihren Hoffnungen. "Wahlbekanntschaften" nennt Jutta Voigt die 47 Miniaturen, die in 47 verschiedenen Cafés spielen- Bühnenbilder für das Theater des Alltags. Der Reiz dieser Porträts liegt im spontanen Überschreiten der Grenze zwischen unbekannten Menschen, in der intensiven Flüchtigkeit der Begegnung. Zurück bleiben Einblicke in die Vielfalt von Lebensentwürfen, wie sie sonst selten zu bekommen sind. Pressestimme: "Jutta Voigts pointiert formulierte Kolumnen sind eine wunderbare Lektüre; einmal begonnen, möchte man das Bändchen nicht mehr aus der Hand legen. Die Gespräche mit den "Wahlbekanntschaften" dokumentieren en miniature die Entwicklungen der deutschen Gesellschaft nach 1989, zumal Voigt in vielen Fällen Menschen eine Stimme gibt, die sonst keine Gelegenheit zur Äußerung haben." (Tageblatt, Luxemburg)

Book Information

Main Genre
Biographies
Sub Genre
Literary Essays
Format
Hardback
Pages
160
Price
15.40 €

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„Wahlbekanntschaften“ von Jutta Voigt ist für mich ein leises, kluges und sehr menschliches Buch: 47 Café-Begegnungen, die zeigen, wie viel Tiefe in einem einzigen Gespräch über einen Kaffee stecken kann – unaufgeregt, aufmerksam und voller Zuneigung für Alltagsmenschen. …

Das Konzept ist bestechend einfach: Jutta Voigt setzt sich in Berliner Cafés – vom Hotel Adlon bis zum Hinterhof im Prenzlauer Berg – und spricht fremde Menschen an, ob sie sich einen Kaffee lang mit ihr unterhalten wollen. Aus diesen Zufallsgesprächen entstehen 47 kurze Kolumnen, in denen sie ihre „Wahlbekanntschaften“ porträtiert: Menschen, die von Liebe, Verlust, Arbeit, Alter, Angst, Hoffnungen und kleinen Alltagsdramen erzählen. Der Reiz liegt genau in dieser Mischung aus Beliebigkeit und Intimität: Für einen Moment öffnen sich völlig unterschiedliche Lebenswelten – und verschwinden danach wieder in der Anonymität der Großstadt. Besonders beeindruckt mich Voigts Blick: Sie interessiert sich nicht für Stars oder „spannende Fälle“, sondern für die ganz normalen Leute, die sonst kaum jemand fragt. Mit wenigen Strichen zeichnet sie Typen, Milieus und Biografien nach – mal lakonisch, mal warm ironisch, aber nie herablassend. Man spürt ihre große Erfahrung als Reporterin und Feuilletonistin: Sie hört zu, stellt kleine Nachfragen, lässt Widersprüche stehen und verdichtet das Gespräch zu einer Miniatur, in der sich oft auch ein Stück deutsche Nachwendegeschichte, Berliner Alltag oder ost-westdeutsche Mentalität spiegelt. Stilistisch sind die Texte kurz, pointiert und sehr gut lesbar. Viele Kolumnen enden mit einem Satz oder Bild, das unerwartet tief trifft – etwa wenn ein Nebensatz über Krankheit, Einsamkeit oder unverwirklichte Träume plötzlich den Ton kippen lässt. Mir gefällt, dass das Buch trotzdem nie in Betroffenheitskitsch abrutscht: Die Menschen werden ernst genommen, aber nicht heroisiert; ihre Widersprüche bleiben sichtbar. „Wahlbekanntschaften“ liest sich dadurch wie ein kleines Theater des Alltags, in dem die Bühne das Café ist und jeder Auftritt nur einen Akt dauert. Für mich ist das Buch ideal zum langsamen Lesen – eine oder zwei Miniaturen pro Abend –, weil jede Begegnung nachhallt und Lust macht, auch im eigenen Alltag genauer hinzuschauen und zuzuhören. Wer Freude an Reportagen, Stadtbeobachtungen und feinsinnigen Porträts hat, findet hier eine sehr gelungene Sammlung, die beweist, wie spannend scheinbar „gewöhnliche“ Menschen sein können.

„Wahlbekanntschaften“ von Jutta Voigt ist für mich ein leises, kluges und sehr menschliches Buch: 47 Café-Begegnungen, die zeigen, wie viel Tiefe in einem einzigen Gespräch über einen Kaffee stecken kann – unaufgeregt, aufmerksam und voller Zuneigung für Alltagsmenschen.

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