Vom Amtswalten zum Königsdienst
by Jörg W Busch
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Description
Jörg W. BUSCH
Vom AMTSWALTEN zum Königsdienst
Beobachtungen zur 'Staatssprache' des Frühmittelalters am Beispiel des Wortes 'administratio'
Antike Texte bezeichnen mit administratio die Besorgung laufender Geschäfte für einen anderen oder in seinem Auftrag und sprechen so auch ein Element der ‚Staatlichkeit‘ an. Daher versteht sich die Geschichte dieses Wortes zwischen dem 5. und 9. Jahrhundert als ein Beitrag zu der kontrovers erörterten Frage, welche Vorstellungen das Frühmittelalter von der Verfasstheit seiner Gemeinwesen hegte, indem darauf geblickt wird, ob und wie latein-schreibende Zeitgenossen die mit administratio verbundene Denkfigur erfassten. Zwischen 439 und 814 ist das Wort zwar mit den Texten des römischen Rechts überliefert, eigenständig gebraucht wurde es jedoch nicht. Erst als Ludwig der Fromme 814 die Herrschaft antrat, benutzte die intellektuelle Randgruppe seiner aquitanischen Berater administratio zunächst für nachrangiges AMTSWALTEN und dann für Ludwig selbst als Geschäftsführer Gottes, was nicht unwidersprochen blieb und mit der Krise seiner Herrschaft sofort verschwand. Auch wenn sich im Urkundenformular die nachrangige administratio länger hielt, ließ sich doch die Vorstellung institutionalisierter Amtswaltung nicht etablieren, so lange das Denken vor allem den unmittelbar erfahrbaren Personenbeziehungen verhaftet blieb.
Book Information
Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
History & Archaeology
Format
Book
Pages
156
Price
20.60 €
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Jörg W. BUSCH
Vom AMTSWALTEN zum Königsdienst
Beobachtungen zur 'Staatssprache' des Frühmittelalters am Beispiel des Wortes 'administratio'
Antike Texte bezeichnen mit administratio die Besorgung laufender Geschäfte für einen anderen oder in seinem Auftrag und sprechen so auch ein Element der ‚Staatlichkeit‘ an. Daher versteht sich die Geschichte dieses Wortes zwischen dem 5. und 9. Jahrhundert als ein Beitrag zu der kontrovers erörterten Frage, welche Vorstellungen das Frühmittelalter von der Verfasstheit seiner Gemeinwesen hegte, indem darauf geblickt wird, ob und wie latein-schreibende Zeitgenossen die mit administratio verbundene Denkfigur erfassten. Zwischen 439 und 814 ist das Wort zwar mit den Texten des römischen Rechts überliefert, eigenständig gebraucht wurde es jedoch nicht. Erst als Ludwig der Fromme 814 die Herrschaft antrat, benutzte die intellektuelle Randgruppe seiner aquitanischen Berater administratio zunächst für nachrangiges AMTSWALTEN und dann für Ludwig selbst als Geschäftsführer Gottes, was nicht unwidersprochen blieb und mit der Krise seiner Herrschaft sofort verschwand. Auch wenn sich im Urkundenformular die nachrangige administratio länger hielt, ließ sich doch die Vorstellung institutionalisierter Amtswaltung nicht etablieren, so lange das Denken vor allem den unmittelbar erfahrbaren Personenbeziehungen verhaftet blieb.
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Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
History & Archaeology
Format
Book
Pages
156
Price
20.60 €



