Wachtmeister Studer

Wachtmeister Studer

Softcover
3.54

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Description

Geroldswil ist kein Ort für Träumer. Hier, in der drückenden Enge der Schweizer Provinz, liegt Erwin Schlumpf mit einer Kugel im Herzen im Unterholz. Alles deutet auf Selbstmord oder eine rasche Verurteilung hin, doch Wachtmeister Studer traut dem Frieden nicht. Studer, selbst durch Disziplinarverfahren und Degradierung gezeichnet, erkennt in der Verzweiflung des Verdächtigen sein eigenes Spiegelbild. Während die Dorfhonoratioren die Reihen schliessen und der Nebel schwer über den Äckern hängt, gräbt Studer tiefer. Er stösst auf ein Geflecht aus Korruption, alten Rechnungen und menschlicher Kälte, das bis in die höchsten Kreise reicht. Friedrich Glauser schuf mit diesem Roman nicht nur einen Kriminalfall, sondern ein gnadenloses Porträt einer Gesellschaft, die ihre Sünden lieber begräbt als sühnt. Ein zeitloser Noir-Klassiker, der zeigt: Das wahre Monster trägt oft eine saubere Weste.

Book Information

Main Genre
Poetry & Drama
Sub Genre
Drama & Plays
Format
Softcover
Pages
216
Price
17.90 €

Author Description

Friedrich Glauser (1896–1938) war eine der schillerndsten und zugleich tragischsten Figuren der Schweizer Literaturgeschichte. Sein Leben war ein ständiger Kampf gegen gesellschaftliche Normen, geprägt von Morphiumsucht, Suizidversuchen und langjährigen Aufenthalten in psychiatrischen Kliniken sowie der Fremdenlegion. Diese persönlichen Abgründe flossen unmittelbar in sein Schreiben ein und verliehen seinen Werken eine authentische Tiefe, die im Genre des Kriminalromans damals beispiellos war. Mit der Figur des Wachtmeisters Studer schuf er einen unkonventionellen Ermittler: Studer ist kein kühler Analytiker, sondern ein Mann mit Empathie für die Gescheiterten und "Verruchten". Glauser starb kurz vor seiner geplanten Hochzeit im Alter von nur 42 Jahren.

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Ein alter Krimi in ist zeitlos

Ich habe mir „Wachtmeister Studer greift ein“ endlich einmal zur Gemüte geführt, angeregt durch einen Hinweis in Klaus-Peter Wolfs Ostfriesengrab. Dort liest eine Protagonistin genau dieses Buch, legt es dann aber weg – und genau das machte mich neugierig. Und was soll ich sagen? Es war jede Seite wert. Allein die Sprache, in der dieser alte Krimi verfasst ist, ist so wunderschön, dass der Mordfall fast in den Hintergrund tritt. Ein Mann wird mit einer handgespitzten Fahrradspeiche getötet, und Wachtmeister Studer nimmt die Ermittlungen auf – obwohl gerade sein Sohn Hochzeit feiert! Diese Mischung aus Alltag, menschlichen Bindungen und kriminalistischer Arbeit macht das Buch für mich so besonders. Die Schlussfolgerungen, die Studer zieht, sind genial. Ich konnte teilweise seinen Gedankengängen folgen, fühlte mich fast selbst wie Ermittler, und die logische Struktur der Ermittlungen ist meisterhaft. Dazu kommen die wunderbaren Beschreibungen der Schweizer Landschaft, die mich sofort mitten in diese Umgebung versetzt haben – man riecht fast die klare Bergluft und spürt die ruhigen Gassen. Am Ende führt Studers Logik zum Täter, und ich muss gestehen: Ich war auf dem richtigen Weg und konnte ihn schon vorher entlarven. Die Lösung ist schlüssig, überzeugend und macht einfach Spaß. Fazit: Wer klassische Krimis liebt, wer die Ruhe, Präzision und den Charme der alten Schweizer Krimis genießen möchte, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Die Sprache, die Atmosphäre und die geniale Ermittlungsarbeit von Wachtmeister Studer machen diesen Roman zu einem wahren Genuss. Aussage des Buches: Menschliche Beobachtungsgabe, logisches Denken und Geduld führen unweigerlich zur Wahrheit – auch wenn das Leben drumherum weiterläuft.

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